Altered Carbon Staffel 2
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Vorwort
Nachdem ich erst kürzlich die dritte Staffel von Ozark mit einer kleinen Kritik versehen habe (siehe hier), folgt jetzt mein Geschreibsel zur zweiten Staffel von Altered Carbon. Moment, warum erst jetzt und weshalb gerade diese Serie? Nun, auf der Arbeit (nicht hier, sondern bei meinem „echten“ Job) ist gerade Kurzarbeit angesagt und Madame Corona verhindert zurzeit einiges an Produktionen, worunter auch die von mir begleiteten Serien wie Supernatural und The Blacklist fallen. Wobei „The Blacklist“ nicht so stark betroffen zu sein scheint und vermutlich immerhin bis zum 15. Mai ausgestrahlt wird (das wären dann 19 Folgen für die Staffel, sofern keine Pausen auftreten). Insofern bleibt mir nun etwas Zeit, mich um ein paar Serien zu kümmern, die in meinen Augen etwas Aufmerksamkeit verdienen. Und da gehört Altered Carbon dazu. Ohne Versprechungen machen zu wollen, ist es übrigens gut möglich, dass da in nächster Zeit noch andere Staffel- oder gar Serienreviews von meiner Seite folgen. Stay tuned.
Altered Carbon
Bevor es mit der Kritik losgeht, möchte ich noch eine Kleinigkeit loswerden: Ich kenne die Buchvorlagen von Richard Morgan nicht. Ich weiß, dass es zum „Unsterblichkeitsprogramm“ mindestens drei Bücher gibt und Morgan mal verlauten ließ, dass er (nachdem die erste Staffel bei Netflix auf Sendung gegangen war) gerne noch mal zu Takeshi Kovacs und dessen Welt zurückkehren würde (hat er womöglich mit „Altered Carbon: Download Blues“ 2019 bereits getan). Der Punkt meinerseits wäre aber, dass ich die Bücher und die Serie nicht miteinander vergleichen kann. Dafür bitte ich um Verständnis.
Was nun die Serie betrifft, konnte die mich bereits mit der ersten Staffel durchaus abholen. Optisch sehr beeindruckend und mit einer Geschichte, die mit ihrem ganzen Drumherum doch etwas größer wirkt als so manch anderes im Science-Fiction-Bereich, hatte mich der Pilot direkt gefesselt. Ich fand es im weiteren Verlauf zwar schade, dass die philosophischen und moralischen Fragen dieser Art der „Unsterblichkeit“ nicht im Fokus standen, sondern wir quasi nur einer Kriminalgeschichte (mit partiellen Ausschweifungen) gefolgt sind, aber für mich wurde trotzdem ein Vibe generiert, der sehr stark an ähnliche (Kriminal-)Geschichten aus dem Genre - wie Ridley Scotts „Blade Runner“ (1982) - erinnert.
Jetzt gibt es die zweite Staffel und ich hoffe inständig, dass Netflix auch noch eine dritte (oder mehr) spendieren wird. Gerne wieder mit einem anderen Hauptdarsteller, gerne wieder auf einer anderen Welt und gerne wieder visuell so beeindruckend wie hier. Ernsthaft, in der zweiten Staffel wurde optisch noch einmal eine Schippe draufgelegt oder vielleicht liegt es auch nur an „Harlan's World“ - dem Heimatplaneten von Takeshi Kovacs, auf dem die neue Geschichte spielt -, dass ich da eine Steigerung erkenne. Aber eins ist klar: Am Budget wurde nicht gespart und das ist gut so.
Der nächste Punkt wären die acht Folgen der zweiten Staffel, womit diese übrigens zwei Episoden weniger als noch in der ersten erhielt. Folglich wird das neue Abenteuer weniger gestreckt und sich mehr auf das Wesentliche konzentriert, was dem Tempo im Vergleich zu Staffel eins sehr guttut. Denn es bleibt trotzdem genug Zeit für ein paar Rückblicke und storytechnische Aufklärungen, ohne dass es sich so anfühlt, als wenn sinnlos Zeit verbrannt wird - was in der ersten Staffel mitunter hier und dort mal der Fall war.
Wenn wir außerdem noch ein paar allgemeine Veränderungen betrachten wollen, fällt auf, dass es in der zweiten Staffel deutlich weniger nackte Haut zu sehen gibt, während der Gewaltgrad nahezu unverändert mitgenommen oder nur leicht gesenkt wurde. Mir ist dabei klar, dass die freizügigen Szenen der ersten Staffel mitunter stark kritisiert wurden und sich der neue Showrunner Alison Schapker diese Kritik offenbar zu Herzen genommen hat. Dennoch geht damit in meinen Augen ein wesentlicher Teilaspekt - die Benutzung der Sleeves oder Körper, die quasi auf Gebrauchsgegenstände reduziert werden - ein bisschen verloren. Ankreiden würde ich das der zweiten Staffel aber sicher nicht.

Takeshi Kovacs
Joel Kinnaman ist raus, für ihn übernimmt Anthony Mackie als Takeshi Kovacs. Jedenfalls größtenteils, denn in der ersten Folge hat Kovacs noch einen anderen (nicht einfach zu erratenden) Sleeve und auch Will Yun Lee mischt später wieder mit. Konzentrieren wir uns aber auf Mackie, der kein leichtes Erbe antritt und uns glaubhaft vermitteln sollte, dass wir den Takeshi Kovacs vor uns haben, der die erste Staffel geprägt hat.
In meinen Augen macht Mackie da einen guten Job und lässt durchaus erkennen, wessen Stack er da im Nacken hat. Allerdings wirkt sein Kovacs insgesamt deutlich lockerer als die stoische Kinnaman-Version, was den Zuschauer hier und dort ein bisschen rausreißen kann - da zwischen der ersten und der zweiten Staffel storytechnisch 30 Jahre liegen, sollten kleinere Persönlichkeitsveränderungen aber nicht unbedingt ein Problem sein, so dass die bei mir nicht großartig ins Gewicht fallen.
Probleme habe ich eher mit der Glaubwürdigkeit der übergreifenden Liebesgeschichte zwischen Kovacs und Quellcrist Falconer (Renee Elise Goldsberry). Letztere wird von Takeshi gesucht und sein neuer Auftraggeber Horace Axley (viel zu kurz dabei: Michael Shanks) verspricht ihm einen neuen Hinweis und liefert dem Sleeve noch ein zusätzliches Upgrade. Quell kommt tatsächlich zum Vorschein und ob es nun daran liegt, dass sie selbst verändert wurde beziehungsweise noch eine andere Persönlichkeit in ihrem Stack trägt oder nicht - ich spüre da zwischen Goldsberry und Mackie kaum etwas. Das ist schade, denn diese Beziehung soll schließlich die treibende Kraft für Kovacs sein.
Das Upgrade vom Mackie-Sleeve weiß derweil zu gefallen, auch wenn es stellenweise over the top ist. Für die Actionszenen wird der Unterhaltungsfaktor dadurch aber fraglos noch ein gutes Stück nach oben geschraubt und das nehme ich gerne mit. Wobei mir - wie auch schon in Staffel eins - die ganzen Choreografien (nicht nur mit Mackie/Kovacs) besonders zugesagt haben.
Worldbuilding
Wer sich für die zweite Staffel mehr Wissen über die Unsterblichkeitstechnologie und insbesondere über die damit in Verbindung stehenden „Elder“ gewünscht hat, darf sich über ein paar Antworten freuen. Denn Harlan's World wird während des Staffelverlaufs zu einem Dreh- und Angelpunkt für das scheinbar nicht mehr existente, alienhafte Volk, auf dessen Geschichte vor allem gegen Ende verstärkt eingegangen wird.
Des Weiteren gibt es nicht wenige Ausflüge in virtuelle Realitäten, in denen sich angeblich auch ein gewisser Konrad Harlan (Neal McDonough) befinden soll. Ist der Gedanke, dass man durch ein Stack bereits quasi unsterblich wird (und die Meths obendrein noch Sicherheitskopien ihrer Stacks anfertigen), schon interessant, so wird uns mit der virtuellen Realität eine weitere Möglichkeit vorgestellt, unsterblich zu werden. Diese Möglichkeit mag jetzt weniger neu und innovativ wirken - weil sie wesentlich bekannter sein dürfte als die Nutzung von Stacks und Sleeves, außerdem wurde gewissermaßen auch schon in Staffel eins davon Gebrauch gemacht -, aber ich hätte es schade gefunden, wenn man sie außen vor gelassen hätte.

Was die Hintergrundgeschichte des „Last Envoy“ angeht, werden uns ebenfalls noch ein paar fehlende Puzzleteile geliefert. Hier spielt insbesondere auch Quell wieder eine große Rolle, deren Werdegang ebenfalls aufgezeigt wird. Und, da eine Welt mit ihren Figuren wächst, kommen natürlich auch bislang unbekannte Charaktere aufs Spielfeld, die sich teils sehr gut in diese Hintergrundgeschichten einfügen.
Figuren
Neben Takeshi und Quell - die beide im Kern des Abenteuers und der Vorgänge auf Harlan's World stehen - wird mir die Kopfgeldjägerin Trepp (Simone Missick) sicher noch länger im Gedächtnis bleiben. Ihre Suche nach Anil (Kareem Tristan Alleyne) beziehungsweise dessen (ungewisses?) Schicksal gibt ihr die nötige Antriebskraft und Motivation, ohne die ihre (spätere) Beteiligung am Abenteuer kaum vorstellbar wäre. Das Zusammenspiel zwischen Missick und Mackie gefällt mir derweil besser als bei ihm und Goldsberry, denn kurioserweise kann ich bei der ersten Kombo tatsächlich eine gute Portion Chemie miteinander verspüren.
Die KI Poe (Chris Connor) ist in der zweiten Staffel wieder mit an Bord, hat aber mit Problemen zu kämpfen. Da ist ein „Glitch“ in seiner Programmierung, was einen Neustart erfordert, der aber auf Kosten seiner Erinnerungen gehen würde, weshalb Poe sich wiederum vehement dagegen wehrt. Unterstützung erhält er von der KI Dig 301 (Dina Shihabi) - ein netter Neuzugang, der in Kombination mit Poe sympathisch wirkt. Sympathieträger schlechthin bleibt aber Poe selbst, der für mich die menschlichste Figur der gesamten Staffel bleibt.
Connor ist schlicht großartig in der Rolle und Poes Reise nicht selten interessanter und mitreißender als der Hauptplot.
Im Lager der Bösewichte müssen unbedingt Ivan Carrera alias Jaeger (Torben Liebrecht) und Danica Harlan (Lela Loren) genannt werden. Wobei die Unterschiede zwischen gelungenem und weniger gelungenem Gegenspieler leider deutlich werden. Danica kommt da bei mir - trotz eines bestimmten, überraschenden Twists, der die Rebellenbewegung unter Joshua Kemp (Matt Ellis) betrifft - weniger gut weg. Sie bleibt einfach zu blass und ist als machthungrige Gouverneurin eine Standard-Gegenspielerin, die kaum prägende Eindrücke hinterlässt. Jaeger auf der anderen Seite erhält schon durch seine Vergangenheit mit Kovacs mehr Fleisch auf den charakterlichen Knochen und darf nicht ausschließlich den brutalen Praetorianer spielen, auch wenn das die meiste Zeit der Fall sein dürfte. Seine Motivation wird klar herausgestellt und lässt sich bis zu einem gewissen Maß nachvollziehen, außerdem hat Liebrecht sichtlich Spaß an der Rolle.
Fazit
Soweit meine Eindrücke zur zweiten Staffel, die ich insgesamt als Steigerung zur ersten werte. Es wirkt alles runder, was sowohl das große Abenteuer als auch die kleinen Nebenstorys betrifft. Die meisten Figuren wissen gut zu gefallen, weil sie stimmig in die Geschichte integriert werden. Neben dem ganzen Licht gibt es aber auch einige Schatten zu verzeichnen, die sich nicht wegdichten lassen. Insgesamt würde ich der zweiten Staffel 3,75 von fünf Sternen geben, die ich aber geschmeidig auf vier von fünf Sternen aufrunde. Und Ihr?
Hier abschließend der Trailer zur 2. Staffel von Altered Carbon:
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«Altered Carbon» Trailer
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