Arrow 3x10

Arrow 3x10

Die Episode Left Behind der US-Serie Arrow greift die dramatischen Ereignisse der Vorgängerepisode auf und stellt das Arrow-Team vor einige Herausforderungen. Was macht man, wenn ein essentielles Teammitglied fehlt?

Szenenfoto aus der Episode „Left Behind“ der US-Serie „Arrow“ / (c) FOX
Szenenfoto aus der Episode „Left Behind“ der US-Serie „Arrow“ / (c) FOX

In der Episode Left Behind der The CW-Serie Arrow wird gezeigt, was passiert, wenn Oliver Queen (Stephen Amell) einmal ohne Rückmeldung für mehrere Tage vom Erdboden verschwindet. Denn in der vorherigen Folge unterlag er, wie man sehen konnte, haushoch in einem trial by combat gegen Ra's Al Ghul (Matt Nable).

Nun gilt es also die Lücke zu fühlen und das machen die verbliebenen Kernmitglieder von Team Arrow: Roy (Colton Haynes) als Arsenal, Diggle (David Ramsey) als Arrow-Ersatz und Felicity (Emily Bett Rickards) in gewohnter Position.

Team Arrow minus 1

Auch während Olivers Abwesenheit ruht das Verbrechen in Starling City nicht und so greifen Arsenal und Diggle in Arrow-Montur ein, als eine bewaffnete Meute sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei, darunter auch Quentin Lance (Paul Blackthorne), liefert. Schnell stellt sich heraus, dass Diggle lieber bei seiner Pistole statt dem Bogen bleiben sollte. Denn trotz aller Mühe gelingt es nur einen Täter zu schnappen, während einer entkommt. Auch wenn Felicity gute Miene zum bösen Spiel macht, setzt sie doch schon etliche Hebel in Bewegung, um ein Lebenszeichen von Oliver zu finden.

Ray Palmer (Brandon Routh) testet derweil seine neue Technologie und hat dabei wenig Erfolg - immerhin hat er sich Clowns als Ziele für seine Waffentests auserkoren. Er merkt, dass er klein anfangen muss und bittet Felicity um Hilfe bei der Fehlerbeseitigung.

Laurel (Katie Cassidy) befindet sich derweil vor Gericht und will Jermaine Fisher (Jason Diablo) wegen dem versuchten Mord an über 40 Menschen anklagen. Sein Anwalt versucht sich zu wehren, da die Verhaftung durch Arrow nicht rechtmäßig ist. Doch die Richterin gibt Laurel recht. Allerdings soll das keine dauerhafte Entscheidung sein, auch wenn die Beweise gegen ihn sprechen. Fisher steht in Verbindung mit einem anderem Mann der in dieser Folge in den Mittelpunkt rückt Danny Brickwell aka Brick (Vinnie Jones). Will man ihn nämlich anklagen, ist das nahezu ein Ding der Unmöglichkeit, weil die Zeugen gegen ihn stets unter mysteriösen Umständen in tödliche Unfälle verwickelt werden. Eine harte Nuss, die das Arrow-Team also knacken muss.

Felicity lenkt sich lieber mit der Arbeit ab und bemüht sich, den Laden am Laufen zu halten. Doch bekommt bald von Diggle einen ersten Realitätscheck verpasst: sie sollte sich darauf einstellen, dass auch das Schlimmste passieren könnte und Oliver tatsächlich getötet wurde. Die Spur, die Diggle und Roy verfolgen, führt sie jedoch nur zu verbrannten Überresten und angesengten Papierfetzen mit unzusammenhängenden Nummern. Oder steckt mehr dahinter? Die Blaupausen bringen später auch tatsächlich die Grundlage für Bricks Plan ans Licht. Doch zuvor bemerkt das Team, dass jemand in ihrem Versteck ist, denn die Tür steht offen. In der Annahme, dass es Oliver ist, rufen sie nach ihm. Doch die Freude weicht Ernüchterung und Misstrauen, als sie Malcolm Merlyn (John Barrowman) dort erwartet, der sie fragt, was mit Oliver ist.

Oliver Queen is dead?

Malcolms Aussagen tragen dazu bei, dass die Sorgenfalten größer werden, immerhin kennt er Ra's und dessen Bräuche besser als alle anderen und versichert ihnen, dass der Demons Head keine Gefangenen macht und Oliver sich bei ihnen gemeldet hätte, wenn es ihm gut gehen würde. Etwas später erfährt auch Laurel, die dem Team weitere Beweise zur Ergreifung der Verdächtigen zukommen lässt, endlich wo Oliver ist und was er dort beabsichtigt hat. Sie zweifelt Merlyns Worte an, weil man ihn in der Vergangenheit selten trauen konnte. Darüber hinaus will sie nicht glauben, dass er im Kampf gefallen ist.

In der Episoden verstreut sind diesmal nicht nur die üblichen Flashbacks, sondern auch Einblicke in Olivers Schicksal nach dem Tritt von der Felswand. Dort sehen wir, dass er tatsächlich entweder stark verletzt oder dem Tode nah, wenn nicht sogar tot eingeschneit wird. Bis eine maskierte Person ihn dort fortschafft.

Zwischenzeitlich - und hier sind die zeitlichen Abläufe handwerklich nicht ganz klar dargestellt - verschlägt es auch Malcolm zum Ort des Duells. Allerdings findet er nur das tückische Schwert, mit dem Ollie erdolcht wurde und das nach dem Brauch Al Ghuls zurückgelassen wird. Dieses bringt er zur Arrow-Cave zurück und beteuert, dass eine Analyse ergeben wird, dass daran Olivers Blut klebt und dass seine Überreste nicht bergbar sind. Es scheint so, als wäre Malcolm nach dem maskierten Mann eingetroffen, sodass er nur noch das Schwert finden konnte. Verständlicherweise gibt Felicity ihm die Schuld für alles, denn nur, weil er Thea (Willa Holland) zum Mord an Sara manipuliert hat, mischte sich Al Ghul ein und Oliver hat das Duell gesucht. Doch Merlyn zeigt sich überraschenderweise recht emotional und menschlich. Oliver galt als seine Hoffnung seinen Ex-Mentor auszuschalten, wenn er nun tot ist, dann bleibt Malcolm oben auf seiner Zielpersonenliste und damit kommt auch wieder seine Tochter Thea in Gefahr. Die obligatorische Analyse gibt dann Gewissheit, dass es Olivers Blut ist und Malcolm ausnahmsweise nicht nur lügt.

Thea sorgt sich ebenfalls um ihren Bruder und bittet sowohl Malcolm, als auch Roy ihre Fühler auszustrecken. Malcolm bietet an, seine alten Kontakte spielen zu lassen, meint aber eigentlich wohl sich selbst. Roy soll Arrow bitten nach ihrem Bruder zu suchen. Langsam aber sicher wird die Tatsache, dass Thea im Dunkeln tappt, was die Identität des Bruders angeht etwas überstrapaziert. Nach drei Staffeln und so vielen Vorlagen und Situationen, wird es langsam unglaubwürdig, sie nicht einzuweihen. Denn so wie es jetzt ist, wird nur künstliche Dramatik erzeugt. Immerhin wird in dieser Episode ihr Training mit Malcolm fortgesetzt, bei dem man aber auch selten den Eindruck loswird, dass sich der Dark Archer ordentlich zurückhält. Ob sich Thea also im Ernstfall verteidigen könnte? Sicherlich gibt es hier bald eine Demonstration.

Blaupausen

Die zunächst zusammenhanglos erscheinenden Zahlen, werden einem Muster zugeordnet. Dabei stellt sich heraus, dass sich dahinter Prozessnummern verbergen, zu Menschen bei denen die Verurteilung auf Beweise aus einer besonderen Asservatenkammer (oder Asservatenhalle) liegt, die Brick im Visier hat. Genau dahin verschlägt es dann auch Diggle und Roy.

In der Zwischenzeit versucht Felicity ihren Boss Ray Palmer davon zu überzeugen, sich die Heldennummer noch einmal zu überlegen. Schließlich hat sie dadurch schon einige Opfer bringen und Verluste verkraften müssen. Doch so leicht lässt sich Ray nicht von seinem Weg abbringen, besonders, dass seine Assistentin versucht ihn mit seiner Frau Anna vom Gegenteil zu überzeugen stößt auf wenig Gegenliebe.

Problematisch am Palmer-Handlungsbogen ist, dass man als Zuschauer momentan weiterhin recht wenig über ihn weiß. Man kann also schwer einschätzen, wie er sich als Held schlagen würde. Ob er etwa auf die Nase bekommt, wie Laurel, als sie sich wild ins Getümmel stürzte oder irgendeine Form von Training bereits genossen hat, ist unklar. Felicity springt allerdings auch innerhalb weniger Minuten hin und her. Ausschlaggebend und sogar nachvollziehbar ist ihre Stimmungsschwankung hier durch Olivers Verschwinden. Dennoch sind es bisweilen große Extreme, wie „Töte Al Ghul“ zu „Nein, tu das nicht, du tust dir weh.“

Dafür ist die Actionsequenz im Lagerhaus wieder gewohnt fesselnd und actionreich gestaltet. Diggle und Arsenal dürfen hier einige schöne Parkoureinlagen zeigen.

Another Brick in the Wall

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Left Behind%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Arrow%26ldquo; © FOX
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Brick hat ein Gimmick, das ich so bisher nicht gesehen habe. Er fordert jemanden zu einem Zweikampf und gibt seinem Gegner eine Pistole, die ihm die Chance lässt, ihn zu erschießen. So schaltet er am Anfang der Episode einen Gegner aus und so soll es im Fall Diggles wiederkommen. Der schießt schlauerweise auch auf seinen Kopf, doch selbst das nützt nichts. Also ist der „Vorteil“ eigentlich keiner. Diggle muss im Zweikampf ordentlich einstecken, wird aber von Roy und einem Pfeil gerettet. Brick kann trotzdem entkommen - auch wegen Felicity, die nicht die beiden auch noch verlieren will.

Mit Brick hat man Diggle einen Mann in den Weg gestellt, der ihm von der Statur ähnelt und mit Vinnie Jones einen imposanten Kopf gefunden, der sich sehr gut als Gegner für einige Folgen eignen sollte. Denn ihm gelingt es im Endeffekt die Männer zu seiner Armee zu machen, weil das Gesetz ohne die entwendeten Beweise nicht mehr greifen kann. Das ärgert natürlich auch Diggle, denn acht Monate Arbeit, werden in wenigen Minuten zerstört und nichtig gemacht. Das gibt dem Team allerdings auch eine Aufgabe, bis es Gewissheit zu Oliver gibt.

Brick hat es auf die Glades abgesehen, die nach einer längeren Pause nun also wieder in den Fokus der Arrow-Episoden rücken werden. Denn Brick will sich dort zum Herrscher aufschwingen. Doch neben dem Arrow-Team ist da auch noch Laurel, die nach dem Gespräch mit Diggle in der Höhle das Gesetz in die eigene Hand nimmt. In einem Kostüm, das sehr an ihre Schwester erinnert, sagt sie nun denen den Kampf an, die sie im Gerichtssaal nicht kriegt, weil wie das System austricksen. Ist sie diesmal bereit? Trägt das Training mit Ted Grant Früchte? Dafür, dass es sich in der Charakterwandlung von Laurel um einen großen Moment handelte, war der Moment dann doch etwas Unspektakulär. Sowohl was das Gefühl, als auch die Inszenierung angeht. Aber es muss ja auch nicht alles episch sein.

Malcolm scheint derweil wirklich Angst um sich und seine Tochter zu haben, denn er überrascht sie in ihrer Wohnung und meint, dass die beiden in Lebensgefahr schweben und Starling City für immer verlassen müssen und das so kurz nach Theas Rückkehr und erfolgreicher Cluberöffnung.

Alpha und Omega

Im Flashback kriegen Oliver und Maseo (Karl Yune) ein wenig den Kopf von Amanda Waller (Cynthia Addai-Robinson) gewaschen. Wie sich bald herausstellt braucht es für das Omega auch eine Alpha-Komponente ohne die das Omega harmlos ist. Also sollen die beiden das Alpha holen und das Labor zerstören. Zu Tatsus (Rila Fukushima) Rettung schweigt Waller aber zunächst, für sie hat die Verhinderung von möglichen Attentaten durch die Triaden Priorität.

Um das Alpha zu kriegen, müssen Oliver und Maseo einen neuen Eingang im Labor schaffen, also durch das Fenster rein. Über eine Seilrutsche soll Oliver nach der Vorarbeit durch das Scharfschützengewehr eindringen, doch das gelingt erst im zweiten Anlauf. Auch sonst ist die Mission riskant und die Triade vor Ort. Als Oliver einen seiner Angreifer mit einem Pfeil durchbohren könnte, lässt er ihn stattdessen laufen. Was zunächst wie Schwäche seinerseits aussieht, stellt sich als kluger Schachzug heraus, denn er hat ihm unauffällig einen GPS-Sender verpasst, wie sich aber erst spät herausstellt. Denn damit erhofft man sich Tatsu zu finden.

Was soll man zu den Flashbacks noch schreiben, was ich nicht schon öfter getan habe? Sie sind höchstens mittelmäßig unterhaltsam und wirken ein wenig ziellos. Immerhin ändert sich das in dieser Episode im Verbindung mit dem Cliffhanger.

Wiederbelebung

Hat man zuvor angenommen, dass Tatsu gestorben sein könnte, stellt sich nun heraus, dass sie in der Gegenwart noch lebt. Sie und ihr Ehemann jedoch wohl auf Distanz zueinander gegangen sind und sie bei der Wiederbelebung von Oliver essentiell ist. Es ist Maseo, der sich als der maskierte Mensch herausstellt, der Oliver vom Ort des Duells wegschafft und sich dann hilfesuchend an sie wendet. Was ist hier also los? Oliver öffnet seine Augen und lebt. Können wir davon ausgehen, dass geklärt wird, welches Wundermittel hier zur Einsatz kam oder waren die Verletzung nur halb so schlimm, wie sie aussahen? Wie wird Al Ghul außerdem auf den Verrat durch Maseo reagieren?

Fazit

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Left Behind%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Arrow%26ldquo; © FOX
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Die erste Arrow-Episode nach dem spannendem Midseason-Finale ist in gewisser Weise ernüchternd. Leider schafft man es nicht wirklich die Vorlage voll auszunutzen, sodass sich die ein oder andere Länge durch die Episode zieht. Gleichzeitig wird versucht sehr viele Handlungsstränge auf einmal fortzuspinnen - Diggle, Thea, Malcolm, Laurel, Flashback, Oliver, Felicity, Ray, Roy, Brick müssen ja alle irgendwo untergebracht werden - was an sich ein nobles Vorhaben ist, aber auch dazu führt, dass die Episode vollgeladen wirkt. Spannender hätte ich gefunden, wenn man die Zuschauer zunächst im Fall von Olivers Schicksal noch konsequenter im Dunkeln gelassen hätte und sich stattdessen mehr auf seine Stellvertreter fokussiert. Nach nur einer Folge ist nun allerdings schon klar, dass Oliver lebt und seine Bekannten aus dem Flashback Anteil daran tragen.

Schön ist, dass Diggle das Kommando übernimmt, wenngleich Roy zwar auch mehr Screentime bekommt, aber gefühlt noch fast genauso viel sagt. Eins ändert sich aber weiterhin nicht: Felicity ist mindestens die zweitwichtigste Figur mit den meisten Storylines. Die Macher geben den Fans was sie verlangt haben, auch wenn es zulasten der anderen Figuren geht.

Von Brick und Laurel als Black Canary würde ich gerne mehr sehen und eigentlich bin ich auch an den Heldenversuchen von Ray Palmer interessiert. Zumindest in dieser Episode fehlt aber die gewisse Prise Schwung, die die besseren Episoden der Serie auszeichnen.

Videopromo zur Episode Midnight City (3x11) der US-Serie Arrow:
Verfasser: Adam Arndt am Donnerstag, 22. Januar 2015

Arrow 3x10 Trailer

Episode
Staffel 3, Episode 10
(Arrow 3x10)
Deutscher Titel der Episode
Am Ende
Titel der Episode im Original
Left Behind
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 21. Januar 2015 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 7. Mai 2015
Regisseur
Glen Winter

Schauspieler in der Episode Arrow 3x10

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?