Almost Human 1x10

Almost Human 1x10

Genetisch modifizierte Schulkinder experimentieren mit Designerdrogen? Nicht, solange Detective John Kennex und sein Robopartner Dorian ein Wörtchen mitzureden haben! Auch, wenn John selbst nicht ganz clean ist...

Detective Kennex (Karl Urban) und seine Investigation / (c) FOX
Detective Kennex (Karl Urban) und seine Investigation / (c) FOX

Perception sollte ursprĂŒnglich die vierte Folge von Almost Human sein und tritt im Gegensatz zur letzten Episode, in der endlich die Rahmenhandlung fortgefĂŒhrt wurde, auf die Bremse. Es gibt eine EnthĂŒllung bezĂŒglich Detective Stahl, aber insgesamt handelt es sich hier um eine sehr John-zentrierte Folge. Dorians Rolle wird hier zum Sidekick reduziert. Thematisch nehmen sich die Sci-Fi-Cops einmal mehr dem Problemfeld Drogen an, welches wie gewöhnlich nur mehr oder weniger elegant angepackt wird.

Not the bees!

In einer hĂŒbsch anzusehenden Teasersequenz sehen wir die zwei jungen Opfer dieser Episode. Wir fragen uns, was das Musikdirigieren der einen und der Waldspaziergang inklusive Tanz mit Cyberbienen der anderen miteinander zu tun haben. Die Antwort lautet: eye candy und „Klappe zu!“ Wir sind hier bei Almost Human und Du machst dir zu viele Gedanken.

Detective John Kennex (Karl Urban) hat wieder TrĂ€ume von dem Vorfall mit dem Syndikat, welcher ihn sein Bein gekostet hat. Er notiert auf seinem digitalen Notizzettel, dass seine Exfreundin Anna, die ihn verraten hat, ihm etwas geben wollte. Im PrĂ€sidium kommt Captain Maldonado (Lili Taylor) korrekterweise zu dem Schluss, dass es sich bei den zwei toten MĂ€dchen um ein und denselben Fall handelt. Beide waren SchĂŒlerinnen der Mendel Academy und wurden mit erweiterten Pupillen aufgefunden. WĂ€hrend John und Dorian (Michael Ealy) die Leiche im Wald untersuchen, ist Detective Stahl (Minka Kelly) am Fall des anderen MĂ€dchens dran. Das Besondere an der Schule, die von beiden besucht wurde, ist, dass es sich bei den meisten SchĂŒlern um sogenannte Chromes handelt - genetisch perfektionierte Kinder, deren DNS darauf programmiert ist, keine Krankheiten zuzulassen und das volle Potential der Person auszuschöpfen. Wie sich herausstellt, ist auch Detective Stahl eine von ihnen.

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Laut Laborbericht hatten die MĂ€dchen eine Droge konsumiert, die den Fall mit einem weiteren Todesopfer in Verbindung bringt, welches vor einiger Zeit ertrunken war, nachdem es die gleiche Substanz eingenommen hatte. Bei Lila handelte es sich jedoch um eine SchĂŒlerin der Schule, die zu den wenigen natĂŒrlich geborenen Kindern gehörte. Ehe die beiden Cops ihre Mutter befragen gehen, genehmigt John sich selbst einen kleinen Chemiecocktail, der ihm beim Erinnern helfen soll. Captain Maldonado beobachtet ihn dabei und auch Dorian ist sich der ungesunden Angewohnheit seines Partners bewusst.

Lilas Mutter, Mrs. Hogan, hatte einen Privatdetektiv auf ihre Tochter angesetzt, doch die aufgenommenen Tapes wurden irgendwie gelöscht. Tapes, auf denen sie sich mit ihren Freundinnen Elinor und Scarlett unterhalten hatte - die beiden kĂŒrzlich tot aufgefunden MĂ€dchen.

Unterdessen befragt Detective Stahl die wenig auskunftfreudigen SchĂŒler der Mendel Academy. Eine nicht genetisch modifizierte SchĂŒlerin identifiziert die Polizistin sofort als Chrome, wĂ€hrend die anderen nur abfĂ€llig andeuten, andere wĂŒrden die Faszination bezĂŒglich der speziellen Droge nicht begreifen können. Bei der besagten Chemikalie handelt es sich um eine Designerdroge im exakten Sinne, sie wird nĂ€mlich fĂŒr den Konsumenten speziell hergestellt, um sich an seine genetischen Eigenheiten anzupassen. Zur Herstellung einer solchen Substanz wird ein spezieller Chemie Drucker benötigt, ein GerĂ€t, welches stets mit einer Lizenz daherkommt. Über diese identifizieren die Ermittler den Besitzer der Maschine. Auf dem Weg zu dem VerdĂ€chtigen baut John unter Einfluss seines Medikaments beinahe einen Unfall und Dorian wird verletzt.

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Der eigentliche EigentĂŒmer des Drogendruckers ist bereits vor Monaten verstorben, doch sein Sohn Julian ist gerade von der Schule geflogen und macht beim Besuch von John und Dorian keinen besonders nĂŒchternen Eindruck. Mit tellergroßen Pupillen gesteht er direkt, dass er auch die besagte Droge konsumiert, behauptet jedoch, jemand habe seinen Drucker gehackt und die Dosis verstĂ€rkt, die seine MitschĂŒlerinnen schließlich getötet hat. Die Droge soll den Geist erweitern und das volle Potential aus einem herausholen. Marshall, ein weiterer MitschĂŒler der Akademie, hat alle drei MĂ€dchen gekannt und wĂ€re zu einem solchen Hack fĂ€hig.

Ehe Marshall am nĂ€chsten Tag ĂŒberprĂŒft wird, trifft John Captain Maldonado in der Bar. Sie macht sich Sorgen um ihn und seinen Konsum der erinnerungsfördernden Droge. Gleichzeitig erinnert sie ihn: Sollte er sich an etwas Neues erinnern, mĂŒsste die interne Untersuchung erneut eröffnet werden. John sucht daraufhin seinen recollectionist auf, der mit nicht lizensierter Technologie versucht, ihm abermals die Erinnerungen aus dem Hirn zu fischen. Es gelingt zum Teil und John erinnert sich an eine Matroschkapuppe, die Anna ihm gegeben hatte. Er findet sie bei sich zu Hause, doch kann an ihr nichts Ungewöhnliches feststellen. Er bittet eine Kollegin im Polizeilabor, die Sache genauer unter die Lupe zu nehmen.

Keiner macht die Drogen!

Scarletts Vater erfĂ€hrt von der Polizei von der Überdosis. Er wusste, dass seine Tochter mit den anderen MĂ€dchen die Droge genommen hatte und ließ die Aufnahmen, die der Privatdetektiv fĂŒr Lilas Mutter angefertigt hatte, löschen. Ein image stick des Drogenherstellers Julian gibt schließlich ein Video der ersten Toten preis. Es ist ihre Abschiedsnachricht, ehe sie sich ertrĂ€nkt. Nicht die Droge hat sie umgebracht, vielmehr wurde ihr durch den Sinneszustand klar, dass sie niemals das Gleiche erreichen könnte wie ihre Chrome-Mitmenschen, denn die Droge funktioniert nur fĂŒr die genetisch modifizierten Menschen auf besondere Weise. Julian und sie waren ein Liebespaar und er hatte gehofft, sie wĂŒrde sehen, dass er sie trotz ihrer Unvollkommenheit liebt.

Das Video wird Lilas Mutter gezeigt, die darauf besteht, dass die Droge dennoch Schuld am Tod ihrer Tochter ist. Wie sich herausstellt, war sie es, die einen Hacker engagiert hatte, um die Dosis der beiden anderen MÀdchen zu erhöhen. Die anderen Familien sollten das Gleiche erfahren wie sie nach dem Verlust ihrer Tochter, nachdem diese die Ermittlungen manipuliert hatten. Sie erklÀrt, dass die Wut zur Obsession wurde. John findet wÀhrenddessen Mrs. Hogans Ermittlungsraum, der ebenso wie sein Zuhause mit digitalen Notizzetteln gespickt ist.

Im PolizeiprĂ€sidium wartet bereits Officer Reynolds von der internen Untersuchung auf Kennex. Der unangenehme Zeitgenosse mit den „Google Glasses“ befragt John zu seiner Beziehung zu Anna. Er deutet an, dass es sich um eine offensichtliche Infiltration des Syndikats gehalten habe und dass John es durchschaut hĂ€tte, wenn er sich an das Protokoll gehalten hĂ€tte. ZurĂŒck in seiner Wohnung löscht John die digitalen Notizen, als er einen Anruf von der Labortechnikerin erhĂ€lt. Die Matroschkapuppe habe Nanotechnologie enthalten, die sie zu einem AbhörgerĂ€t gemacht habe. Bis vor ein paar Stunden hat jemand Johns Konversationen mitgehört.

Fazit

Nachdem letzte Woche endlich mit dem langsam voranschreitenden Handlungsbogen weitergemacht wurde, kommt die Folge Perception (eigentlich die vierte Folge der Serie) wie ein DĂ€mpfer daher. Wieder einmal sind wir bei einem Fall der Woche angekommen und wieder einmal geht es um böse, böse Drogen. Besonders fragwĂŒrdig ist dabei, wieso eine Designerdroge die Konsumenten ihre Welt mit digital anmutenden Augmentationen wahrnehmen lĂ€sst, wie in der ersten Szene der Folge gezeigt. Außerdem könnte wĂ€hrend der Vernehmung Julians angenommen werden, dass Almost Human erneut versucht, uns tatsĂ€chlich paranormale PhĂ€nomene unterzujubeln. Was der Junge im Drogenrausch vom Stapel lĂ€sst, könnte nĂ€mlich glatt als Telepathie oder Wahrsagerei interpretiert werden.

Dass es sich bei Detective Stahl, anders als von mir vermutet, nicht um einen Roboter, sondern um einen genetisch perfektionierten Menschen handelt, ist ein netter Zusatz, der in Folge zehn ein wenig spĂ€t eintrudelt. Wir hĂ€tten uns auf diese Weise schon lĂ€ngst erklĂ€ren können, warum sie so nichtssagend kantenfrei ist und wieso John als „Abziehbild-Manly-Man“ so auf sie steht. In alter „AH“-Manier wird jedoch nichts weiter mit dem Konzept angestellt. Wir erhalten die Info, doch neben dem akuten Kriminalfall und der internen Untersuchung der Rahmenhandlung ist einfach kein Platz fĂŒr Charakterentwicklung.

Insgesamt eine sehr durchschnittliche Folge von Almost Human, die auch gerne ausgelassen werden kann, ehe sich das Staffelfinale wieder der Geschichte um Dr. Vaughn (John Larroquette) und seiner Roboterarmee jenseits der Mauer widmet.

Verfasser: Mario Giglio am Dienstag, 11. Februar 2014

Almost Human 1x10 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 10
(Almost Human 1x10)
Deutscher Titel der Episode
Vero
Titel der Episode im Original
Perception
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 10. Februar 2014 (FOX)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 13. Oktober 2014
Autor
Sarah Goldfinger
Regisseur
Mimi Leder

Schauspieler in der Episode Almost Human 1x10

Darsteller
Rolle
Karl Urban
Mackenzie Crook
Michael Irby

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