Arrow 7x20
Ich muss zugeben, dass mich die Arrow-Autoren mit der Episode Confessions diesmal eiskalt erwischt haben. Denn zu Beginn der Folge dachte ich, dass wir es mit einem typischen erzählerischen Rückschritt zu tun haben, bei dem Dinah (Juliana Harkavy) wieder einmal blind ihrem Job folgt, obwohl sie eigentlich Teil des Teams ist. Denn eine Mission rund um das Aufspüren einer Bombenkomponente, die den Ninth Circle interessiert, endet mit den Leichen von zwei Wachmännern.
Nun stellt sich die Frage, wer die Männer auf dem Gewissen hat und alle aus Team Arrow sind unter den Verdächtigen. Auch der extra als Hilfe nach Star City zurückgekehrte Roy Harper (Colton Haynes). Die Überlegung dahinter ist nämlich relativ schlau: Emiko (Sea Shimooka) und ihre Helfer kennen die Gesichter des Teams, aber Roy ist ihnen unbekannt, was dabei helfen soll, die Komponente zu finden oder sie unschädlich zu machen.
Im Verlauf der Folge werden nun alle verhört: Ollie (Stephen Amell), Felicity (Emily Bett Rickards), Diggle (David Ramsey), Roy und auch Rene (Rick Gonzalez), wobei die Geschichten zwar gut aufeinander aufbauen, aber immer glaubhafte Lücken aufweisen, die nachgefragt werden müssen und immer wieder die Schuld in Richtung eines anderen schieben. Das Team hat sich dabei gut abgesprochen und deckt einander plausibel.

Der Clou an der Sache ist, dass die Kamera mitläuft und Dinah nicht allein verhört, sondern mit dem Vigilante-Kritiker Bingsley (Danny Wattley) bad cop und worse cop spielt. Glücklicherweise ist der Twist der Episode also cleverer, als ich es den Autoren zugetraut habe, die in dieser siebten und vorletzten Staffel einen Narren an Arrow als Semi-Police-Procedural gefressen haben.
Mein größtes Problem an dem Grundkonzept, wie es zunächst präsentiert wurde: die Schizophrenie, durch die Dinah gehen muss als Polizistin und Teil des Teams. Das entschärft man zwar dankenswerterweise im Laufe der Handlung, aber noch vor wenigen Episoden war das ein größeres Problem, als sie beispielsweise zwischen den beiden professionellen Identitäten entscheiden musste. Man hätte das von Autorenseite relativ einfach trennen können und hatte das zum Beispiel im Falle von Quentin oder jemand anderem in der Captain-Rolle auch noch besser differenzieren können.
The Usual Vigilantes?

Die Episode erinnert mich stark an Bryan Singers 90er-Whodunit „Die üblichen Verdächtigen“ und spätestens Felicity, die ihr in den letzten Folgen übliches plapperndes und durch Schwangerschaftshunger gesteuertes Selbst ist, sowie das Ping-Pong-Spiel bei Rene und Diggle lassen einen den Braten riechen. Irgendwas ist schief gelaufen und das Team zieht eine große Coveraktion durch. Die Frage ist nur: für wen? Und hier sind die Autoren durchaus geschickt darin, es bis zum Schluss offen zu lassen, wer die Wachmänner umgebracht hat. Wegen ihrer Waffentendenz der letzten Folgen habe ich etwa Felicity lange für die Täterin gehandelt, wobei man bei ihr noch mit Notwehr, Selbstverteidigung und polizeilich sanktionierter Waffengewalt im Auftrag des SCPD hätte argumentieren können.
Im Endeffekt ist es aber der Star-City-Besucher Roy, der während seines Feldzugs gegen die Lazarus-Gruben mit Nyssa (Katrina Law) und Thea (Will Holland) umgekommen und wiederbelebt wurde, so dass die Blutlust von ihm Besitz ergriffen hat und ihn zum Doppelmörder werden ließ. Das führt zu Olivers Reaktion, das man ihn decken müsse, schließlich hat Roy das auch mal für ihn gemacht und Oliver würde jeden decken, der es verdient hat und der außerdem andere nicht aus Berechnung umbringt.
Nebenbei sorgt der Besuch von Roy Harper in der Gegenwart auch dafür, dass man einige erste Male mitbekommt. Roy sieht den Bunker etwa zum ersten Mal oder trifft auf Rene und erfährt von Olivers zweiter Schwester, die eine internationale Terrororganisation hinter sich hat. Auch die the floor is lava-Szene mit Roy gehört für mich zu den kleinen Highlights der Episode, die etwas braucht, um in Gang zu kommen, aber dann doch einen wirklich guten Eindruck hinterlässt.
Unsicher bin ich mir dennoch, welche Storys denn nun wirklich passiert sind. War Emiko wirklich vor Ort oder ist sie nur die Buhfrau, die zur Deckung herangezogen wird? Gab es dann die Begegnung zwischen ihr und Rene, bei welcher Rene verletzt wird und sie zugibt, die Anführerin des Ninth Circle zu sein? Selbst Oliver scheint inzwischen damit abgeschlossen zu haben, noch an den Gesinnungswandel der Schwester zu glauben, während Rene gerade ihr einziger Fan ist.
Außerdem hat die Folge auch etwas vom Akira-Kurosawa-Klassiker „Rashamon“, denn die verschiedenen Perspektiven und Versionen der Geschichte liegen irgendwo auch im Auge des Betrachters. Wie sich herausstellt, war nämlich auch Dinah Teil der Mission und einzig Bingsley musste hinters Licht geführt werden und das Videoprotokoll musste glaubhaft aussehen, weil sonst die Partnerschaft der maskierten Rächer mit dem SCPD und Dinahs Job auf dem Spiel stehen würden.
Sins of the father

Nach der geglückten Lüge findet Felicity das angebliche Ninth-Circle-Hauptquartier in Star City und das Team verschwendet keine Zeit, der Sache auf den Grund zu gehen. Stutzig machen sollte aber schon allein der Fakt, dass man im Gebäude keine Hitzesignaturen sehen kann, weil die Wände so dick sind. Oliver sieht alsbald auch Emiko und zögert nicht, einen Pfeil in ihre Richtung zu zielen, aber wie bei „Mission: Impossible - Rogue Nation“ befindet sich der Held hinter einer Glaswand und wird vom Mastermind in eine Falle gelockt. Oliver wird unter Schotter begraben, während Felicity über Funk keine Antwort von ihrem Mann erhält und Emiko die Videoaufzeichnung der echten Vorfälle an Bingsley weitergeleitet hat. Emiko macht sich zum Ziel, ihre Rache an den Queens komplett zu machen, denn sie haben ihr Leben zerstört. Deswegen will sie sich nun revanchieren und Oliver als Schurken sterben lassen, indem sie nun seinen Ruf ruiniert. Eine klassische Motivation also. Außerdem erfährt Oliver vom Anschlag auf die Queen's Gambit und Emikos Involvierung darin.
Fazit

Hat Emiko gewonnen? Sicherlich nicht, aber ein netter Cliffhanger zwei Folgen vor dem Finale ist es trotzdem. Insgesamt hat mich die Folge doch besser abgeholt, als ich es anfangs erwartet hätte und die Wendungen haben mir dieses Mal ebenfalls zum größten Teil gefallen. Interessant ist an dieser Stelle auch, dass sowohl The Flash als auch Arrow und Supergirl in dieser Season nur 22 statt der üblichen 23 Folgen vorweisen. Wahrscheinlich war hier letztendlich das Elseworlds-Crossover einfach eine Spur zu aufwändig, weswegen man eine Folge pro Serie gestrichen hat.
Hier abschließend noch der Trailerzur Episode Living Proof(7x21) der US-Serie Arrow:
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Verfasser: Adam Arndt am Dienstag, 30. April 2019Arrow 7x20 Trailer
(Arrow 7x20)
Schauspieler in der Episode Arrow 7x20
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