Arrow 5x07

Star City ist nicht unbedingt die beste Stadt für die mittellosen Schichten. So beginnt die Arrow-Folge Vigilante mit einer Bande von Menschenhändlern, die vom neuen kostümierten Selbstjustizler, der für den Folgennamen verantwortlich zeichnet, brutal hingerichtet wird. Die Überreste werden der Polizei übergeben. Dass die Macher so deutlich Blutlachen zeigen, ist für mich neu und ein kleiner Schock, doch Vigilante ist eben keineswegs zimperlich, wenn es um das Bestrafen von Verbrechern geht.
Durch Felicitys (Emily Bett Rickards) Insider bei der SCPD (ihr Freund Billy) wird schnell klar, dass man es mit einem anderen Täter als Prometheus zu tun haben muss. Gleichzeitig merkt Rory (Joe Dinicol) ganz richtig an, dass die Serienkillerdichte der Stadt immens hoch ist. Da Verbrecher das Ziel sind, stellt sich für das Team rund um Green Arrow (Stephen Amell) allerdings die Frage: Wie man entscheidet, ob jemand für den „guten“ Zweck Selbstjustiz verübt oder ob es sich um einen Psychopathen handelt. Eine Frage, die auch Oliver in Staffel eins wahrscheinlich anders beantwortet hätte als jetzt.
Schnell erfährt auch Reporterin Susan (Carly Pope) von dem Vorfall, wobei Oliver sie für den Stadtfrieden davon überzeugen kann, zunächst nicht davon zu berichten. Für ihn trifft es sich also gut, die Meinungsmacherin auf seiner Seite zu wissen, die auch amourös an ihm interessiert ist und ihn auf einen Drink einlädt - ein erstes Date also. Allerdings reichen die jüngsten Ereignisse, um Oliver hinterfragen zu lassen, ob seine gesamte Arbeit der letzten vier Jahre überhaupt irgendwelche positiven Aspekte hatte. Die Antwort: Sicherlich. Er hat schließlich schon zahlreiche Male die ganze Stadt und auch die Welt vor der Zerstörung bewahrt. Allerdings muss er sich seines Kampfes gegen die Windmühlen bewusst sein, denn das Machtvakuum wird wahrscheinlich immer wieder gefüllt werden.
Wie kriegt man Vigilante?
Ein Banküberfall lockt Vigilante dann wieder hervor und es herrscht Uneinigkeit darüber, auf welcher Seite er ist und auch das Team sein soll. Die Neuen scheinen ihre Meinung bisweilen wie ein Ping-Pong zu ändern, eine Woche so und eine so. Dieses Mal scheinen sie nur bedingt Probleme mit seinen Methoden zu haben, doch Ollie sieht das anders. Es gilt, so viel wie möglich über ihn herauszufinden und eine heiße Spur führt - wegen des relativ seltenen Kalibers - zu einem Waffenladen, indem Curtis (Echo Kellum), Rene/Wild Dog (Rick Gonzalez) und Diggle (David Ramsey) vom Verkäufer Informationen über seinen Kunden herausfinden wollen. Dabei schlägt Spartan ein wenig über die Stränge, was den Informanten allerdings zum Reden bringt.
Evelyn (Madison McLaughlin) und Ragman locken derweil eine andere Informationsquelle in die Falle, die Weiteres zum Verdächtigen Eric Dunn weiß.
Quentin braucht Hilfe
Thea (Willa Holland) widmet sich in der Folge neben ihrer politischen Arbeit wieder einmal dem seelischen Beistand Quentins (Paul Blackthorne), der gesteht, rückfällig zu sein, aber auch, dass er unerklärliche Blackouts hat. Zudem weiht er sie ohne große Umschweife darüber ein, dass er glaubt, von Prometheus manipuliert zu werden. Vorsichtshalber möchte er sein Amt niederlegen, um den Menschen um sich herum nicht zu schaden. Doch Thea sieht ihn als Teil der Familie an und will ihm unbedingt helfen.
Da Thea früher selbst ein Suchtproblem hatte, bringt sie ihn in eine Entzugsklinik, um ihm dauerhaft zu helfen, was für ihn nicht besonders leicht ist. Er sieht ein, dass das der richtige Schritt sein dürfte und bedankt sich bei Thea, die aber vordergründig sehen will, dass es ihm körperlich und mental wieder besser geht.
Die Dynamik der beiden passt. Thea fungiert hier als Tochterersatz, die ja auch schon Familienmitglieder verloren hat und genau weiß, was Quentin durchmacht. Nun muss sich zeigen, ob Quentin es mit der Reha ernst meint. Der Prometheus-Verdacht ist zunächst auf jeden Fall entkräftet.
Der depressive Diggle
Diggles Launen lassen sich dadurch erklären, dass er seit seinem Gefängnisausbruch im Verborgenen lebt und seine Familie nicht sehen kann. Dazu kommt noch, dass Diggle Jr. zwei Jahre alt wird und er das verpassen wird, weil die US-Marshalls die Wohnung stets beobachten. Hier wird es Zeit, dass seine Unschuld bewiesen wird, denn ein Dauerzustand kann das für Diggle nicht sein. Immerhin sorgt Rene im Endeffekt dafür, dass wir einen der süßesten Momente der jüngeren Arrow-Vergangenheit sehen, als Lyla und sein Sohn ihn im Hauptquartier besuchen und die Party zu ihm bringen. Da geht das Diggle-Fanherz einfach auf.
Vigilante

Zurück zum Hauptstrang rund um Vigilante. Hier möchte ich die Serienmacher loben, denn sein Kostüm und Auftreten weiß durchaus zu gefallen. Eine wunderbare Einstellung ist die, als er den Pfeil, den Artemis verschießt, durch seine Pistolen zerschießen kann. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Parallelen zum frühen Arrow vorhanden sind (wie Rene auch schnippisch anmerkt), wobei Vigilante sogar noch etwas kompromissloser agiert und eine Botschaft hinterlässt, dass man schmerzhaft stirbt, wenn man sich in seinen Weg stellt. Darum kann Oliver eigentlich nur Widerstand leisten.
Gleichzeitig kann man Vigilantes Perspektive verstehen, die der eines Punisher aus dem Marvel-Universum gar nicht so unähnlich ist. Wenn das System versagt, muss bisweilen das Gesetz in die eigene Hand genommen werden, was immer sehr verlockend erscheint, aber natürlich nicht in einer demokratischen Gesellschaftsform geduldet werden kann.
Während die Autoren versuchen, aus der Identität ein Geheimnis zu machen, dürfte es allen Comickennern bekannt sein, wer hinter der Maske steckt. Kurzzeitig könnte man denken, dass GA ihn demaskiert, doch für den Fall hat er vorgesorgt.
Bezirksstaatsanwalt Adrian Chase hilft - rein zufällig, natürlich - durch seine speziellen Verhörmethoden dabei, Hinweise zum Aufenthaltsort von Dunn herauszufinden, was Green Arrow auf den Plan ruft. Dunn beteuert seine Unschuld, da er zwei Jahre unschuldig in Iron Heights gesessen haben soll und wird von Vigilante, der ein ziemlich großes und gefährliches Munitionsarsenal hat, unter Beschuss genommen.
Das Team braucht nun eine Idee, wie man ihn aus der Reserve lockt und Diggle möchten einen Banküberfall vortäuschen, weswegen er Ollie bei seinem Date anruft. Die gibt ihm bezüglich seiner Selbstzweifel mit auf den Weg, dass er immer er selbst sein und seinen Weg verfolgen sollte, auch wenn es der mühsame Pfad ist...
Banküberfall
Beim Banküberfall ist dann auch Felicity dabei, um die Computer zu hacken, während Artemis und Terrific Wache schieben, aber von Vigilante entdeckt werden. Curtis wird dabei zur Geisel, denn Vigilante glaubt, dass Green Arrow bisher ohne Verluste davongekommen ist (was natürlich überhaupt nicht stimmt). Das gibt uns aber einen Hinweis darauf, woher der Antrieb des neuen Kostümierten kommt. Oliver kann im Kampf zwar die Oberhand gewinnen, Vigilante entkommt aber beim Demaskierungsversuch. Die Suche und der Kampf müssen also später fortgesetzt werden.
Thea bespricht mit Ollie, was Quentin ihr erzählt hat, womit nun klar sein dürfte, dass der Schurke jemand ist, der weiß, wer er ist. Doch vorerst verschiebt er die Sorgen und geht erneut auf ein Date mit Susan.
Maulwurf im Team Arrow
Evelyn wird derweil am Episodenende bei einem Treffen mit Prometheus gezeigt. Die beiden stecken offenbar unter einem Dach. Also dürfte die junge Frau den Tod ihrer Eltern doch noch nicht überwunden haben. Das Prometheus-Rätsel bleibt offen, wobei in meinen Augen weiterhin wahrscheinlich Billy der Topkandidat bleibt.
Trust is a matter of perspective

Im Flashback befindet sich Oliver weiterhin in den Fängen von Konstantin Kovar (Dolph Lundgren), der ihm nach der Folter nun Essen serviert und tatsächlich sehr viel über sein Gegenüber weiß, sei es nun wegen seines Verschwindens oder seiner Mitgliedschaft in der Bratva. Oliver ist, wie wir wissen, wegen Taiana auf Rache an ihm aus, wobei ihre Mutter für Kovar arbeitet. Man kann davon ausgehen, dass er an dem Verschwinden von Taiana und Vlad Mitschuld trägt und nun das Leid der Mutter zu seinem Profit ausschlägt.
Gleichzeitig ist seine Botschaft auch, dass man nie genau weiß, wem man nun Vertrauen kann, da immer auch die versteckte Motivation zu beachten ist. Die Bratva etwa könnte Oliver auch einfach nur als Lakai ausnutzen, denn durch den Mord an seinem Mitarbeiter, dem Ollie im Gefängnis begegnet ist, konnte die Bratva profitieren. Oliver strapaziert sein Glück jedoch und wagt es, Kovar als Geisel zu nehmen, was nur kurz gutgeht, ehe er mal wieder überwältigt wird.
Dafür kassiert er auch wieder einmal eine mächtige Tracht Prügel. Doch zur Rettung erscheint der Pate, der deutlich macht, dass Kovar und die Bratva Geschäftspartner sind. Beginnt Oliver jetzt einen Krieg an mehreren Fronten oder bleibt er der Bratva treu?
Fazit

Mir haben einige Aspekte der Folge Vigilante sehr gut gefallen. Vigilante selbst ist ein guter Gegenentwurf zu Olivers Heldenansatz und natürlich eine Art Spiegel, die ihm vorgehalten wird. Das Figurendesign und ein paar Actionszenen haben mir gut bis sehr gut gefallen.
Auch die leisen Momente rund um Thea und Quentin mochte ich sehr gerne, hier droht man allerdings, auf der Stelle zu laufen. Mein Spitzenmoment dreht sich allerdings um Diggle und dessen Sohn, der mein Herz berührt hat.
Dass es nun einen Maulwurf im Team gibt, dürfte für weitere Spannungen sorgen. Höchstwahrscheinlich handelt es sich nämlich nicht um eine Absprache. Nur die Gründe für Evelyns augenscheinlichen Verrat leuchten noch nicht ganz ein.
Verfasser: Adam Arndt am Donnerstag, 17. November 2016Arrow 5x07 Trailer
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Schauspieler in der Episode Arrow 5x07
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