Arrow 5x12

© zenenfoto aus der âArrowâ-Episode âBratvaâ / (c) The CW
Einmal Bratva, immer Bratva? Oliver (Stephen Amell) verfolgt seine Mitgliedschaft in der Russenmafia bis in die Gegenwart und sucht ihn immer wieder heim, wobei sich das auch als nĂŒtzliches Laster herausstellen kann, wie in der neuen Arrow-Folge demonstriert wird. Denn General Walker, der aktuelle Erzfeind von John Diggle (David Ramsey) möchte mit den Rebellen ins GeschĂ€ft kommen und ihnen die Waffe verkaufen, fĂŒr die er John in den Knast gebracht hat. Also steht fĂŒr das Team eine Reise nach Russland an, per BĂŒrgermeister-Flieger.
Quentin (Paul Blackthorne) wird nach einiger Zeit wieder aus der Reha-Klinik entlassen wird und kĂŒmmert sich um seinen Job als rechte Hand des BĂŒrgermeisters. Dazu gehört auch sich den Fragen von Olivers Freundin und Reporterin Susan (Carly Pope) zu stellen. Er möchte sich von ihr interviewen lassen, braucht dafĂŒr aber dringend Nachhilfe. Die soll ihm ausgerechnet Rene (Rick Gonzalez) geben, der als einziger aus dem Team zurĂŒckbleibt und die politische Seite des Teams im Auge behĂ€lt.
Die Beziehung zwischen Oliver und Susan ist derweil noch nicht ĂŒber ein paar KĂŒsse hinausgegangen, was sie auch anmerkt und etwas Druck macht, mit Erfolg, wie das Episodenende zeigt. Druck macht sie auch auf DA Chase im Fall Detective Malone, doch dazu gibt es keine fĂŒr die Ăffentlichkeit bestimmten Neuigkeiten.
Wiedersehen mit Anatoly
Die Mission nach Russland muss inkognito ablaufen, das bedeutet niemand darf wissen, dass Oliver Queen dort ist, auch Green Arrow ist tabu (wobei man dann vielleicht nicht die Dienstmaschine hĂ€tte nehmen sollen), Argus kann ebenfalls nicht helfen, weil man sonst eine diplomatische Krise riskieren wĂŒrde. AuĂerdem ist auch Team-Rookie Dinah (Juliana Harkavy) dabei, die sich als Black Canary in spe beweisen darf.
Das Wiedersehen mit Anatoly (David Nykl) verlĂ€uft so lala und mĂŒndet mit einer Backpfeiffe von Anatoly, wegen einer frĂŒheren Verfehlung, die wir noch in den Flashbacks sehen werden. Oliver möchte einen Gefallen einfordern, weil er sich um den Pakhan Gregor gekĂŒmmert hat, der gemeinsame Sache mit Kovar machte. FĂŒr Anatoly gilt aber das alte Bratva-Prinzip, hilfst du mir, so helfe ich dir und er mahnt zur Eile, denn sonst ist alle MĂŒh' umsonst.
Felicity, die Erpresserin und Diggle, der Berserker

In Russland sucht das Team nach Hinweisen zum Waffendeal, wobei Dinah einen guten Hinweis aus ihrer Polizeiarbeit einbringt und Felicity (Emily Bett Rickards) auf eine Spur und eine Idee bringt. Dabei sollen Rory (Joe Dinicol) und Curtis (Echo Kellum) harte Bratva-Typen spielen. Denn wie man annehmen kann und spÀter bestÀtigt wird, setzt Felicity das Wissen von ihrem Top-Secret-USB-Stick ein, um andere Leute zu erpressen. Der russische Familienvater gibt ihr also aus Angst vor einem Leak seine ZugÀnge, was zwar dem Team hilft, die Frau jedoch wieder mal auf dunklen Pfaden wandern lÀsst. Das geht auch an Rory nicht unbemerkt vorbei, der sie spÀter darauf anspricht und so von der mÀchtigen Informationsquelle erfÀhrt.
Dinah hilft derweil Ollie und Diggle beim Angriff auf Walker und seine MĂ€nner, wobei einer der Soldaten gefangen und vernommen werden kann. WĂ€hrend Oliver ihm etwas Angst macht, ihm aber eigentlich keinen unnötigen körperlichen Schaden zufĂŒgt, wirkt Diggle sofort sehr unruhig und ungeduldig, was sich spĂ€ter auch in einem gewalttĂ€tigen Wutausbruch entlĂ€dt.
Das Abrutschen seiner Freunde in eine moralische ihm immer nÀher gehende Richtung belastet Ollie, wobei er sich Dinah anvertraut, die ihm mitteilt, dass das sein Einfluss ist. Er selbst will jedoch, dass die beiden besser sind als das und hofft, dass sie sich wieder fangen.
Das Verhalten seiner GefĂ€hrten sorgt dafĂŒr, dass Oliver den Pakt mit Anatoly und der Bratva eingehen will, der dann auch einen Haufen williger Helfer mitbringt, um sich Walker und Co. anzunehmen. Allerdings erst, nachdem Oliver einem Rivalen in Anatolys Auftrag klar gemacht hat, wer im Bratva-Gebiet das Sagen hat.
Dinah gibt Oliver auĂerdem mit auf den Weg, dass er sich zu sehr auf seine Fehler und nicht auf seine Erfolge fokussiert. Das ist ein Satz, den wir auch schon andernorts gehört haben. Sie fĂŒgt sich jedenfalls schnell als wertiges Mitglied ins Team ein, bringt ihre Expertise mit und trĂ€gt irgendwann auch eine Maske (beim ersten Eingreifen ĂŒbrigens nicht). Der Einsatz von Masken zum IdentitĂ€tsschutz ist seit Beginn der Serie so eine Sache und immer wieder werden unĂŒberlegte Aktionen der Charaktere begangen. So demaskiert sich Diggle hier etwa leichtfertig vor Walker, obwohl die Mission noch lange nicht gemeistert wurde und obwohl es eigentlich keinen logischen Grund dafĂŒr gibt, auĂer seine Wut und Leidenschaft, es ihm unter die Nase zu reiben.
Das ist töricht, wenn man bedenkt, dass er wochenlang im Knast saĂ und von seiner Familie getrennt wurde und stets fĂŒrchten musste, dass man ihnen etwas antut.
Der Deal mit den Russen/Markovianer lĂ€uft ĂŒber die BĂŒhne, doch ist eigentlich nur ein TĂ€uschungsmanöver, denn die korrupten MilitĂ€rs verkaufen die Waffe, nur um sie anschlieĂend wieder zu stehlen. Diesmal Ă€ndert sich der Ablauf jedoch, wegen des Arrow-Teams und Felicity und Rory finden die Bombe, deren Countdown lĂ€uft und bald droht zu explodieren. Es liegt an Ragman die Explosion in einer Verzweiflungstat zu absorbieren, was uns daran erinnert, wie mĂ€chtig die Figur zu sein scheint. Doch spĂ€ter kommt heraus, dass das nicht ohne Folgen und Kosten bleibt, denn das KostĂŒm von Ragman lĂ€sst sich bei der RĂŒckkehr nicht mehr aktivieren, was eine Zwangspause oder das Heldenende fĂŒr ihn bedeutet.
Wild Dog und Wild Quentin
Rene gibt sein bestes, um Quentin auf unangenehme Fragen bezĂŒglich seines Alkoholismus und dem Tod seiner Tochter vorzubereiten, doch erntet einen Ausraster des ehemaligen Polizisten. Doch besser so, als in einer Live-Situation und so entschuldigt er sich spĂ€ter bei ihm und sie bereiten sich weiter vor. Nach dem Interview kommt heraus, dass Quentin einen jungen Rene einst zur Seite genommen hat, und ihm die Botschaft auf dem Weg mitgab, dass aus ihm noch etwas werden kann. Also gibt Wild Dog ihm nun einen verspĂ€teten Dank mit auf den Weg. Die Interaktion der beiden macht SpaĂ, besonders Renes Sticheleien und sein Spitzname fĂŒr Quentin, der ausgerechnet Hoss ist.
Nach der RĂŒckkehr aus Russland wird gefeiert: Oliver und Susan besiegeln den Erfolg mit einem SchĂ€ferstĂŒndchen, wobei sie ihre Neugier bezĂŒglich seines Inselaufenthalts und seiner Tattoos nicht verbergen kann, er sie aber nicht einweihen will. Ich ahne schon ein Liebesdreieck mit Dinah vorher, die auch noch ein Ă€hnlicher Typ wie Susan ist.

Hinter Olivers RĂŒcken laufen ihre Recherchen allerdings weiter und sie findet heraus, dass Oliver und Green Arrow zufĂ€llig zur gleichen Zeit in Russland waren, woraus sich leicht schlussfolgern lĂ€sst, dass die beiden ein und die selbe Person sind. So viel also zur Geheimhaltung.
Felicity hat derweil noch nicht genug vom Thrill der Gefahr und wird wieder von der Hackivistin kontaktiert. Was muss allerdings noch passieren, damit sie einsieht, dass sie ein Spiel mit dem Feuer spielt. Rory musste dafĂŒr bereits bezahlen.
Liste oder Bratva-Treue?

Talia (Lexa Doig) macht derweil weiter mit Olivers Ausbildung zum Proto-Arrow und hat sich dabei ein paar Drogendealer ausgesucht, die als ZielĂŒbung dienen. Sie fĂŒhrt ihm eine Droge vor Augen, die Thea damals genommen hat. Statt jedoch das Problem, also den Drogenfluss- und Handel an den Hörnern zu packen, hat er kurzsichtig einen Dealer getötet und angenommen, dass somit auch die Gefahr verschwindet. Das gleicht er spĂ€ter aus, in dem er ein hohes Tier mit drei Pfeilen ins Herz aus dem Verkehr zieht und seine alte Catchphrase „You have failed Starling City“ zum besten geben darf.
Nun steht er vor der Entscheidung, ob er das VermĂ€chtnis seines Vaters annimmt, oder seine Versprechen der Bratva gegenĂŒber einlöst, dass ihm viel Kopfschmerzen und andere Verletzungen und Verluste beschert hat. Aktuell rĂŒckt der Racheplan gegen Kovar gefĂŒhlt etwas in den Hintergrund. Doch dann sehen wir noch, dass Anatoly im Krankenhaus liegt, weil er Gregor konfrontiert hat. Mit seinen neuen FĂ€higkeit hat es Oliver auf den Bratva-Paten abgesehen und plant seinen Tod. Damit auch klar, warum sich seine RĂŒckkehr nach Starling City noch etwas verzögert hat.

Talias Rolle könnte in meinen Augen noch etwas gröĂere ausfallen, wobei man nach zwei Episoden wohl noch etwas Geduld aufbringen muss und es ja schon mehrere Andeutungen gab, dass sie eine Rolle bei der Ausbildung von Prometheus gespielt haben könnte. Insgesamt sind auch wieder ein paar mehr Hinweise zum Big Bad notwendig, nun da wir mehr als die HĂ€lfte der Staffel bereits hinter uns haben.
Fazit

Ein netter Ausflug nach Russland, das ist die Episode Bratva in der sich einige Figuren etwas merkwĂŒrdig verhalten haben und sich und andere selbst sabotiert haben. TatsĂ€chlich hat mir die kleine Nebenstory rund um Rene und Quentin mit am besten gefallen, wĂ€hrend es mir um Rory und seine KrĂ€fte leid tut, vielleicht haben die Autoren aber auch erkannt, dass er zu mĂ€chtig war und mussten ihn aus dem Spiel nehmen.
Dinah ist - sofern man das nach so kurzer Zeit beurteilen kann - eine nette VerstĂ€rkung fĂŒr das Team und Susan könnte bald fĂŒr so viel Ărger sorgen, wie Prometheus. Man male sich nur einmal aus, sie wittert eine Top Story und möchte im Fernsehen verraten, wer Oliver wirklich ist. Auch wenn wir es hier nicht mit der allerstĂ€rksten Arrow-Episode zu tun haben, mag ich die Phase nach dem Midseason-Finale bisher ganz gerne.
Trailer zur Episode Spectre of the Gun der Serie Arrow (5x13):
Verfasser: Adam Arndt am Donnerstag, 9. Februar 2017Arrow 5x12 Trailer
(Arrow 5x12)
Schauspieler in der Episode Arrow 5x12
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?