Arrow 7x22

Arrow 7x22

Mit der Episode You Have Saved This City geht die siebte Staffel von Arrow zu Ende. Aber auch eine ganze Serienära, denn es gibt einen großen Abschied und davon abgesehen einen Teaser auf eine unendliche Krise.

Szenenfoto aus der „Arrow“-Folge „You Have Saved This City“ (c) The CW
Szenenfoto aus der „Arrow“-Folge „You Have Saved This City“ (c) The CW
© zenenfoto aus der „Arrow“-Folge „You Have Saved This City“ (c) The CW

Es geht ja doch noch! Die Arrow-Autoren unter Showrunner Beth Schwartz beweisen, dass sie es doch noch können. So verbinden sie mit dem siebten Arrow-Serienfinale You Have Saved This City die losen Stränge der siebten Staffel zu einem großen Ganzen und leiten den anstehenden Abschied auf schöne und emotionale Weise sowie gleichzeitig das Serienende ein. Letzteres mit einem Ereignis, an das Comicleser schon seit der ersten Ankündigung des Titels vom 2019-Arrowverse-Crossover gedacht haben. Aber fangen wir am Anfang an...

Vergebung

Vergebung und Rehabilitation sind neben dem Familienvermächtnis große Themen dieser siebten Staffel. Laurel (Katie Cassidy) alias Black Siren hat nach einem unglaublich langen Arc ihr Happy End und ihre Chance auf ein besseres Leben erhalten. In dieser Folge wird auch der Bronze Tiger aka Ben Turner (Michael Jai White) noch einmal eingebaut, der dem Team gegen Emiko und den Ninth Circle hilft. Er konnte nach seiner Haftstrafe mit der Hilfe von DA Lance und dem Arrow-Team rehabilitiert werden, obwohl er mal als Verbrecher abgestempelt worden war.

Zunächst muss das Missverständnis geklärt werden, wonach das Team Arrow zu Star City's Most Wanted erklärt wurde. Denn Emiko hat dessen Ruf ordentlich ramponiert und Bingsley könnte das zwar aufklären, aber leider ist der gerade ausgeknockt. Also muss das Team das Gesetz brechen und auf eigene Faust nach Emiko und ihren Todesdrohnen suchen, die die Bewohner von Star City ins Visier nehmen. Zum Finale lassen sich besagte Laurel und auch Curtis (Echo Kellum) noch einmal blicken, denn wir brauchen wirklich alle verfügbaren Kräfte in dieser letzten Folge, die sowohl Gegenwarts- als auch Zukunftshandlung vorläufig abschließt.

Ein Angriff auf eine Gala sorgt für ein kurzes Intermezzo mit den noch nicht informierten Polizisten, deren Darsteller leider zu den schlechtesten gehören, was „Arrow“ so zu bieten hat. Das ist wirklich mehrmals dürftig. Dafür kommt hier Ben Turner dazu, der nun auch dem Team hilft und den Bunker mal von innen sehen darf. Leider geht die erste Attacke nicht ohne Todesopfer aus, aber immerhin findet man mithilfe Gefrierpfeilen ein Mittel, um die Drohnen zu stoppen und Curtis hat auch noch eine Techlösung. Allerdings sind auch noch die Medien gegen die maskierten Rächer und schieben ihnen für die Verluste den Schwarzen Peter zu. Weiterhin wird außerdem die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Emiko (Sea Shimooka) doch noch zur Besinnung kommen könnte und interessanterweise ist es diesmal die Ecke der geläuterten Schurken, die darauf hofft.

Zur Sicherheit werden die Kinder der Recken in Sicherheit gebracht, darunter auch ein gewisser Connor Hawke, den wir aus der Zukunft kennen. Tatsächlich kommt Turner im Verlauf der Folge allerdings heil aus der ganzen Angelegenheit. Warum Diggle ihn später adoptiert, erfahren wir also frühstens in der achten Staffel.

Nieder mit den Queens!

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The CW - © The CW

Emikos blinder Rachefeldzug gegen die Queens funktioniert nach dem altbekannten Superschurkenschema mit mehreren Zielen. Das Team kann aber schnell ausklügeln, dass nur der Zünder ausgeschaltet werden muss, um die Gefahr zu bannen. Als Ziel wurde PalmerTech, das frühere Queen's Consolidated, auserwählt, wo nun auch der Showdown zwischen den Halbgeschwistern stattfinden soll. Emiko verkracht sich kurz zuvor auch mit dem inneren Kreis des Ninth Circle und will ihren Willen durchsetzen.

Das Team rund um Spartan (David Ramsey), Bronze Tiger und Roy Harper (Colton Haynes) kümmert sich um die Biowaffenbedrohung, während Oliver (Stephen Amell) seine Schwester stellt und anschließend mit ihr gegen die ehemaligen Untergebenen kämpft. Und ja, tatsächlich sind die Actionszenen - für eine Serie, die nun schon sieben Jahre auf Sendung ist - durchaus ansehnlich und ordentlich, wobei natürlich längst der Wow-Effekt fehlt. Aber besonders die Krallenaction von Bronze Tiger mochte ich gerne. Und dann sieht auch endlich die Polizei, dank Bingsley, ein, dass die wahren Schurken aus dem Ninth Circle stammen.

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Ganz ohne etwas Campfaktor geht es trotzdem nicht. Diesmal fällt Emikos Zünder mit klar designiertem Zweck als unfreiwillig komisches Element kurz negativ auf. Oliver zählt all seine Verluste gegenüber seiner Halbschwester auf und appelliert noch einmal an ihr Gewissen. Als dann die Adjutanten dazukommen, steht fest, dass die Geschwister doch zusammenarbeiten müssen, wenn auch nur kurz. Denn Emiko wird tödlich verwundet und somit wird ihr ein letzter Face-Turn und eine Vergebung verwehrt. Aber auch nicht ganz, denn mit ihren letzten Atemzügen warnt sie Oliver, dass die für den möglichen Tod seiner Familie vorgesorgt hat, was Felicity und Oliver zwingt, Mia in einem Safehouse von Argus, fernab von Star City großzuziehen. Emiko ist also Geschichte, genauso wie PalmerTech, aber die düstere Wendung, die Star City und die Glades nehmen, noch lange nicht.

Rettet die Zukunft!

Im Star City des Jahres 2040 können sich die Helden und ihre Kinder recht schnell den Soldaten von Galaxy One entledigen, weil Mia (Katherine McNamera) den Mut besitzt, sich zu wehren und den anderen die Chance zum Gegenschlag ermöglicht. Interessant ist, dass die Söldner einen Algorithmus besitzen, der kalkuliert, wie sie angegriffen werden.

Doch es gibt eine Wildcard, denn Mia wurde aus den Archer-Protokollen vollständig rausgehalten. Auch Rene (Rick Gonzalez) und William (Ben Lewis) sitzen in der Klemme, werden aber von Zoe (Andrea Sixtos) befreit, so dass eine neue Taktik überlegt werden kann. Wegen dem Mia-Schlupfloch soll diese versuchen, einen Virus ins System zu bringen. Allerdings ist das natürlich riskant, was Felicity (Emily Bett Rickards) nicht zulassen kann, aber dann widerwillig doch macht.

Zusammen mit William am Keyboard versuchen sie ihr Glück und kommen irgendwann zum gewünschten Ergebnis. Dabei fällt auch die Mauer um Star City, die natürlich Tür und Tor öffnet für neue Bedrohungen, die diese nächste Generation aufhalten muss, während die alte Garde die Verantwortung übernehmen respektive untertauchen will.

Ende einer Ära

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The CW - © The CW

In der Gegenwart wird der Sieg gefeiert, wobei sich einige Helfer wieder verabschieden. Turner zum Beispiel will endlich die verlorene Zeit mit seinem Sohn nachholen und kriegt ein Angebot zur Zusammenarbeit mit Argus, das er jedoch vorerst ausschlägt. Auch Roy geht wieder zurück auf seine Mission mit Thea. In der Zukunft wird angedeutet, dass wir die Geschichte, wie Roy auf die Insel kam, nach hören könnten. Also bringt eventuell auch die Abschlussstaffel wieder Flashforwards. Auch die früh hier angedeutete Tattoo-Story rund um das Kernteam und dessen Notfallcode „Mark of Four“ sehen die Zuschauer kurz.

Das emotionale Herzstück der Folge kommt aber noch, denn wir sehen eine schöne Montage rund um das neue Zuhause der Queens/Smoaks. Darunter die Geburt von Mia, bei der Oliver dabei war und auch ihre ersten Lebensmonate, die er noch erleben konnte sowie der Kontaktabbruch zu William werden kurz thematisiert, bis etwas Wichtigeres dazwischenkommt.

Für Hardcore-„Arrow“-Fans und Olicitiy-(plus-Diggle)-Shipper sind das wirklich schöne Momente, die vielleicht sogar zu Tränen rühren können. Und dann kommt das Unvermeidliche, das sich schon angedeutet hat - spätestens seit „Elseworlds“...

Crisis-Alert!

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Denn der Monitor Mar Novu (LaMonica Garrett) ist da und verlangt von Oliver, dass er sein Versprechen gegenüber dem Multiverse einhält. Sein Schicksal scheint unabwendbar und der Monitor könnte außerhalb des üblichen Raum-Zeit-Kontinuums existieren. Sowohl Mia als auch Oliver spielen wohl wichtige Rollen in der Crisis on Infinite Earths. In einem Teaser auf das Großereignis sieht es so aus, als wolle Oliver Kara und Barry helfen. Im Flashforward sieht man derweil einen Grabstein, der verrät, dass Oliver im Jahr 2019 stirbt. Die Autoren sind der Meinung, dass das „Wie?“ dabei spannender ist als die Tatsache, dass er sich opfert - sonst würde man es nicht ein halbes Jahr vorher schon verraten.

Der Abschiedsmoment zwischen den beiden in der nahen Zukunft ist jedenfalls überaus emotional („I will find you. I promise. I love you.“) und wirkt echt, als würden sich die Freunde verabschieden, was ja auch der Fall ist, weil Rickards mit dieser Folge als Hauptdarstellerin aus der Serie scheidet, während auf uns als Zuschauer noch zehn Episoden inklusive Mega-Crossover warten.

Auch Felicity hat nur begrenzt Zeit, denn im Jahr 2040 gibt es wohl ein Wiedersehen mit ihrem Mann oder ist es ein Wiedersehen im Jenseits? Denn sie musste Oliver versprechen, die Kinder so lange in Sicherheit zu wissen, bis sie auf sich alleine aufpassen können.

Offen bleibt nun, was für die letzte Staffel geplant ist. Die Nachwehen des Ninth Circle? Eine Zukunftsstaffel mit der nächsten Generation? Roys Story auf der Insel? Amell muss jedenfalls weiter involviert werden. Wäre ja auch unsinnig, wenn nicht. Vielleicht holt man aber auch noch einmal einen alten bekannten wie Merlyn oder Deathstroke zurück. Ich würde mir wünschen, dass man sich wieder stärker auf den Vigilanten-/Superheldenaspekt konzentriert und weniger Polizei-Procedural-lastig ist - oder eben sogar völlig freidreht und alles in Richtung Crisis vorbereitet, um den Abschied perfekt zu machen.

Fazit

You Have Saved This City ist ein überraschend gutes Staffelfinale von Arrow, wobei es fast etwas witzig ist, dass die Staffelprioritäten beim Ausblick auf die letzte Staffel und dem Abschied von Felicity liegen, statt bei der großen Bedrohung, die im Endeffekt doch rasch gelöst wird.

Immerhin sorgt aber das Doppelfinale rund um Emiko und das Star City 2040 für eine ordentliche Portion Action und die letzten 15 Minuten außerdem für eine emotionale Komponente, von der ich nicht gedacht hätte, dass sie mir doch zusagt. Aber ich verfolge diese Figuren nun eben auch schon sieben Jahre und sie sind mir teils durchaus ans Herz gewachsen und teils auch wieder unsympathisch geworden, weil die Qualität der Serie nach einigen Staffeln eben doch abgenommen hat und nie wieder die Höhen der tollen zweiten Staffel hatte erreichen können.

Trotz allem schaue ich nun mit Spannung auf die finale Staffel und auch die wahrscheinlich gigantische Crisis, die allerdings nach „Avengers: Endgame“ auch keinen einfachen Job hat... Dennoch bin ich überzeugt, dass die Arrowverse-Macher auch im kommenden Winter wieder ein Crossover-Highlight zaubern werden, dann vielleicht auch schon mit Batwoman.

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Verfasser: Adam Arndt am Dienstag, 14. Mai 2019

Arrow 7x22 Trailer

Episode
Staffel 7, Episode 22
(Arrow 7x22)
Deutscher Titel der Episode
Größer als Wir
Titel der Episode im Original
You Have Saved This City
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 13. Mai 2019 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Samstag, 1. August 2020
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Samstag, 1. August 2020
Autoren
Beth Schwartz, Rebecca Bellotto
Regisseur
James Bamford

Schauspieler in der Episode Arrow 7x22

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