Into the Badlands 3x08

Into the Badlands 3x08

Die Martial-Arts-Serie Into the Badlands hat gerade die Halbzeit ihrer 16-teiligen dritten Staffel erreicht. Zeit, für eine Zwischenfazit. Hat sich die deutliche Aufstockung der Episodenanzahl gelohnt? Oder schlummert hier eine große Gefahr, unter der die Erzählung im weiteren Verlauf leiden könnte?

„Into the Badlands“ (c) AMC
„Into the Badlands“ (c) AMC
© ��Into the Badlands“ (c) AMC

An einigen treuen Fans der spektakulären Martial-Arts-Serie Into the Badlands, das in den USA bei AMC und in Deutschland simultan bei Amazon Prime Video zu sehen ist, dürfte diese nicht unwichtige Informationen zur aktuellen dritten Staffel wahrscheinlich vorbeigegangen sein: Die Serie befindet sich derzeit in einer Midseason-Pause. Tatsächlich war die Episode Leopard Catches Cloud, die am 17. Juni ihre US-Premiere feierte, die vorerst letzte des furiosen Endzeitdramas. Die dritte Staffel der farbenfrohen TV-Produktion legt eine unerwartete Pause ein, was im Vorfeld nicht wirklich klar kommuniziert wurde. Wann genau die restlichen acht der insgesamt 16 Episoden in der dritten Staffel ausgestrahlt werden, ist bis dato noch nicht geklärt.

So überraschend und ob der etwas seltsamen Kommunikation vielleicht sogar verwirrend diese Unterbrechung der dritten Staffel von „Into the Badlands“ ist, so viel Sinn ergibt eine derartige Auszeit für die Serie von Alfred Gough und Miles Millar. Das Martial-Arts-Format hat sich seit seinem Auftakt im November 2015 eine kleine, leidenschaftliche Fangemeinde herangezogen, die gar nicht genug von den vielen wilden Kampfeinlagen, den teils atemberaubenden Schauwerten und den feinen Choreographien bekommen kann. Dass es dabei gerne mal etwas überzeichnet und arg theatralisch zugeht, können viele verzeihen, weil „Into the Badlands“ eben in anderen Bereichen nicht nur brilliert, sondern den Zuschauern auch etwas anbietet, was in der weiten Welt der TV-Serien aktuell eher rar gesät ist.

Nachdem die erste Staffel noch sechs Episoden umfasste, zählte die zweite Staffel zehn Folgen, wodurch das Autorenteam mehr Zeit gewann, den verschiedenen Figuren Raum zur Entfaltung zu geben sowie ihre Welt und deren Mythologie auszuschmücken. Für die dritte Staffel von „Into the Badlands“ ist man dann sogar einen Schritt weitergegangen: Satte 16 Episoden zählt diese, womit sich die Folgenanzahl der gesamten Serie um einen Schlag verdoppelt hat. Das hat viele passionierte Zuschauer neugierig gemacht. Das Ensemble kann so eventuell noch mehr wachsen, die Entwicklung einzelner Figuren kann gezielter vorangetrieben werden, und auch die Welt von „Into the Badlands“ kann sich weiter vergrößern und mit allerlei aufregenden Ideen gefüllt werden, da man schlichtweg noch mehr Zeit zur Verfügung hat.

Aber es gibt auch Skeptiker. Denn 16 Episoden sind nun mal auch eine ordentliche Hausmarke. Man muss erst einmal die wertigen Geschichten entwickeln und verfassen, um eine Staffel dementsprechend zu füllen, denn auf öde filler-Folgen oder langweilige Wiederholungen haben nur die wenigsten Zuschauer Lust. Für Gough und Millar stellt sich also die Herausforderung, aus ihrer neu gewonnenen Zeit das Maximum herauszuholen. Nicht wenige Serien scheitern daran, über die Länge einer Staffel von 16 Episoden konstant eine interessante, packende Erzählung zu präsentieren. Könnte „Into the Badlands“ also in eine ähnliche Falle tappen? Oder sind die Zweifel unberechtigt, weil die Serie gewisse Sicherheitsmechanismen eingebaut hat, um Längen gekonnt zu umschiffen?

Auch ich hatte ein paar Befürchtungen ob der 16-teiligen dritten Staffel von „Into the Badlands“, die sich nach den ersten acht Folgen jedoch in großen Teilen gelegt haben. Die bereits erwähnte Midseason-Pause könnte hier die Krux und eventuell auch ein Mittel sein, um Zuschauern, denen es vor der neuen Staffel eventuell ähnlich wie mir gegangen ist, die Sorge zu nehmen, dass die Serie zu sehr auf der Stelle treten könnte. Dadurch, dass man sich diese Auszeit nimmt, beugt man nämlich clever der Gefahr vor, dass das Publikum übersättigt wird. Denn so viel Spaß man mit den nach wie vor großartigen, turbulenten Kampfsequenzen in „Into the Badlands“ hat, so sehr zeichnet sich von Folge zu Folge auch ein gewisses Muster ab, auf das die Serienmacher vertrauen und das sich schnell abnutzen kann.

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AMC
AMC - © AMC

Wenn man sich zum Beispiel mehrere Folgen der dritten Staffel von Into the Badlands innerhalb kürzester Zeit hintereinander anschaut, wird man schnell erkennen, dass der grundsätzliche Aufbau einer Episode sich selten ändert: Man klappert brav die unterschiedlichen Handlungsstränge (die sich auf maximal vier pro Folge beschränken) und die wichtigsten Charaktere ab, und kurz bevor es zu dialog- oder mythologielastig wird, schiebt sich eine furiose Actionsequenz dazwischen, die den Zuschauer sogleich wieder packt und bestenfalls vom Hocker reißen soll. Dies ist eine völlig legitime Formel, die hervorragend funktioniert, wenn man die Serie und ihre Episoden Woche für Woche verfolgt. Setzt man zu einer längeren Sitzung an - sprich Bingewatching - dürfte einem indes auffallen, dass sich „Into the Badlands“ strukturell sehr oft wiederholt. Und das kann einen durchaus langweilen.

Eine Unterbrechung nach der Hälfte der Staffel gibt jetzt nicht nur den Verantwortlichen, sondern auch uns Zuschauern die Möglichkeit, ein wenig durchzuschnaufen und wieder eine Distanz zur Serie aufzubauen, wodurch sich bei der Rückkehr der dritten Staffel von „Into the Badlands“ die neue alte Wucht der Serie perfekt entfalten kann. Und das ist nun mal eine der unbestrittenen Stärken des Formats, diese immense Wucht, die nicht nur von den vielen Kampfszenen ausgeht, sondern auch von den Charaktermomenten. Es würde mich natürlich freuen, wenn es den Serienmachern gelegentlich gelingen würde, mit ihrem Muster und ihrer Formel zu brechen. Warum sich nicht ein Stück weit neu erfinden? Auf der anderen Seite muss ich aber auch eingestehen, dass diese Formel eben oft genug auch sehr ordentlich funktioniert, vor allem wenn man die Serie klassisch verfolgt, also wöchentlich.

Dann ist „Into the Badlands“ nämlich die perfekte Dosis Martial-Arts-Spektakel sowie ein unfassbar unterhaltsames Format, das sich in seiner dritten Staffel noch mehr den Geheimnissen seiner prächtigen, postapokalyptischen Welt öffnet, als es zuvor der Fall gewesen ist. Durch neue Charaktere wie dem fanatischen Glaubensbruder Pilgrim (Babou Ceesay) und seiner schamanischen Helferin Cressida (Lorraine Toussaint) macht man ein gewaltiges Fass auf, was wiederum zu der fabelhaften Mythologie der Serie beiträgt, während man sich gleichzeitig auch an größere Konflikte heranwagt, wie der Krieg zwischen der Widow (Emily Beecham) und Baron Chau (Eleanor Matsuura) zeigt.

Ersteres sorgt in der Hinsicht für Abwechslung, dass die fantastischen Elemente der Erzählung zunehmen und dieser unberechenbare Aspekt der Geschichte mehr in den Fokus rückt. Der blutige Machtkampf um die Badlands hat indes fast schon geopolitischen Charakter und zeigt auf, was für ein Ausmaß die Serienwelt von „Into the Badlands“ hat. Außerdem baut man so einigen Charakteren, die vorher weniger präsent waren (der coole Nathaniel Moon, lässig gespielt von Sherman Augustus) oder die etwas auf der Stelle getreten sind (Tilda und Lydia) eine neue Bühne, auf der sie glänzen können. Das kriegerische Szenario gibt den Machern darüber hinaus die Möglichkeit, neue Setpieces wie zum Beispiel die für „Into the Badlands“-Verhältnisse ausladende, epochale Schlacht in Leopard Catches Cloud auszuprobieren, was durchaus ein Mittel darstellt, um neue Dinge auszutesten, die die weiter oben erwähnte Formel von „Into the Badlands“ abändern und auf lange Sicht dazu beitragen, dass die Serie frisch und abwechslungsreich bleibt.

Die Kombination aus diesen Maßnahmen - die bewusst gewählte Midseason-Pause, der Fokus auf neue Facetten, die vorher gar nicht oder nur vereinzelt stattgefunden haben - hilft dabei, dass sich Into the Badlands trotz seiner Formelhaftigkeit ein Hintertürchen offen lässt, andere Wege einzuschlagen und zu experimentieren. Zwar fällt in der ersten Hälfte der dritten Staffel auf, dass Hauptfigur Sunny (Daniel Wu) im Grunde genommen einen fast identischen Handlungsbogen wie zuvor durchläuft - gemeinsam mit einem Sidekick, in diesem Fall der launige Bajie (immer gut: Nick Frost), begibt er sich auf eine wichtige Quest -, doch abseits davon testen Alfred Gough und Miles Millar immer wieder aus, wo sie vom Pfad abweichen können, damit ihre Serie keinen Staub ansetzt. Und das ist wichtig. Ob es ihnen durchweg gelingen wird, bleibt jedoch abzuwarten. Bisher geht der Plan mit kleineren Abstrichen auf.

Schaut Ihr „Into the Badlands“? Wie hat Euch die dritte Staffel der Serie bisher gefallen?

Trailer zur dritten Staffel von „Into the Badlands“:

Verfasser: Felix Böhme am Samstag, 30. Juni 2018
Episode
Staffel 3, Episode 8
(Into the Badlands 3x08)
Deutscher Titel der Episode
Die Meridiankammer
Titel der Episode im Original
Leopard Catches Cloud
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 17. Juni 2018 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Samstag, 22. September 2018
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Samstag, 22. September 2018
Autor
Matt Lambert
Regisseur
Paco Cabezas

Schauspieler in der Episode Into the Badlands 3x08

Darsteller
Rolle
Daniel Wu
Emily Beecham
Aramis Knight
Orla Brady

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