Arrow 7x20

Arrow 7x20

Die Arrow-Episode Confessions versucht sich an einem Erzählexperiment. Zunächst scheint es ein nerviger Rückfall in alte Erzählmuster zu sein, aber es stellt sich im Endeffekt doch als clevere Hommage an einen Film aus den 90ern heraus.

Szenenfoto aus der „Arrow“-Folge „Confessions“ (c) The CW
Szenenfoto aus der „Arrow“-Folge „Confessions“ (c) The CW
© zenenfoto aus der „Arrow“-Folge „Confessions“ (c) The CW

Ich muss zugeben, dass mich die Arrow-Autoren mit der Episode Confessions diesmal eiskalt erwischt haben. Denn zu Beginn der Folge dachte ich, dass wir es mit einem typischen erzĂ€hlerischen RĂŒckschritt zu tun haben, bei dem Dinah (Juliana Harkavy) wieder einmal blind ihrem Job folgt, obwohl sie eigentlich Teil des Teams ist. Denn eine Mission rund um das AufspĂŒren einer Bombenkomponente, die den Ninth Circle interessiert, endet mit den Leichen von zwei WachmĂ€nnern.

Nun stellt sich die Frage, wer die MĂ€nner auf dem Gewissen hat und alle aus Team Arrow sind unter den VerdĂ€chtigen. Auch der extra als Hilfe nach Star City zurĂŒckgekehrte Roy Harper (Colton Haynes). Die Überlegung dahinter ist nĂ€mlich relativ schlau: Emiko (Sea Shimooka) und ihre Helfer kennen die Gesichter des Teams, aber Roy ist ihnen unbekannt, was dabei helfen soll, die Komponente zu finden oder sie unschĂ€dlich zu machen.

Im Verlauf der Folge werden nun alle verhört: Ollie (Stephen Amell), Felicity (Emily Bett Rickards), Diggle (David Ramsey), Roy und auch Rene (Rick Gonzalez), wobei die Geschichten zwar gut aufeinander aufbauen, aber immer glaubhafte LĂŒcken aufweisen, die nachgefragt werden mĂŒssen und immer wieder die Schuld in Richtung eines anderen schieben. Das Team hat sich dabei gut abgesprochen und deckt einander plausibel.

The CW
The CW - © The CW

Der Clou an der Sache ist, dass die Kamera mitlĂ€uft und Dinah nicht allein verhört, sondern mit dem Vigilante-Kritiker Bingsley (Danny Wattley) bad cop und worse cop spielt. GlĂŒcklicherweise ist der Twist der Episode also cleverer, als ich es den Autoren zugetraut habe, die in dieser siebten und vorletzten Staffel einen Narren an Arrow als Semi-Police-Procedural gefressen haben.

Mein grĂ¶ĂŸtes Problem an dem Grundkonzept, wie es zunĂ€chst prĂ€sentiert wurde: die Schizophrenie, durch die Dinah gehen muss als Polizistin und Teil des Teams. Das entschĂ€rft man zwar dankenswerterweise im Laufe der Handlung, aber noch vor wenigen Episoden war das ein grĂ¶ĂŸeres Problem, als sie beispielsweise zwischen den beiden professionellen IdentitĂ€ten entscheiden musste. Man hĂ€tte das von Autorenseite relativ einfach trennen können und hatte das zum Beispiel im Falle von Quentin oder jemand anderem in der Captain-Rolle auch noch besser differenzieren können.

The Usual Vigilantes?

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Die Episode erinnert mich stark an Bryan Singers 90er-Whodunit „Die ĂŒblichen VerdĂ€chtigen“ und spĂ€testens Felicity, die ihr in den letzten Folgen ĂŒbliches plapperndes und durch Schwangerschaftshunger gesteuertes Selbst ist, sowie das Ping-Pong-Spiel bei Rene und Diggle lassen einen den Braten riechen. Irgendwas ist schief gelaufen und das Team zieht eine große Coveraktion durch. Die Frage ist nur: fĂŒr wen? Und hier sind die Autoren durchaus geschickt darin, es bis zum Schluss offen zu lassen, wer die WachmĂ€nner umgebracht hat. Wegen ihrer Waffentendenz der letzten Folgen habe ich etwa Felicity lange fĂŒr die TĂ€terin gehandelt, wobei man bei ihr noch mit Notwehr, Selbstverteidigung und polizeilich sanktionierter Waffengewalt im Auftrag des SCPD hĂ€tte argumentieren können.

Im Endeffekt ist es aber der Star-City-Besucher Roy, der wĂ€hrend seines Feldzugs gegen die Lazarus-Gruben mit Nyssa (Katrina Law) und Thea (Will Holland) umgekommen und wiederbelebt wurde, so dass die Blutlust von ihm Besitz ergriffen hat und ihn zum Doppelmörder werden ließ. Das fĂŒhrt zu Olivers Reaktion, das man ihn decken mĂŒsse, schließlich hat Roy das auch mal fĂŒr ihn gemacht und Oliver wĂŒrde jeden decken, der es verdient hat und der außerdem andere nicht aus Berechnung umbringt.

Nebenbei sorgt der Besuch von Roy Harper in der Gegenwart auch dafĂŒr, dass man einige erste Male mitbekommt. Roy sieht den Bunker etwa zum ersten Mal oder trifft auf Rene und erfĂ€hrt von Olivers zweiter Schwester, die eine internationale Terrororganisation hinter sich hat. Auch die the floor is lava-Szene mit Roy gehört fĂŒr mich zu den kleinen Highlights der Episode, die etwas braucht, um in Gang zu kommen, aber dann doch einen wirklich guten Eindruck hinterlĂ€sst.

Unsicher bin ich mir dennoch, welche Storys denn nun wirklich passiert sind. War Emiko wirklich vor Ort oder ist sie nur die Buhfrau, die zur Deckung herangezogen wird? Gab es dann die Begegnung zwischen ihr und Rene, bei welcher Rene verletzt wird und sie zugibt, die AnfĂŒhrerin des Ninth Circle zu sein? Selbst Oliver scheint inzwischen damit abgeschlossen zu haben, noch an den Gesinnungswandel der Schwester zu glauben, wĂ€hrend Rene gerade ihr einziger Fan ist.

Außerdem hat die Folge auch etwas vom Akira-Kurosawa-Klassiker „Rashamon“, denn die verschiedenen Perspektiven und Versionen der Geschichte liegen irgendwo auch im Auge des Betrachters. Wie sich herausstellt, war nĂ€mlich auch Dinah Teil der Mission und einzig Bingsley musste hinters Licht gefĂŒhrt werden und das Videoprotokoll musste glaubhaft aussehen, weil sonst die Partnerschaft der maskierten RĂ€cher mit dem SCPD und Dinahs Job auf dem Spiel stehen wĂŒrden.

Sins of the father

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Nach der geglĂŒckten LĂŒge findet Felicity das angebliche Ninth-Circle-Hauptquartier in Star City und das Team verschwendet keine Zeit, der Sache auf den Grund zu gehen. Stutzig machen sollte aber schon allein der Fakt, dass man im GebĂ€ude keine Hitzesignaturen sehen kann, weil die WĂ€nde so dick sind. Oliver sieht alsbald auch Emiko und zögert nicht, einen Pfeil in ihre Richtung zu zielen, aber wie bei „Mission: Impossible - Rogue Nation“ befindet sich der Held hinter einer Glaswand und wird vom Mastermind in eine Falle gelockt. Oliver wird unter Schotter begraben, wĂ€hrend Felicity ĂŒber Funk keine Antwort von ihrem Mann erhĂ€lt und Emiko die Videoaufzeichnung der echten VorfĂ€lle an Bingsley weitergeleitet hat. Emiko macht sich zum Ziel, ihre Rache an den Queens komplett zu machen, denn sie haben ihr Leben zerstört. Deswegen will sie sich nun revanchieren und Oliver als Schurken sterben lassen, indem sie nun seinen Ruf ruiniert. Eine klassische Motivation also. Außerdem erfĂ€hrt Oliver vom Anschlag auf die Queen's Gambit und Emikos Involvierung darin.

Fazit

The CW
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Hat Emiko gewonnen? Sicherlich nicht, aber ein netter Cliffhanger zwei Folgen vor dem Finale ist es trotzdem. Insgesamt hat mich die Folge doch besser abgeholt, als ich es anfangs erwartet hĂ€tte und die Wendungen haben mir dieses Mal ebenfalls zum grĂ¶ĂŸten Teil gefallen. Interessant ist an dieser Stelle auch, dass sowohl The Flash als auch Arrow und Supergirl in dieser Season nur 22 statt der ĂŒblichen 23 Folgen vorweisen. Wahrscheinlich war hier letztendlich das Elseworlds-Crossover einfach eine Spur zu aufwĂ€ndig, weswegen man eine Folge pro Serie gestrichen hat.

Hier abschließend noch der Trailerzur Episode Living Proof(7x21) der US-Serie Arrow:

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Verfasser: Adam Arndt am Dienstag, 30. April 2019

Arrow 7x20 Trailer

Episode
Staffel 7, Episode 20
(Arrow 7x20)
Deutscher Titel der Episode
GestÀndnisse
Titel der Episode im Original
Confessions
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 29. April 2019 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Samstag, 1. August 2020
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Samstag, 1. August 2020
Autoren
Onalee Hunter, Emilio Ortega Aldrich
Regisseur
Tara Miele

Schauspieler in der Episode Arrow 7x20

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