Arrow 5x06

Mit dem Mord an Tobias Church (Chad Coleman) hat Schurke Prometheus einen groĂen Gangster aus dem Verkehr gezogen. In der Arrow-Folge So It Begins setzt er nun seine Mordserie fort und spielt ein Katz-und-Maus-Spiel mit dem Arrow-Team.
ZunÀchst wird es theatralisch, denn er lockt Green Arrow (Stephen Amell) und dessen Begleitung Diggle (David Ramsey) in eine Lagerhalle, nur, um die Botschaft, die gleichzeitig auch der Episodentitel ist, zu verbreiten.
Die neuen Rekruten werden auf Ollies und Diggles Wunsch hin zunÀchst nicht eingeweiht, wÀhrend Felicity (Emily Bett Rickards), die von Geheimnissen genug hat, aber selbst ihr PÀckchen trÀgt, was Billy angeht, vorschlÀgt, reinen Tisch zu machen.
ZunĂ€chst rufen die BĂŒrgermeisterpflichten und Oliver trifft sich zum Interview mit Susan Williams (Carly Pope), die ihm einen Monat schenkt ohne Negativschlagzeilen und Angriffe - und die auch romantisches Interesse an ihm hegt. Thea (Willa Holland) arbeitet derweil an einem Musikfestival in Star City, was aber eventuell an leeren Stadtkassen scheitern könnte, auĂer, sie kann einige Gefallen einfordern und Quentin (Paul Blackthorne) kann etwas in Richtung Veranstaltungsort verabreden.
Prometheus mordet derweil weiter: zunĂ€chst eine Mutter, dann einen Taxifahrer. Dabei nutzt er Wurfsterne als Waffe der Wahl und stellt das Team vor neue RĂ€tsel. Billy Malone (Tyler Ritter), Felicitys Freund, soll nach Hinweisen befragt werden, doch, statt ihn geradeheraus zu fragen, tanzt Felicity wieder um das Thema herum und lĂ€sst im Endeffekt ein BeweisstĂŒck, nĂ€mlich einen Stern, mitgehen.
Schon bald ist Prometheus als Throwing-Star-Killer in den Medien und die GeheimniskrĂ€merei hat nichts genĂŒtzt. Und so wird das Team eingeweiht, nachdem es einer Spur zu einer öffentlichen Panik nachgeht und sich dort um das Wohlergehen der unschuldigen Menschen kĂŒmmert, wĂ€hrend manche Anwesende in Panik wie kopflose HĂŒhner in den Himmel schieĂen. Prometheus hat auf jeden Fall fĂŒr einige Unsicherheit in der Bevölkerung gesorgt.
Oliver Queen, you have failed this team!

Die Neumitglieder sind schwer enttĂ€uscht, weil ihnen weiterhin nicht zugetraut wird, auch bei gefĂ€hrlichen EinsĂ€tzen mitzumischen. Betrachtet man es aber mal rational, wĂ€re es schon sehr frĂŒh, sie gegen einen Serienkiller ins Feld ziehen zu lassen - aber Superheldenlogik ist manchmal etwas ĂŒberzeichnet, um Drama zu generieren.
Als jedoch ans Licht kommt, dass Prometheus durch die Opferauswahl eine Nachricht sendet, gibt es den eigentlichen Grund, sauer zu sein. Es kommt nĂ€mlich heraus, dass die Opfernamen Anagramme der Liste aus der ersten Staffel sind. Ja, auch hier muss man wohl beide Augen zudrĂŒcken, damit das alles irgendwie Sinn ergibt und zufĂ€llig passende Opfer zur VerfĂŒgung stehen - aber immerhin ist das eine kreative Lösung, die etwas um die Ecke denkt und Olivers Vergangenheit einbezieht. Damals war er nĂ€mlich selbst jemand, der teilweise zuerst gemordet und dann Fragen gestellt hat.
Nun haben die Neuen auch mehr Grund zum Meckern, denn manche von ihnen - oder wahrscheinlich alle, mit Ausnahme von Curtis (Echo Kellum) - sind angetrieben durch Rache ins HeldengeschĂ€ft gekommen. Am hĂ€rtesten trifft es wohl Evelyn (Madison McLaughlin), die das Andenken von Black Canary nicht durch blinde Rache fĂŒr ihre Eltern beschmutzen sollte. Dabei wird allerdings ĂŒbersehen, dass Oliver seine Lektion schon vor Jahren gelernt und sein Verhalten entsprechend geĂ€ndert hat.
Dennoch muss in einem privaten Team-B-Meeting bei Rory (Joe Dinicol) mit Schnaps besprochen werden, wie man mit dem eigenen Status umgeht. Evelyn muss erst mal nachdenken und fragt sich, was es soll, dass Ollie immer erst so spĂ€t, wenn ĂŒberhaupt, mit der Wahrheit rausrĂŒckt. WĂ€hrend Wild Dog (Rick Gonzalez) nach seiner Zeit bei Church und seinem GesprĂ€ch mit Diggle inzwischen viel weniger impulsiv wirkt und VerstĂ€ndnis fĂŒr Oliver aufzubringen scheint. Curtis sollte als wahrscheinlich GruppenĂ€ltester eigentlich auch wissen, wie Oliver tickt, wird aber immer wieder in Ă€hnlichen Situationen gezeigt.
Im GesprĂ€ch mit Diggle versichert dieser Oliver, dass sein Nachdenken ĂŒber die Situation schon zeigt, wie sehr er sich verĂ€ndert hat, weil er das Morden eben nicht als erstes Mittel, sondern nur als letzte Möglichkeit erwĂ€gt.
Anagram-Bingo
Schon bald schafft es Felicity, die Liste mit den Bewohnern Star Citys abzugleichen und fördert sechs mögliche nĂ€chste Opfer zutage (was fĂŒr ein Zufall!), so dass sich das Team aufteilen kann, um diese einzeln zu beschĂŒtzen. TatsĂ€chlich ist es Evelyn, die es in eine U-Bahn verschlĂ€gt und dann zuerst auf Prometheus trifft und ihn sogar eine Wunde am Arm zufĂŒgen kann. AuĂerdem kann sie den ZugfĂŒhrer beschĂŒtzen, bis Oliver ihre Position findet. Allerdings flĂŒchtet er durch das entstandene Loch in der Waggondecke ebenso plötzlich, wie er erschien. Da der Zug nicht zu stoppen ist, muss wieder einmal der Fallschirmpfeil her, der die drei rettet, bevor der Zug explodiert.
Die sechs potentiellen Ziele kommen ins Zeugenschutzprogramm, bis klar ist, dass sie in Sicherheit sind.
Bombenbau leicht gemacht?

Im Flashback soll Oliver lernen, wie man Bomben selbst baut, weil das in Russland als Mitglied der Bratva wohl immer nĂŒtzlich ist. Der verkorkste Test wird unterbrochen von einem Anschlag auf das Bratva-GebĂ€ude, was Anatoly (David Nykl) als KriegserklĂ€rung von Kovar (Dolph Lundgren) auslegt.
Zuvor gibt es aber erst mal Besuch vom Pakhan, also dem Paten der Gruppe, der erklĂ€rt, dass Kovar sein Gebiet erweitern will, dafĂŒr Geld braucht und ihm ein reicher Playboy genau recht kommt. Doch insgeheim soll er sein neues Casino in die Luft sprengen. Olivers Playboy-Schauspiel funktioniert nur begrenzt und bald hat Kovar ihn in seinen Klauen und tötet einen Begleiter, als wĂ€re sein Nacken ein Ast. Leider ist mir nicht ganz klar, was Kovars Ansprache soll, auĂer vielleicht eine kleine Machtdemonstration gegen die Bratva zu sein.
Lundgren ist okay, aber auch nicht herausragend bisher. Da hatte ich mir mehr von versprochen. Aber vielleicht sollte man ihn noch nicht nach wenigen Minuten abschreiben.
Tödlicher RĂŒckfall?
Im Verlauf der Episode schnĂŒffelt Thea mehrfach Quentin nach und findet in seiner Wohnung auch Alkohol. Es sieht so aus, als wĂŒrde er die ganze Zeit trinken und keine Anstrengengen machen, wieder nĂŒchtern zu werden. Sie möchte ihn als VizebĂŒrgermeister allerdings auch nicht aufgeben und bietet ihm ihre UnterstĂŒtzung an.
Felicity weiht derweil Billy ĂŒber ihre Arbeit fĂŒr Green Arrow ein - und der reagiert fast so Fanboy-mĂ€Ăig wie Curtis damals und will erst mal alles wissen. Guter Schauspieler oder wirklicher Fan? Als Felicity Oliver erzĂ€hlt, dass Prometheus' Sterne wohl aus alten Pfeilen Olivers zusammengeschmolzen wurden, sehen wir Bilder von einem am Arm verletzten Quentin, der obendrein noch einen Wurfstern in der Hand hat. Prometheus muss Zugriff zum SCPD haben, aber es ist schwer vorstellbar, dass Quentin unter der Maske stecken soll.
Quentin ist bei weitem nicht so ein guter Werfer oder BogenschĂŒtze und flinker KĂ€mpfer (auĂer, wir haben eine Blitzausbildung bei der League of Assassins verpasst), wobei vielleicht seine Polizeiausbildung ihn zum guten SchĂŒtzen machen wĂŒrde. Aber auch sonst ist er im Nahkampf nicht der beste, wobei das erklĂ€ren wĂŒrde, warum Evelyn ihn verletzen kann. Irgendwas stimmt jedenfalls ganz gewaltig nicht mit Quentin. Ob ihn der Tod Laurels so gebrochen hat, dass er anfĂ€ngt, Unschuldige zu ermorden, ist wirklich nur schwer vorstellbar - und trotz seiner schweren Vergangenheit hat er das Team immer nach besten KrĂ€ften unterstĂŒtzt.
AuĂerdem sind wir erst in Episode sechs der aktuellen Staffel - die Auflösung erfolgt bestimmt erst zum Winterfinale. Meine Theorie: Promotheus kann andere fernsteuern (Quentin vielleicht ĂŒber den Alkohol) und fĂŒr ihn arbeiten lassen - und ich glaube immer noch, dass eher der enthusiastische Billy dahinterstecken könnte oder eine Figur, die wir schon lĂ€nger nicht mehr in der Serie gesehen haben. Hier wĂ€re, wie schon in den Kommentaren vorgeschlagen, Tommy Merlyn eine Variante.
Fazit
So It Begins hat mich mehr mitgerissen als zuletzt, besonders die letzte Szene erinnerte mich an bessere Zeiten der Serie, auch wenn fast klar ist, dass das nur eine gewaltige falsche FĂ€hrte ist. Der Bezug auf die Liste und die ausgesuchten Opfer ist so hanebĂŒchen, dass es schon wieder unterhaltsam ist.
Und immerhin haben sich die Autoren diesmal bemĂŒht, auch Evelyn etwas mehr zu tun zu geben, als sie immer nur in einer oder zwei Actionszenen mitwirken zu lassen. Davon kann es bitte auch in Zukunft mehr geben. Vom neuen Team ist sie bisher definitiv als Charakter am wenigsten ausgearbeitet.
Dennoch tauchen gewisse Themen rund um die Frage des Vertrauens im Zusammenhang mit den neuen Teammitgliedern viel zu oft auf und es scheint so, als mĂŒsse jeder mal herumzweifeln, ehe sie akzeptieren, dass Oliver nur schwer mit der Wahrheit herausrĂŒckt. Die Prometheus-Frage wird mit Sicherheit noch etwas lĂ€nger im Raum schweben, als das Episodenende suggeriert.
Trailer zur nÀchsten Episode, Vigilante, der US-Serie Arrow (5x07):
Verfasser: Adam Arndt am Donnerstag, 10. November 2016Arrow 5x06 Trailer
(Arrow 5x06)
Schauspieler in der Episode Arrow 5x06
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?