Arrow 5x08

Arrow 5x08

Bei Arrow ist die aktuelle Folge zugleich Teil des großen Invasion-Crossovers und außerdem die 100. Episode. Dabei wird Oliver Queen von den Aliens eine heile Welt vorgespielt, während Felicity und die neuen Mitglieder nach den Verschollenen suchen.

Szenenfoto aus der Episode „Invasion“ von „Arrow“ / (c) The CW
Szenenfoto aus der Episode „Invasion“ von „Arrow“ / (c) The CW

Nach dem kurzen Intro in Supergirl und dem ersten richtigen Teil in The Flash legt nun Arrow mit Invasion! (3) beim bisher größten DC-Crossover von The CW nach. Dabei handelt es sich - wie der Zufall so will - außerdem um die 100. Arrow-Folge, so dass Besonderes vorprogrammiert ist. Das passiert in Form einer Feier und Rückschau auf die Superheldenserie, die das Arrow-Verse gestartet hat.

Auf die üblichen Flashbacks wird darum auch verzichtet, dafür kommen sehr viele Minischnipsel aus vergangenen Zeiten zum Einsatz und zahlreiche alte Bekannte, die man teils schon lange nicht mehr gesehen hat, geben sich die Ehre. Man könnte diese Besprechung auch als einzige große Stichpunktaufzählung schreiben, denn die Autoren bemühen sich, so viele Zitate und Anspielungen auf die Seriengeschichte wie möglich in diese knapp vierzig Minuten einzubauen.

Schöne neue Welt

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Invasion%26ldquo; von %26bdquo;Arrow%26ldquo; © The CW
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Nachdem Oliver (Stephen Amell), Thea (Willa Holland), Diggle (David Ramsey), Ray (Brandon Routh) und Sara (Caity Lotz) durch den Traktorstrahl der Dominators gefangen wurden, wacht Oliver in einer heilen, aber auf den ersten Blick deutlich anderen Welt auf, in der seine Eltern, Robert (Jamey Sheridan ) und Moira (Susanna Thompson), noch am Leben sind und seine Hochzeit mit Laurel (Katie Cassidy) unmittelbar bevorsteht.

Thea hat sich auch prächtig entwickelt und ist kein Junkie oder Partygirl, Robert steht kurz davor, Bürgermeister zu werden, Oliver soll die Firmenführung übernehmen, damit Palmer nicht per Übernahme das Sagen bekommt und für die Hochzeit kommen zahlreiche Gäste zum Queen-Anwesen. Doch bald blitzen bei den Entführten Erinnerungsfetzen (und Ollies Reflexe) auf: Irgendetwas stimmt hier ganz und gar nicht.

Als Oliver und sein Vater auf offener Straße bedroht werden, rettet sie eine andere Version von Green Arrow aka „The Hood“. Für Oliver steht fest, dass diese Version der Welt zu schön ist, um wahr zu sein und er stellt ein paar Recherchen an. So schaut er etwa bei seinem baldigen Schwiegervater Quentin Lance (Paul Blackthorne) vorbei, der ihn zwar früher nicht leiden konnte, aber inzwischen stolz darauf ist, ihn zum Schwiegersohn zu haben. Dort sieht er auch, dass die Polizei über den Kapuzenträger Bescheid weiß, aber keine Idee zu seiner wahren Identität hat.

Zudem scheint dieser Quentin kein Alkoholproblem zu haben, wahrscheinlich, weil er die zahlreichen Tragödien nie durchstehen musste. Ob so beabsichtigt oder nicht: Die parallele Welt von Oliver ist das genaue Gegenteil von Flashpoint, wo fast alle Mitglieder aus Team Flash unter den Veränderungen leiden. In Anbetracht des Gesprächs zwischen Oliver und Barry (Grant Gustin) in der Episode zuvor also ein guter Grund, um sich der Illusion hinzugeben.

Oliver geht seinem Verdacht nach und findet das Arrow-Hauptquartier, wo Felicity (Emily Bett Rickards) eine Konstante zu sein scheint (haters gonna hate...) und Diggle die Rolle ausfüllt, während Olivers Auftauchen für Verwirrung sorgt und Ollie durch das Erwähnen von Andy auch Diggles Wut aus nächster Nähe erlebt.

Nerd-Squad to the Rescue

Derweil kümmern sich in Star City Felicty, Cisco (Carlos Valdes), Wild Dog (Rick Gonzalez) und Rory (Joe Dinicol) darum, die Verschollenen ausfindig zu machen. Cisco möchte dazu viben und kriegt dafür einen alten Bogen Olivers, der ihm die Alien-Pods zeigt, in denen sie gefangen sind. Natürlich hat Cisco vom Absturzort auch etwas Alientechnologie mitgebracht, die Curtis (Echo Kellum) irgendwie so modifizieren soll, dass daraus ein Vorteil für die Helden entsteht.

Für Curtis ist das ganze ein unglaubliches Abenteuer, schließlich begegnet man nicht jeden Tag Außerirdischen und Metahumans. Die Metahumans sind wiederum Rene ein Dorn im Auge, weil er ihnen nicht über den Weg traut. Allerdings geht es im Verlauf der Folge durch eine Rettung von Flash und Supergirl dann doch recht schnell mit einem Sinneswandel. Dieser kleine Seitenstrang wirkt fast ein wenig überflüssig, fast so, als habe man noch Zeit füllen müssen.

Dabei ist eigentlich das Gegenteil der Fall bei dem Crossover: Es werden nämlich auch für Neulinge teilweise so viel Exposition und Information reingequetscht, dass man die Zusammenhänge leicht verstehen kann. Darum fühlt es sich für mich teilweise so an, als würden Felicity und Curtis noch schneller an ihre Ziele kommen als ohnehin schon üblich. Man merkt der Episode deswegen auch an, dass sie mit ein paar Charakteren zu viel jonglieren muss. Da wirken die Szenen von Flash und Supergirl sowie die Cyborggegnerin fast schon etwas verschenkt - oder für eine Figur wie Wild Dog unverdient.

Ein kleines Problem, das man dabei wohl hinnehmen muss: Die Aufklärung um den Verrat von Evelyn (Madison McLaughlin) pausiert einfach (von ihr fehlt auch jede Spur). Während auch die big bads, Savitar und Prometheus, eine Auszeit einlegen.

Man möchte zu diesem besonderen Anlass eben so viel wie möglich zeigen und hofft, dass es die Zuschauer erfreut. Dazu gehört dann auch der Auftritt von Deathstroke, der aber natürlich nicht von Manu Bennett gespielt wird, sondern nur in kostümierter Form stattfindet. Zugegeben: Der Kampf von Ollie, Diggle und der sich erinnernden Sara ist ein netter Moment - besonders Saras „Kill“. Ebenfalls positiv: die nette Anspielung rund um Tommys Umorientierung als Arzt in Chicago, da der Schauspieler Colin Donnell Castmitglied bei Chicago Med ist. Zudem darf er neben einigen Gesichtern (darunter auch Roy) als eine Art Hologramm in Erscheinung treten, während Walter zwar nicht gezeigt, aber immerhin erwähnt wird.

You always deserved better

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Durch einen schon fast wahnwitzigen Zufall kommt das Team rund um Felicity und Rory, der plötzlich auch super religiös ist, auf die Position der Gefangenen, die inzwischen realisiert haben, was los ist und und sich den Feinden Merlyn (John Barrowman), Deathstroke, Damien Darhk (Neal McDonough) und einem Random-Mirakuru-Soldaten stellen. Praktisch: auch Thea, die kurzzeitig in der Traumwelt bleiben will, kommt zur Vernunft und es bleibt kurz Zeit, sich von falscher-Braut-Laurel unter Tränen zu verabschieden. Mit den Feinden wird recht schnell kurzer Prozess gemacht, denn es sind ja nur billige Kopien, auch wenn einige gute „Team-up“-Ideen für die „Finisher“ präsentiert werden.

Problem ist nur: Sie befinden sich an Bord des Dominator-Schiffs und brauchen einen Fluchtplan, der durch eine Alienwaffe und den Raumschiffhangar aber auch schnell parat ist.

Mithilfe der Waverider gelingt dann die Flucht vor der Flotte der Dominators, wo erst einmal um den verletzten Diggle gekämpft und verdaut wird, dass man es nicht nur mit außerirdischen Invasoren zu tun hat. Denn sie sind ja außerdem auch Zeitreisende. Die ganze Entführung entpuppt sich als Ablenkungsmanöver, um eine Waffe in Stellung zu bringen.

Crossover-Bilanz bisher

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Die großen Crossover des Arrow-Verse waren bisher mitunter meine Lieblingsepisoden der Staffel. Man sieht dort meist große Momente, „Team-up“-Debüts oder einfach witzige Reaktionen auf Unbekanntes (hier ist Diggle im ersten Part ein MVP gewesen).

Mit so vielen Spielern auf dem Feld füllt es sich fast ein wenig zu viel und darunter leidet der Plot, der davor zwar auch im Grunde egal war, aber sich zum Beispiel beim Vandal-Savage-Zweiteiler wichtiger und epischer anfühlte. Die Dominators sind bisher keine Gegner mit Profil, vielmehr sind es Blockbustergegner ohne Identität, ohne Motivation (außer der Eroberung). Und sie spielen auch, bis auf wenige Minuten pro Folge, keine nennenswerte Rolle. Bisher habe ich dabei nicht den Eindruck, dass wirklich eine Gefahr herrscht - und das ändern auch die letzten Minuten der Episode nicht. Wir wissen, dass sie eine große Flotte haben und bei Bedarf die Helden fortbeamen können.

Dazu kommt ein Problem, dass ich in den aktuellen Staffeln der DC-Serien generell bemängele, aber vollständig nachvollziehen kann: Das CGI ist eben nur auf TV-Niveau, was besonders bei Massenszenen oder im Hangar aus der Handlung reißen kann. Ganz persönlich finde ich das Figurendesign auch nicht wirklich gelungen. Sie sehen zu sehr aus wie generische Schurkenaliens und beeindrucken mich null.

Gespannt bin ich auch, ob es eine gute Idee ist, das Crossover in einer Folge der Serie Legends of Tomorrow enden zu lassen, die in meinen Augen auch in Staffel zwei die schwächste der DC-Serien ist. Dennoch werden wir ausnahmsweise - der Vollständigkeit des Crossovers halber - eine Besprechung der Folge anbieten.

Gute 100. Folge?

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Ich finde es bedauerlich, dass die 100. Folge der Serie auf das Crossover fällt, denn, so nett es für langjährige Fans der Serie sein mag, einige alte Bekannte wiederzusehen und in einem Was-wäre-wenn-Szenario zu präsentieren: Die eigentliche Handlung bleibt fast auf der Stelle stehen und fühlt sich nicht besonders dynamisch an.

Schon die The Flash-Folge wirkte so, als wolle man eine weitere Version des beliebten Helden-vs.-Helden-Motivs abliefern, das wir in diesem Jahr schon bei Daredevil, „Batman v Superman: Dawn of Justice“, „X-Men: Apocalypse“ oder „The First Avenger: Civil War“ gesehen haben und den meisten davon - und auch diesem Crossover - will ich den Unterhaltungsfaktor gar nicht absprechen. Dennoch wurden meine Erwartungen an dieses Mega-TV-Event nicht ganz getroffen. Eine Trennung zwischen Crossover und Jubiläum hätte ich also klar bevorzugt.

Fazit

Mir hat der The Flash-Part des Crossovers als reines „Team-up“ besser gefallen (Die Hall of Justice!), doch auch schon dort sieht man eine leichte Ziellosigkeit im Plot zugunsten der Charaktermomente. Die Arrow-Episode Invasion! (3) hat nun die undankbare Aufgabe, das Crossover fortzusetzen und einen Serienmeilenstein zu feiern, der voller Anspielungen auf die bisherigen knapp viereinhalb Jahre ist. Aber er ist einfach zu vollgestopft und erscheint wie ein „Best of“ im Schnellvorlauf, während die B-Handlung unmotiviert wirkt und leider das Potential nicht ausschöpft. Es wäre einfach mehr drin gewesen und das finde ich schade. Unterhalten wurde ich dennoch ganz gut, trotzdem bedeutet „mehr Helden“ eben nicht immer automatisch auch eine bessere Geschichte.

Trailer zur nächsten Episode, What We Leave Behind (5x09), der US-Serie Arrow:

Verfasser: Adam Arndt am Donnerstag, 1. Dezember 2016

Arrow 5x08 Trailer

Episode
Staffel 5, Episode 8
(Arrow 5x08)
Deutscher Titel der Episode
Invasion
Titel der Episode im Original
Invasion!
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 30. November 2016 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 2. Mai 2017
Regisseur
James Bamford

Schauspieler in der Episode Arrow 5x08

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