Arrow 6x03

© zenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Next of Kin“ (c) The CW
Willkommen in der Ära von John Diggle (David Ramsey) als Green Arrow. Diese beginnt in der Arrow-Episode Next of Kin und man kann gespannt sein, wie lange sie halten wird. Wir erinnern uns, dass Diggle wegen eines Tremors aktuell einige Ladehemmungen im Einsatz hat, das tritt auch in dieser Episode wieder auf und mindert sein Handlungsvermögen in der Hitze des Gefechts.
Das Team muss sich zunächst einmal daran gewöhnen, dass nun eine andere Person das Sagen hat und einer neuen Dynamik unterordnen, auch wenn Diggle natürlich auch in früheren Situationen schon der Leitwolf war und es deswegen in meinen Augen etwas erzwungen wirkt, ihm jetzt Führungsprobleme in den Weg zu räumen. Dazu kommt die Tatsache, die die Öffentlichkeit, die man davon überzeugen wollte, dass Oliver (Stephen Amell) nicht Green Arrow ist, merken könnte, dass sich das Verhalten des maskierten Stadtbeschützers verändert hat - und seine Statur auch. Der bulligere Arrow verschießt aktuell keine Pfeile, weil Diggle einfach eher der Pistolentyp ist. Doch auch daran soll noch gearbeitet werden. Dinah (Juliana Harkavy) fragt ihn in einer ruhigen Minute nach seiner Verletzung und warum er die Nachfolge nicht abgelehnt hat, doch Diggle begründet dies damit, dass Oliver ihn gebraucht hat, denn der muss sich um Sohn William kümmern.
Vatersorgen
Diesmal geht es nicht um ein blaues Auge, sondern um herausfordernden Mathestoff, bei dem Oliver seinem Sohn nicht tatkräftig helfen kann, weil er keine Ahnung davon hat. Also wird Felicity (Emily Bett Rickards) als Tutorin angeheuert, mit der sich William auf Anhieb versteht und die die Noten hochkurbelt. Nebenbei nutzen die Autoren die Gelegenheit die alte Olicity-Beziehung wieder anzufeuern, in dem sie seinen Wohnungsschlüssel bekommt und Teil vom Leben der Queen-Männer werden soll.
Wie das Paar in der aktuellen Staffel charakterisiert wird, ist eigentlich okay, kritisch wird es nur, wenn hier wieder Drama um Geheimniskrämerei ausgepackt wird, wovon jedoch aktuell noch keine Spur ist, diese Staffel scheint Diggle die Geheimnisse zu verbergen.
Ganz witzig ist übrigens auch, dass Felicity für ihre Firma Namensvorschläge sucht und zumindest „Oracle“ schon einmal ganz eindeutig ausgeschlossen hat.

Onyx

Das Team wird derweil von einer gewissen Onyx Adams (Chastity Dotson) in Schach gehalten, die bei Kord Industries einbricht, dort geheime Dokumente mit tödlichen Informationen entwendet und es auf ein Gas abgesehen hat, mit dem sie ihre Ex-Kollegen niederstrecken möchte, wobei natürlich auch Gefahr für die Bürger Star Citys besteht.
In einer Situation, in der Diggle eine Entscheidung zur Verfolgung der Angreiferin oder des Gases geht, friert der neue Green Arrow ein, was zur Explosion eines Lastwagens mit der tödlichen Beute und viel Kritik aus den eigenen Teamreihen führt. Besonders Rene (Rick Gonzalez) kann schwer nachvollziehen, was in Diggles Kopf passiert, weil er - anders als Dinah - offenbar keinerlei Veränderung festgestellt hat. Jetzt lässt sich das aber nicht mehr vermeiden.
Dinah deckt ihn zwar, des Teamfriedens willen, möchte aber wissen, ob sich seine körperliche Limitierung inzwischen auch auf seinen geistigen Zustand auswirkt. Johns Erklärung wirkt in meinen Augen reichlich von den Autoren konstruiert und passt nicht mit seiner Charakterisierung in der Vergangenheit zusammen. Plötzlich heißt es aus seinem Mund, dass er zuvor in seiner Zeit beim Milität immer Bestätigung durch eine zweite Person für seine Entscheidungen erhalten hat, aber im Green-Arrow-Kontext haben wir in zahlreichen Gelegenheiten das Gegenteil gesehen. Diggle war also oft fähig eigenständige Entscheidungen zu treffen. Manchmal kennen die Autoren ihre eigene Figur nicht oder drücken sie in Bahnen, die die Zuschauer verwirren können.
Brooding

Rene scheint derweil keine Fehler zu verzeihen, denn er wendet sich direkt an Oliver und fordert dessen Rückkehr unter die Kapuze, das führt allerdings nur zu einem Gespräch, in dem einige überfällige Themen angesprochen werden. Etwa der Fakt, dass auch Diggle Familie hat, denn John Jr. und Lyla sollten für John ebenso wichtig sein, wie William für Oliver. Das sieht Oliver auch selbst ein. Insgesamt wirkt diese Version von Oliver Queen bereit Verantwortung zu teilen, er kann Wertschätzung für seine Kollegen und Freunde in Worte zu fassen und will die Bürde nicht mehr alleine tragen. In der Vergangenheit gab es oft die Momente, in denen sich das rächen sollte und es wirkt so, dass das unvermeidbar ist, aber man kann sich gerne eines besseren Belehren lassen.
Diggle schwärmt er vor, dass er es war, der seine Entscheidung beeinflusst hat, zum Vigilante zu werden, weil er ihm die Augen bezüglich der Liste und des blinden Verfolgens der Namen darauf öffnete. Diggle merkt nämlich, dass die Chefposition auch enormen Stress mitbringt und respektiert seinen Freund und dessen Instinkt umso mehr dafür. Vorerst bleibt Diggle also im Kostüm und erhält Olivers Segen, weswegen nun nur noch Onyx gestellt werden muss.
Anti-Vigilante-Laws
Als Bürgermeister ist Oliver damit beschäftigt, seinem Freund das FBI und die Politik vom Leib zu halten. Agent Watson meldet sich wieder und hat den Bürgermeister im Auge und bemerkt ebenfalls den fehlenden Einsatz von Pfeilen.
Zudem wird wieder an neuen Gesetzen gearbeitet, die die maskierten Individuen härter anpacken sollen, doch weil Diggle den Job übernimmt, ist Oliver dagegen, dass man solche Gesetzesentwürfe unterstützt, auch wenn Quentin (Paul Blackthorne) meint, dass man sie so auf diesem Wege für den eigenen Zweck gestalten könnte. Olivers Lösung lautet den Vorschlag per Veto zum Volksentscheid zu bringen und so sollen die Leute in Star City entscheiden, was ihr Wille ist. Die Rettungsaktionen der vergangenen Jahre legen den Verdacht nahe, dass sie dagegen Stimmen würden, nun muss sich zeigen, ob er recht behält oder eine Überraschung droht.
Handle the gas!

Als es im Kampf gegen Onyx ernst wird, hadert Diggle erneut kurz mit sich, kann sich dann aber doch zu Befehlen durchringen, wobei das Team sich um das gefährliche Gas kümmern soll, was Canary zunächst macht und später Onyx Waffen genutzt werden, um den Rest der Substanz loszuwerden und die Gäste einer Veranstaltung zu retten.
Eine coole Actionidee stellt der Kampf zwischen Diggle und Onyx im Auto dar, der clever inszeniert und gelöst ist und Diggle dann doch den Tag und den Ex-Kollegen der Angreiferin retten darf.
Grey Monster
Das darf auch einmal in der Arrow-Höhle gefeiert werden und die Tech-Nerds haben eine Lösung für die fehlenden Pfeile entwickelt: das Grey Monster. Diese Waffe ist auf die Bedürfnisse von Diggle eingestellt und er demonstriert zugleich, dass es sich um eine perfekte Kombo handelt. An dieser Stelle überrascht seine Treffsicherheit, denn der Tremor scheint überwunden, doch in der letzten Szene der Folge sehen wir, dass das seinen Preis hat.
Diggle besorgt sich ein illegales Schmerzmittel in einer finsteren Ecke der Stadt und kommt wohl nur damit klar. Als Comickenner fällt mir hier sofort die Assoziation rund um Green-Arrows-Sidekick Speedy (aka Roy Harper) ein. In der TV-Variante hat man bei ihm auf eine Drogensucht verzichtet und ihn stattdessen als Mirakuru-Opfer präsentiert, scheint so, als würde das Drogenproblem nun an Diggle gehen. Tatsächlich weiß ich nicht, ob ich das sonderlich gut finde. Zudem zählt auch die FBI-Agentin schnell zusammen, dass Oliver jemanden schützen möchte und schließt auf Diggle. Hier droht also noch ordentlich Ärger von mehreren Flanken.
Fazit

Ich mag es, dass Diggle mehr im Mittelpunkt der Serie steht, kann aber nicht übersehen, dass die Charakterisierung teilweise nicht stimmig ist oder bereits bekannten Seiten der Figur widerspricht. Darüber hinaus ist die sechste Staffel der Serie in ihrer Anfangsphase sehr generisch und austauschbar. Die Serienmacher haben vom Sender den Auftrag die Serie weiterzuführen, auch wenn nach fünf Staffeln das große erste Kapitel zu Ende ist, wie manch andere langlebige The CW-Genreserie (Supernatural, Smallville, The Vampire Diaries) gilt es nun herauszufinden, ob es noch einen zweiten Frühling geben kann. Bei manchen Serien hat es geklappt und klappt es immer noch, bei anderen wäre ein früheres Ende vielleicht gar nicht so schlecht gewesen.
Dabei ist die sechste Staffel gar nicht sonderlich schlecht bisher, aber eben in einer schwierigen Make-or-Break-Phase. Interessant ist auch, dass der Big Bad bisher so überhaupt keine Rolle spielt, wobei bereits einige vielversprechende Neuverpflichtungen für die Staffel bekannt sind. Warten wir diese Debüts vielleicht einfach ab, ehe wir die Staffel verfrüht abschreiben.
Verfasser: Adam Arndt am Freitag, 27. Oktober 2017Arrow 6x03 Trailer
(Arrow 6x03)
Schauspieler in der Episode Arrow 6x03
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