Arrow 8x01

© zenenfoto aus der Arrow-Folge Starling City (c) The CW
Zehn Folgen von Arrow bleiben noch bis zum Serienende. Die Serienmacher um Showrunner Beth Schwartz haben im Vorfeld so etwas wie ein Best-of für die achte Staffel versprochen - und das liefern sie bereits in deren Auftakt Starling City. Die Folge sprudelt nur so vor callbacks auf Altbekanntes und bietet sehr viel Fanservice für treue Zuschauer, die bis hierhin drangeblieben sind. Vielleicht ist es aber auch schon zu viel des Guten...
Aus dem siebten Staffelfinale wissen wir, dass der Monitor (LaMonica Garrett) einen Deal von Oliver (Stephen Amell) einfordert und dessen offenbar unvermeidlichen Heldentod gesehen hat. Nun muss Oliver also den Anweisungen folgen oder den Tod des Universums und seiner Heldenfreude riskieren.
Lian Yu und Starling City

Eingangs geht es bereits kurz nach Lian Yu, wo vieles ähnlich, aber nichts ganz passend ist. Statt der Deathstroke-Maske hängt hier beispielsweise eine Batman-Maske. Zurück in Star City wird Oliver von Mutter Moira (Susanna Thompson) erwartet, die jedoch nicht mit Walter, sondern Malcolm Merlyn (John Barrowman) verheiratet ist. Auch Tommy (Colin Donnell) ist am Leben, während Schwester Thea ohne Olivers Anwesenheit an ihrem 18. Geburtstag dem Drogenkonsum erlegen ist. Oliver war in dieser Version der Geschichte außerdem wohl mehr als zehn Jahre verschollen.
Es ist allerdings nicht so, dass Oliver Amnesie hat oder unter dem Einfluss eines Schurken oder einer Droge steht. Vielmehr kommt sein Auftrag direkt vom Monitor. Und schon bald merken wir, dass wir uns auf Earth-2 befinden, wo alles noch ein bisschen wie in der ersten Staffel der Serie wirkt, aber eben nicht ganz. Es gibt einen Dark Archer, Laurel ist eine Canary, es gibt jemanden, der sich Hood nennt, aber auch Rene (Rick Gonzalez) und Dinah (Juliana Harkavy) sind da, nur arbeiten sie mit den Schurken zusammen. Was genau die Regeln des Monitors sind, bleibt etwas schwammig, aber Oliver soll seinen Wissensvorsprung nicht ausnutzen, um beispielsweise Merlyn zu konfrontieren, denn manche Dinge sind hier eben anders. Der Dark Archer ist Tommy, wie recht schnell geklärt wird, der unter dem Tod von Thea leidet und mit sogenannter Dwarf-Star-Technologie ein undertaking in den Glades ausführen will. The Hood ist Adrian Chase (Josh Segarra) und Diggle (David Ramsey) ist und bleibt die treue Seele, die Oliver trotz drohender Universumskrise zur Seite steht. Er folgt ihm, dank Ciscos-Gadget, auf diese Welt, was dafür sorgt, dass wir ein paar frühe Momente zwischen Ollie und Diggle als Remix sehen.
Remix und Fanservice sind deswegen auch die treibenden Kräfte dieser Folge. Von der alten „You failed this city“-Catchphrase zur Salmon Ladder oder Olivers berühmtem Schläfergriff und anderen direkten Zitaten aus früheren Folgen - sowie natürlich den alten Gesichtern - findet man hier einiges. Selbst eine Art Felicity-Doppelgängerin konnte man sich nicht verkneifen. Und die Autoren sollten schon stark darauf achten, den Bogen nicht zu überspannen, wobei man das in einer letzten Staffel, die von langer Hand als solche geplant ist, wohl verzeihen kann.
Wegen Ollies und Diggles Wissensvorsprung kann man den Dark Archer auch recht leicht aufhalten und mit den Dwarf-Star-Partikeln den Heimweg antreten, ehe Erde-2 wohl von den Mächten hinter der Crisis ausgelöscht wird. Ob es wohl Zufall ist, dass das Dahinscheiden von Moira und Tommy an „Avengers: Infinity War“ erinnert?
2040
Auch die Storyline im Star City des Jahres 2040 geht weiter und zumindest diesmal stehen hauptsächlich die Helden der nächsten Generation im Mittelpunkt. William (Ben Lewis), Mia (Katherine McNamara), Connor (Joseph David-Jones) und Zoe (Andrea Sixtos) freuen sich zwar, dass die Mauer um die Stadt gefallen ist, das eröffnet aber auch neue Probleme, denn die Deathstroke-Gang nutzt die Gelegenheit und will die Macht ergreifen, wobei man sich auch Codes eines gewisses Vasquez schnappt.
An der Spitze der Gang steht John Diggle Jr. (Charlie Barnett), was alles wieder einen Touch persönlicher machen soll. Während in der Gegenwartshandlung John und Oliver darüber diskutieren, ob Diggle sich einmischen soll, was ein bisschen gewollt auf Konflikt gebürstet, aber auch typisch für Arrow ist, geht es in der Zukunftshandlung um die Frage, ob Connor Hawke der richtige Anführer ist, wenn John Jr. den Aggressor darstellt. Mia muss sich dahingehend auch eine kleine Rede von Halbbruder William anhören und ist bereit, ihre übliche Rebellion etwas zurückzufahren. Als es dann aber konkret um die Wurst geht, lässt man sich doch überrumpeln und den Feind davonkommen, weswegen Mia das Kommando übernehmen möchte.
Was ich mich bezüglich des Fortbestands der Zukunftsstory frage: Nimmt diese den Ausgang der „Crisis on Infinite Earths“ nicht bereits vorweg? Natürlich ist nicht davon auszugehen, dass das Universum oder Earth-1 ausgelöscht wird, aber trotzdem wissen wir durch die Flashforwards schon sehr viel darüber, wer das alles überleben dürfte. Außerdem scheint The CW daran interessiert zu sein, die düstere Zukunft in einer eigenen Serie auszukoppeln, wobei Mia immer mehr in Richtung Green Arrow geschoben wird. Schaut man sich die Zuschauertendenz an und den Unterhaltungsgrad dieser Episodenteile, möchte ich das Potential einer solchen Serie aber etwas infrage stellen. Ich brauche es persönlich also eher nicht und würde, wenn schon, dann lieber andere DC-Ecken erkunden wollen.
Wie soll es weitergehen?

Trotz oder gerade wegen des Status als letzte Staffel überlege ich momentan wieder einmal, ob ich die Serie weiter mit wöchentlichen Reviews betreuen werde. Der Komplettist in mir sagt Ja und es sind auch nur zehn Episoden, aber ich sehe auch, dass die Qualität und auch die Nachfrage nach der Serie schon länger nicht mehr dieselbe sind, wie sie es einmal waren. Wenn es jetzt Woche für Woche nur eine Playbackversion der bereits bekannten Serie mit Remixen gibt, dann hält sich meine Vorfreude arg in Grenzen.
Außerdem wird das gesamte Arrowverse durch die „Crisis on Infinite Earths“ eingenommen und Arrow scheint hier eine Sonderrolle zu übernehmen. Gleichzeitig freue ich mich aber auch auf das Mega-Crossover, denn trotz schwankender Qualität sorgen die Eventfolgen meistens für das Highlight der Staffel und lassen erst das Comicgefühl, was bei „Arrow“ seit einigen Staffeln abhandengekommen ist, wieder aufkommen. Wir schauen uns die Resonanz auf dieses Review an und entscheiden dann. Allerdings wollte ich nach so langer Zeit mit wöchentlichen Reviews vorwarnen, dass das durchaus ein mögliches Szenario ist.
Fazit

Es ist ein wenig komisch, wie bei Arrow immer wieder auf der Nostalgie für die eigene Seriengeschichte geritten wird. Natürlich freut man sich, wenn man bekannte Gesichter wiedersieht. Aber es ist in den meisten Fällen eben höchstens ein paar Staffeln her, seitdem man Moira, Malcolm oder Tommy zuletzt gesehen hat, wenn auch vielleicht „nur“ in Flashbacks oder Jubiläumsfolgen. Wegen des Best-of-Gedankens einer finalen Staffel kann man das tolerieren und irgendwo auch gut finden, aber, so wie man die Serienmacher inzwischen kennt, zieht sich das nun wie ein roter Faden durch die ganze Staffel - und das fände ich eben eher suboptimal.
Eine Nostalgie gibt es aber auch dafür, gewisse Strukturen, Ideen, Dynamiken und Gespräche immer wieder zu bringen. Das wird in dieser Folge durch die Dialoge zwischen Oliver und Diggle verdeutlicht. Man sollte meinen, dass die beiden solche Gespräche nicht ständig führen müssen, aber die Autoren machen es dennoch immer wieder, nur um sich doch schnell darauf zu einigen, dass man an einem Strang zieht. Das ist unnötig, anstrengend und einfach nur Zeitschinderei.
In meinen Augen hat dieser Auftakt schon jetzt etwas zu viel Fanservice geboten und dabei zu wenig Neues und Eigenständiges geleistet. Man ging ziemlich weit zurück - dabei war die erste Staffel ja noch sehr unterhaltsam und der Gedanke daran lässt auch mich etwas in Erinnerungen schwelgen. Wenn ich dann aber an Staffel vier oder sechs denke (vor allem an manch langweilige Flashback-Story), dann schwant mir Böses...
Natürlich wirft die „Crisis on Infinite Earths“ ihre gewaltige Schatten voraus und darauf kann man sich freuen, aber im Prinzip hatte die siebte Staffel - bis auf die letzten Minuten - auch einen wunderbaren Abschluss für Oliver Queens Story geliefert und dabei hätte man es locker belassen können.
Hier abschließend noch der Trailer zur nächsten Episode, Welcome to Hong Kong (8x02), der US-Serie Arrow:
Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 16. Oktober 2019Arrow 8x01 Trailer
(Arrow 8x01)
Schauspieler in der Episode Arrow 8x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?