Arrow 1x03

Oliver Queen (Stephen Amell) setzt in der Episode Lone Gunmen der US-Serie Arrow seinen Kreuzzug gegen Individuen fort, die der Stadt Starling City und deren Bewohnern Schaden zufügen.
Lone Gunmen
Diesmal steht James Holder ganz oben auf der Liste, dessen Firma kaputte Rauchmelder in die Wohnungen von Familien mit geringem Einkommen einbaut. Was bei den auffällig häufig auftretenen Feuern zu vielen Todesfällen führt. Arrow möchte ihn zur Rede stellen und ihm eine Chance geben, sich zu rechtfertigen, doch ein konkurrierender Scharfschütze nimmt Holder ins Visier und tötet ihn. Gleichzeitig wird Oliver von einer der Kugeln des Schützen in die Schulter getroffen und dadurch beinahe vergiftet. Doch frühzeitig bemerkt er die Vergiftung und leitet Gegenmaßnahmen ein, die ihm von seinem Insel-Aufenthalt bekannt sind. Somit steht der Scharfschütze, der sich nach einiger Recherche bei einigen nicht so freundlichen russischen Zeitgenossen als Floyd Lawton aka Deadshot (Michael Rowe) herausstellt, nun ganz oben auf seiner Liste.
Deadshot hat es auf Geschäftsmänner abgesehen, die Gebote für einen Stromanbieter abgeben möchten, und Walter (Colin Salmon) ist, wie sich nach weiterer Recherche herausstellt, einer der Interessenten. Ungünstigerweise ist der Ort, an dem sich das Geschäftstreffen abspielen soll, so ausgelegt, dass ein geübter Scharfschütze wie Deadshot aus nahezu jeder Lage einen guten „Killshot“ landen könnte. Oliver merkt schnell, dass das Risiko in dieser Situation zu hoch ist und dass er die Hilfe von außen benötigt. Also „bittet“ er Detective Lance (Paul Blackthorne) mit rabiaten Mitteln, aber unter gleichzeitiger Vorlage eines entscheidenen Beweismittels - nämlich einem Laptop mit Gebäudeplänen -, einzugreifen.
Der Scharfschütze bekommt die Pläne jedoch spitz, schaltet einen der Polizisten aus und versucht, seine Ziele dennoch auszuschalten. Walter wird rechtzeitig von Lance gerettet, der den Punkt des Laserpointers sieht, während Ollies Familie ebenfalls aus der Schußlinie gebracht wird. Es gelingt Ollie, Deadshot zu stellen und auszuschalten - mit einem Pfeil, der direkt ins Auge geht. Aber ob das gleichzeitig auch der letzte Auftritt Deadshots war?
Diggle (David Ramsey) hat weniger Glück. Er gerät ins Kreuzfeuer und blutet stark, so dass Oliver ihm ein Mittel verabreicht, das ihm bereits auf seinem Insel-Exil das Leben gerettet hat. Doch was passierte eigentlich auf der Insel?
Die nicht ganz so einsame Insel

Wie man sich gut denken konnte, ist die Insel, auf der der Oliver Queen gestrandet ist und laut Serienhandlung die letzten fünf Jahre verbracht hat, nicht so einsam, wie gedacht. Der mysteriöse Yao Fei (Byron Mann), dessen Kostüm womöglich für Olivers Zweitidentität Pate stand, versorgt die schwere Verletzung, die ein vergifteter Pfeil in der Schulter des Gestrandeten verursacht hat, mit einem Gegenmittel.
Da Oliver Yao Fei jedoch aufgrund einer Sprachbarriere nicht versteht und um sein Leben fürchtet, läuft er davon, nur um in einem Netz einer weiteren Partei zu landen. Yao Fei hat im Gegensatz zu diesen anderen Insel-Bewohnern Olivers Heilung im Sinn. Wer ist also noch auf der Insel und warum sind diese Bewohner so gefährlich? Die Insel-Flashbacks bleiben spannend und schon bald sollte es diesbezüglich Aufklärung geben.
Thea, der Troublemaker
Thea (Willa Holland) erinnert in der Episode Lone Gunmen durch ihr Verhalten eindeutig an High-Society-Gören wie Lindsay Lohan. Ein wenig Diebstahl, ein bisschen Drogen und auch weitere Straftaten werden ihrer Meinung nach durch das Bankkonto der schwerreichen Mutter Moira (Susanna Thompson) ausgeglichen, ohne dass sie sich Sorgen um die Konsequenzen machen müsste. Ein Machtwort von Oliver sorgt dafür, dass Moira ihren Erziehungsstil überdenkt. Und es scheint nach anfänglichen Schwierigkeiten auch zu funktionieren.
Interessant ist in diesem Zusammenhang, wie sprunghaft die Beziehung zwischen Thea und Oliver bislang erzählt wird. Waren sie im Piloten noch ein Herz und eine Seele und gab es in Honor Thy Father noch eine recht ehrliche Unterhaltung bezüglich der Bedeutung des Todes des gemeinsamen Vaters, wirkt die Beziehung in der dritten Episode recht zerrüttet. Dies könnte man Theas Alter oder ihrem Drogen/Alkoholkonsum/Partyverhalten zuschreiben, doch es wirkt dennoch holprig und uneben. Genauso wie ihre plötzliche Kooperation. War sie nämlich im Club noch auf Krawall gebürstet, inklusive dem Herausposaunen, dass Tommy (Colin Donnell) und Laurel (Katie Cassidy) in Olivers Abwesenheit eine Affäre hatten, zeigt sie sich später überraschend harmonisch. Hoffentlich gibt es noch eine Erklärung für diese Sprunghaftigkeit.
Laurel und Tommy und die peinliche Offenbarung
Oliver weiß nun also davon, dass sein vermeintlich bester Freund Tommy, der nach wie vor eine der erfrischendsten Figuren der Serie ist, und seine Ex Laurel, die wie ihr Comicpendant durchaus weiß, wie man austeilen kann, eine Beziehung hatten während er für tot gehalten wurde war.
Dies öffnet Tür und Tor für ein potentielles Liebesdreieck oder die eine oder andere peinliche Situation - auch wenn Ollie sich hier zunächst regungslos zeigt und dies als Fakt akzeptiert. Zunächst jedoch scheint es, dass Tommy und Laurel nun vielleicht „normal“ miteinander weitermachen. Spannend ist die Frage, ob und wann Laurel den Wandel zur waschechten Vigilantin macht. Vielleicht ist es ja schon gegen Ende der Staffel soweit, vielleicht lässt man diese Option auch erst einmal brachliegen...
Schurke der Woche: Deadshot

Deadshot als Schurke der Woche wusste schon deutlich besser zu gefallen als China White (Kelly Hu) in Honor Thy Father. Das Kostüm ist gelungen, der Visor und die Waffe um das Handgelenk erinnerten an die Comicvorlage, und auch sonst ist ein Scharfschütze sicherlich ein formidabler Widersacher für einen Bogenschützen. Zwar durfte er nur sehr wenig sprechen, aber der visuelle Einfall, ihn sich die Namen seiner Opfer tätowieren zu lassen, war herrlich abgedreht und erinnerte an den Batman-Schurken Mr. Zsasz, der sich für jedes Opfer eine Kerbe in die Haut ritzt.
Obwohl man schon ein Meister im Umgang mit der Tattoo-Nadel sein muss, um sich so sauber und in solcher Schönschrift die Namen, ohne Fremde Hilfe (!) und mit einer Hand, selbst zu stechen - und das offenbar ohne große Schmerzen. Vielleicht war das doch zu viel des Guten, wenngleich es in einer Comicadaption sicherlich verzeihbar ist und einfach ein cooles Bild darstellte. Ähnliches gilt übrigens für das Selbstnähen von Olivers Schulterverletzung, auch wenn das noch etwas plausibler ist.
Interessant ist auch, dass Deadshot sein Handeln mit dem von „Arrow“ vergleicht. Während Arrow jedoch laut Eigenaussage über Leichen geht, um das Allgemeinwohl zu verbessern - was im Prinzip genauso fragwürdig ist wie Morden im Allgemeinen - tötet Deadshot zu seiner eigenen Bereicherung. Zwar arbeitet Arrow in einer Art Zwecksgemeinschaft mit der Polizei zusammen, doch wie lange das gut geht, wird sich zeigen. Zumal der Kollege von Detective Lance den Mord an James Holder bereits dem grünen Bogenschützen anlasten wollte.
Die finale Konfrontation zwischen Arrow und Deadshot endete dann aber doch etwas anti-klimatisch: Ein gezielter Pfeil ins Auge - und Deadshot ist Geschichte. Hoffentlich gibt es bald Schurken zu sehen, die auf Augenhöhe mit Arrow agieren oder ihm vielleicht sogar überlegen sind. Schade wäre es, wenn dies wirklich der einzige Auftritt der Figur bleiben sollte, doch als Comicleser weiß man, selbst solche eindeutigen Verletzungen müssen nicht das Ende eines Charakters sein. Sehr einfach ließe sich erklären, dass beispielsweise das Visier ihn vor dem Tod schützte.
Diggle ist eingeweiht
Die konsequenteste Entwicklung der Episode Lone Gunmen ist jedoch, dass Diggle nun eindeutig in das Geheimnis von Oliver Queen eingeweiht ist, nachdem dieser ihm das Leben rettet. Zuvor musste Diggle jedoch noch, einer der witzigsten Momente der Episode, in einem Club draußen bleiben, da Ollie ihn angeblich noch nie in seinem Leben gesehen hatte. Es steht zu erwarten, dass die beiden nun deutlich enger zusammenarbeiten werden und sich bestimmt gegenseitig aus den brenzligsten Situation befreien werden.
Ansonsten ist der Actionanteil dieser Episode mehr als solide (etwa das kurze Klettern an der Häuserfassade oder der Kampf gegen die Männer des Nachtclubbesitzers); Oliver hält die Fassade aufrecht, in der er als Geschäftsmann versucht, die gebeutelte Nachbarschaft mit einem eigenen Nachtclub aufzuwerten; das Voice-Over bleibt größtenteils auf den Episodeneinstieg beschränkt, ist aber immer noch nicht vollends überzeugend; die komischen Elemente kommen durch Tommy und die IT-Mitarbeiterin, die den Laptop für Ollie nach Spuren durchsucht, nicht zu kurz und die Figuren und Konflikte werden in einem ordentlichen Tempo vorangetrieben, wenn auch in dieser Episode der Plot um Moira eine Auszeit nimmt.

Fazit
Lone Gunmen ist eine weitere gute, aber nicht perfekte Episode der The CW-Serie Arrow, die aber insgesamt bislang einen positiven Gesamteindruck macht. Das Ensemble und die Autoren spielen sich langsam ein. Und mit einem passenden Schurken-der-Woche, wie in dieser Woche Deadshot, kann eine Folge entsprechend aufgewertet werden.
Die Struktur der Serie, die immer mal wieder Flashbacks auf die Insel-Zeit einstreut, bietet einen interessanten Weg mehr über den Werdegang und die Inspirationsquellen von Oliver Queen zu erfahren und lässt die Neugierde steigen, mit wem es unser Held dort wohl zu tun hatte.
Promo zur Episode „An Innocent Man“(1x04) der US-Serie Arrow: Verfasser: Adam Arndt am Freitag, 26. Oktober 2012(Arrow 1x03)
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