Arrow 1x11

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser...
Die Episode Trust but Verify (1x11) der US-Serie Arrow stellt die angeblich von Olivers Vater verfasste Liste wieder in den Mittelpunkt. Diesmal werden eine Reihe von Panzerfahrzeugen mit gasbefĂŒllten Granatwerfern ĂŒberfallen. Die Spur fĂŒhrt zu Diggles Vorgesetzten und Mentor aus seiner Zeit in Afghanistan, Ted Gaynor (Ben Browder), der zwar nicht so millionenschwer ist wie die restlichen Namen auf der Liste, aber dennoch drauf steht.
Diggle (David Ramsey) glaubt an das Beste im Menschen und möchte nicht wahrhaben, dass Gaynor dahinterstecken könnte, will aber gleichzeitig ein Auge auf seine Machenschaften werfen. Also empfiehlt er sich als LeibwĂ€chter, nachdem Oliver Queen (Stephen Amell) als Arrow bereits eigene Recherchen bezĂŒglich der Ăberfallserie angestellt hat und dabei einen USB-Stick an sich genommen hat. Diggle versteht sich direkt wieder prĂ€chtig mit seinem alten MilitĂ€rfreund und geht mit ihm zum Abendessen in das Lokal, in dem seine SchwĂ€gerin Carly (Christie Laing) kellnert. Bald lernt er einen seiner Angestellten namens Paul Knox (Colin Lawrence) kennen, dem er erst nach einigem Zögern die Hand reicht. Hat er also seine Finger im Spiel?
Den USB-Stick, den Ollie in seinen Besitz bringen konnte, kann er nicht ohne Fremde Hilfe knacken. Also holt er unter einem weit hergeholten Vorwand (die Schnitzeljagd eines „Freundes“) wieder einmal Felicity (Emily Bett Rickards) mit ins Boot, die fortschrittliche MilitĂ€rtechnologie knacken kann und Ollie auf die Ăberfall-PlĂ€ne der „Blackhawks“ (bekannt aus den DC-Comics, dort jedoch als Gute) aufmerksam macht. Obwohl sie vorschlĂ€gt diese heikle Information an die Polizei weiter zu tragen, kann Oliver sie ĂŒberreden, die Gefahr auf sich zu lenken, und verspricht, dass er die Hinweise „weiterleitet“.
Eine Anmerkung dazu: Knistert es etwa ein wenig zwischen Felicity und Oliver? Oder ist das ein einseitiges Knistern? Jedenfalls schuldet er ihr jetzt eine gute Flasche Wein fĂŒr ihre Dienste - und dem Zuschauer weitere Auftritte der Figur, die immer wieder fĂŒr witzige Szenen sorgt. Mit dieser Information gelingt es Oliver, als Arrow schon einmal den nĂ€chsten von mehreren geplanten Ăberfallen zu vereiteln. Doch Diggle ist noch immer nicht vollends ĂŒberzeugt, dass Gaynor seine Finger im Spiel hat, also bringt Oliver kurzerhand eine Wanze an Diggles Jacket an. Wie sich herausstellt, war das der richtige Impuls.
Denn nachdem Diggle von Knox unter vorgehaltener Waffe des Hackens verdĂ€chtigt wird, offenbart sich Gaynor als Drahtzieher der Operation und benutzt Diggles SchwĂ€gerin Carly, die er zuvor bei einem Abendessen als wichtige Person in Diggles Leben wahrnimmt, als Erpressungsmittel, damit er beim nĂ€chsten Ăberfall einspringt. Oliver hört die DrohgebĂ€rden natĂŒrlich mit und macht sich auf den Weg, um einzugreifen.
Beim Ăberfall zögert Diggle, seinen Granatenwerfer zu betĂ€tigen und hat einen riskanten Alternativplan: Er zielt damit einfach auf Gaynor und seine MĂ€nner und setzt darauf, dass er SchĂŒtzenhilfe von Arrow bekommt - und genau so kommt es auch. Carly kann fliehen und wird bald mit Diggle wieder vereint, wĂ€hrend Gaynor schlussendlich mit einem gezielten Pfeil zur Strecke gebracht wird.

Super Sweet 18
Neben der Handlung um Diggle und Oliver wird in der Episode Trust but Verify auch noch Geburtstag gefeiert. Denn Thea aka Speedy (Willa Holland) wird 18 Jahre alt und lĂ€sst nicht gerade subtil durchscheinen, dass sie sich nichts sehnlicher wĂŒnscht als ein eigenes Auto. Sie wird jedoch von den Familienmitgliedern fĂŒr ihre schlechten FahrkĂŒnste aufgezogen.
Gleichzeitig verdĂ€chtigt Thea ihre Mutter Moira (Susanna Thompson), etwas zu verbergen. Moira macht Thea gegenĂŒber gute Miene zum bösen Spiel und verspricht ihr einen gemeinsamen Mutter-Tochter-Tag mit Shopping und allem Drum und Dran. Doch dieser wird von einem Anruf von Merlyn Senior jĂ€h unterbrochen.
Als sie Moira bei einem GesprĂ€ch mit Malcolm Merlyn (John Barrowman) erwischt, glaubt Thea, dass die beiden eine AffĂ€re haben. Denn davon war Thea auch ĂŒberzeugt, als es mit ihrem Stiefvater Walter los ging. Dass die GesprĂ€che der beiden einen viel ernsteren Hintergrund haben - nĂ€mlich das Verschwinden von Walter (Colin Salmon) und Moiras Sorge, dass dieser gar umgebracht wurde - davon weiĂ Thea allerdings nichts. Moira soll die Gentrifizierung der Glades durch einen GeschĂ€ftspartner unterbinden, sonst könnte es Walter an den Kragen gehen. Doch zuvor möchte Moira einen Beweis, dass Walter ĂŒberhaupt noch lebt. Wie lange Moira den Schein wohl noch aufrecht erhalten kann, ehe Ollie oder Thea dahinterkommen? Denn aktuell scheint Ollie seiner Mutter bedingungslos zu trauen.
Was auch ein GesprĂ€ch mit Thea nicht unbedingt Ă€ndert. Sie glaubt, dass ihre Mutter eine LĂŒgnerin und BetrĂŒgerin ist und dass Oliver sie kaum kennt. Kurz darauf stellt Moira ihren Mann Robert ebenfalls als mehrfachen BetrĂŒger dar und legitimiert die Treffen mit Malcolm als streng geschĂ€ftlich. Wem soll Oliver also glauben? Interessanterweise lautet der Episodentitel ja Trust but Verify also „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ und diese Episode liefert einige Beispiele dafĂŒr: Diggle und seinen Ex-Kollegen, Moira und Thea, Moira und Malcolm, Tommy und Malcolm. Und auch die Inselhandlung setzt dieses Thema fort. Zu den letzten beiden Punkten kommen wir gleich noch.

Kurz zurĂŒck zu Moira und Ollie: Alles was es eigentlich brĂ€uchte, wĂ€re Felicitiy, die Oliver auf Walters Recherchen aufmerksam macht, oder Thea, die statt nur zu beobachten, auch einmal die Ohren spitzt. Doch Thea hat ein GlaubwĂŒrdigkeits- und Vertrauensproblem: Beim erneuten Anblick von Moira und Malcolm zusammen, schlieĂt sie daraus, dass sie mit ihrer Theorie recht hat. Kurz davor haben einige Freundinnen ihr auf ihrer Geburtstagsfeier ein unorthodoxes Geschenk gemacht: die neue Modedroge „Vertigo“. Thea nimmt sie ein, fĂ€hrt dann high in ihrem neuen Auto und baut sofort einen Verkehrsunfall. Kann Ollie ihr noch vertrauen? Kann irgendwer noch irgendwem in der Familie Queen vertrauen? Kann Ollie irgendjemandem auĂer Diggle vertrauen? Warum klemmt Ollie nicht vorsichtshalber seiner Mutter auch eine Wanze ans Jacket?
ZunĂ€chst muss sich Ollie aber wohl um Thea kĂŒmmern, die nach ihrem Drogenrausch von der Polizei verhaftet wird.
Versöhnung im Haus Merlyn?

Mitnichten! Zwar versucht Malcolm, die NĂ€he seines Sohnes zu suchen und gibt vor, seine Freundin Laurel (Katie Cassidy) bei einem gemeinsamen Abendessen kennenlernen zu wollen, doch bald stellt sich heraus, dass er es nur auf die Firma seiner vor einigen Jahren ermordeten Frau abgesehen hat, die Tommy ihm durch eine Unterschrift ĂŒberlassen wĂŒrde.
Zuvor hat der wenig sensible Merlyn sich selbst auf die Schulter geklopft, dass seine Erziehungsmethode, dem Junior den Geldhahn abzudrehen, ja offenbar geklappt hat, denn als Manager von Ollies Club geht dieser nun seiner ersten unabhĂ€ngigen BeschĂ€ftigung nach. Auch beim Abendessen mit Tommy und Laurel glĂ€nzt er nun nicht unbedingt durch TaktgefĂŒhl. Er erinnert Laurel an den Tod ihrer Schwester, den er als Mord bezeichnet und reisst Tommys alte Wunden auf, wenn er ihn an seine verstorbene Mutter erinnert. Tommy war acht Jahre alt, als es passierte. Augenscheinlich war dies fĂŒr Malcolm Merlyn auch eine einschneidende VerĂ€nderungen: Einerseits distanzierte er sich, laut Tommy, von ihm, andererseits könnte dies, wie die Bilder zeigen, die Geburt des Dark Archers gewesen sein.
Jedenfalls gibt Tommy seinem Vater nicht die Genugtuung, unterlÀsst die Unterschrift und verlÀsst mit Laurel das misslungene Dinner.
Die Insel der Cliffhanger

In dieser Episode ist die Inselhandlung wieder einigermaĂen spannend. Ollie posiert als einer der maskierten MĂ€nner und versucht sich zu Yao Fei (Byron Mann), der bekanntlich bei einem Kampf gegen Deathstroke gefangen genommen wurde, durchzuschlagen. Schnell kann er sich, maskiert, eine Autofahrt zum GefĂ€ngnis sichern. Doch Edward Fyers (Sebastian Dunn), der nach dem Kampf auf einen Gehstock angewiesen ist, durchschaut ihn im wahrsten Sinne des Wortes. Denn Ollies Ă€ngstliche Augen verraten Fyers seine IdentitĂ€t, was er zum Ausknocken, Demaskieren und Gefangennehmen nutzt.
Das Ende der Inselhandlung sorgt dann auch noch fĂŒr einen WTF-Moment und einen sehr schönen Cliffhanger. Denn, wie sich herausstellt, scheint Yao Fei mit Dunn und somit wohl auch mit Deathstroke unter einer Decke zu stecken, denn er zieht die Skimaske ab und offenbart sich als einer der MĂ€nner. Oder gibt es vielleicht noch eine andere ErklĂ€rung?
Fazit
Die Arrow-Episode Trust but Verify besinnt sich auf die StĂ€rken der Serie und liefert diesmal sogar, im Zusammenhang mit der Ăberfall-Serie auf die gepanzerten Fahrzeuge, eine Handvoll sehenswerter Action- und Kampfsequenzen ab.
Das Thema der Episode, nĂ€mlich Vertrauen, zieht sich durch alle Haupt-und Nebenhandlungen und baut eine BrĂŒcke zwischen den einzelnen Sequenzen, die durchaus Sinn ergibt und keine der Handlungen nebensĂ€chlich oder ĂŒberflĂŒssig erscheinen lĂ€sst. Somit bleibt die Spannung aufrechterhalten und zwischen vielen Parteien wird ein schöner Konflikt entworfen, den es in vielen FĂ€llen zunĂ€chst aufzulösen gilt. Wem kann man noch trauen? Wem kann man verzeihen? Und wann kommen einige pikante Geheimnisse ans Licht? Und was genau kann man nach dem Cliffhanger erwarten?
Videovorschau zur Episode Vertigo (1x12) der US-Serie Arrow: Verfasser: Adam Arndt am Freitag, 25. Januar 2013(Arrow 1x11)
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