The Big Bang Theory 10x03

In der Episode The Dependence Transcendence präsentiert The Big Bang Theory drei Handlungsstränge mit sehr unterschiedlichen Themen und Funktionen: Howard (Simon Helberg), Leonard (Johnny Galecki) und Sheldon (Jim Parsons) im Labor, Bernadette (Melissa Rauch) und Raj (Kunal Nayyar) bei den Vorbereitungen für das Baby und Amy (Mayim Bialik) und Penny (Kaley Cuoco) auf einer „Party“. Während zwei dieser Storylines große Ambitionen hinsichtlich der Charakterentwicklung verfolgen, ist es doch die dritte, unbeschwerte, die ihnen die Show stiehlt.
Superheroes take performance enhancing chemicals?
Nicht oft, doch dafür stets eindrucksvoll beschäftigte sich The Big Bang Theory in der Vergangenheit mit der Brüchigkeit des überdimensional groß erscheinenden Egos von Sheldon. Zwar behauptet dieser immer wieder, schlauer als alle seine Freunde, gar der klügste Mensch der Welt zu sein, doch auch er ist nicht allen intellektuellen Herausforderungen gewachsen. Einen solchen Rückschlag muss Sheldon nun auch bei der Arbeit an dem Quantum-Gyroskop einstecken, das er gemeinsam mit Howard und Leonard für die Air Force entwickeln soll.
Zunächst versucht er seine Unzulänglichkeit jedoch zu verschleiern, indem er sie als Müdigkeit ausgibt. Müde ist er wegen der vielen Nachtschichten, die er, Howard und Leonard wegen des engen Zeitplans einlegen müssen - dabei war es Sheldon selbst, der Colonel Williams (Dean Norris) diesen vorschlug. Während seine Kollegen ihrer Müdigkeit mit Koffein begegnen, will Sheldon auf leistungsfördernde Chemikalien verzichten. Als er aber in einem Traum dem Superhelden The Flash (Brandon Jones) begegnet und dieser ihm erklärt, dass Drogen ihm Superkräfte verleihen würden, gönnt er sich schließlich einen Energy Drink.
Was folgt, ist ein denkwürdiger, aber kurzer Auftritt des „Caffein Sheldon“, der es an Lustigkeit beinahe mit „Drunk Sheldon“ aufnehmen kann. Und die aufputschende Wirkung des Getränks scheint dem Physiker so gut zu gefallen, dass er gleich die nächste Dose leeren will. Er erkennt jedoch, dass dies der erste Schritt zur Abhängigkeit wäre und so verzichtet er. Trotzdem beklagt er sich weiter über seine Müdigkeit, bis Leonard schließlich der Kragen platzt. Leonard fordert ihn auf, sich endlich zusammenzureißen und an die Arbeit zu gehen. Doch dann gesteht ihm Sheldon, dass er das nicht kann. Schon seit Tagen käme er mit einem mathematischen Problem nicht vorwärts.

Und da ist er wieder, dieser Moment, in dem er schmerzhaft einsehen muss, dass er nicht so intelligent ist, wie er gerne behauptet. Leonard tröstet ihn und verspricht, eine Lösung zu finden, so dass die Deadline der Air Force nicht überschritten wird. Am Ende gehen die drei einfach zu Colonel Williams und bitten um eine Verlängerung von zwei Jahren. Dieser stimmt dem überraschend zu, da dies ohnehin bei fast jedem Forschungsprojekt der Regierung passieren würde. Mal wieder ein ziemlich unbefriedigender und dazu unrealistischer Abschluss eines eigentlich vielversprechenden Handlungsstrangs.
I think you were mean before you were pregnant
Bei der zweiten Geschichte um Bernadette und Raj trifft genau das Gegenteil zu: ein ziemlich befriedigender Abschluss einer eigentlich uninteressanten Storyline. Positiv ist hier schon mal, dass die Autoren überhaupt noch einen Platz für Raj gefunden haben, nachdem sie ihn aus der Truppe der Jungs vertrieben haben. Da er derjenige zu sein scheint, der sich am meisten auf das Baby von Howard und Bernadette freut, darf er einen Tag mit der werdenden Mutter verbringen. Er versucht dabei, seiner unglücklich schwangeren Freundin zu zeigen, wie toll es sein kann, Kinder zu haben.
Zusammen will er mit ihr das Kinderzimmer einrichten und sonstigen Babykram erledigen. Doch in Bernadette wollen einfach keine echten Muttergefühle aufkommen. Wie üblich lässt sie ihre Wut an ihren Mitmenschen ab, doch, da Raj sich selbst nicht allzu ernst nimmt, kann er das verkraften. Schließlich gesteht sie ihm ihre Angst, dass sie das eigene Kind womöglich niemals lieben wird. Raj ruft nun seinen Vater, den Gynäkologen Dr. Koothrappali (Brian George) an, damit dieser ihr erklärt, wie normal ihre Gefühle sind. Und tatsächlich scheint ihr das zu helfen.
Raj untermauert damit, dass er neben Amy eindeutig der beste Freund in der gesamten „Big Bang“-Clique ist. Beachtlich ist außerdem, welch ernstes Thema die Serie hier wieder behandelt. Die Angst einer werdenden Mutter, nicht bereit zu sein, ihr Kind zu lieben, ist kein typisches Sitcommaterial, was sich allerdings erneut am fehlenden Humor dieses Handlungsstrangs bemerkbar macht. Zusätzlich begrüßenswert wäre es - wie bereits letzte Woche angemerkt -, wenn Bernadette bei alldem etwas sympathischer auftreten würde.
Amy is the coolest girl on campus
Der dritte und letzte Handlungsstrang um Amy und Penny ist eindeutig der erfreulichste, auch wenn er am wenigsten ambitioniert erscheint. Er glänzt bereits durch die Kombination der beiden Charaktere, die schon immer gut zusammen funktionierten. Im Mittelpunkt steht eine Wissenschaftsparty, zu der die ungleichen Freundinnen gemeinsam gehen. Da außer ihnen aber sonst niemand kommt, verbringen sie den Tag bloß mit dem Gastgeber Bert (Brian Posehn). Dieser plaudert etwas aus dem Nähkästchen und erzählt dabei auch, wie cool alle Leute auf dem Campus Amy finden. Diese ist solch eine Popularität gar nicht gewohnt, was zu ziemlich süßen Reaktionen führt. Ohnehin ist es durchaus interessant, mal zu erfahren, was der Rest der Welt von den Hauptfiguren hält.
Sonstige Gedanken:
- The Flash verrät Sheldon, dass er durch den Kauf von Marvel-Aktien reich geworden ist. Könnte dieser Witz auf Kosten von DC etwa der Grund sein, wieso man weder Grant Gustin noch Ezra Miller zu einem Gastauftritt bewegen konnte und so auf Brandon Jones als Darsteller zurückgreifen musste?
- Leonard hat auf dem Campus wohl den Ruf, ein heißes Mädchen ausgetrickst zu haben, ihn zu heiraten. Und Penny ist offensichtlich stolz, dieses Mädchen zu sein.
- Laut Colonel Williams wartet die Air Force seit Jahrzehnten auf die Fertigstellung eines Weltraumlasers, um die Sowjets zu besiegen. Mal sehen, wie lange das noch dauert...
(The Big Bang Theory 10x03)
Schauspieler in der Episode The Big Bang Theory 10x03
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