Arrow 2x18

Nach den beiden vorherigen, leicht schwächelnden Episoden meldet sich die US-Serie Arrow mit einer durch und durch starken Episode zurück.
Slade Wilson (Manu Bennett) spielt in der Episode Deathstroke der Serie Arrow weiterhin seine Psychospiele mit Oliver Queen (Stephen Amell) und dessen Angehörigen. Wie die letzte Folge schon angedeutet hat, ist es Thea (Willa Holland), die diesmal im Fokus steht und von Slade verschleppt wird, um dann an dessen Lakaien Brother Blood (Kevin Alejandro) zu geraten. Gemeinsam inszenieren sie eine Entführung, die Oliver allerdings erst bemerkt, nachdem seine Mutter Moira (Susanna Thompson) ihn fragt, ob er weiß, wo seine Schwester ist. Mutter Queen steckt weiterhin mitten im Wahlkampf und es steht eine öffentliche Debatte mit ihrem Konkurrenten um das Amt des Bürgermeisters von Starling City an.
Auch Roy (Colton Haynes) ist unruhig. Er hadert sichtlich (wie man bei seinem Bogentraining sieht) mit der Frage, ob es nicht besser wäre, Thea die Wahrheit anzuvertrauen. Oliver ist jedoch der festen Meinung, dass sie das nur in Gefahr bringen würde, was auch Felicity bestätigt. Sie weihte Barry ein, was bekanntlich mit einem Blitzeinschlag und einem Koma endete.
Darüber hinaus kommt es zu einem lange überfälligen Wiedersehen mit Isabel Rochev (Summer Glau), die nicht nur die wichtigen Meetings verschiebt, da sie weiß, wie gerne sich Oliver verspätet, sondern auch in dessen Interesse die Firma Queens Consolidated leitet. Zumindest vorerst.
Bei der Debatte kommt es nämlich zur großen Enthüllung, dass jemand Thea entführt hat, was dort sehr öffentlichkeitswirksam auf den Großleinwänden übertragen wird. Das führt dazu, dass Oliver das wichtige Meeting wieder sausen lassen muss und im Eifer des Gefechts Rochev auch noch mit einer Vollmacht ausstattet, die sie berechtigt, alle Entscheidungen in seinem Namen zu treffen. Ach, Ollie... Auch wenn Rochev sich ihm angenähert hat und mit der Zeit freundlicher wurde, so wurde sie doch als eine Figur eingeführt, die stets an feindlichen Übernahmen interessiert war. Da hat der Herr wieder einmal nicht mitgedacht und sich von Slade ablenken lassen.
Die beiden Wahlkämpfer vertagen ihre Kampagnen jedenfalls, bis Thea wieder da und in Sicherheit ist. Natürlich wird auch die Starling City Police sowie das Arrow-Team eingeschaltet. Felicity (Emily Bett Rickards) gelingt es per Durchsicht zahlloser Sicherheitskameraaufnahmen, ein Nummernschild auszumachen, das sich zu Slade zurückverfolgen lässt. Sara (Caity Lotz) versorgt das Team mit einem besonderen League-of-Assassins-Gift, welches selbst den Mirakuru gestärkten Slade kurzzeitig ausschalten sollte - und auch Roy darf endlich einmal seiner Wut freien Lauf lassen. Schneller als gedacht kommt es auch zur Konfrontation zwischen Team-Arrow und Slade. Und siehe da - Slade wird schnell ausgeschaltet und nach einem Tipp von Detective Lance festgenommen. Bald stellt sich allerdings heraus, wie problematisch das Ganze ist. Sein Vorgesetzter merkt nämlich an, dass sein Verhalten und die Verhaftung keinesfalls rechtmäßig ist.
Außerdem ist Slade wieder allen mehrere Schritte, wenn nicht sogar Kilometer, voraus. Er hat ein wasserdichtes, wenn auch sicherlich fingiertes Alibi, das besagt, dass er sich in den letzten Tagen in Costa Rica aufgehalten hat. Daher muss er - nach einem unerlaubten Gespräch mit Oliver, der sich in die Verhörzelle geschlichen hatte - freigelassen werden. Immerhin erfahren wir, wie Slade von der Insel kam. Er ist geschwommen, erlitt dabei wieder und wieder Verletzungen, die das Mirakuru in seinem Körper jedoch heilte. Sein Auge heilte jedoch nicht. Man kann gespannt sein, was für einen Pfeil Oliver hier benutzt hat, um solch einen Schaden anzurichten. Interessant ist auch, welchen Einfluss Shado immer noch auf beide Männer hat. Während sie dem einen als Teufelchen auf der Schulter sitzt und ihm Rachebotschaften ins Ohr flüstert, hat sie den anderen dazu bewegt, sich als maskierter Retter zu versuchen.
Team Arrow bleibt dran
Obwohl Slade auf freien Fuß gesetzt wird, bleibt das Arrow-Team an ihm dran - oder versucht es zumindest, denn bald verliert sich seine Spur. Doch vorher nutzt auch er die Öffentlichkeit, um sich in einem positiven Licht zu inszenieren: Er verspricht eine millionenschwere Belohnung für Hinweise, die zu Theas Rettung führen könnten - wohl wissend, dass er die wohl nie bezahlen muss.
Derweil streiten sich die neueren Mitglieder des Arrow-Teams, Sara und Roy, darüber, wer für die Situation Schuld hat und warum man nicht mehr tut. Dieser Streit mündet darin, dass Roy sich nicht mehr unter Kontrolle hat und Diggle (David Ramsey) ruppig anpackt. Sara versucht, ihn durch einen Warnschuss zu beruhigen, doch erst, als Oliver auftaucht, lässt Roy ab und verlässt das Hauptquartier, weil die ideologischen Differenzen wohl (im Moment) zu viel für ihn sind.
Don't Trust Anybody
Oliver konfrontiert bald Rochev, denn, als er zu abgelenkt war, um sich um die Firma zu kümmern, hat diese tatsächlich durch seine Vollmacht die Anteile auf sich übertragen und hat nun die Mehrheit an Queens Consolidated. Doch damit noch lange nicht genug: Rochev weiß um Olivers Zweitidentität und ist insgeheim eine Vertraute von Slade Wilson gewesen, die außerdem durchaus ansehnliche Kampffähigkeiten hat. Allerdings hat Oliver dann doch sehr schnell die Überhand gegen sie und kann durch sie Theas Aufenthaltsort erfahren. Erneut - und das ist ein Muster des großen Plans von Slade Wilson - ist das alles von langer Hand geplant. Also sowohl die Übernahme als auch der Zeitpunkt, zu dem Oliver versucht, Thea zu finden. Außerdem diktiert er die Umstände: Er soll alleine kommen, wenn er will, dass Thea unbeschadet aus der Sache kommt. Das macht er auch seinem Team klar. Zwar sträubt sich Sara leicht, aber es ist dann ausgerechnet Felicity, die ihm das „Go!“ gibt und ihn dabei sogar sämtliche Mittel freistellt, um die Sache ein für allemal aus der Welt zu schaffen.
Zwar mäht sich Oliver als Arrow vor Ort durch ein Heer von Lakeien, muss dann aber feststellen, dass das wieder mal nur eine Ablenkung war - Thea ist bereits fort.
Slade kehrt nach seiner Freilassung zu Thea zurück und bietet ihr ihre Freiheit an - ohne Netz und doppelten Boden. Allerdings bietet er ihr noch etwas mehr an: ein Geheimnis, das ihr Bruder vor ihr verborgen hielt. Zwar übertreibt Slade mit der Zeit, seit der Oliver davon wusste, aber es gibt ja durchaus mehrere Geheimnisse, die er hätte ausspucken können. Als Thea dann später auf der Polizeiwache erscheint, ist klar, dass er noch nicht seine Trumpfkarte herausgeholt hat: nämlich die Wahrheit über Oliver als Arrow. Für Thea ist die Offenbarung, dass Malcolm Merlyn ihr leiblicher Vater ist, natürlich der Schock des Lebens und bringt nun wohl eine Kluft zwischen ihr und dem Rest ihrer Familie.
Während Oliver sich durch seine Schergen schnetzelt, nutzt Slade in voller Deathstroke-Montur die Gelegenheit, um einen Bus des Iron-Heights-Gefängnisses zu kapern. Dabei schaltet er nicht nur die Waffen eindrucksvoll per Schwertwurf und Pistolenkugeln aus, sondern macht sich die Besatzung des Busses untertan. Womöglich als neue Mirakuru-Testsubjekte. Die Hemmschwelle zum Töten sollte bei Schwerverbrechern deutlich niedriger liegen als bei normalen Gefangenen. Fraglich ist, ob das Mirakuru nun sozusagen „marktreif“ ist und nicht weitere Todesopfer fordert.

Das Vertrauen in den Vigilanten kommt auch für Detective Lance nicht ohne Preis aus. Ihm wird angeboten, dass die Anschuldigungen gegen ihn fallengelassen werden, wenn er verrät, wer unter der Maske steckt. Da er gegenüber seines Vorgesetzten jedoch sagt (oder spielt?), dass er es nicht weiß, wird er wegen Verschwörung gegen die Staatsgewalt verhaftet und droht nun, seinen Job zu verlieren. Die Autoren bemühen sich, Lance zwar die richtigen Fragen stellen zu lassen, sich aber dann mit sehr bequemen Antworten zu begnügen. Als Sara etwa gemeinsam mit ihm auf dem Revier ist und sie betont, dass Oliver Queen nichts damit zu tun hat, findet er sich schnell damit ab. Nun kostet ihn das seine Karriere.
Auf der Insel: Oliver oder Hendrik?
Sara muss bei der Inselhandlung die moralische Wahl treffen, ob Hendriks Leben wirklich weniger wert ist als das von Oliver. Woher will man denn wissen, dass Slade Hendrik nicht tötet, nachdem dieser die Reparaturen zu Ende bringt. Antoly (David Nykl) und der gläubige Exgefangene diskutieren mit Sara über die Möglichkeiten. Beim Entschärfen einer Landmine durch Antoly kommt Sara die Idee, dass man sowohl Oliver retten als auch Slade ausschalten könnte. Es kommt tatsächlich zum Austausch und Slade hält sein Wort.
Allerdings wird Hendrik TNT umgebunden, was Slade mit seinen durch Mirakuru gestärkten Sinnen jedoch riecht. Als er das erfährt, ist er willens, die Bombe in der Anwesenheit der Gruppe hochgehen zu lassen. Der Verrücktgewordene wird jedoch vom Geist der verstorbenen Shado (Celina Jade) beeinflusst und entschließt sich, sie stattdessen für immer auf der Insel leiden zu lassen. Daneben gehört nun auch Dr. Ivo zur Gruppe, den Slade dort abliefert und nebenbei andeutet, Olivers Familie einen Besuch abstatten zu wollen. Immerhin ist die Inselhandlung diesmal wieder etwas spannender als zuletzt - mit der grandiosen Gegenwartshandlung kann sie aber kaum konkurrieren. In dieser Folge ist sie aber auch kaum zu schlagen.
Team Deathstroke vs. Team Arrow

Wir wissen schon länger, dass Slade nicht alleine handelt. Dass Sebastian Blood unter seiner Fuchtel steht, ist ebenso bereits längere Zeit bekannt, obwohl der offenbar ein ernsthaftes Interesse daran hat, Bürgermeister zu werden. Dies scheint eine der Voraussetzungen für die Zusammenarbeit gewesen zu sein. Doch dass Rochev ebenfalls Teil seines Teams ist, ist eine neue, sehr vielversprechende Entwicklung. Nicht nur, weil eine gewisse Ähnlichkeit zu Shado besteht, sondern auch, weil die beiden vor Blood ein Geheimnis zu verbergen scheinen. Wie genau stecken sie unter einer Decke? In diesem Zusammenhang ist ihre Bemerkung gegenüber Oliver „Wie der Vater, so der Sohn“ sicherlich von hoher Wichtigkeit.
Slades Rachefeldzug scheint vorzüglich zu funktionieren. Thea weiß um ihren Vater, Slade und Rochev kontrollieren nun die Firma und Oliver und Co. wissen nicht so recht, wo Slade verwundbar ist. Hat er sein Nickerchen durch den Pfeil etwa nur vorgetäuscht? Auch hier scheint Slade nämlich vorausgesehen zu haben, dass er ohne Schaden aus der Sache kommt. Erschwerend kommt hinzu, dass er eine neue Armee heranzüchtet und Roy, die größte Hoffnung, was die schiere Muskelkraft angeht, sich wieder von Team Arrow entfremdet. Wird er vielleicht sogar in sein Lager wechseln?
Sein großes Manöver spielt Slade dann am Episodenende aus, als er Laurel zu Hause besucht. Nicht, um auch sie zu entführen oder ihr Leid anzutun - das hat er ja bereits durch Brother Blood -, sondern, um ihr unverblümt mitzuteilen, das Oliver Queen gleichzeitig Arrow ist. Der Schock sitzt tief und ein wenig wirkt die Szene auch overacted. Das liegt aber nicht nur an der Darstellerin. Auch Manu Bennett darf in dieser Episode des Öfteren mal in seinem Spiel übertreiben, was in einer Comicadaption aber durchaus noch im Rahmen ist.
Im Zusammenhang mit Quentin Lances Entlassung birgt diese Information sehr viel Zunder. Wird Quentin von Laurel eingeweiht? Wird doch noch ein Deal gemacht oder halten die Lances zu Oliver?
Für Oliver gibt es nicht nur Rückschläge: Eine kleine Annäherung gibt es durch Theas Entführung und ihre ehrlichen Muttergefühle wohl wieder an Moira. Die hatte nun außerdem Recht, was ihre Ablehnung gegen Rochev betrifft. Werden die beiden sich zusammenraufen und eine Taktik ausklügeln, um sich die Firma zurückzuholen?
Der Kern des Arrow-Teams, Ollie, Felicity und Diggle, jedenfalls bleibt eine verschworene Gemeinschaft, die nun am Zuge ist. Bestimmt möchten sie Slade zeigen, was passiert, wenn man sich mit ihnen anlegt.
Fazit
Deathstroke ist eine für die Gesamthandlung der Serie nahezu perfekte Episode. Der Bösewicht ist den Helden mehrere Schritte voraus und erzielt einen Erfolg nach dem anderen. Außerdem ist er nun noch um einen weiteren Unterstützter reicher. Er nutzt sein Wissen über seinen ehemaligen Freund zu seinem Vorteil - und sehr bedacht aus. Außerdem streut er Unruhe und Informationen, wo sie am meisten Schaden anrichten.
Das Tempo der Folge ist hoch und die Autoren haben wahrlich eine Menge in die 40 Minuten Laufzeit hineingequetscht, so dass man beim Gucken fast nicht glauben wollte, wie viel Zeit an bestimmten Momenten noch übrig war. Gleich mehrere sehr große Veränderungen ändern die Dynamik für die noch verbleibenden Episoden der zweiten Staffel, so dass man nur erstaunt und gebannt auf den weiteren Verlauf warten kann. Dazu kommt, dass die Liste der Todeskandidaten im Moment stark ausgeweitet wird und es gleich mehrere Kandidaten treffen könnte.
Außerdem wurden diesmal nun wirklich alle zentralen Figuren mit der Handlung verwoben, was zuletzt selten der Fall war. Alles in allem hat man es hier mit einer der stärkeren Episoden der Staffel zu tun.
Trailer zu „Arrow“ (2x19):
Verfasser: Adam Arndt am Donnerstag, 3. April 2014Arrow 2x18 Trailer
(Arrow 2x18)
Schauspieler in der Episode Arrow 2x18
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