Arrow 6x09

© zenenfoto aus der âArrowâ-Episode âIrreconcilable Differencesâ (c) The CW
In den letzten anderthalb Staffeln wurde in Arrow ein neues Team eingefĂŒhrt, das in der Folge Irreconcilable Differences am Scheideweg steht. Dabei sollte es eigentlich ein schöner Tag fĂŒr die FrischvermĂ€hlten, Oliver (Stephen Amell) und Felicity (Emily Bett Rickards), werden. Denn zunĂ€chst wird die Hochzeitsfeier nachgeliefert, wobei das Jawort bereits in kleinstem Kreis im Crossover „Crisis on Earth-X“ gegeben wurde.
Es gibt viel zu feiern: Thea (Willa Holland) ist nach sechs Monaten aus dem Koma erwacht, Felicitys Eltern geben sich die Ehre, dabei kann Donna (Charlotte Ross) sich aber einige Bemerkungen nicht verkneifen, etwa, warum es keine jĂŒdische Hochzeit war. DarĂŒber hinaus gibt es gratis Alkohol, GĂ€ste aus Olicitys Zeit in Ivy Town sowie Tanz und Verpflegung. Aber auch Herzschmerz, denn Curtis (Echo Kellum) wird daran erinnert, dass Gatte Paul ihn verlassen hat. Daraufhin fĂ€llt er in ein Loch, was ihn zum Trinken bringt. Dinah (Juliana Harkavy) steht in Kontakt mit einem Unbekannten, den man sehr schnell und wenig ĂŒberraschend als Vince aka Vigilante (Clayton Chitty) Identifizieren kann, weil Dinah in der Serie kaum Beziehungen auĂerhalb des Teams pflegt.
Quentin (Paul Blackthorne) nutzt die Gelegenheit, um Oliver eine Uhr, die seine Vater ihm zur Hochzeit schenkte, zu vermachen, weil er keinen mehr hat, dem er sie sonst vererben könnte. Er trifft wenig spĂ€ter auch auf seine Ex Donna. Ihre Wege trennten sich damals wegen Quentins RĂŒckfall in den Alkoholismus. Diesmal rettet ihn ein Anruf von Olivers Anwalt aus der leicht peinlichen Situation. Vielleicht ist es aber ohnehin besser, dass die Feier endet, weil die obligatorische betrunkene Rede fĂŒr einen kleinen Downer sorgt, ehe Rene (Rick Gonzalez) die Liebe von Oliver und Felicity feiert, die trotz mancher Krise immer wieder zueinanderfinden, da beide fĂŒreinander da sind. Ihren ersten Tanz bekommen sie auch noch, ehe es ernst wird.
Ja, diese ersten zehn Minuten sind geballte Soapiness, aber nach einer Hochzeit, die zudem de facto in einer Folge von Legends of Tomorrow stattfand, kann man das machen, um die Zuschauer auf den aktuellen Stand zu bringen. Das Intro von Felicity und ihren Eltern ist dabei klassisch The CW und hĂ€tte auch mĂŒhelos bei The Vampire Diaries oder Dawson's Creek gezeigt werden können.

Smoking Gun

Das Problem ist: Die Anklage hat einen Zeugen, der oder die bereit ist auszusagen, dass Oliver Green Arrow ist und es soll sich dabei um ein Teammitglied handeln. Olivers erste Reaktion ist zu schmollen, die Schilde hochzufahren und zu sagen, dass er den Neuen nie hĂ€tte trauen sollen. Dass das Quatsch ist, wird schnell durch Diggle und Felicity widerlegt, dennoch fĂ€llt blitzschnell die Entscheidung, sie im Auge zu behalten und zu beschatten. Nun stellt sich die Frage, wer es sein könnte. Die Autoren bringen Curtis in Verdacht, weil er so unglĂŒcklich wegen des Alleinlebens ist, was auch mit seiner Entscheidung fĂŒr ein Leben als Mitglied von Team Arrow zu tun hat. Als Rene ihn betrunken in seine Wohnung mitnimmt, diskutieren sie die Frage, ob das Leben ohne das Team besser wĂ€re, was allerdings auch nur aus einer Sauflaune heraus passiert, denn beide haben dem Team viel zu verdanken (Rene vor allem StabilitĂ€t und eine neue Chance mit seiner Tochter), aber natĂŒrlich auch einige Opfer.
Die dritte im Bunde ist Dinah, die sich zum genau falschen Zeitpunkt dazu entschlieĂt, sich mit ihrem psychotischen Ex Vince zu treffen, der offenbar noch GefĂŒhle fĂŒr sie hat. Sie sagt ihm allerdings, dass er das Weite suchen soll und sie ihn beim nĂ€chsten Mal nicht mehr gehen lassen wird. Das Treffen entgeht auch dem spionierenden Urteam nicht, was Dinah zur HauptverdĂ€chtigen fĂŒr die VerrĂ€terrolle macht. Obwohl Diggle sie verteidigt und in Schutz nimmt, schwebt der Fall Evelyn noch mit, bei dem es bereits einen Maulwurf gab, der gemeinsame Sache mit dem Schurken Prometheus machte. Doch das ist nicht das einzige Problem, denn Cayden James (Michael Emerson) beauftragt Black Siren (Katie Cassidy) mit einem Angriff auf Thea und Quentin, bei welchem Quentin entfĂŒhrt wird und Thea als Botin missbraucht wird. Wegen des Komas ist sie nicht bei voller StĂ€rke, weswegen dieser Kritikpunkt hinfĂ€llig ist. Cayden James möchte, dass das Team ihm bei Argus einen VerstĂ€rker fĂŒr seine geplante Bombe besorgt und droht, sonst Quentin umzubringen.
Da Argus eine kaum auf konventionellen Weg knackbare Security hat, muss das Team kreativ werden und Diggles Beziehung zu Lyla fĂŒr eine Finte nutzen, um dann im „Mission Impossible“-Stil (aber ohne Dinah) das GerĂ€t zu holen. Statt James das GerĂ€t allerdings auszuhĂ€ndigen, soll Curtis die FunktionsfĂ€higkeit zunĂ€chst einschrĂ€nken. Als Dinah nach dem Einsatz merkt, dass sie ausgeschlossen wurde, rĂŒckt Oliver mit der Wahrheit raus. Ăber den verdĂ€chtigten Spion und ĂŒber ihre eigene Spionage gegen die drei neueren Rekruten. Die EnttĂ€uschung von Dinah ist groĂ, sowohl gegenĂŒber Oliver als auch Diggle, denn ihrer Meinung nach haben die Treffen mit Vince nichts mit ihrer LoyalitĂ€t zu tun. Der echte Maulwurf gibt sich dann schnell zu erkennen: Es ist Rene, der vom FBI in eine Ecke gedrĂ€ngt wurde, wobei das Sorgerecht fĂŒr seine Tochter als Druckmittel eingesetzt wird. Er macht den alten Fehler, den Oliver schon oft gemacht hat: HĂ€tte er das dem Team offen gesagt, hĂ€tte man eine gemeinsame Lösung finden können. So fliegt er aber vorerst raus.
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser?

Die drei beschatteten Helden diskutieren derweil, wie sie den Vertrauensbruch finden. Rene will den Stress mit einem fetten Burger verdauen und versteht, dass es genau fĂŒr solche unmöglichen Situationen, in die er geraten ist, das Team gibt. Thea besucht derweil Oliver und gibt ihm ihre Sicht der Dinge. Dabei trifft sie den richtigen Ton, bestĂ€rkt einige GedankengĂ€nge, gibt ihm aber auch zu bedenken, dass er wohl ganz Ă€hnlich gehandelt hĂ€tte, wenn die Rollen vertauscht wĂ€ren. Also gibt es noch eine Chance...
Befehlskette

Der entfĂŒhrte Quentin kĂ€mpft schon seit den Ereignissen in Lian Yu mit der Anwesenheit von Black Siren, welche ihn an seine verstorbene Tochter erinnert. Damals hatte er die Chance, sie aufzuhalten. TatsĂ€chlich kommt er einem Teilgrund fĂŒr ihre Laufbahn als Verbrecherin auf die Spur, denn in ihrer Welt hat sie ihren Vater mit 13 Jahren verloren, als ein Betrunkener ihn bei einem Verkehrsunfall getötet hatte. Er war gerade auf dem Weg, ihren Geburtstagskuchen abzuholen... Laurel laufen hier tatsĂ€chlich TrĂ€nen die Wange runter und auch an einem spĂ€teren Moment zeigt sie Quentin gegenĂŒber Gnade, obwohl sie eigentlich den Auftrag hat, ihn umzubringen. Ob Sirens Arc in der Staffel in Richtung Vergebung schwenkt, muss sich dennoch erst zeigen. Ein paar Grundlagen wurden hier schon geschaffen.
Bei der Befreiungsaktion von Quentin und der Ăbergabe des VerstĂ€rkers gibt es fĂŒr Oliver zunĂ€chst den Beweis, dass er noch lebt, wenn er seinen Bogen niederlegt. Allerdings hat das Team an dem Ort, der als digitales schwarzes Loch beschrieben wird, Probleme, den Ăberblick zu behalten und Quentin ĂŒberhaupt zu finden. Rene und Curtis widersetzen sich deswegen den Befehlen von Diggle und Oliver und sie sind, als der Kampf losgeht, nicht auf ihrer Position. Die eigentliche Krux am Treffen von Green Arrow und James ist jedoch, dass James vom Eingriff auf den VerstĂ€rker weiĂ, was die Paranoia noch steigen lĂ€sst. Im Endeffekt gelingt es zwar - mit besagter Hilfe von Siren - Quentin zu befreien, aber Oliver ist enttĂ€uscht von Renes Alleingang. FĂŒr den Teamleader galt die Mission als zweite Chance - welche er nun vergeben hat. Denn obwohl er sonst die Befehlskette bereits des Ăfteren gebrochen hat, hĂ€lt Oliver es fĂŒr unverzeihlich, es so kurz nach seinem Rauswurf wieder durchgehen zu lassen. Rene sehen wir kurz danach zusammen mit seiner Tochter. Hat er also gegen Oliver ausgesagt oder ist dies unabhĂ€ngig davon passiert? Dinah entscheidet sich dazu, das Team zu verlassen, weil sie nicht mehr an Oliver glaubt und lĂ€uft damit direkt in die HĂ€nde von Vince, da sie einen Freund braucht. Curtis kĂŒndigt ebenfalls seinen Abschied aus dem Team, aber nicht aus der Partnerschaft mit Helix Dynamics an, weil ihm die Spionage zu weit ging und das Vertrauen fehlt.
Oliver nimmt die AbgĂ€nge vorerst an, ihn beschĂ€ftigt aber eine ganze andere Frage: Woher wusste James von der Sabotage? Die Antwort bleibt das Halbstaffelfinale nicht lange schuldig, denn Black Siren hat im Hauptquartier eine Kamera angebracht, mit der James sie im Auge behalten kann. Das bedeutet auch, dass er ĂŒber alle GeheimidentitĂ€ten und die meisten EinsĂ€tze, die von hier koordiniert werden, Bescheid weiĂ. Das ist ein ziemlicher Informationsvorsprung, der allerdings auch zu einem Hacker seines Kalibers passt. Allerdings ist die Methode schon etwas oldschool. Mit einem Blick auf die bisherige Arrow-Seriengeschichte sollte es nicht zu lange dauern, bis das Team dahinterkommt. Eine Spy-Cam im Tech-Equipment hĂ€tten Curtis oder Felicity wohl schneller gefunden. Doch die VideoĂŒberwachung ist auch noch nicht alles. James hat ein Team um sich versammelt, das sich sehen lassen kann und zu dem Vince aka Vigilante, Siren, Anatoly (David Nykl), eine mir nicht mehr gelĂ€ufige Person und Ricardo Diaz (Kirk Acevedo) gehören. Die Zusammensetzung ist interessant und bietet fĂŒr fast jedes Teammitglied eine Nemesis.
Fazit

Zum Midseason-Finale drehen die Autoren etwas am Spannungs- und Dramaregler. Dass man dort allerdings die Helden trennt oder an die Grenzen bringt, ist inzwischen schon Gewohnheitssache, um die Zuschauer ĂŒber die Winterpause bei Laune zu halten. Die letzten Minuten der Folge haben sie fĂŒr mich dabei noch aufgewertet, weil zwar noch kein innovativer Plan deutlich wird (ist Star City zum x-ten Mal in Gefahr, gesprengt zu werden?), aber immerhin wird gezeigt, wer alles darin verwickelt ist.
Verfasser: Adam Arndt am Freitag, 8. Dezember 2017Arrow 6x09 Trailer
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Schauspieler in der Episode Arrow 6x09
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