Arrow 5x10

Arrow 5x10

In der Arrow-Folge Who Are You? meldet sich Laurel Lance zurĂŒck. Doch handelt es sich dabei wirklich um die einzig wahre ehemalige WeggefĂ€hrtin? Außerdem: Diggle will sich seinen AnklĂ€gern stellen und erhĂ€lt dabei UnterstĂŒtzung gegen die korrupten MilitĂ€rs.

Szenenbild aus der Arrow-Episode „Who Are You?“ / (c) The CW
Szenenbild aus der Arrow-Episode „Who Are You?“ / (c) The CW
© zenenbild aus der Arrow-Episode „Who Are You?“ / (c) The CW

Mit der Episode Who Are You? meldet sich die Superheldenserie Arrow aus der Winterpause zurĂŒck und klĂ€rt, was es mit der wundersamen FigurenrĂŒckkehr von Laurel Lance (Katie Cassidy) auf sich hat.

Ihr ErklĂ€rungsversuch klingt zunĂ€chst schlĂŒssig, zumindest in einer Welt, in der es auch Zeitreisende gibt, von denen eine ihre eigene Schwester ist. So soll Sara (Caity Lotz) sie gerettet und in Sicherheit teleportiert haben und ihr so - wie poetisch - die zweite Chance gegeben haben, die sie damals Sara ebenfalls nach ihrem Tod ermöglicht hat. Die tĂŒckischen Zeitquerelen spielen angeblich keine Rolle, weil man eine Ausnahme gefunden haben will. WĂ€hrend Oliver (Stephen Amell) die Geschichte zunĂ€chst nicht hinterfragt, traut Felicity (Emily Bett Rickards) ihren Augen kaum und legt direkt eine gesunde Skepsis an den Tag. Keine Frage, diese Laurel ist sehr gut informiert ĂŒber gewisse UmstĂ€nde, die sich vor neun Monaten zugetragen haben.

Wer sich zunĂ€chst wundert, warum Felicity die RĂŒckkehr spontan feiern möchte, wird bald aufgeklĂ€rt: Denn das ist nur ein komplizierter Weg, um einen DNA-Test an Laurels Glas zu machen, der aber nur beweist, dass das Genmaterial ĂŒbereinstimmt. Von Rory (Joe Dinicol) kommt der entscheidene Hinweis zum bösen Zwilling, der tatsĂ€chlich zutrifft, denn Black Siren von Erde-2 befindet sich, laut der Teamkenntnis, in Gewahrsam bei Star Lab. Promt outet sie sich, als das herauskommt, weil sie keine Lust mehr hat, die gute Laurel zu spielen. TatsĂ€chlich darf die böse Laurel dann auch den Fiesling ĂŒberdeutlich raushĂ€ngen lassen, inklusive klassischer Kamerawinkel (dutch angle) und Schurkinnendialog.

NatĂŒrlich muss man sich fragen, wie eine eingesperrte DoppelgĂ€ngerin so viel ĂŒber das Team und Laurel wissen kann, aber die Antwort lautet, dass Prometheus sie eingeweiht hat und sie unbemerkt befreien konnte, um Oliver einen psychischen Hieb zu verpassen. Das passiert dabei nicht ganz freiwillig, doch ihr Versuch Prometheus zu widersprechen und zu kritisieren endet damit, dass er sie wĂŒrgt und droht. Er hat sie also am Haken, sie ist sein Lockvogel.

Diggle im Knast

John Diggle (David Ramsey) sitzt derweil, nach der Falle, die ihm gestellt wurde, in Haft. Oliver verspricht ihm Hilfe, muss dabei aber als BĂŒrgermeister agieren und einen Gefallen bei Adrian Chase (Josh Segarra) einfordern, denn der dĂŒrfte einer der wenigen AnwĂ€lte sein, denen er in dieser Situation vertraut und den Diggle auch braucht, weil bekanntlich ein hochdekorierter General ihm Landesverrat in die Schuhe schieben möchte.

Als Oliver auf Chase trifft, weiht dieser ihn in die UmstĂ€nde von Billy Malones Tod auf offiziellem Wege ein. Allerdings befindet man sich in einem PR-Alptraum, wenn die Öffentlichkeit davon erfĂ€hrt, weswegen man sich darauf einigt, sĂ€mtliche Details geheim zu halten. Die Autoren machen fĂŒr uns Zuschauer Chases Figur verdĂ€chtig, da wir immer noch nicht wissen, wer Prometheus ist. Außerdem ist er einer der wenigen, der weiß, das Green Arrow fĂŒr den Polizistentod verantwortlich ist, weil er in die Falle gelockt wurde. Chase halte ich fĂŒr den unwahrscheinlichsten Kandidaten fĂŒr die Prometheus-Rolle (auch wegen seines Comichintergrunds und einer anderen Figur, deren IdentitĂ€t bei Arrow ebenfalls noch nicht enthĂŒllt wurde). Ein klein wenig verdĂ€chtig ist die GeheimniskrĂ€merei jedoch schon.

Chase tut in seiner Funktion als Anwalt alles in seiner Macht stehende, um zu prĂŒfen, ob Olivers Anschuldigungen eine Grundlage haben - was er schnell bestĂ€tigen kann, als er den General trifft und der ihm damit droht, mit einem Anruf seine berufliche Karriere zu beenden. Das stachelt allerdings nur seinen Kampfgeist an, weswegen er tief in die Trickkiste greifen muss, um Diggles Verteidigung zu ĂŒbernehmen. Die Verlegung nach einer Straftat (ein tĂ€tlicher Angriff reicht aus) ist dabei sein Trick 17, womit Diggle nun eine Chance erhĂ€lt, ohne Kugel im Kopf aus dem Prozess zu kommen.

Curtis in der Sinnkrise

Curtis (Echo Kellum) wird in dieser Folge wieder einmal zum PrĂŒgelknaben und hat nun die Nase voll davon. Rene (Rick Gonzalez) versucht herauszufinden, was ihn bedrĂŒckt und lĂ€sst nicht locker, ehe er gestĂ€ndig wird.

Dabei haben wir es allerdings wieder mit einem fĂŒr die Serie Arrow typischen verspĂ€teten emotionalen Ausbruch zu tun, weil es den Autoren besser in ihren Plan passt. Hauptursache fĂŒr seinen Frust ist, neben der ellenlangen Liste an Verletzungen und Traumata, die Trennung von Ehemann Paul und das GefĂŒhl, keine langfristige VerĂ€nderung der ZustĂ€nde erreichen zu können. Auf gewisse Weise ist das nachvollziehbar, aber wie bereits angedeutet etwas spĂ€ter als erwartet.

Immerhin sorgt das dafĂŒr, dass Curtis einsieht, dass ein Prometheus oder der Außeneinsatz bisweilen eine Nummer zu groß fĂŒr ihn ist, weswegen er sich auf seine kreativen und schöpferischen FĂ€higkeiten konzentriert und einen KrĂ€ftedĂ€mpfer fĂŒr Black Siren baut. Diese kommt nĂ€mlich durch einen Trick von Felicity auf freien Fuß, mit der Absicht, sie durch einen Peilsender aufzuspĂŒren.

Vertrauen oder Paranoia?

Szenenbild aus der Arrow-Episode „Who Are You?“
Szenenbild aus der Arrow-Episode „Who Are You?“ - © The CW

Im Fall von Black Siren prĂ€sentieren uns die Autoren je nach Figureninteraktion einen Charakter mit einigen Graustufen, der es aber auch versteht, sein GegenĂŒber einzulullen. Bei Oliver nĂ€hert sie sich auf der GefĂŒhlsebene und macht ihm dabei vielleicht nicht komplett etwas vor, immerhin hat das Verschwinden seiner Erde-2-Version zu ihrem Wandel gefĂŒhrt. Bei Felicity lĂ€sst sie dagegen die arrogante Diva heraushĂ€ngen, wobei hier eventuell auch Eifersucht auf Felicity durchscheinen könnte. Die Tendenz geht beim Charakter klar in Richtung Schurkin, der Oliver aber ĂŒberraschenderweise auch eine zweite Chance geben wollen wĂŒrde, jedoch vielleicht nur, weil sie ihn an seine Laurel erinnert.

Man muss sehen, ob hier nicht der Grundstein fĂŒr eine Rehabilitatsstoryline gelegt wird. Es gibt ein paar nette kleine Details und subtile Elemente, die in die Folge eingestreut werden. Ihr Schrei kommt etwa von ihren Meta-FĂ€higkeiten und nicht aus einem GerĂ€t, was mir ehrlich gesagt mehr zusagt. Felicity testet sie bei der Party mehr oder weniger subtil mit dem Alkohol neben ihrem Wasser und auch die Black-Canary-Statue wird wĂ€hrend eines Kampfes zerstört, was Oliver spĂ€ter allerdings an sein Versprechen erinnert, dass der Canary-Mantel an eine andere Person weitergegeben werden soll, die Oliver trainiert. TatsĂ€chlich sehen wir in der letzten Szene auch eine Person, die sich dafĂŒr bereits bewirbt.

You Really Need to Shut Your Mouth!

Szenenbild aus der Arrow-Episode „Who Are You?“
Szenenbild aus der Arrow-Episode „Who Are You?“ - © The CW

Vorher aber steht noch die Konfrontation mit Faurel (aka Fake-Laurel) an, bei der sie von Prometheus unterstĂŒtzt wird. Abgesehen hat man es dabei auf die rachsĂŒchtige Felicity, die wegen Billy noch eine offene Rechnung mit dem Big Bad hat. Oliver muss sich entscheiden, ob er versucht, Prometheus dingfest zu machen (wobei das BetĂ€ubungsmittel bei Prometheus nicht wirkt) oder ob er seiner Ex hilft. Die Wahl fĂ€llt auf die Rettung von Felicity, die von Laurels Schrei getroffen werden soll, bis Curtis den Tag rettet, weil die Apparatur genau zum richtigen Zeitpunkt einsatzbereit ist. FĂŒr alle Felicity-Kritiker kommt dann der hĂ€rteste Moment der Folge, denn sie darf den Knockout-Punch gegen Black Siren setzen, wĂ€hrend Prometheus sich aus dem Staub macht.

In einem versöhnlichen Moment teilen sich Oliver und Felicity mit, dass es ihnen Leid tut, dass sie emotional verletzt wurden. Oliver, weil Laurel nicht die echte war und Felicity, weil Billy wegen seiner vorschnellen Handlungen und der gestellten Falle sterben musste.

My Name is Talia Al Ghul

In den Flashbacks sehen wir ein Szenario, das wir so oder so Ă€hnlich schon sehr oft gesehen haben: Ein gefesselter Oliver ist in der Gewalt eines Peinigers, der ihn verprĂŒgelt und vor ein Ultimatum stellt. Dabei scheinen die Details fast egal zu sein. Nebenbei wird auch hier Laurel thematisiert, deren Foto Oliver mit sich trĂ€gt und das ihm als Motivator dient. Der Bratva-Pate respektive Pakhan macht sich darĂŒber hinaus ĂŒber seine Geschichte lustig und das sogar zu Recht. Denn statt nach Hause zurĂŒckzukehren, stĂŒrzt er sich erneut ins Gefahr und versucht nun eine andere Frau zu rĂ€chen, die er - verglichen mit Laurel - nur kurz kannte.

Oliver argumentiert, dass Laurel ihn nicht mehr erkannt hĂ€tte, weil er in den viereinhalb Jahren so viel durchgemacht hat und zu einigen dĂŒsteren Akten gezwungen wurde. Hier findet sich zudem die Parallele zu Faurel aka Black Siren, die nach Erde-2-Olivers Tod zur Schurkin wurde und dem Sog der Dunkelheit nicht entkommen konnte.

Die Rettung erfolgt durch eine uns bisher unbekannte Dame mit einem bekannten Nachnamen: Talia Al Ghul (Lexa Doig), die sich dem sichtlich mitgenommenen Oliver zunÀchst als Laurel vorstellt. Sie habe ihn schon lange gesucht, meint sie.

Man kann gespannt sein, wie erklĂ€rt wird, dass Oliver bereits vor seiner RĂŒckkehr nach Starling City mit jemanden aus dem Ghul-Klan zu tun hatte und warum er das wieder einmal fĂŒr sich behalten hat. Zudem wissen wir so gut wie nichts: Wer hat sie geschickt? Was will sie? Wird ihr Flashback-Auftritt in Legends of Tomorrow erklĂ€rt? Wie ist ihr VerhĂ€ltnis zu Nyssa (Katrina Law) und Ra's (Matt Nable)? Wo ist sie in der Gegenwart? Ist sie ein weiteres love interest, was bei den vielen Batman-Parallelen der Serie keine Überraschung wĂ€re? Abwarten.

Ohne Talias Rettung wĂ€ren die Flashbacks leider wieder ins Belanglose abgedriftet. Hier mĂŒssen die Autoren aufpassen, denn zu viele Wiederholungen fĂŒhren zu Langeweile.

Fazit

Szenenbild aus der Arrow-Episode „Who Are You?“
Szenenbild aus der Arrow-Episode „Who Are You?“ - © The CW

Es wĂ€re zu schön gewesen, wenn Laurel dauerhaft wiedergekehrt wĂ€re, aber der Twist setzt offenbar eine geplante Storyline in Gang, die eine RĂŒckkehr einer - fragt sich nur welcher - Canary einleitet. Ob es der richtige Weg ist, dafĂŒr eine gĂ€nzlich neue Figur zu nutzen, bezweifle ich leider. TatsĂ€chlich bin ich von einer Black-Siren-Rehabiltation aber ĂŒberzeugt und könnte mir vorstellen, dass das eine interessante Dynamik ergĂ€be. Denn wenn selbst ein durchtriebener Schurke wie Malcolm Merlyn zum Vertrauten und Teammitglied werden kann, sehe ich nicht, warum das bei Faurel nicht auch klappen könnte.

Auch sonst gefĂ€llt mir die Folge gut. Sie ist kurzweilig, abwechslungsreich und ohne grĂ¶ĂŸere SchwĂ€chen in der Action oder Inszenierung. Die Chemie zwischen Chase und Diggle sagt mir ebenfalls zu und ich bin schon gespannt, ob und wann hier eine andere Seite von Chace zum Vorschein kommt, denn der General ist mit allen Mitteln gewaschen und als normaler Staatsanwalt könnte er bald an gewisse Grenzen stoßen.

Serientrailer zur Episode Second Chances der Serie Arrow (5x11):

Verfasser: Adam Arndt am Donnerstag, 26. Januar 2017

Arrow 5x10 Trailer

Episode
Staffel 5, Episode 10
(Arrow 5x10)
Deutscher Titel der Episode
Schöner Schein
Titel der Episode im Original
Who Are You?
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 25. Januar 2017 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 9. Mai 2017
Regisseur
Gregory Smith

Schauspieler in der Episode Arrow 5x10

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?