Arrow 7x21

© zenenfoto aus der „Arrow“-Folge „Living Proof“ (c) The CW
Living Proof ist schon die vorletzte Folge der siebten Staffel der DC-Serie Arrow. Darin wird der Cliffhanger aus der letzten Folge aufgelöst, in der Oliver Queen (Stephen Amell) unter einer Menge Schutt eingeklemmt worden war. Dem Rest des Teams geht es dabei ähnlich, wobei sie glimpflicher davongekommen sind. Alles ist Teil des Masterplans von Emiko (Sea Shimooka), um das Leben ihres Halbbruders zu zerstören.
Das Team um Diggle (John Ramsey), Dinah (Juliana Harkavy), Rene (Rick Gonzalez) und Roy (Colton Haynes) kann sich jedenfalls nach und nach befreien und hat keine schlimmen Verletzungen davongetragen, wenn man mal von Helmen und Kampfstäben absieht, die kaputtgehen - von Oliver fehlt jedoch jede Spur...
Canary-Bombe?
Felicity (Emily Bett Rickards) und Alena (Kacey Rohl) versuchen, die Kommunikation mit dem Team herzustellen, allerdings ist die Polizei nach dem anonymen Hinweis zu neuen Indizien im Mordfall an den Wachmännern in der Wohnung von Ollie und Felicity und will Archer beschlagnahmen. Denn Felicity kann sich die Wahrheit noch so schön zurechtbiegen, wie sie möchte, aber auf dem Papier war ihr Programm letztendlich an einem Terrorakt beteiligt. Bingsley weiß obendrein, dass nicht Emiko, sondern Roy die Wachmänner umgebracht hat, also hat das Täuschungsmanöver aus der letzten Folge kaum etwas gebracht. Dafür hat Felicity einen Plan B in ihrem Sicherheitssystem, welches mal eben alle Polizisten im Raum ausknockt und den beiden Hackerbräuten so einiges an Zeit verschafft, um den Freunden helfen zu können. Dass sie allerhand Gesetze gebrochen haben, wird ein Problem sein, um das man sich wie immer später kümmert, denn das Aufhalten von Emiko hat Priorität.
Hello darkness, my old friend

Bei Oliver ist die Lage etwas dramatischer, denn das Befreien vom Schutt ist eine ziemlich Herausforderung, wie es scheint, was sich aber im Verlauf der Folge als Trugschluss herausstellt. An seiner Seite ist mal wieder ein alter Freund, nämlich Tommy Merlyn (Colin Donnell), der erste große Verlust in seiner Zeit als Green Arrow, der versucht, ihn bei Emiko vor einem Fehler zu bewahren, denn der eingebildete Tommy meint, dass er nicht wieder auf den Killerpfaden wandeln soll. Doch nach vielen Versuchen, Emiko auf seine Seite zu ziehen, ist seine Geduld am Ende, zumal die Halbschwester es auf seine neue Familie, sein Team, die Stadt und seinen Namen abgesehen hat.
Die Autoren sind diesmal sehr mit dem Holzhammer unterwegs und betonen jegliche Veränderung (Tommys Bart) oder Ähnlichkeit (Tommy ist einst auf ähnliche Weise gestorben und bei beiden sind Halbschwestern aufgetaucht, von denen man nichts wusste).
Die Macher zeigen uns Olivers Unternehmungen, sich auf die übliche Weise freizusprengen, was aber eher eine Metapher ist, weil Oliver selbst gerne wie eine Dampframme ohne viel Fingerspitzengefühl agiert, denn irgendwann stellt sich heraus, dass auch die Halluzination ein Fiebertraum ist, als Oliver angeblich zum Rest des Teams aufschließt, einen Pfeil in Emikos Bauch schießt und gleichzeitig der Rest des Teams zu Tode kommt.
In Wirklichkeit hat Oliver keine übermenschlichen MacGyver-Kräfte und liegt unter den Trümmern, ehe der Rest des Teams ihn findet und Tommy ihn doch überzeugen kann, noch ein letztes Mal an die Vernunft seiner entfremdeten Schwester zu appellieren.
Verantwortung übernehmen oder Held sein?

Bei Diggle und Co spielt zwischendrin auch die Frage eine Rolle, ob sich Roy nach seinem Blutlust-Mord der Polizei stellen soll, denn die weiß inzwischen über die Lüge des Teams Bescheid. Während Diggle ihn weiter decken möchte, ist Dinah dafür, dass er sich der Verantwortung stellt. Auch Roy würde sich am liebsten der Polizei stellen und Buße tun. Doch dann kommt es zu einer Situation, in der es für das Team keinen Ausweg zu geben scheint und Roy sich in eine giftige Wolke begibt, um ihnen den Abgang zu ermöglichen, was dazu führt, dass Dinah ihn doch als aufopferungsbereiten Held akzeptiert.
Die Autoren können es bei Dinah einfach nicht bleiben lassen und müssen sie immer wieder in die Rolle stecken, die andere von der Seite anmacht, obwohl sie selbst im Vigilante-Netz gefangen ist, das eigentlich komplizierter ist, als dass man es nur in Schwarz und Weiß sehen könnte. Ohne Roy hätten sie wohl alle sterben können, denn auch Felicity und Alena konnten hier - zur Abwechslung - mal nichts ausrichten. Der Parkour-Stunt, den er da aufführt, ist jedenfalls nett anzuschauen, wobei es auch letzte Woche schon etwas recht Ähnliches zu sehen gab. Aber zu diesem Zeitpunkt ist jede Abwechslung von der üblichen Formel willkommen. Wir nehmen einfach mal an, dass er wegen Mirakuru und Lazarus-Gruben eine höhere Toleranz für giftige Substanzen hat - immerhin sieht er danach auch entsprechend fertig aus.
Nicht schießen! Ich bin schwanger!

Emiko überrascht inzwischen Alena und Felicity im Arrow-Bunker und scheint bereit zu sein, Olivers Frau umzubringen. Als Felicity dann die Schwangerschaftskarte zieht, dachte ich, dass sie damit Alenas Todesurteil besiegelt, aber dem ist nicht so und sie spielt auch noch in den Flashforwards eine Rolle, was wir bis zu dieser Folge nicht wussten. Stattdessen macht Emiko nur etwas kaputt, was aber eine Ablenkung zu sein scheint. Später kommt heraus, dass sie Pfeile klaut und so ihre Rufmordnummer weitertreibt und die SCPD angreift.
Apropos Alena: Die bringt Felicity nämlich offenbar auf die Idee, die wir in Star City 2040 gesehen haben. Es geht um eine Art selbst auferlegtes Exil, um ihre Tochter unbehelligt großziehen zu können, was aber auch einen Rapunzel-Effekt auslöst und Mia später rebellieren lässt. Felicity hatte durch die eigenen Eltern nämlich nicht die tollste Kindheit und will eigentlich alles dafür tun, dass ihre Kinder anders aufwachsen können. Als CTO kann sich nämlich auch Alena um das operative Geschäft der Firma kümmern.
Und zurück zu Emikos Plan: Denn diese kann Bingsley und Co tatsächlich täuschen sowie übel zurichten und hat schon wieder eine Waffe entwendet, die es zu stoppen gilt. Olivers Appell und seine Frage, ob sie nicht bereits genug Tod in ihrem Leben hatte, läuft nur solala und das Aufhalten des ewigen Kreises der Gewalt schlägt fehl. Als er sich weigert, sie zu töten, macht Emiko sich wieder davon und das Team hat keine Spur, wo sie die Waffe einsetzen will.
Zeta powered by Galaxy One
In der Zukunft sehen wir Werbevideos von den größenwahnsinnigen Anti-Vigilante-Plänen von Galaxy One, die die Probleme der maskierten Rächer mit Einsatztruppen beenden wollen und dabei Star City zu einem Polizeistaat machen könnten. Um sie aufzuhalten, muss man Archer zerstören, aber da das schon beim ersten Mal nicht so richtig funktionieren wollte, muss eine Alternative her. William (Ben Lewis) bietet seinen Hirnschmalz an, wird aber von Felicity mehrfach aus Hacker-Tigermomgründen blockiert. Sehr vorhersehbar feuert ihn das natürlich noch mehr an, seine Pläne auf eigene Faust durchzusetzen, das liegt eben in der Familie.
Er hasst es, wie ein 13-jähriger behandelt zu werden und seine Halbschwester Mia (Katherine McNamara) rät ihm, von der Adoptivmutti einfach Antworten einzufordern. Später schleicht er sich davon, um sich mit dem Schurken-CEO Keven Dale (Raj Paul) zu besprechen. Dort wird er dann von der Anwesenheit von Bürgermeister Ramirez überrascht. Als Dale später angeblich eine wichtige Angelegenheit klären muss, werden die beiden von bewaffneten Schergen umstellt.
Etwa zeitgleich erfahren wir, dass Alena (jetzt mit adretter Kurzhaarfrisur) das Projekt Archer verbockt hat und die düstere Zukunft, inklusive des Verlusts fast aller Canarys, mit verantwortet hat. Allerdings will sie dabei helfen, das aus dem Ruder gelaufene Sicherheitsprogramm ein für alle Mal zu stoppen. Doch Galaxy One hat das geheime Hauptquartier gefunden und es umstellt. Natürlich genau passend zum großen Staffelfinale...
Fazit
Für einen kurzen Moment hatte ich geglaubt, dass Oliver kurzen Prozess mit Emiko macht und hatte auch gedacht, dass es gleichzeitig das überraschende Opfer von Diggle erfordert. Aber spätestens, als das ganze Team in der Halluzination flachliegt, merkt man wohl, dass es „Hallu-Ception“ ist.
Kurz vor dem Staffelfinale liefert Arrow in meinen Augen eine recht actionreiche und kurzweilige Episode ab, was inzwischen mein Minimalziel für die DC-Serie geworden ist. Kein herausragendes Kapitel der Bogenschützenserie, aber für die vorletzte Staffel eines der besseren Abenteuer der zweiten Staffelhälfte.
Hier noch der Trailer zur nächsten Episode der siebten Staffel der The CW-Serie Arrow:
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Verfasser: Adam Arndt am Dienstag, 7. Mai 2019Arrow 7x21 Trailer
(Arrow 7x21)
Schauspieler in der Episode Arrow 7x21
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