Babylon 5 1x15

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Was passiert?
Garibaldi bekommt Besuch von einem alten Kumpel, der an einem außerirdischen Kickbox-Turnier teilnehmen will, obwohl dort Menschen nicht willkommen sind. Währenddessen möchte ein Rabbi Ivanova zum Trauern bewegen und holt dafür sogar Sinclair ins Boot...
Dies & das
- Regie führte hier John C. Flinn III, der sonst Kameramann bei der Serie war.
- Walker Smith war der reale Name des bekannten Boxers Sugar Ray Robinson.
- Theodore Bikel kennt man auch als Worfs Vater in Star Trek: The Next Generation.
Synchro-Anomalien
Keine Anomalie, oder doch? „Jovian“ wird hier tatsächlich erstmals korrekt mit „Jupiter“ übersetzt.
Zitate
„This is my first time among the stars, you know. Such vastness, seen so close, makes one feel very small.“ (Rabbi Koslov)

Zack, Bäng, Zongel!
Über die sogenannte A-Handlung möchte ich eigentlich gar nicht allzu viele Worte verlieren. Quatsch niederzureden, kann zwar auch ganz lustig sein, in diesem Fall wäre es aber auch schlichte Zeitverschwendung. Der interessanteste Aspekt ist ohnehin eine zweimal geäußerte Warnung an Garibaldi, die im Serienverlauf noch relevant werden wird: „Watch your back.“.
Ansonsten langweilt man uns im dominanten Teil der Episode mit der mehr als bärtigen Geschichte eines Kämpfers, der sich unbedingt an ungewöhnlicher Stelle beweisen will. Spannend hätte sein können, warum Menschen im sogenannten Mutai nicht erwünscht sind, da sie sich überall einmischen und wirklich gar nichts anderen Kulturen überlassen können. Dieser Aspekt verpufft jedoch schon im Ansatz. Die Geschichte um Smith windet sich lieber zahnlos und kopflos von Zufälligkeit zu Unglaubwürdigkeit und zurück. Am Ende sind Menschen im Mutai doch willkommen, Smith ist glücklich und wir um eine langatmige und vollkommen überflüssige Storyline reicher, die kaum mehr als ein Füller sein kann.
Plötzlich Gefühle
Besser kommt da schon die Weiterführung einer Ivanova-Handlung daher: der Tod ihres Vaters. Wie wir erfahren, weiß außer Garibaldi bisher niemand wirklich etwas davon. Auch hat sich Susan seit den Geschehnissen aus Born to the Purple offenbar nicht mit ihrer Trauer auseinandergesetzt - ein Wesenszug, der gelungen in ihre bisherige Skizzierung passt.
Im Zuge verschiedener Dialogsequenzen lernen wir dabei auch noch ein paar Eckdaten über die herbe Russin, die bisher nicht erwähnt wurden. Das ist alles zwar durchaus nett und relevant, wirkt aber auch bemüht und im Endeffekt zu einfach gestrickt. Dass Ivanova doch noch zur Trauer bekehrt wird und schließlich mit Sinclair, dem Rabbi, der sie besucht und vollkommen unbekannten Leuten (wo sind Garibaldi & Co?) zusammen sitzt und diesen emotionalen Moment begeht, befremdet eher. Eine bessere Ausarbeitung und gegebenenfalls fokussiertere Ausrichtung auf dieses Element hätte zu einer angemessenen Behandlung führen können.

Ach ja - und apropos angemessen: Ernsthaft, Leute? Eine wilde und sinnfreie Klopperei als A-Story sowie Trauer und ein jüdisches Begräbnisritual als B-Story in ein und derselben Episode? Das ist ja wie The Inner Light unterbrochen durch Szenen aus The Fight. Gaga und vollkommen deplatziert.
Positiv erwähnen möchte ich dennoch, dass JMS hier erneut der Religion einen prominenten Platz zuteilt und die damit verbundene Vielfalt auch in ferner Zukunft in den Fokus rückt.
Technisch betrachtet
Vieles wirkt auf die Schnelle zusammengezimmert und wenig überzeugend, dafür kann man der Choreographie der Kampfszenen aber zumindest ein gutes Niveau attestieren - wer's braucht. An der Schauspielfront liefert Claudia Christian erneut eine starke, wenn nicht gar ihre bisher beste Leistung ab. Schade, dass man das in einer Episode vergrub, die zero Rewatchpotential besitzt. Auch Theodore Bikel begeistert als Rabbi Koslov.
The Reviewer's Wife
Nach Ansicht dieser Episode wusste die Frau des Rezensenten die vergangene auf einmal viel mehr zu schätzen. Ihrer Meinung nach der bisher absolute Tiefpunkt, sogar schlechter als alles, was Farscape jemals gemacht hat. Und das soll bei ihr etwas heißen.
Gib dem Kind einen Namen
TKO: Jepp. Exakt. Wobei ein Kinnhaken samt lässigem Knock-Out in Runde 1 auch gegangen wäre.
Der Ring des Blutes: Ein Titel auf dem Level von „Sharknado“ - reißerisch, flach und somit vollkommen passend.

Fazit
Weniger als nichts! Die Haupthandlung alleine hätte locker für null Punkte gereicht, so laut, dumm, flach und uninspiriert kommt sie daher - dank Ivanovas emotionaler Nebenhandlung samt passabler Betrachtung ihres Glaubens jedoch ächzt sich das Gesamtkonstrukt gerade noch auf einen messbaren Wert. Abzüge gibt es dann aber wieder für den vollkommen unpassenden Mix aus beiden Ebenen. Kurz gesagt: Zum Sterben zu viel, für den titelgebenende TKO jedoch absolut ausreichend.
Bevor wir in die letzten acht Episoden gehen, brauche ich dringend noch eine kleine Erholungspause nach diesem qualitativen Auf und Ab - wir lesen uns am 27. August!
Verfasser: Björn Sülter am Sonntag, 13. August 2017(Babylon 5 1x15)
Schauspieler in der Episode Babylon 5 1x15
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?