Babylon 5 1x18

Babylon 5 1x18

Eine Star Trek-Veteranin variiert bekannte Themen und liefert damit zwar ein harmonisches, aber auch wenig herausforderndes StĂŒck Babylon 5 ab.

„Babylon 5“ / (c) PTEN
„Babylon 5“ / (c) PTEN
© ??Babylon 5“ / (c) PTEN

Was passiert?

WĂ€hrend Susan Ivanova und Talia Winters darĂŒber streiten, wie mit einem telepathisch veranlagten MĂ€dchen zu verfahren ist, wird ein Minbari-Kriegsherr, den man auf der Station aufgebahrt hatte, entwendet. Aus dieser Situation könnte sich leicht ein Krieg mit dem eigentlich so friedlichen Volk entwickeln...

Dies & Das

  • Hier wird erwĂ€hnt, dass auf der untersten Ebene außerirdische Aasfresser leben (die Pak'ma'ra) - spooky.
  • Die junge Telepathin Alisa erblickt in Delenns Geist das Wort „Chrysalis“, kann jedoch nichts damit anfangen - so heißt aber auch die letzte Episode der ersten Staffel (an dieser Stelle denke man sich gĂ€nsehautfördernde Musik).
  • Die Episode sollte eigentlich erst als vorletzte der Staffel laufen - man erkennt es daran, dass Delenn Triluminarium verwendet, dass sie erst in Babylon Squared erhĂ€lt. Man entschied sich so, da sonst der folgende Zweiteiler durch eine lange Pause unterbrochen worden wĂ€re.
  • G'Kar hatte im eigentlichen Pilotfilm „The Gathering“ bereits angedeutet, wieder echte Narn-Therapeuten zĂŒchten zu wollen. Na'Toth greift diese Idee hier auf.

Synchro-Anomalien

  • Die von Garibaldi angesprochene „Missing Man Formation“ ist sicherlich Vielen kein Begriff, daraus aber „21 SalutschĂŒsse“ zu machen, ist ein wenig blass.
  • „Gunports open“ ist sicherlich nichts Angenehmes, wenn man auf der anderen Seite steht. „Aktivierte Waffen“ sind aber trotzdem nochmal etwas anderes. Ein kleiner VerstĂ€ndnisfehler, der fatale Folgen haben könnte...

Zitate

There's nothing more annoying than Mr. Garibaldi when he's right.“ (Ivanova)

PTEN
PTEN - © PTEN

Eine echte Telepathin

Es ist schon fast peinlich, es erneut zu erwĂ€hnen. Doch schafft Autorin DC Fontana, die man besonders durch ihre Beteiligung an Star Trek kennen dĂŒrften, es auch in ihrer zweiten Arbeit nicht gĂ€nzlich, die EigenstĂ€ndigkeit dieser Serie herauszuarbeiten.

Dabei ist der Konflikt zwischen Susan Ivanova und Talia Winters eigentlich lange ĂŒberfĂ€llig gewesen und wird auch durchaus mit einigen potenten Gedanken garniert. Ein MĂ€dchen, das aus dem Nichts ihre Neigung zur Telepathie entdeckt und somit zum Spielball verschiedener Interessen wird, ist zudem ein guter AufhĂ€nger, wenn die Story um Alisa auch frappierend an die Episode TrueQ erinnert, die im Oktober 1992 und somit rund achtzehn Monate vor dieser Ausstrahlung gelaufen war.

FĂŒr Talia ist die Sache Klar: Alisa muss zur Erde und vom Psi-Corps betreut werden, Susan jedoch möchte das natĂŒrlich verhindern und pocht auf das Recht auf Selbstbestimmung. Sinclair folgt diesem Ansatz und öffnet somit die BĂŒchse der Pandora. Das MĂ€dchen muss sich nun die verschiedenen Standpunkte anhören und sich selbst ein Bild machen. In ihrer Bedenkzeit kommen dann jedoch noch andere Interessenten vorbei.

So bieten die Narn Asyl und möchten dafĂŒr nur ein wenig an Alisa herumforschen - spannend, wie ein Blick in Na'Toths Geist das MĂ€dchen jedoch so sehr verĂ€ngstigt, dass sie das Angebot ausschlĂ€gt. Doch auch Delenn bietet ihr sicheren Hafen bei den Minbari an - was Alisa schließlich annimmt.

Das Drehbuch nimmt die Story hier wichtiger als die Charaktere und grÀbt nicht wirklich tief sondern belÀsst es bei rudimentÀren Standpunkten, die bereits hinlÀnglich bekannt waren. Das ist zwar okay, aber nicht spektakulÀr gut. Interessanter ist da schon, wie das alles in die zweite Geschichte der Episode hineinspielt.

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Delenn dreht auf

In dieser zweiten Handlungsebene, die gleichberechtigt mit der anderen wirkt, bringt ein Minbari-Kriegsschiff den Leichnam des jĂŒngst verstorbenen Kriegshelden Branmer auf die Station, damit dieser geehrt werden kann. Kurz darauf ist der Leichnam jedoch verschwunden und Neroon, der Captain des Minari-Schiffes (wir werden ihn noch hĂ€ufiger sehen), spricht offen von Krieg.

Es ist angenehm zu sehen, dass Sinclair in seiner ruhigen und besonnenen Art hier Schlimmeres verhindern kann. Michael O'Hare liegt dieser Art der Darstellung dann auch wieder sehr viel besser - es sind Momente wie hier, die den Charakter des Sinclair fĂŒr mich immer ein wenig als den Picard von B5 definiert haben.

Ein netter Twist, den der deutsche Titel leider indirekt verrĂ€t, ist die Tatsache, dass der vermeintliche Kriegsherr eigentlich der religiösen Kaste angehörte und niemals ein Held, sondern vielmehr ein einfacher Priester sein wollte. Daher entwendete Delenn die Leiche, Ă€scherte sie ein und ist dabei, sie nach Minbar zu befördern. Neroon muss letztlich Delenns höheren Rang als Satai des Grauen Rates anerkennen und verkĂŒndet wie von ihr befohlen, das Branmer transformiert wurde.

Eine Entschuldigung an Sinclair ist sogar auch noch drin. Ende gut, alles gut. All das hat man ĂŒbrigens Alisa zu verdanken, die den Diebstahl der Leiche in Delenns Geist sah - was die beiden Storys recht geschickt verbindet. Passend auch, dass die junge Telepathin sich entschließt, Delenns Angebot anzunehmen und nach Minbar aufzubrechen.

All diese Verwicklungen bergen zwar durchaus interessante Anteile, laufen aber eben auch sehr gemĂ€chlich und fast schon zu vorhersehbar und hĂŒrdenfrei ab, um wirklich zu fesseln.

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Technisch betrachtet

In diesem Punkt gibt es diesmal nichts Relevantes zu berichten.

The Reviewer's Wife

Das Leben besteht aus ZufĂ€llen. Die oben bereits erwĂ€hnte TNG-Episode war im Rewatch mit der Frau des Rezensenten noch gar nicht so lange her - und auch ihr fiel die Ähnlichkeit direkt auf. „Das ist jetzt aber total geklaut“ waren ihre nicht gar so feinen Worte. Ansonsten fragte sie sich, ob Ivanova den Rekord fĂŒr die meisten Frisuren in einer Staffel von Captain Janeway zu brechen gedenkt - schau an, sie ist doch konzentrierter bei der Sache, als man annehmen konnte.

Gib dem Kind einen Namen

Legacies: Ein schöner umfassender Titel, der sowohl auf den verstorbenen Kriegsherren zu mĂŒnzen ist, als auch auf das VermĂ€chtnis des Psi-Corps, welches hier ja ebenfalls im Fokus steht und erneut seziert wird.

Krieger wider Willen: Ende vorwegnehmen ist gar nicht nett, liebe Synchroleute. Note 6, eine Strafrunde in den untersten Sektionen der Station - dort wo die Aasfresser hausen.

Fazit

Die Episode mischt bekannte Themen der Serie und bereitet sie fachmĂ€nnisch und kurzweilig auf, ohne jedoch wirklich neue Erkenntnisse zu liefern. Was es aber letztlich rausreißt, sind die Kleinigkeiten (Alisas Blick in Delenns Geist), die die Gesamtgeschichte anreichern und das zum Vorschein bringen, was die Serie spĂ€ter immer besser machen wird: Ein reichhaltiges Universum aus spannenden Figuren und Details zu prĂ€sentieren.

Wir stehen vor einem Zweiteiler, den ich gerne an zwei aufeinanderfolgenden Sonntagen oder gar komplett an einem Wochenende besprechen will. Ob das schon nÀchste der Woche der Fall ist, kann ich nicht versprechen. I'll do my best - stay tuned!

Verfasser: Björn SĂŒlter am Sonntag, 17. September 2017
Episode
Staffel 1, Episode 18
(Babylon 5 1x18)
Deutscher Titel der Episode
Krieger wider Willen
Titel der Episode im Original
Legacies
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 20. Juli 1994 (TNT)
Autoren
J. Michael Straczynski, Bairbre Dowling, Cacey Riggan
Regisseure
Janet Greek, Karen Kim, Kiele Sanchez

Schauspieler in der Episode Babylon 5 1x18

Darsteller
Rolle
Michael O'Hare
Claudia Christian
Mira Furlan
Richard Biggs
Stephen Furst

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