Arrow 5x11

© zenenbild aus der Arrow-Episode „Second Chances“ / (c) The CW
Wer wird die neue Black Canary? Die Episode Second Chances verschwendet wenig Zeit die Kandidaten, die ohnehin nicht Olivers (Stephen Amell) hohen Erwartungen gerecht werden können, vorzustellen und schon bald ist nur noch Tina Boland (Juliana Harkavy) übrig, die wir in der letzten Folge schon kurz gesehen haben. Am Anfang der neuen Episode erfahren wir nun mehr zu ihren Hintergründen und wie sie zu dem wurde, was sie ist.
Die Ex-Polizistin aus Central City hat vor drei Jahren durch den Partikelbeschleuniger ihre Schreifähigkeiten erhalten und ist somit ein Metahuman. Bei einem Undercovereinsatz gerät sie in Gefangenschaft und ihr Partner (und Liebhaber) Vinnie wird vor ihren Augen umgebracht. Also verschreibt sie sich der Rache und jagt alle, die damit zu tun hatten.
Das Arrow-Team wird durch Curtis' (Echo Kellum) Netzrecherchen auf sie aufmerksam, da sie seit Jahren quer durch Amerika streift und böse Buben verprügelt. Sie bringt ohnehin schon einige Zutaten mit, die man als Canary braucht: Kampfskills, eine Lederjacke und den Schrei. Fehlt eigentlich nur noch die blonde Perücke und die Dominomaske zum Glück. Rene (Rick Gonzalez), Curtis und Oliver reisen also nach Hub City um ihr ein Angebot zu machen, dass sie bestimmt erstmal ausschlagen wird, sonst wäre es auch eine kurze Episode.
Diggle am Digglen
Auch bei Diggle gibt es Neuigkeiten, denn Adrian Chase (Josh Segarra) tut sein bestes, um ihn rauszuboxen. Doch der General scheint kaum Schwachstellen zu haben, wenn man nur jemanden hätte der die NSA hacken könnte. Nebenbei macht Diggle Oliver noch klar, dass es nicht darum geht jemanden zu finden, der Laurel ersetzt, sondern ihr Vermächtnis als Black Canary fortführt, was zwei verschiedene Paar Schuhe sind.
Felicity hackt also erst einmal den Computer des Bezirkstaatsanwalts, um dann die NSA anzugreifen. Dort merkt sie jedoch, dass die Walkers Akte gelöscht wurde und das mit Absicht. Doc sie gibt nicht auf und buddelt weiter. Dabei stößt sie dann auf eine mysteriöse Person, die sich im echten Leben treffen und ihr helfen will. Beim Treffen und insgesamt gibt ihr Rory (Joe Dinicol) Rückendeckung. Er holt nicht nur Burger, sondern wartet auch im Wagen, um notfalls eingreifen zu können, falls das Treffen schief geht.
Doch die Sorge ist unbegründet und Felicity trifft auf ein Hacktivist-Fan-Girl, dass die Hackleidenschaft in Felicity gerne wieder wecken würde. Zufällig hat sie einen mächtigen USB-Stick dabei, mit dessen Hilfe sie nicht nur Diggle aus dem Knast holen, sondern auch Staatsoberhäupter zu Fall bringen und andere Umstürze bewirken kann.
Ich kann mir schon die Reaktion der Figurenhasser vorstellen: „Kann sie nicht schon eh alles?“ Hier stimme ich allerdings zu. Sonst schafft sie es sich in Sekunden überall Zutritt zu verschaffen und nun wird sie mit Macht ausgestattet, die selbst die beste und moralistische Person in Versuchung führen könnte. Es scheint, als wolle man Felicity prüfen und schauen, in wie weit ihre Rachegedanken bezüglich Billy noch vorhanden sind und ob die Informationen im Fall Prometheus weiterhelfen können oder sie bald auf dunklen Pfaden wandeln könnte. Denn nur weil sie Zugriff auf Informationen hat, müssen die nicht zwangsläufig stimmen. Wer weiß, vielleicht ist das nur eine neue Intrige des Big Bad. Es wäre nicht die erste.
Blitz Cameo
Oliver möchte mehr über Tinas Vergangenheit erfahren und ruft bei der Central City Police an, wo er mit Captain Singh spricht, der erst einmal wissen muss, ob er wirklich mit Green Arrow spricht. Ein blitzschneller Gastauftritt des Flash, der wahrscheinlich ohne die Beteiligung des echten Grant Gustin entstand, versichert ihm „He's legit“ (man kann ihm trauen). So erfährt Oliver über ihre Vergangenheit als Polizeitbeamtin und ihre tragische Geschichte, sowie ihre Vertrauenswürdigkeit.
Avenging Canary

Das Team verfolgt sie bis in ihre Absteige, wo sie einen Peiniger aus dem Episodenbeginn in ihrer Gewalt hat und ihren Schrei an ihm anwendet - mit tödlichen Folgen für ihn. Immerhin kritisiert Oliver, dass sie ihn tötet und auch er setzt nur seine Gummipfeile ein, um sie an der Flucht zu hindern. Er versucht ihr zu verdeutlichen, dass er und auch Teile des Teams ähnliche tragische Momente erlebt haben, dennoch scheitert der erste Versuch der kostümierten Recken sie ins Team zu holen, trotz Metakräfteblocker.
Also gönnt man sich eine Burgerpause und bleibt dran, wobei ein gewisser Sean Sonus (aka der Schurke Discord) bald mit Tina in Verbindung gebracht wird. Der steckt hinter der perfiden Droge Slide, die so heißt, weil sie die jungen Menschen besonders schnell abhängig machen soll, wie der Thrill einer Rutsche.
Rene äußert nach der Rekrutierungspleite seine Bedenken bezüglich Olivers Bemühungen, natürlich auch, weil er Laurel nicht kannte und demnach nicht versteht, was sie für das alte Team bedeutete. Curtis meint derweil, dass dieses Team aus Leuten besteht, die sich eine zweite Chance verdient hätte, selbst wenn manche psychologisch nicht ganz stabil sind, was eben auch auf einen gewissen Wild Dog zutrifft.
Die Spur zum Drogendealer ist schnell gefunden und der stellt sich als waschechter Meta-Human heraus, der das Team damit überrumpeln und fliehen kann. Da Tina weiß, wo die nächste Drogenlieferung ankommt, folgt der erneute Appell durch Oliver die Kräfte zu bündeln. Dass Oliver es ernst meint, sieht man dadurch, dass er sich kurz nach dem Kennenlernen schon vor ihr demaskiert und sie über seine fünf höllischen Lehrjahre fernab von der Heimat einweiht. Die störrische Dame will aber nicht, dass er seine Dämonen auf sie projiziert und sieht vorerst die Chance auf ihre Rache. Doch Olivers Argument, dass ihre Kräfte und ein Alleingang zur Gefahr werden könnte, überzeugt sie dann wohl doch zum Team-Up, wenn er danach abzieht.
Per Hubschrauber, der eine Stunde zu später kommt, was erst einmal 100.000 Dollar weniger bedeutet, soll die Lieferung kommen, doch das Arrow-Team stellt sich dem Meta-Drogendealer entgegen, der jedoch durch den Meta-Kräfteblocker weitaus harmloser gemacht werden kann, als noch beim ersten Treffen. Oliver kümmert sich um den Hubschreiber, wobei ein Explosivpfeil ihn zum Absturz bringt. Was cool aussieht, hat wahrscheinlich den Tod der Insassen zufolge, was aber wohl hingenommen werden soll, außer ich habe verpasst, wie die Besatzung von Bord ging.
Das wirkt auf mich deswegen auch etwas unpassend, weil Oliver kurz darauf versucht Tina davon zu überzeugen, Sonus nicht zu erschießen. Er versucht den Wunsch ihres Partners als Beruhigungsphrase einzusetzen, das hat aber den gegenteiligen Effekt und sie drückt kaltblütig mehrfach ab. Statt sie, wie es Renes Impuls ist, aufzuhalten, lässt Oliver sie gehen.
Eine solche Situation gab es nun schon des Öfteren bei Arrow und sie gehört wohl zum TV-Genre moderner Superhelden, dennoch muss ich immer kurz hinterfragen, warum Blutrache einfach ungestraft bleiben soll.
Daughter of the Demon

Die Flashbacks zentrieren sich diesmal um das Auftauchen von Talia Al Ghul (Lexa Doig), die gründlich über Olivers Pfad in den letzten fünf Jahren Bescheid weiß. Spannend ist die Tatsache, dass sie sich als Lehrmeisterin von Yao Fei (Byron Mann) zu erkennen gibt, während die League of Assassins ihres Vaters kaum eine Rolle spielt oder besser gesagt nur implizit in ihren Botschaften mitschwingt. Sie will Oliver helfen, denn sie glaube, dass die Welt Menschen wie ihn braucht, was jedoch seinen Preis hat, nämlich den Mord an einen von Kovars Komplizen.
Talia sieht aus wie eine Mischung aus League und Yao Fei und gemeinsam kämpfen sie sich durch, wobei es einen schönen Fake-One-Shot-Kampf gibt, bei dem es die meiste Zeit so aussieht, als würde Amell selbst aktiv sein.
Da Oliver ständig nach neuen Kämpfen zu suchen scheint, schlägt sie ihm vor, sich zu verändern. Von ihr stammt also die Inspiration die Liste zu bearbeiteten, von ihr erhält er das Proto-Arrow-Kostüm und den Bogen und von ihr stammen auch die Worte, die man im Vorspann hören kann („must become something else, must become something else“). Die Befreiung des inneren Monsters will sie ihm also beibringen und hat dafür nun noch eine halbe Staffel Zeit, wenn sie uns überhaupt so lange erhalten bleibt.
Neue Frauenpower
Die Schauspielerin der Talia hat etwas und weiß mir zumindest zu gefallen, sie ist sehr von sich überzeugt und scheint auf eigenen Beinen zu stehen und nicht unbedingt mit ihrem Vater verbandelt zu sein. Die schauspielerische Leistung passt ebenfalls und die mysteriöse Aura funktioniert gut.
Talia wird als äußerst fähig dargestellt, was die Autoren auch bei Tina versuchen, wobei sie sich dort einem härteren Kampf stellen müssen, denn die Fans der Serie und der Comics sind trotz schwieriger Anfangszeit so an Laurel gewöhnt, dass es manchen schwerfallen wird, jemand anderes als Black Canary zu akzeptieren.
Deswegen bedient man sich auch einer Wendung, die man so nicht unbedingt hat kommen sehen. Nach ihrer verübten Rache besucht „Tina“ Bürgermeister Queen und scheint bereit für einen Anschluss ans Team zu sein. Oliver versichert ihr, dass ein Kampf gegen den Abschaum der Stadt besser funktioniert, wenn man das ganze nicht auf sich allein gestellt machen muss. Sie verdient sich also eine zweite Chance. Außerdem und das ist die Wendung: Ist ihr echter Name Dinah Drake. Damit heißt sie nicht nur wie Dinah „Laurel“ Lance, sondern es handelt sich, laut Comicvorlage um die weniger bekannte erste Black Canary aus dem Golden Age, die es entsprechend seit 1947 gibt. Trotz dieses Fakts dürfte es ein schwieriges Unterfangen sein, aus ihr den Erben des Titels zu machen, besonders, wenn Katie Cassidy doch den besonderen Vertrag hat, der Auftritte in allen Arrowverse-Serien ermöglicht.
Apropos Frauenpower: Wie bereits erwähnt hat Felicity mit dem USB-Stick nun eine völlig neue Ressource, die John Diggle auch aus dem Knast holen und ihn mit seiner Familie vereinen kann. Das ist schön für die Diggles. Doch Felicity muss aufpassen, dass sie nicht bald selbst hinter schwedischen Gardinen sitzt, wenn sie die Hackervergangenheit einholt.
Fazit
Second Chances zeigt nicht nur, dass alle im Arrow-Team eine zweite Chance verdient haben, sondern stellt auch ein paar neue Frauen vor, die die Serie in Zukunft mitprägen könnten, auch wenn manche Zuschauer den Verstärkungen wohl kritisch gegenüber stehen könnten.
Falls die Diggle-Storyline damit wirklich abgeschlossen ist, wirkt das ganze wie Zeitschinderei, doch vielleicht gibt es noch ein paar Komplikationen, die etwas mehr Würze und Spannung einbringen. Wissen die Autoren sonst nicht, was sie mit Diggle machen sollen? Wollten sie uns mit Chase auf eine falsche Fährte locken? Wir werden sehen.
Verfasser: Adam Arndt am Donnerstag, 2. Februar 2017Arrow 5x11 Trailer
(Arrow 5x11)
Schauspieler in der Episode Arrow 5x11
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