Beauty & The Beast 1x01

Beauty & The Beast wurde durch die gleichnamige Serie aus dem Jahr 1987 inspiriert. In der Neuauflage wird die Liebesgeschichte zwischen der Schönheit und dem „Monster“ durch das Element von polizeilichen Ermittlungen ergänzt.
Die Prämisse
Catherine Chandler (Kristin Kreuk) ist eine hübsche, junge Frau. Um sich ihr Jurastudium zu finanzieren, jobbt sie im Jahr 2003 in einer Bar. Als ihr Auto nach getaner Arbeit und mitten in der Nacht nicht anspringen will, ruft Catherine ihre Mutter zu Hilfe - mit fatalen Folgen.
Eine Gruppe von unheimlichen Männern erschießt erst ihre Mutter und hetzt dann Catherine selbst durch den Wald. Auch sie soll sterben. Doch zum Glück taucht ein dunkler Schatten auf, der ihre Peiniger kurz und schmerzvoll zur Strecke bringt.
Catherine kann die Konsequenzen der betreffenden Nacht wohl am besten in Worte fassen: „Everyone told me that it was a wild animal. A coyote, a bear. That this thing I thought I had seen was just the result of my concussion. Or posttraummatic stress. (...) I believed them - until now.“
„Now“ ist die Gegenwart, in der sich Catherine - ihren früheren Ambitionen zum Trotz - in den Reihen der Polizei von New York bereits zum Detective hochgearbeitet hat.
Sie dated zwar, jedoch vornehmlich Idioten, die mit ihr per SMS Schluss machen wollen und die sie dafür dann im Gegenzug wegen Marihuanabesitzes verpfeift. Kurz: Der Mord an ihrer Mutter resultierte für sie in dem Wunsch, das Verbrechen zu bekämpfen. Sie ist der Liebe zwar nicht abgeneigt, hat aber noch nicht den Richtigen gefunden - unter anderem, weil sie ihrer Karriere die Priorität einräumt.
Glücklicherweise kann sich Catherine über ihre Männerprobleme mit ihrer - fast ebenso atemberaubend aussehenden - Kollegin Tess (Nina Lisandrello) austauschen, die ebenfalls für das Morddezernat arbeitet.
Der Fall als Randerscheinung
Da es im Zuge der Pilotepisode vornehmlich darum geht, uns mit den entscheidenden Charakteren vertraut zu machen, kommt dem polizeilichen Fall nicht all zu viel Bedeutung zu: Eine Moderedakteurin wird tot in einem hochklassigen Hotel aufgefunden. Sie wurde vergiftet. Die Täterin ist eine von vielen Geliebten, mit denen der Ehemann die Redakteurin betrogen hatte. Überführt werden kann die Frau mithilfe von Bettwanzen.
Viel wichtiger ist jedoch, dass auf dem Leichnam die Fingerabdrücke von Vincent Keller (Jay Ryan) aka dem Biest von 2003 gefunden werden. Er hatte noch versucht, die Redakteurin wiederzubeleben.
Vincent, dem eigentlich eine Karriere als Arzt bevorstand, hatte nach dem Tod seiner Brüder bei den Anschlägen vom 11. September seinen Job gekündigt, um als Soldat nach Afghanistan zu gehen. Das einzige Problem: Er wurde dort vermeintlich im Einsatz getötet. Anhand der Beschreibung einer Krankenschwester und durch die Tatsache, dass er als Patriot sein Vaterland verteidigen wollte, wird schnell noch eine Charakterisierung Kellers als guter amerikanischer Einzelgänger vorgenommen.
Ihre Nachforschungen führen Catherine und Tess in die Wohnung von J.T. Forbes (Austin Basis), dem ehemaligen Mitbewohner von Keller. Dieser wohnt jetzt - sehr atmosphärisch - in einer geschlossenen Chemiefabrik.
Wo ist Vincent?
Wie Catherine in einem draufgängerischen Alleingang feststellt, versteckt Forbes seinen totgeglaubten Freund in seiner Wohnung.
Keller war in Afghanistan Opfer eines fehlgeschlagenen Experiments geworden: Um die Kraft und die Effizienz der Soldaten zu verbessern, verabreichten Wissenschaftler den Männern ein Präparat, das ihre Gene veränderte. Doch leider hatte die Behandlung einen fatalen Nebeneffekt à la Hulk. Und die Versuchskaninchen verloren die Kontrolle über sich, sobald ihr Adrenalinspiegel anstieg.
Als das Projekt eingestellt wurde, sollten die genetisch veränderten Individuen ausgelöscht werden. Doch Keller hatte Glück und konnte entkommen. Seitdem sucht er nach einem Gegenmittel und befasst sich nebenbei mit dem Werdegang der aufstrebenden Polizistin, deren Leben er vor nunmehr neun Jahren gerettet hatte.
Die Schöne und ihr schönes Biest
Seit ihrer Kontaktaufnahme zu Vincent wird jetzt auch Catherine von den Hintermännern der Menschenversuche verfolgt, die wohl auch den Mord an ihrer Mutter zu verantworten haben. Doch Catherine ist alles andere als hilflos. Außerdem hat sie mit Vincent einen starken Beschützer an ihrer Seite, der sich - wie nicht anders zu erwarten und ohne Umschweife - zu ihrem primären love interest mausert. So kommt es auch dazu, dass Catherine jetzt einen sex glow ausdünstet.
Was die Dialoge angeht, sind sie meist - dem Genre entsprechend - pathetisch gehalten. Aussprüche wie das bereits tausendmal zuvor gehörte „This guy needs a new decorator“ im Angesicht der Chemiefabrik, tragen nicht zum Genuss der Serie bei. Immerhin kann die verbale Interaktion zwischen den beiden Polizistinnen von Zeit zu Zeit positiv überraschen.
Die Narbe auf Vincents Wange kann und soll das vermeintliche „Biest“ keineswegs entstellen. Deswegen könnte Mr. Ryan nach wie vor als Männermodel durchgehen und gibt so den perfekten Frauenschwarm ab. Auch wenn es der düsteren Atmosphäre von Beauty & The Beast zuträglich ist, wirkt es deswegen auf die Dauer recht albern, wie sich Vincent konstant in den Schatten herumtreibt - scheint er seine wütenden Ausbrüche doch, besonders im Beisein von Catherine, recht gut unter Kontrolle zu haben.
Fazit
Die Pilotepisode von Beauty & The Beast verzichtet weder auf billige Erschreckmomente (ein diabolischer Waschbär springt aus der Mülltonne) noch auf den überzogenen technischen Schnickschnack, mit dem die fiktiven Polizeireviere oft und gern ausgestattet werden. Dafür kann das neue Format mit ansehnlichen Überblendungen herhalten, die auch durch eine interessante Farbgebung bestechen.
Die Kampfszenen sind dank der Bewegungsabläufe, der Kameraführung und einem stylischen Blutspritzer in Richtung Objektiv sehr ansprechend und packend inszeniert. Da stört es auch nicht weiter, dass sich ein derartig zierliches Wesen wie Catherine Chandler wohl kaum gegen eine Übermacht von riesigen Kraftpaketen durchsetzen könnte.
Die Pilotepisode wird keinen Fan des Crime-Genres für sich gewinnen können. Leider sind sowohl Catherine (Kristin Kreuk aus Smallville) als auch das vermeintliche Biest zu glatt geraten, um an den mitreißenden und tragischen Flair des klassischen Originals anknüpfen zu können. Doch dank der allgegenwärtigen Schönheit - auch in Bezug auf die ästhetischen Stadtbilder - ist es sicherlich möglich, sich von der Schönen und ihrem Vincent als Guilty Pleasure berieseln zu lassen.
Verfasser: Thordes Herbst am Freitag, 12. Oktober 2012(Beauty & The Beast 1x01)
Schauspieler in der Episode Beauty & The Beast 1x01
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