Banshee 2x09

Banshee 2x09

Die Episode Homecoming dient in erster Linie dazu, die entscheidenden Charaktere aus Banshee für das Staffelfinale in Stellung zu bringen. Leider wirkt die Folge dabei zuweilen etwas zerstreut, was sich negativ auf die Spannung auswirkt.

In „Banshee“ steht der große Kampf Mr. Rabbit (Ben Cross) unmittelbar bevor. / (c) Cinemax
In „Banshee“ steht der große Kampf Mr. Rabbit (Ben Cross) unmittelbar bevor. / (c) Cinemax

Mit der Episode Homecoming kommt die zweite Staffel von Banshee bereits fast schon wieder zum Ende. Carrie (Ivana Milicevic) und Lucas Hood (Antony Starr) machen sich auf nach New York, wo sie dann im großen Finale wohl endlich ihrem Erzfeind Mr. Rabbit (Ben Cross) entgegen treten werden. Obwohl diese vorletzte Episode gleich mit zwei ausgedehnten Kampfhandlungen aufwartet und dem Publikumsliebling Job (Hoon Lee) etwas mehr Spielzeit einräumt, ist sie doch nur mittelmäßig geraten.

Jobs Alleingang

Bei dem Exzentriker Job handelt es sich fraglos um einen der beliebtesten Charaktere in Banshee. In der Episode Homecoming darf sich der Hacker endlich mal etwas länger austoben und stellt dabei eindrucksvoll unter Beweis, dass er auch abseits des Computers zu Großem fähig ist - und durchaus auf sich aufpassen kann. Trotz seiner beachtlichen Fähigkeiten ist es kaum nachvollziehbar, dass er sich in New York zu einem derartig riskanten Alleingang hinreißen lässt. Schließlich dürfte ihm mittlerweile klar geworden sein, was für ein mächtiger Gegner Rabbit ist. Die gefälschten Diamanten scheinen bei ihm mächtige Rachegelüste geweckt zu haben...

In jedem Fall gehen mit Jobs Streifzug durch die Kirche von Rabbits Bruder (Julian Sands) einige hübsche Szenen einher. Neben Jobs charakteristisch flegelhafter Ausdrucksweise kann in diesem Zusammenhang besonders auch die durchdachte Kameraführung begeistern. Der Autounfall, der den Hacker anschließend ins Krankenhaus befördert, ist bedauerlicherweise weniger überzeugend umgesetzt.

Wer ist Hood?

Bevor Sheriff Lucas Hood der Stadt Banshee vorerst den Rücken kehrt, muss er sich noch mit Emmett Yawners (Demetrius Grosse), Siobhan (Trieste Kelly Dunn) und Brock Lotus (Matt Servitto) auseinandersetzen. Immer wieder wird dabei die Frage gestellt, wer zum Teufel dieser Hood eigentlich ist. Vehement wird einmal wieder hervorgehoben, dass sich dieser Sheriff nicht sonderlich um Dienstvorschriften kümmert. Da die Zuschauer dies jedoch bereits begriffen haben dürften, wirken Sätze wie „There are rules. And then there is what is right.“ mittlerweile etwas abgegriffen.

Fast hat es den Anschein, als würde Hood nicht damit rechnen, noch einmal nach Banshee zurückzukehren. Sowohl dem Streit mit Siobhan als auch der Art und Weise, wie Lucas Brock zu seinem Vertreter bestimmt, wohnt der Flair eines endgültigen Abschieds inne. Liegt dies nur in Hoods - nicht ungerechtfertigter - Angst begründet, den Kampf gegen Rabbit nicht zu überleben? Oder plant er vielleicht, die Stadt hinter sich zu lassen, sobald mit Rabbit die Gefahr für seine Lieben beseitigt ist?

Job (Hoon Lee) sollte das nächste Mal besser auf den Verkehr achten... © Cinemax
Job (Hoon Lee) sollte das nächste Mal besser auf den Verkehr achten... © Cinemax

Prüfung für die Hopewells

Die Annäherung zwischen Carrie und ihrem Gorden (Rus Blackwell) schreitet weiter voran und selbst Deva (Ryann Shane) macht mitsamt ihrer neuen Haarpracht einen hoffnungsvollen Eindruck. Als die Versöhnung der beiden Eheleute gerade darin resultiert, dass in Banshee endlich mal wieder etwas Haut gezeigt wird, wartet jedoch bereits die nächste schwere Prüfung für das familiäre Glück. Lucas erscheint im denkbar ungünstigsten Moment auf der Bildfläche. In einem intensiven Streitgespräch kommt es dann beinahe zur Eskalation, als Gordon seine Waffe auf den Sheriff richtet. Es ist durchaus plausibel, dass Carrie ausgerechnet in diesem Moment offenbart, dass Deva Lucas Tochter ist. Sie hat sich in der Angst um die beiden wichtigsten Männer in ihrem Leben und der damit einhergehenden Überforderung wohl einfach nicht anders zu helfen gewusst.

Zu Gast bei Proctor

Kai Proctor (Ulrich Thomsen) sitzt nach dem Fund der illegalen Waffen in seinem Haus weiterhin im Gefängnis. Über Langeweile kann er sich jedoch nicht beschweren, er bekommt jede Menge Besuch. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang die schwer einzuschätzende Rolle von Rebecca (Lili Simmons). Zwar sorgt sie dafür, dass Juliet (Maya Dunbar) entkommen kann, obwohl diese doch Proctor verraten hatte. Gleichzeitig scheint sie sich aber doch grundsätzlich für die Seite ihres Onkels entschieden zu haben. Schließlich berichtet sie Kai davon, dass Alex Longshadow (Anthony Ruivivar) ihm wieder einmal den Krieg erklärt hat. Die Szene, in der der Häuptling Rebecca im Schlachthaus aufsucht, begeistert übrigens nicht nur wegen der dekorativ wertvollen Fleischhälften. So steht Alex seine neue Entschlossenheit sehr gut zu Gesicht. Doch irgendwie hat die Rezensentin nicht den Eindruck, als würde Longshadow seine neue Dreistigkeit noch lange genießen können.

Weder mit dem Besuch von Sugar Bates (Frankie Faison) im Gefängnis, noch mit der Stippvisite, die Leah Proctor (Jennifer Griffin) ihrem Sohn abstattet, geht ein Gefühl der Dringlichkeit einher. Sugar bemüht sich lediglich halbherzig darum, Proctor zu besänftigen. Erwartungsgemäß hat Kai jedoch wenig Verständnis für das Konzept der Vergebung. Umso erstaunlicher ist es, wie schnell der Gangster weich wird, sobald seine Mutter auf dem Plan erscheint. Grundsätzlich ist es zwar immer interessant, neue Facetten von alteingesessenen Charakteren kennenzulernen. Doch irgendwie ist es unbehaglich, sich einen Menschen wie Proctor auf einmal in einer Art Opferrolle vorstellen zu müssen.

Fazit

Die Schießerei im Krankenhaus, die sich die Protagonisten mit den falschen Priestern liefern, ist für Banshee-Verhältnisse nur durchschnittlich mitreißend geraten. Heraus sticht lediglich die Szene, in der Hood einem Kontrahenten lächelnd eine Kugel in den Kopf schießt. Da Sugars Besuch im Gefängnis einen recht unspektakulären Eindruck macht und selbst Clay Burton (Matthew Rauch) verhältnismäßig langweilig erscheint, bleiben denkwürdige Höhepunkte in der Episode Homecoming aus. Stattdessen ziehen sich besonders die diversen Dialoge zwischen Hood und seinem Umfeld in die Länge.

Schön ist es hingegen, Job in Aktion zu sehen. Auch mit Reg E. Catheys (House of Cards) Figur des Captain Bonner geht dramaturgisches Potential einher. Schließlich kennt Racines Nachfolger die wahre Identität von unserem Sheriff Hood. Wer sich noch etwas eingehender über Bonner oder auch Figuren wie Rabbits Bruder informieren möchte, dem seien noch einmal die Banshee Origins Videos ans Herz gelegt.

Ihre wichtigste Aufgabe hat Homecoming solide gelöst. Die Episode hat die Figuren in Stellung gebracht, die im Staffelfinale gegeneinander antreten werden. Man muss nicht erst dessen Titel Bullets and Tears kennen, um zu erahnen, dass es hier nicht gerade besinnlich zugehen wird...

Verfasser: Thordes Herbst am Sonntag, 9. März 2014
Episode
Staffel 2, Episode 9
(Banshee 2x09)
Deutscher Titel der Episode
Er oder wir
Titel der Episode im Original
Homecoming
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 7. März 2014 (Cinemax)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 12. Juni 2014
Autor
Jonathan Tropper
Regisseur
Greg Yaitanes

Schauspieler in der Episode Banshee 2x09

Darsteller
Rolle
Ivana Milicevic
Ulrich Thomsen
Frankie Faison
Hoon Lee
Job
Rus Blackwell
Matt Servitto
Demetrius Grosse
Trieste Kelly Dunn
Ryann Shane
Anthony Ruivivar
Ben Cross
Matthew Rauch

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