Arrow 1x14

Arrow 1x14

In der Episode The Odyssey der US-Serie Arrow nimmt die Inselgeschichte zur Abwechslung einmal den Großteil der Handlung ein. Dort sehen wir endlich, wer für Oliver Queens Entwicklung mitverantwortlich ist. Außerdem stößt ein neues Mitglied zum Vigilantenteam.

Szenenfoto aus der Episode „The Odyssey“ der US-Serie „Arrow“ / (c)The CW
Szenenfoto aus der Episode „The Odyssey“ der US-Serie „Arrow“ / (c)The CW

In der vorherigen Episode Betrayal der US-Serie Arrow hatte sich Oliver Queen (Stephen Amell) vorgenommen, seine Mutter Moira (Susanna Thompson) als Vigilant zur Rede zu stellen, nachdem ihr erstes Gespräch keine Informationen zu ihrer Teilhabe an The Undertaking hervorgebracht hatte. Doch Diggle (David Ramsey) hat bekanntlich eine Tonaufnahme von ihr machen können, wo sie sich klar dazu bekannte. Nur das „Wie?“ wirft Fragezeichen auf. Dort setzt nun The Odyssey (1x14) an.

You have failed this city!

Arrows Catchphrase könnte man auf ihn selbst und seine Mutter anwenden. Zwar stürmt er mitten in einer Besprechung in ihr Büro und droht ihr mit gespanntem Bogen, doch Moira spielt die Familienkarte und fleht unter vorgehaltenem Familienfoto darum, dass der Vigilant sie verschont. „Arrow“ verspricht ihr, ihr nicht wehzutun und zeigt damit Schwäche und Menschlichkeit, denn den Moment der Unachtsamkeit nutzt Moira zur Notwehr und schießt auf ihren Angreifer.

Ollie kann fliehen und zieht sich ausgerechnet in das Auto von Felicity Smoak (Emily Bett Rickards) zurück, bei der er in seinem Zustand nicht zögert, sich zu demaskieren. Ihr erster Impuls ist, ihn in ein Krankenhaus zu bringen, doch Ollie überredet sie, ihn zum Arrow-Cave und zu Diggle zu bringen. Dort soll der Afghanistanveteran die notwendigen medizinischen Schritte in einer Not-OP einleiten, während Felicity hilft. Außerdem ergibt für sie endlich alles Sinn, was sie sich ohnehin schon denken konnte. Denn Ollie war nie besonders kreativ, was seine BS-Geschichten anging und auch die Dinge, die er zu ihr brachte, haben eine so schlaue Frau wie Felicity - wie sie selbst sagt - neugierig werden lassen.

Die Autoren nutzen diese Sondersituation dafür, die Inselhandlung in den Vordergrund und die Gegenwart in den Hintergrund rücken zu lassen. Doch das bedeutet nicht, dass neue Informationen zu den Charakteren wenig Platz einnehmen. Vielmehr lernen wir einige von einer neuen Seite kennen...

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;The Odyssey%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Arrow%26ldquo; © The CW
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Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft?

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Oliver ist - wie uns Slade Wilson (Manu Bennett) zu Beginn der Inselhandlung verrät - nun schon seit sechs Monaten auf der Insel. Seitdem hat er als Überlebenskämpfer erst wenig Fortschritte gemacht. Daher nimmt Slade ihn unter seine Fittiche und versucht, ihn zu trainieren. Das gelingt seiner Meinung nach am besten im Kampf Mann gegen Mann, den Ollie schnell verliert und aufgibt. Doch für Slade gilt das Motto: „Escape or Die“, sofern Oliver sich wünscht, von der Insel zu kommen.

Sie entwerfen gemeinsam eine Taktik, um zum einzigen verfügbaren Flugzeug zu kommen. Der Haken: Der Perimeter wird stets von zehn bewaffneten Männern und einem Wächter in einem Aussichtsturm bewacht. Die Männer wären für Slade kein Problem, der Wächter allerdings verbirgt sich hinter kugelsicherem Glas. Also muss Ollie für die Ablenkung sorgen und diesen einen Mann ausschalten - so zumindest der Plan.

Doch schon auf dem Weg zum Gelände gilt es, einen großen Stolperstein zu überwinden: Ollie tritt auf eine Mine, die wohl aus einem Krieg übriggeblieben ist. Slade schafft es nicht, ohne Ollie in die Luft zu sprengen, die Mine zu entschärfen. Ein Glück, dass bald drei Söldner vorbeikommen und Ollie noch seine Maske parat hat. Während Oliver sich als Pechvogel ausgibt, bringt Slade die drei Feinde zur Strecke und nutzt einen von ihnen als Austauschgewicht für Ollies Fuß. Gleichzeitig erfahren wir, dass Yao Fei (Byron Mann) nicht freiwillig mit Edward Fyers (Sebastian Dunn), Deathstroke und seinen Männern zusammenarbeitet. Man hat ein Druckmittel gegen ihn in der Hand (eine Frau) und Fyers verlangt, dass er die bald ankommenden neuen Männer zu Bogenschützen ausbildet. Auch Ollie wird von einer Frau motiviert beziehungsweise angetrieben, von der Insel zu kommen. Denn das Bild von Laurel (Katie Cassidy), das er in jeder freien Minute anschaut, gibt ihm Kraft, aber sorgt auch dafür, dass aus einem schönen Traum ein heftiger Albtraum wird, als er seine Augen schließt...

Slade weiht Oliver bald ein, wer sein Partner, der schon in Betrayal angesprochen wurde, ist. Dabei handelt es sich um seinen engen Freund Billy Wintergreen, der sogar als Pate für seinen Sohn Jo (im Comic bekannt als Joseph Wilson aka Jericho) fungiert hat. Doch die Freundschaft ist zerbrochen und deshalb arbeitet er nun für Fyers.

Die wichtige Mission steht an: Während Slade die Männer mit seinem Gewehr umnietet, kann sich Oliver in den Wachturm schleichen. Doch sein Angriff auf den Wachmann missglückt und er wird entwaffnet. Slade muss ihm wieder die Haut retten und beauftragt ihn, Wache zu schieben, während er schaut, ob die Luft wirklich rein ist. Niemand - außer ihm - darf rein. Doch in dem Turm befindet sich ein Telefon, das Oliver blindlings nutzt, um Laurels Stimme zu hören. Damit werden auch Erinnerungen an das Inseldrama Lost geweckt. Dort war ein Telefon ebenso für einen kleinen Glücksmoment verantwortlich. Allerdings durchbricht Slade den kurzen Glücksmoment, denn mit großer Wahrscheinlichkeit werden alle Anrufe streng überwacht.

Of all creatures that breathe and move upon the earth...

Die Kontaktaufnahme mit dem Flugzeug ist allerdings ebenfalls nicht so einfach wie gedacht. Es gibt nämlich eine Codephrase, deren zweite Hälfte man kennen muss, um sich zu identifizieren. Diese stammt passenderweise aus Homers berühmtem Werk „The Odyssey“, von dem sich die Episode ihren Titel leiht. Glücklicherweise kennt Oliver dieses Zitat und die dazugehörige Antwort „nothing is bred that is weaker than man“ und das Flugzeug ist auf dem Weg. Oder doch nicht?

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Slade plant, die Insel (und somit auch die Gegner der beiden) per Luftangriff zu attackieren. Doch Oliver sträubt sich. Er kann das nicht zulassen, ehe Yao Fei in Sicherheit ist. Slade räumt ihm drei Stunden ein, um ihn zu finden und mitzunehmen. Doch als er Fei findet, stellt sich heraus, dass dieser nicht gehen kann. Jäh werden sie von Fyers unterbrochen und Oliver - was wohl langsam zur Gewohnheit wird - von Fei ausgeknockt. Fyers ist der Ansicht, dass es Zeit für Mr. Queen wird, die Insel für immer zu verlassen und setzt Deathstroke aka Billy Wintergreen auf seinen Gefangenen an, der ihm mit einigen schnellen Faustschlägen ordentlich zusetzt, während Oliver versucht, durch Slades Informationen eventuell etwas Vernunft in ihm zu erwecken. Das gelingt allerdings nicht und Ollie wäre wohl dem Tod geweiht, wenn nicht Slade und seine Explosionen für die nötige Ablenkung sorgen würden. Es kommt zum Duell der Deathstrokes, das Slade für sich entscheiden kann, indem er seinen Expartner mit seinem Schwert ersticht und später noch ein Messer durch dessen Maske bohrt. Allerdings wird Slade im allgemeinen Getümmel angeschossen und das Flugzeug fliegt über der Insel fort, während Slade und Ollie nur hinterherschauen können.

Immerhin beweist Ollie nun, dass mehr in ihm steckt, indem er einen Angreifer geschickt ausschaltet - und das ohne tödliche Gewalt. Wieder in ihrem Versteck angekommen, führt Oliver eine notdürftige Kugelentfernung durch und kommt nicht umhin, die Ironie der Lage zu bemerken: Er ist auf einer Insel gestrandet und sein einziger Freund trägt den Namen Wilson - Tom Hanks in „Cast Away“ lässt grüßen.

Zwar scheint Deathstroke besiegt, doch Fyers und seine Männer konnten entkommen. Somit erfährt der Zuschauer auch, dass hinter Fyers ein geheimer Auftraggeber steckt und dass Yao Fei einzig aufgrund der Geiselnahme seiner Tochter so kooperativ ist. Denn der erneute Verrat an Oliver bringt ihm fünf Minuten Zeit mit ihr. Neben der Identität des Auftraggebers wird es spannend, herauszufinden, warum Yao Feis Tochter auf der Insel und Oliver fernab das gleiche Tattoomotiv auf der Schulter haben...

Felicity

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Was sich schon seit ihrem ersten Auftritt abgezeichnet hatte, wird nun zur Realität - zumindest vorerst. Denn Felicity schließt sich nur unter der Auflage dem Arrow-Team aus Diggle und Oliver an, den vermissten Walter zu finden und möchte dann wieder zu ihrem langweiligen Bürojob zurückkehren. Wie sich das dann in der Praxis umsetzen lässt, muss sich zeigen.

Ihre Handlungen in der Episode sind wieder einmal sehr amüsant: Sei es das fixe Reparieren der maroden medizinischen Geräte oder ihre schnippische Bemerkung, als der Defibrillator zum Einsatz kommen soll - Felicity ist und bleibt eine der erfrischendsten Figuren der Serie.

Man kann gespannt sein, wie sehr sie nun involviert sein wird. Mit zwei Figuren, die eingeweiht sind, können die Autoren schon deutlich mehr anfangen als mit einer einzigen. Allerdings stellt sich - wie Diggle schon erwähnt hat - durchaus die Frage, wie man ihr Sicherheit gewährleisten kann...

Mit Felicity an ihrer Seite dürfte die Spurensuche nach Walter wohl an Geschwindigkeit gewinnen, denn, nimmt man ihre bisherige Trefferquote als Referenz, sollte sie als nun vollständig Eingeweihte noch bessere Ergebnisse erzielen. Auch wenn Oliver der Überzeugung ist, dass seine Mutter Moira aus der Sache rauszuhalten ist, wird bestimmt bald eine eindeutige Spur zu ihr führen, denn sonst würde sich die Serie im Kreis drehen.

Fazit

The Odyssey ist wahrscheinlich die bisher actionreichste Episode von Arrow, was sich aber auch durch den Fokus auf die Inselhandlung erklärt, welche diesmal besonders spannend ist. Trotz aller Action kommen die Charaktere nicht zu kurz. Oliver, Diggle, Slade Wilson, Yao Fei und Felicity werden etwas genauer beleuchtet, während schwächelnde Figuren wie Laurel, Thea - und ein Stück weit auch Tommy und Quentin Lance - fast komplett ausgeblendet werden.

Die Inselhandlung schneidet sicherlich auch deswegen stärker ab als der übliche „Schurke der Woche“, weil man sich hier über mehrere Episoden die Zeit für eine Entwicklung nimmt und nicht nur einen Gaststar verheizt, der bei entsprechendem, langfristigem Aufbau ähnliches Potential hätte.

Das soll nicht bedeuten, dass bei der Starling-City-Handlung nicht auch ein über die Staffel gespannter Aufbau erkennbar ist - ganz im Gegenteil. Der „Dark Archer“ aka Malcolm Merlyn und das „Undertaking“ sind durchaus interessant, allerdings fragt man sich ständig, ob und wie die restlichen Schurken in das Gesamtkonstrukt reinpassen. Vielleicht möchten die Autoren sogar zu viel auf einmal stemmen und es sind mittlerweile einfach zu viele Figuren vorhanden, um ihnen noch adäquate Screentime oder Handlungsstränge einzuräumen? Odyssey hat nämlich bewiesen, dass man mit wenigen Figuren bereits eine sehr sehenswerte Episode präsentieren kann.

Videovorschau zur Episode Dodger (1x15) der US-Serie Arrow:
Verfasser: Adam Arndt am Freitag, 15. Februar 2013
Episode
Staffel 1, Episode 14
(Arrow 1x14)
Deutscher Titel der Episode
Odyssee
Titel der Episode im Original
The Odyssey
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 13. Februar 2013 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 16. Dezember 2013
Regisseur
John Behring

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