Arrow 3x02

Arrow 3x02

Die Arrow-Episode Sara handelt von der Schockwelle, die das Ende der Debütepisode der dritten Staffel hinterlassen hat. Das gesamte Arrow-Team befindet sich im Schock und geht mit dem Verlust auf verschiedenen Wegen um.

Szenenfoto aus der Episode „Sara“ / (c) The CW
Szenenfoto aus der Episode „Sara“ / (c) The CW

Kein Zeitsprung. Sondern einfach nur pure Realität steht am Anfang der Arrow-Episode Sara auf dem Plan. Laurel (Katie Cassidy) bringt die Leiche ihrer Schwester (Caity Lotz) in die Kellerräume des Verdant, wo sich die Arrow-Cave befindet. Bis zu diesem Zeitpunkt ist Laurel die einzige Person, die vom Mord an ihrer Schwester weiß, doch der Schock sitzt tief.

Trauerbewältigung

Alle sind - verständlicherweise - ob des Anblicks der leblosen Sara, in der immer noch die Pfeile stecken, geschockt und emotional ergriffen. Wir fragen lieber nicht, wie die schlanke Laurel sie allein dort hingebracht hat und schieben das einfach einmal auf das Adrenalin. Ollie (Stephen Amell) schließt zuerst ihre Augen. Laurel will den Täter finden und Felicitys (Emily Bett Rickards) Welt bricht auseinander.

Es gab bereits zuvor Todesfälle bei Arrow: Tommy und Moira sind wohl die prominentesten. Doch ein Mitglied des Teams ist bisher nicht verstorben, weswegen Felicity dieser Verlust wohl nun besonders trifft und sie so manche Entscheidung überdenken lässt. Beispielsweise auch die Entscheidung, ob eine emotionale und romantische Basis zwischen ihr und Oliver besteht. Da dieser jedoch kaum Emotionen und Gefühle zulässt, obwohl seine Exfreundin und Kameradin gestorben ist, kapselt sich Felicity von ihm ab.

Ihr liegt nach wie vor das Angebot von Ray Palmer (Brandon Routh) vor, für ihn zu arbeiten. Anfangs wehrt sie sich dagegen, also muss er zu härteren Bandagen greifen und die Holding ihres aktuellen Arbeitgebers (Tech Village) teuer erkaufen, um ihre Aufmerksamkeit zu erhalten. Ob sie nun für ihn bei Queen's Consolidated arbeitet oder nicht, ist ihm egal. Felicity knickt ein, als sie bemerkt, dass Oliver die Schutzmauern wieder hochzieht und nimmt Palmers Angebot tatsächlich an. Palmers Flirt- und Rekrutierungsversuche sind penetrant, doch er wirkt wie ein Typ mit einem Plan, einem großen Plan, der bisher - anders als bei einem Sebastian Blood - wahrscheinlich nicht danach schreit, die Stadt zu vernichten, sondern sie zu verbessern.

Palmer will nicht nur die Hälfte seines Vermögens für diesen Zweck stiften, sondern sich selbst auch nur einen Dollar als Gehalt zahlen. Große Gesten und große Worte. Wir können gespannt sein, was das Rebranding von Star City bringt. Palmer hat jedenfalls tiefe Taschen, wenn er mal eben 1,2 Milliarden Dollar in die Mitarbeiterakquise stecken kann. Wird es bei Felicity bleiben oder arbeitet er bald mit dem ganzen Team zusammen?

Oliver stürzt sich, wie so oft, in die Arbeit, was bedeutet, dass er den Verantwortlichen zur Strecke bringen will. Über diverse Handlanger entdeckt er eine Spur zum Hauptverdächtigen Simon Lacroix aka Komodo (Matt Ward), den man mithilfe Diggles' (David Ramsey) Kontakt bei ARGUS aufspüren und per Telefonhack von Felicity orten kann. Unter den 20 Bogenschützen in der ARGUS-Datenbank ist er derjenige mit passendem Vorstrafenregister und der einzige mit einer Maske.

Oliver kann seine Trauer über Wut kanalisieren, was unter anderem in einem sehenswerten Fight der beiden Bogenschützen auf ihrem jeweiligen Motorrad mündet, den Oliver jedoch verliert und den Lacroix zur Flucht nutzen kann. Später gehört der Sieg ihm, doch, wie sich herausstellt, ist es nicht Komodo, der Sara angegriffen hat, da er sich zum fraglichen Zeitpunkt in Blüdhaven aufgehalten hatte. Komodo hat als Gegner viel Potential und ich bin mir sicher, dass wir ihn wiedersehen werden. Allein die Tatsache, wie er guckt, kurz bevor die SCP eintrifft und er von Sara hört, spricht Bände.

Oliver wird nach der Merlyn-Sache außerdem kaum einen zweiten Bogenschützen, dazu noch einen mordenden, frei herumlaufen lassen. Weiterhin stellt sich die Frage, wer der wahre Mörder von Sara ist. Oliver schließt die League of Assassins aus, da diese untereinander nicht töten würden. Merlyn ist, wie die letzte Szene zeigt, relativ weit weg. Oder ist das nur eine Finte?

Laurel beinhart

Laurel kompensiert ihre Trauer mit Aggression. Sie beschließt, dem Mörder ihrer Schwester um jeden Preis auf die Spur zu kommen. Zunächst nutzt sie ihre Tätigkeit beim DA, um einen Verdächtigen im Krankenhaus zu verhören und dort sogar gewalttätig zu werden. Das bringt ihr zwar gewisse Informationen, allerdings bringt es sie auch in Gefahr, als Komodo den Verräter per Pfeil hinrichtet. Bei der anschließenden Konfrontation stößt sie zu Ollie dazu und hält dem mutmaßlichen Schwesternmörder die Waffe entgegen, mit der sie sich schon in der Arrow-Cave eindeckt, aber noch von Oliver zurückgehalten wird.

Ollie versucht, ihr zwar deutlich zu machen, dass das Erschießen des mutmaßlichen Mörders nicht ihren Verlust besser macht und bewahrt sie insgeheim vor Dummheiten, als er die Munition aus der Pistole entfernt. Doch man sieht, dass sie tatsächlich abgedrückt hätte - und zwar mehrfach. Laurel wandelt also auf dunklen und gefährlich schmalen Pfaden. Das macht sie deutlich interessanter als Figur als noch zuletzt.

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Sara%26ldquo; © The CW
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Wo ist Thea?

Roy (Colton Haynes) nimmt der Verlust Saras auch mit, doch viel eher beschäftigt ihn die Frage, wo seine Exfreundin Thea (Willa Holland) ist. Dafür nutzt er sogar den Arrow-Rechner und zapft die FBI-Datenbank an, womit er ein Verbrechen begeht. Gleichzeitig plagt ihn die Frage, ob er ihren Bruder Oliver, der ständig versucht, sie persönlich am Telefon zu sprechen, einweihen soll, dass sie nicht dort ist, wo dieser denkt, dass sie ist. Roy nutzt die Gunst der Stunde, um ihn einzuweihen, was dieser auch überraschend gelassen hinnimmt. Dennoch beschäftigt ihn Thea unablässig, wie seine letzte Szene mit dem Smartphone in der Hand erneut unter Beweis stellt.

Für Oliver steht nach der Verarbeitung des Verlusts darum auch das Finden seiner Schwester oben auf der Prioritätenliste. Diese wird ganz am Ende der Episode bei ihrem Training mit Vater Malcolm Merlyn (John Barrowman) in Corto Maltese gezeigt, wo sie große Fortschritte macht und mehrere Gegner im Kampf zu Boden zwingt. Speedy wird also langsam, aber sicher zur Kämpferin erzogen. Malcolm hat sie inzwischen eindeutig als ihren Vater anerkannt, wie man am letzten Satz erkennt. Die Entwicklung rund um Thea ist vielversprechend, weil sie noch rätselhaft ist. Man nimmt an, dass Merlyns Motive finsterer Natur sind, denn warum sollte er plötzlich auf die Seite der Guten wechseln? Oder zaubern die Autoren einen schicke Wendung hervor?

Quentin Lance und das zerbrechliche Herz

Eine weitere Frage, die in der Episode im Raum steht, ist natürlich, ob man Captain Quentin Lance (Paul Blackthorne) darüber informieren sollte, dass seine Tochter diesmal wirklich gestorben ist. Oliver überlässt diese Entscheidung Laurel. Schon beim ersten Treffen mit dem Polizisten merkt der Polizist aber, dass der Kapuzenträger merkwürdig aufgewühlt erscheint. Doch das überspielt Oliver. Als Laurel ihn dann aufklären will, unterbricht die Erinnerung an seine Herzmedikamente und das umfallende Bild der beiden Schwestern die Anwältin, die daraufhin die Wahrheit lieber für sich behält. Wahrscheinlich aus Rücksicht auf die Gesundheit des Cops.

Doch wie lange wird sie das vor ihm verbergen können? Ich schätze, dass sich irgendwer, vielleicht sogar Oliver, verplappern wird und damit sein Herz bricht. Die Autoren werden so eine Storyline nicht einbauen, ohne an eine Auflösung zu denken. Ob Quentin die Staffel überlebt? Wäre sein Tod vielleicht der letzte Schritt, den Laurel braucht, um zur neuen Canary zu werden? Die Zeichen deuten inzwischen nämlich alle ganz klar darauf hin. Besonders die Musikmontage, in der Laurel sich einmal genauer die Jacke von Sara anschaut, ist natürlich ein extremer Wink mit dem Zaunpfahl. Olivers Einwand ist jedoch berechtigt: Sara wurde von der League of Assassins ausgebildet, einer Gruppe von profilierten Kämpfern und Mördern. Wie will die untrainierte Laurel da mithalten?

Diggles schöne Geste

Der frischgebackene Papa Diggle bleibt in dieser schwierigen Zeit ein Anker für das Team und das, obwohl er sich um seine Tochter kümmern sollte und wollte. In dieser Episode hilft er durch Recherche bei ARGUS. Ähnlich wie schon in der ersten Staffel, als er auf der Suche nach dem Mörder seines Bruders war, der bekanntlich durch Deadshot umgebracht wurde, verspricht Diggle dem Team zunächst, erhalten zu bleiben - zumindest, bis der Täter gefasst ist. Beim letzten Mal war dieser Zeitraum aber auch ein langer. Dafür darf er die vielleicht schönste Geste der gesamten Episode leisten: Seine Tochter erhält, um Sara zu gedenken, ihren Namen. Dies verkündet er bei der informellen Beerdigung im kleinen Kreis. Laurel wünscht sich verständlicherweise, dass sie ein offizielles Begräbnis erhält, doch in dieser Situation ist es wohl besser, es vorerst dabei zu belassen.

Als Diggle Oliver seine Hilfe anbietet, kommen die beiden auf Felicitys Worte zu sprechen, denn sie glaubt, dass der Bogenschütze eines Tages allein in der Höhle sterben könnte, wenn er seine Gefühle ausschaltet. Genau das möchte er nicht tun, weswegen man darauf hoffen kann, dass ein Mittelweg gefunden wird: Irgendwo zwischen dem unvorsichtigen, fröhlichen Oliver und dem halben emotionalen Krüppel, der er wird, wenn er jemanden verliert.

Flashback mit Tommy

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Der Flashback bietet diesmal durchaus eine interessante Prämisse. Oliver erhält von Maseo Yamashiro (Karl Yune) den Auftrag, ein Ziel auszuschalten. Dabei handelt es sich um einen Test, denn es ist Tommy Merlyn (Colin Donnell), der das Verschwinden seines besten Freundes untersucht und dafür nun in Hong Kong gelandet ist. Oliver versucht nun alles, um aus der prekären Lage zu kommen. Doch Amanda Waller hat Maseos Familie in der Hand und sitzt am längeren Hebel. Oliver muss kreativ werden. Die Möglichkeit, eine Leiche aus dem Leichenschauhaus zu schmuggeln, wird abgelehnt. Weigerung würde dazu führen, dass jemand anderes den Job erhält. Allerdings wissen wir ohnehin, dass Tommy diese Reise überlebt. Das Wie ist nur die Frage.

Also betäubt Oliver seinen Freund und tut so, als wäre er ein Kidnapper, der alles über den reichen Erben weiß. Die Erklärung ist simpel und logisch: Das angebliche Hacken seines E-Mailkontos bringt die privaten Informationen, die Oliver natürlich auch so kennt. Gleichzeitig ist er gezwungen, seinem Freund alle Hoffnungen zu nehmen und ihm zu sagen, dass er tot auf dem Meeresboden liegt. Die schöne Invertierung ist hier natürlich, dass Oliver in dieser Situation eine Träne hervorbringt, aber inzwischen in der Gegenwart bei Sara abgehärtet ist, weil er mittlerweile Verantwortung für sein Team und eine ganze Stadt trägt, die von ihm erwartet, dass er auch unter größtem Druck funktioniert. In Hong Kong musste er lernen, sich einen Schutzpanzer zuzulegen und auch seinen besten Kumpel, der einmal um die ganze Welt reist, das Herz zu brechen.

Nebenbei wird Waller noch unsympathischer, als sie es ohnehin schon war. Die Frage ist hier, wie lange es dauert, bis die Wahrheit ans Licht kommt und die Zusammenarbeit aufgekündigt wird. Beziehungsweise warum genau Oliver in der Gegenwart mit ihr eine Allianz schmiedet, wenn sie ihn doch dermaßen schlecht behandelt hat.

Fazit

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Sara%26ldquo; © The CW
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Die Harmonie in der Auftaktepisode ist nur von kurzer Dauer. Die zweite Episode der dritten Staffel, Sara, zeigt ein Arrow-Team am Scheideweg. Während manche nun noch viel mehr hinter dem Team stehen (Diggle), ist es vor allem Felicity, die ins Zweifeln kommt. Vor allem wegen Ollies emotionaler Distanz, die zuvor schon schwer für sie einzuschätzen war. Positiv hervorzuheben ist, wie schnell Laurel sich ins Team einfügt, auch wenn sie aktuell eher ein kleiner „Troublemaker“ und Unruheherd ist. Roy bleibt erstaunlich passiv, darf aber in der Actionsequenz gegen Komodo glänzen und wird sicherlich für den kommenden Handlungsbogen rund um Thea in Stellung gebracht.

Das Rätsel um Saras Mörder wird die Crew weiterhin beschäftigen, ebenso wie Ray Palmers ambitionierte Pläne dafür sorgen könnten, dass Felicitys Aufmerksamkeit in eine andere Richtung gelenkt wird. Die Richtung, die die Autoren einschlagen, gefällt jedenfalls. So kann es gerne wieder weitergehen.

Videotrailer zur Episode Corto Maltese der US-Serie Arrow:

Verfasser: Adam Arndt am Donnerstag, 16. Oktober 2014

Arrow 3x02 Trailer

Episode
Staffel 3, Episode 2
(Arrow 3x02)
Titel der Episode im Original
Sara
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 15. Oktober 2014 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 12. März 2015
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Samstag, 11. Juli 2015
Regisseur
Wendey Stanzler

Schauspieler in der Episode Arrow 3x02

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