Alphas 2x01

Alphas 2x01

In der Episode Wake-up Call sind acht Monate seit dem Finale der ersten Staffel von Alphas vergangen. Die Folge zeigt, wie es den einzelnen Team-Mitgliedern ergangen ist und wie sie wieder zu einander finden.

Kathleen Munroe als Dani Rosen, David Strathairn als Dr. Lee Rosen in der US-Serie „Alphas“ / (c) Russ Martin/Syfy
Kathleen Munroe als Dani Rosen, David Strathairn als Dr. Lee Rosen in der US-Serie „Alphas“ / (c) Russ Martin/Syfy

Was ist passiert?
Das Team um Dr. Lee Rosen (David Strathairn) wurde nach den Ereignissen des letzten Staffelfinals aufgelöst und er selbst in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Das ganze Team? Nein, Cameron Hicks (Warren Christie) und Bill Harken (Malik Yoba) sind unter Nathan Clay (Mahershala Ali) mehr oder weniger weiterhin damit beschäftigt, kriminelle Alphas zu jagen, und der autistische Gary (Ryan Cartwright) muss dank seiner Fähigkeit im Auftrag der NSA arbeiten, steht aber mit Cameron und Bill in Kontakt. Die beiden weiblichen Mitglieder des Teams könnten kaum unterschiedlichere Wege eingeschlagen haben: Während Rachel (Azita Ghanizada) sich komplett von der Außenwelt abgeschottet hat (sie kann ihre Supersinne nicht mehr kontrollieren sondern wird ihrerseits von ihren Sinneseindrücken in Schach gehalten), genießt Nina (Laura Mennell) das Leben (dank ihrer Fähigkeit) in vollen Zügen.

Als Cameron und Bill schon länger nichts mehr von Gary gehört haben und gerade ihren neuesten Fang im „Alpha-Gefängnis“ Binghamton abliefern, entdecken sie unter den dort Inhaftierten Gary. Wie alle Alpha-Insassen hat auch Gary einen Chip eingesetzt bekommen, der die Alpha-Fähigkeit (und wer weiß, was sonst noch) unterdrückt. Bevor die beiden aber irgendwen davon überzeugen können, dass Gary nicht nach Binghamton gehört, kommt es zu einem Zwischenfall, auf den Dr. Rosen schon gewartet hat: Die neue Gefangene nutzt ihre Fähigkeit, um dem gesamten Chip-Kontrollsystem einen tüchtigen Kurzschluss zu verpassen - und plötzlich sehen sich die Wächter den nicht mehr kontrollierbaren Alphas gegenüber, die unter anderem Bill und Gary als Geiseln nehmen, aber dank des schnellen Lockdowns vorerst in der Haupthalle festsitzen. Der Anführer der Revolte, Cornell (Elias Toufexis), will nur mit Dr. Rosen verhandeln.

Nathan bleibt keine Wahl: Er holt Rosen aus der Klinik und geht auch auf dessen Bedingungen ein, Rachel und Nina als Teil der Operation dabei zu haben. In Binghamton angekommen, begibt sich Dr. Rosen schnurstracks in die Hände von Cornell, der ihm Fragen bezüglich der Alpha-Fähigkeiten stellt - eine Verzögerungstaktik für den eigentlichen Plan, den die gut organisierten Gefangenen auch schnell in die Tat umsetzen: Die Kameras (die einzige Verbindung zur abgeschotteten Haupthalle) zeigen plötzlich die Exekution der Geiseln, inklusive der Verbrennung von Dr. Rosen, so dass Nathan keine andere Entscheidung treffen kann als den Raum stürmen zu lassen. Eine weitere Ablenkung wie sich zeigt, denn die Gefangenen haben bereits die Flucht ergriffen - durch ein Loch in einer Außenmauer, das im Verlauf der gesamten Zeit seit dem Abschütteln der Chip-Kontrolle aufgehämmert worden war.

Die flüchtenden Alphas haben kein weiteres Interesse an Rosen und dank Cameron können auch Bill und Gary gerettet werden. Nathan bietet Rosen an, wieder das Team gemäß der alten Verhältnisse benutzen zu können und Rosen akzeptiert unter der Bedingung, dass sich niemand in seine Arbeit einmischt. Die letzte Szene zeigt Rosens Tochter Danielle (Kathleen Munroe) und Stanton Parish (John Pyper-Ferguson) in einem kurzem Gespräch, in dem sich die gesamte Handlung der Episode als Entwicklung gemäß Stantons Plan entpuppt, um Dr. Rosen aus der Klinik zu holen - ein Großteil der entflohenen Alphas findet sich nun unter seiner Führung.

Wake-up Call?
Neben den wieder „erwachenden“ Alphas in Binghamton gilt der Titel der Folge besonders der Regierung, die Dr. Rosen diskreditiert und weggesperrt hat und die Existenz der Alphas weiterhin vertuscht, so gut es geht. Allerdings mit mäßigem Erfolg, denn Rosens in die Öffentlichkeit übertragene Rede am Ende der ersten Staffel hat schon für Aufmerksamkeit gesorgt. Was Stanton Parish und seine Alpha-Organisation angeht, ist die Regierung und das Team von Nathan Clay in den acht Monaten keinen Schritt weiter gekommen.

Der Ansatz, den die Autoren hier für die Fortsetzung der Serie gewählt haben, ist einigermaßen nachvollziehbar. Er stellt aber quasi die Lage zu Beginn der Serie wieder her: Die Alphas bleiben in der Gerüchteküche und das „gute“ Team muss weiterhin gegen ein „böses“ Team (und wahrscheinlich auch einzelne kriminelle Alphas) kämpfen. Wäre da nicht mehr drin gewesen?

Der wichtige Dr. Rosen
In der ersten Szene mit Dr. Rosen weiß man zunächst nicht, wer der Patient und wer der Therapeut ist. Es wird aber sofort klar, dass die Regierung Rosen für die Öffentlichkeit als Spinner dargestellt hat und ihn in der Klinik auf Eis legte. Er selbst weiß aber, dass auf ihn zurückgegriffen werden muss, wenn es in Bezug auf die Alphas zu einer Krisensituation kommt und die setzt - passenderweise - gleich in dieser Folge ein als die inhaftierten Alphas in Binghamton „aufwachen“ und Geiseln nehmen.

Als erstes stellt sich da die Frage, wie wichtig Dr. Rosen überhaupt ist. Gibt es wirklich keinen Ersatz? Niemanden sonst, der sich angeboten hätte? Scheinbar nicht, sonst könnte Rosen keine Bedingungen an Nathan stellen und Rachel hätte keine Probleme damit, ihr Zimmer zu verlassen.

Eine andere Sache ist das schnelle Eintreten des Events. Nach acht Monaten durchaus möglich, trotzdem wirkte das Wiederherstellen des Teams und die Freilassung von Rosen doch arg hastig. Für diese Entwicklung hätten die Autoren sich auch zwei oder drei Folgen Zeit nehmen können, in denen die verschiedenen Charaktere in ihren neuen Lebens- und Alltagssituationen gezeigt werden, bevor Alphas durch den Zwischenfall in Binghamton in ihr gewohntes Schema zurückfindet.

Wer hat denn da gepennt?
Schön und gut, bei der Aufnahme in Binghamton muss der neuen Gefangenen ein Chip verpasst werden, um ihre Fähigkeit zu unterdrücken. Aber hat niemand dem operierenden Techniker von ihrer Fähigkeit - Elektrizität zu kontrollieren - erzählt? Da sollten doch besondere Vorkehrungen getroffen werden. Insbesondere sollte schon gar nicht eine Verbindung zum eigentlichen Kontrollsystem bestehen, bevor sichergestellt ist, dass nichts mehr passieren kann. Ein Wunder, dass in Binghamton vorher noch kein Zwischenfall dieser Art zustande kam.

Den Ausbruch durch die Außenmauer kann man ebenfalls bemängeln: Die Inhaftierten haben teils Superkräfte. Und selbst Rachel erwähnt gleich nach Eintreffen, dass sie ein Hämmern hört. Das betreffende Gebäude sollte einerseits doch deutlich „durchbruchssicherer“ sein (selbst an der „schwachen Stelle“) , und zudem nach der Revolte deutlich besser abgesperrt, nur für den Fall der Fälle (der offensichtlich ist und auch eintrat).

Apropos Rachel: Die war leicht zu finden, keine Frage, aber wie hat Rosen Nina so schnell gefunden - die steht irgendwo auf dem Bürgersteig, knutscht mit ihrem neuesten „Opfer“ und plötzlich steht Rosen mit Rachel hinter ihr? Wenn sie einerseits leicht aufzuspüren ist und andererseits so kooperationswillig gezeigt wird, hätte es ein Anruf auch getan und wäre weit glaubwürdiger gewesen.

Was zu gefallen wusste...
Es war schön, Bill und Cameron anfangs zusammen im Einsatz zu sehen. Das kurze Gespräch über den Alpha-Mythos, der Einsatz vor allem von Camerons Fähigkeit und die Witzeleien nachher machten freude. Davon bitte mehr.

Wir bekommen am Ende die Charaktere wieder, die wir aus Staffel eins kennen und noch etwas mehr: Man kann damit rechnen, dass einige der Gefangenen Alphas, die in dieser Folge ihre Fähigkeiten zum Besten geben durften, in den kommenden Folgen eine Rolle unter Stanton Parish spielen werden. Zudem kann man gespannt sein, welche Fähigkeiten sich die Autoren noch für die Gegenspieler in Staffel zwei überlegt haben.

Stanton Parish: So kurz sein Auftreten auch war - es deutet sich an, dass er Rosens Team ordentlich Paroli bieten wird. Ob die Umsetzung dessen gelingt, bleibt zwar abzuwarten, aber dass die „Befreiung“ von Rosen ein Teil des Plans war, lässt auf ein größeres Ganzes hoffen. Ein guter und vor allem glaubwürdiger Bösewicht hat noch keiner Serie geschadet.

Fazit: Ein mäßiger Auftakt für die zweite Staffel von Alphas, der irgendwie den Eindruck macht, mit der heißen Nadel gestrickt worden zu sein. Nach der zweiten Hälfte der ersten Staffel muss man die Auftaktepisode allerdings als enttäuschend bezeichnen. Mal schauen, ob es nächste Folge wieder besser wird. 2,5 von 5 Sternen.

Verfasser: Christian Schäfer am Mittwoch, 1. August 2012

Alphas 2x01 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 1
(Alphas 2x01)
Deutscher Titel der Episode
Weckruf
Titel der Episode im Original
Wake-up Call
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 23. Juli 2012 (Syfy)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 13. Februar 2014
Regisseur
Matthew Hastings

Schauspieler in der Episode Alphas 2x01

Darsteller
Rolle
David Strathairn
Warren Christie
Azita Ghanizada
Laura Mennell

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