Arrow 6x02

Arrow 6x02

Die Arrow-Folge Tribute rollt den Cliffhanger rund um das angebliche Green-Arrow-Outing auf. Außerdem erhält Oliver ungewollten Besuch von einem alten Freund, der ordentlich stunk macht.

Szenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Tribute“ (c) The CW
Szenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Tribute“ (c) The CW
© zenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Tribute“ (c) The CW

Man hätte eigentlich Wetten darauf abschließen können, dass die Arrow-Episode Tribute;Arrow, den Cliffhanger aus Fallout auf die Art und Weise löst, wie es nun eingetroffen ist. Bürgermeister Oliver Queen (Stephen Amell) tritt vor die Presse und dementiert, dass er der grüne Bogenschütze ist und liefert die erwarteten Ausreden, rund um Bildmanipulation, wobei überraschenderweise der Name Bruce Wayne (aka Batman) fällt, der auch unter dieser Maske stecken könnte.

Abschließend besänftigt die Presse das jedoch nicht, denn er ist nun in der Beweispflicht. Erschwerend kommt ein Besuch von FBI-Agentin Watson hinzu, die der Sache auf den Grund gehen möchte. Denn vor fünf Jahren wurde zwar bewiesen, dass er nicht der Hood ist, aber Green Arrow ist ein neuer Fall. Wenn man sich das einmal logisch (Stichwort: Suspension of Disbelieve und Comiclogik) vor Augen führt, ist das ganz schön merkwürdig.

Beispielsweise, dass es bis jetzt gelungen ist, keinerlei brauchbares Fotomaterial von ihm zu bekommen, oder aber, dass ein fast identisches Kostüm und die gleichen Begleiter nicht dem Green Arrow zugeordnet werden können oder dass kein Paparazzo in der Stadt ihn je vor die Linse bekommen hat. Aber das akzeptieren wir einfach mal, klappt ja bei Batman auch meistens.

Das Arrow-Team überlegt derweil, wie man die Büchse der Identitäts-Pandora wieder schließt. Greatest Hits wie Human Target, der als Oliver oder Green Arrow in Erscheinung tritt oder Diggle (David Ramsey) im Kostüm werden diskutiert, aber verworfen, weil die Frage wichtiger ist, wo die Bilder herkommen. Rene (Rick Gonzalez) findet heraus, dass der Umschlag intern aus dem Channel-52-Büro kommen könnte, dort arbeiten aber mehr als 500 Menschen. Dann kommt der Verdacht auf, dass es ein Abschiedsgeschenk von Adrian Chase sein könnte, was natürlich nahe liegt.

Wie verdient eigentlich hier irgendwer Geld?

Bei den Team-Technikern Curtis (Echo Kellum) und Felicity (Emily Bett Rickards) kommt im Gespräch heraus, dass Curtis seit seiner Scheidung von Paul einige Coder-Nebenjobs angenommen hat, was Felicity hellhörig und sehr neugierig macht, aber eine Frage aufwirft, die ich ebenfalls schon oft gestellt, aber dann wieder ignoriert habe. Wie zur Hölle halten sich die Figuren über Wasser? Bei Oliver gab es eine ganze Weile die Erklärung, dass sein Familienerbe ihn finanziert hat, nun dürfte er vom Bürgermeister-Gehalt Leben können, während Felicity irgendwann zu Rays Nachfolgerin bzw. Erbin wurde. Diggle ist mit der Argus-Chefin Lyla verheiratet, Rene und Quentin arbeiten für den Bürgermeister und Dinah als Polizistin. Die Autoren erklären also inzwischen besser, wo das Geld zum Überleben herkommt. Dennoch kostet Equipment sehr viel Geld. Curtis blieb lange ohne Job und nun baut man diese Story ein, die darauf hinaus läuft, dass Felicity und er ihren Gehirnschmalz vereinen und zu Gründern und Erfindern werden. Das liefert auch eine Erklärung, warum es selbst in der fernen Zukunft noch Smoak-Enterprises gibt.

Markovia Initiative

Szenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Tribute“
Szenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Tribute“ - © The CW

Die Besucher aus Markovia muss Oliver als Bürgermeister ebenfalls beschwichtigen, als er ihnen eine Tour gibt, die eine Partnerschaft vorantreiben soll. Einer der Teilnehmer fände es sogar gut, wenn er Green Arrow wäre und würde sein Investment verdoppeln. Doch ein Anschlag unterbricht die Führung, wobei es sich um den rückkehrenden und nachtragenden Anatoly (David Nykl) handelt, der die markovischen Geschäftsmänner entführt und 20 Millionen Dollar Lösegeld fordert - zufällig die Summe, die für das zerstörte Polizeirevier zur Verfügung stehen. Aufgespürt werden soll er durch eine virtuelle Währung mit der er sein Personal bezahlt, was auch gelingt und einige der Geiseln werden in einem Restaurant gefangengehalten und von dem Team befreit. Man hat sich vielleicht schon an den meisten Kämpfen bei Arrow sattgesehen, dennoch gibt es wieder ein oder zwei Ideen, die ganz nett sind.

Diggle in distress

Szenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Tribute“
Szenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Tribute“ - © The CW

Diggle leidet wieder unter einer menschlichen Ladehemmung und kann im wichtigen Moment nicht abdrücken, worauf Dinah (Juliana Harkavy) ihn direkt anspricht, er sie aber zunächst abwimmelt. Später gesteht er ihr doch, dass er sich auf Lian Yu durch Bombensplitter mittelschwer verletzt hat, er es aber verschwiegen hat, weil Samantha gestorben und Thea im Koma ist. Er leidet unter Nervenschäden, hat das aber Oliver noch nicht anvertraut. Muss man sich als Diggle-Fan langsam sorgen um seine Figur machen? Wir haben zwar Figuren sich schon von Schlimmerem erholen sehen (Olivers Fall vom Berg in Nanda Parbat und Felicitys Lähmung), aber man wird in Staffel sechs den Verdacht nicht los, dass Darsteller auch einmal genug von einer Serie haben könnten oder die Autoren Figuren rausschreiben. Nun ist also Diggle wieder dran, aber das ist noch längst nicht alles, was mit dem Charakter passieren soll.

Blaues Auge

William (Jack Moore) bleibt weiter ein großer Teil der Geschichte. Die Kritik am Darsteller aus der letzten Folge möchte ich diesmal etwas revidieren und denke, dass er sein Bestes gibt und diesmal etwas besser performt hat. Allerdings darf die Frage erlaubt sein, ob man die zeitfressenden und bisweilen langweiligen Flashbacks nicht einfach durch langweilige und zeitfressende William-Oliver-Passagen ersetzt. In dieser Folge geht das sogar noch, aber in Zukunft könnte es auf die Nerven gehen.

William zieht sich in der Schule nach dem angeblichen Outing seines Vaters ein blaues Auge zu und Oliver hat Probleme eine Ebene mit ihm zu finden, bis er herausfindet, dass es 8. Klässler waren. William würde gerne kämpfen lernen, darum rät Oliver ihm zu Gefängnistaktiken: Er soll sich den größten aussuchen und ihm eins auf die Nase geben, das soll Wunder wirken und ist bestimmt auch noch nie im Leben schief gegangen oder hat sich gerächt. Die von seinem Team verbreitete Geschichte zu Samantha ist im übrigen, dass sie in einem überraschenden Autounfall (ohne Leiche) gestorben sei.

Zurück zu Oliver als Vater in der Ausbildung: Diesmal schlägt er sich besser, auch wenn sein Ratschlag ziemlich brachial klingt, anscheinend erreicht er seinen Sohn aktuell aber nur so, denn er versucht es mit den verschiedensten Mitteln zu William durchzudringen, der immer noch und verständlicherweise Angst hat. Davor, dass er eine Vollwaise wird, weil er wissen dürfte, wer sein Vater in Wirklichkeit ist und das jeder Anruf nach dem er sich schnell verabschieden muss, das letzte Lebenszeichen sein könnte. Da auch das FBI William gerne als Zeugen befragen möchte, muss Oliver sich etwas einfallen lassen, wie die Outing-Geschichte erledigt wird.

Gift und Gegengift

Szenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Tribute“
Szenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Tribute“ - © The CW

Der letzte entführte Markovier wird von Anatoly mit einem Gift injiziert, das ihn innerhalb von Stunden töten soll. Doch die Brains des Teams finden ein Gegengift und Oliver und Diggle machen sich auf die Suche nach ihm, um den Wettlauf mit Zeit zu gewinnen.

Warum macht Anatoly so etwas? Der Ex-Pate der Bratva gilt als schwach, weil er mit Oliver befreundet war und will nun seine Stärke demonstrieren, doch Oliver gibt ihm nicht was er will. Doch wenn er kein Geld aus der Sache mitnimmt und Oliver den Entführten einfach per Pfeilinjektion heilt, dann bringt Anatoly die Geisel eben um und erteilt Oliver so eine Lektion.

Bis dahin hält sich Anatoly auch für einen ehrenhaften Menschen, lässt aber auch Bedrohungen in Richtung William durchblitzen, die Oliver Sorgen zu machen scheinen. So trennen sich die Wege wieder.

Dem FBI und der Öffentlichkeit wird durch die Nachrichten der Beweis erbracht, dass das Bild manipuliert wurde, doch weiterhin steht zur Debatte, wer Anatolys Strippen zieht und Oliver Schaden zufügen möchte. Das bleibt ein Rätsel für eine andere Folge.

Olivers Lektion aus dem Wiedersehen mit Anatoly und dem Fast-Outing ist, dass er sich als Green Arrow zurückziehen möchte und für ihn kommt nur Diggle als Nachfolger in Frage, statt Oliver jedoch von seinen Problemen zu erzählen, schlägt er ein. Die Katastrophe wartet also schon in den Startlöchen und wir können nur hoffen, dass es für Diggle nicht tragisch endet. Hätte die Serie nicht Roy Harper verheizt, hätte man ihn natürlich auch als Nachfolger in Stellung bringen können. Allerdings dürfte das, wie auch schon der Cliffhanger zuvor nur ein Set-Up für die nächste Folge sein, wo schnell klar werden dürfte, dass es keine gute Idee ist und Oliver weitermachen muss. Denn wenn Diggle schon keinen Abzug drücken kann, wie soll er dann mit einem Bogen umgehen können?

Fazit

Szenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Tribute“
Szenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Tribute“ - © The CW

Nett, mehr aber auch nicht. Die Folge Tribute ist eine unaufgeregte Episode, die sich um Charakterarbeit bemüht und Olivers Vatersorgen, einige Altlasten und ein paar Nachwehen von den Ereignissen auf der Insel aufgreift. Tut nicht weh, ragt aber auch nicht heraus.

Trailer zur Episode Next of Kin der Serie Arrow (6x03):

Verfasser: Adam Arndt am Freitag, 20. Oktober 2017

Arrow 6x02 Trailer

Episode
Staffel 6, Episode 2
(Arrow 6x02)
Deutscher Titel der Episode
Von Gefahr zu Gefahr
Titel der Episode im Original
Tribute
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 19. Oktober 2017 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 14. August 2018
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Dienstag, 14. August 2018
Regisseur
Laura Belsey

Schauspieler in der Episode Arrow 6x02

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