Arrow 6x10

Arrow 6x10

In der Arrow-Episode Divided versucht Schurke Cayden James, seinen Einfluss in der Stadt auszubreiten, weswegen er sich einen wichtigen Ort unter den Nagel reißen möchte. Das Team ist nach dem Streit zerrissen. Kann man sich vertragen?

Szenenfoto aus der „Arrow“-Folge „Divided“ (c) The CW
Szenenfoto aus der „Arrow“-Folge „Divided“ (c) The CW
© zenenfoto aus der „Arrow“-Folge „Divided“ (c) The CW

Nach dem großen Vertrauensbruch zwischen den neuen Teammitgliedern und dem ursprünglichen Arrow-Team nutzt Schurke Cayden James (Michael Emerson) in der Folge Divided die Schwäche und möchte sich den Hafen der Stadt aneignen. Der befindet sich in der Gewalt von Jerry Bertinelli (Louis Ferreira), den letzten Überbleibsel des Mafia-Klans und Cousin der Huntress. James, Black Siren und Ricardo Diaz statten ihm einen Besuch ab und geben ihm Bedenkzeit, um den wichtigen Umschlagplatz für allerhand Güter abzutreten. Als Drohmittel wird seine Tochter, die studiert, ins Spiel gebracht. Oliver (Stephen Amell), Diggle (David Ramsey) und Felicity (Emily Bett Rickards) sind derweil weiter ahnungslos, was den Aufenthaltsort oder Plan von James angeht. Erschwerend kommt hinzu, dass das Anti-Vigilante-Gesetz herrscht, das kostümierte Einsätze riskanter macht und das Kernteam wegen Diggles Gesundheitsproblemen eigentlich nur aus Oliver besteht, den die Bundesbehörden beobachten. Immerhin hilft Curtis (Echo Kellum) weiterhin dabei, eine Heilung für Diggles Tremor zu finden.

Bei seinem Besuch fallen merkwürdige Störsignale auf, die Felicity bald als Rückkopplung einer Wanze erkennt und Oliver und Diggle darüber in Kenntnis setzt. Deswegen ist James nämlich so gut informiert und kann unentdeckt bleiben. Außerdem meldet sich Bertinelli bei Green Arrow und erzählt ihm von der Einschüchterung durch James, weswegen er ein Bündnis vorschlägt, frei nach dem Motto: Der Feind meines Feindes ist mein Verbündeter und mithilfe Überwachungskameras lässt sich eine Spur zu einer Basis von James verfolgen. Außerdem könnte man meinen, dass die Autoren sich langsam einen Spaß daraus machen, in dieser Staffel möglichst viele „Batman“-Referenzen einzubauen (siehe „Arrow“-Signal).

The Secret Life of the Star City Vigilantes

Thea (Willa Holland) will nach ihrem halbjährigen Koma wieder in Lohn und Brot einsteigen und übernimmt den Posten von Quentins Assistenten des Bürgermeisters, den davor Rene (Rick Gonzalez) innehatte. Der hat zwar seine Tochter wieder bei sich, aber keinen Job und kein Team mehr, weil er seine Kameraden beim FBI verraten wollte und seine zweite Chance auf eine Zusammenarbeit in Olivers Augen vermasselt hat. Also hängt er mit Curtis ab und hofft darauf, das belastende Material des FBI irgendwie löschen zu können, wofür er Curtis' Hilfe braucht.

Szenenfoto aus der „Arrow“-Folge „Divided“
Szenenfoto aus der „Arrow“-Folge „Divided“ - © The CW

Dinah (Juliana Harkavy) gibt derweil Vince aka Vigilante (Johann Urb) eine zweite Chance und geht mit ihm auf ein Date. Allerdings ahnt sie da noch nicht, dass er zum Cayden-James-Team gehört und gegen ihre Freunde arbeitet. Ich finde Harkavys Spiel in dieser Folge stellenweise merkwürdig, überzogen und unfreiwillig komisch. Wann immer die „Arrow“-Autoren kleine Ausschnitte aus dem Privatleben der Figuren zeigen, werde ich das Gefühl nicht los, dass sie vollkommen uninteressant und irrelevant sind - oder ist es nur ungewohnt, sie unbeschwert und nicht immer ernst zu sehen? Die Geschichte, die sie zum Lachen bringt beispielsweise, ist völlig nebensächlich für alles andere und nur ein Mittel zum Zweck, um die beiden wieder zusammenzubringen, weil es der Plot verlangt. Dinah müsste es eigentlich besser wissen, aber es ist typisch für eine Networkserie mit 22 oder mehr Folgen, dass solche Momente durch die Autoren eingebaut werden, was mit der Zeit jedoch müßig für mich als regelmäßigen Zuschauer ist. Die Kritik liegt gar nicht unbedingt bei Harkavy als Schauspielerin, sie hat allerdings gefühlt etwas mehr zu tun als Rene oder Curtis, für die Ähnliches schon in der Vergangenheit galt.

Family First

Bekanntlich nicht sehr subtil steht in der sechsten Staffel der DC-Serie die Familie bei vielen Charakteren im Vordergrund, so auch bei Rene, der für seine Tochter das Team verraten hat, sie an die erste Stelle setzt und deswegen mit den Konsequenzen seines Verrats und Fehlverhaltens leben muss. Bei Bertinelli ist es auch die Tochter, die Oliver wahrscheinlich überzeugt mitzumachen, während er Slade Wilson wegen seines Sohnes geholfen hat und auch Cayden James wird irgendwann noch einen Verwandten auskramen, wegen dem er seinen gesamten großen Plan ausheckt. Nicht vergessen darf man Quentins Konflikt rund um Black Siren (Katie Cassidy), die bereits durchblitzen ließ, dass sie nicht ganz so kaltblütig und mörderisch ist, wie sie manchmal vor ihrem Auftraggeber tut. Thea bietet Quentin sogar an, ihm bei der Bekehrung der Schurkin zu unterstützen. Sie hat aus ihrer Fotosammlung ein paar Bilder von Laurel rausgekramt, die sich Quentin in sein Album einordnen kann. Auch diese Entwicklung deutet sich schon seit Anbeginn der Staffel an, es ist also eher eine Frage der Zeit, wann das passiert.

Momentan hat James Seite einen klaren Vorteil: Sein Team besteht aus Vigilante, Anatoly und seinen Getreuen, Siren, Ricardo Diaz und einigen anderen Söldnern, die dem Arrow-Team an den Kragen wollen. Was James jedoch nicht möchte sind unbedachte Pläne. Für ihn muss alles in geregelten Bahnen laufen und nicht chaotisch und zufällig. Als Oliver in der Green-Arrow-Kluft das Versteck aufspürt, scheint er überrascht zu sein. Darüber, dass er einen Pfeil für Siren hat, aber auch die manipulierten T-Spheres ausschalten kann. Darum entschließt er sich, dass es Zeit ist, seinem Feind seine Teamstärke und Verbündeten zu zeigen, womit Oliver eigentlich gnadenlos in der Unterzahl ist. Trotzdem lässt er ihn gehen, weil sein Plan wohl noch nicht reif ist.

There is no I in Team

Szenenfoto aus der „Arrow“-Folge „Divided“
Szenenfoto aus der „Arrow“-Folge „Divided“ - © The CW

Für Diggle ist klar, dass man die Übermacht durch ein größeres Team besiegen muss, Oliver hat jedoch noch seine Vertrauensprobleme, aber dafür ist keine Zeit, weswegen die drei Rekruten auf Zwangspause über die Wanze im Arrow-Liar informiert werden. Das Treffen verläuft jedoch keineswegs harmonisch, Dinah möchte beispielsweise nicht glauben, dass Vincent zum gegnerischen Team gehört und insgesamt hören die Vorwürfe aus beiden Seiten nicht auf. Das Vertrauen ist zerrüttet und die „Neuen“ wollen Respekt und Gleichbehandlung und eben nicht Kontrolle und Bevormundung durch die Veteranen. Dinah trifft sich derweil kurz danach mit Vince und konfrontiert ihn mit ihrem Wissen. Ein Versuch, ihn zu verhaften schlägt aber wegen seiner Heilungsfähigkeiten fehl. Er knockt sie stattdessen aus. Oliver denkt derweil darüber nach, was James planen könnte und glaubt, egal was es ist, dass das Kernteam es auch allein schaffen würde. Dass das nicht so ohne Weiteres machbar ist, zeigt sein Alleingang, als er erfährt, dass Bertinelli die Red-Lions, ein Todeskommando, angeheuert hat, um James und seine Leute zu bekämpfen.

Die Actionszene, die aussieht wie mit der Handkamera gefilmt und die nah an Oliver als Green Arrow dranbleibt, bildet ein Highlight der Episode, weil es sich wie eine neue Variante der üblichen Action anfühlt. Green Arrow und Bertinelli sind allerdings bald in der Unterzahl, bis Oliver eine Explosion zur Flucht nutzen kann, Bertinelli war zwar bereit, Oliver zu verraten, wird aber dennoch umgebracht, kurz nachdem er erklärt, die Docks abzutreten. Oliver sieht ein, dass die Überzahl so nicht zu meistern ist und entschuldigt sich bei Rene, Curtis und Dinah für alles, was vorgefallen ist, und bietet einen Neuanfang an. Doch die drei möchten lieber auf eigene Faust agieren und bilden ihr eigenes Team mit einem Hauptquartier im ehemaligen Helix-Bunker. Immerhin überreicht Curtis Diggle noch eine überarbeitete Fassung des Chips, die ihn wohl wieder gesund macht. James warnt derweil Vincent wegen seiner Gefühle für Dinah, der versichert ihm aber, dass er ganz genau weiß, wie er sie manipulieren kann.

Fazit

Szenenfoto aus der „Arrow“-Folge „Divided“
Szenenfoto aus der „Arrow“-Folge „Divided“ - © The CW

Dass die Wanze, die Siren im Arrow-HQ deponiert hat, nicht lange unbemerkt bleibt, konnte man bereits ahnen. Dass die Übermacht zum Problem werden wird, wurde derweil gut herausgearbeitet. Ob es aber eine gute Idee ist, die Guten aufzuspalten, muss sich zeigen. Spontan wirkt es ein wenig wie Zeitschinderei, weil es wahrscheinlich darauf hinausläuft zu zeigen, dass zwei Einzelteams schlechter funktionieren als ein großes mit Zusammenhalt und Teamwork. Zu erwarten sind außerdem ein paar Seitenwechsel: Vigilante und Black Siren werden bestimmt noch ihre Meinung ändern. Die Idee mit der großen Überzahl finde ich gut, die Logik der Figuren, damit umzugehen eher nicht. Wird das Team jetzt wieder aufgeblasen? Ansonsten wieder eine Folge mit ein paar Längen und Schwächen, die weiterhin nicht an frühere Stärken anknüpfen kann.

Trailer zur Episode We Fall (6x11) der US-Serie Arrow:

Verfasser: Adam Arndt am Freitag, 19. Januar 2018

Arrow 6x10 Trailer

Episode
Staffel 6, Episode 10
(Arrow 6x10)
Deutscher Titel der Episode
Zusammen oder allein?
Titel der Episode im Original
Divided
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 18. Januar 2018 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 9. Oktober 2018
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Dienstag, 9. Oktober 2018
Regisseur
James Bamford

Schauspieler in der Episode Arrow 6x10

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?