Prison Break 5x06

© zenenfoto aus „Phaecia“, „Prison Break“ / (c) FOX
Die neue Folge Phaecia setzt den Fokus der Erzählung auf zwei Handlungsstränge - den Jemen mit Michael (Wentworth Miller), Lincoln (Dominic Purcell) und Co sowie auf die beiden Auftragskiller, A&W (Marina Benedict) und Van Gogh (Steve Mouzakis). Dadurch verspielt die Serie aber kostbare Sendezeit, mit der man Besseres hätte anfangen können. Man hätte sich zum Beispiel einer besseren Erklärung für Michaels „Tod“ widmen können oder einem anderen Logikfehler der Serie.
When things get bad, go to the desert
Da Michael und seine Mitinsassen letztes Mal ihr Fluchtflugzeug nur um Sekunden verpasst haben, entscheiden sie sich dazu, den Weg durch die Wüste zu nehmen. Diesen wollen sie mithilfe eines Ortsansässigen überwinden, der ihnen ein Auto zur Verfügung stellt. Als sie von diesem dann dazu aufgefordert werden, ein weiteres Auto zu beschaffen - da sie ansonsten nicht genügend Platz haben - geraten sie in eine Falle. Scheinbar problemlos geraten sie aus der Falle und vertrauen dem Rebellen erneut ihr Leben an, da sie diesen brauchen, um durch die Wüste zu gelangen.
Team Eye in the Sky
In der Zwischenzeit werden die beiden Auftragskiller aus der Polizeistation entlassen. Hier erfahren wir nun endlich, was der wahre Auftrag der beiden ist, wobei man sich das bereits vorher denken konnte: Ihr Auftrag ist es, Kaniel Outis zu töten. Dieser stellt jedoch eigentlich den Partner von Poseidon dar. Was ist also passiert, dass dieser nun den Tod von Michael wünscht? Das ist nur eine der vielen Fragen, die uns in der nächsten Zeit noch beantwortet werden sollten. Außerdem lernen wir einen von Poseidons Insidern des FBI kennen - ein Kollege des verstorbenen Paul Kellerman (Paul Adelstein) scheint sich mit Poseidon verbündet zu haben. Über seine Beweggründe wird jedoch nichts verraten.
Eine weitere Verbindung hat A&W zu Tricia, einer NSA-Agentin. Mit dem Vorwand, dass die beiden Kaniel Outis überwachen würden, gibt sie ihnen Zugang zu einem Raum, von dem aus sie Michael und Co per Satellit beobachten können. Zudem hat A&W vorher mal in diesem Gebiet bei der NSA gearbeitet und scheint eine romantische Beziehung mit der Agentin geführt zu haben. Als die beiden Kaniel Outis geortet haben, ruft Van Gogh einen Kollegen von Cyclops (Amin El Gamal) - der übrigens gerade von seinen Handschellen befreit wird - an und beauftragt ihn mit dem Mord an dem vermeintlichen Terroristen.
Our map is dead
Während Lincoln, Whip (Augustus Prew) und Ja (Rick Yune) den Tank des Autos auffüllen, damit sie den weiten Weg durch die Wüste packen, kommuniziert Michael per Video mit einer Person, die später starke Ähnlichkeiten zu Elvis Presley aufzuweisen hat und auf einem Anwesen in Maine wohnt.

Dieser soll einen Screenshot des Bildes seiner Hände machen. Bereits in der ersten Folge Ogygia habe ich mich gefragt, was die Augen auf seinen Händen zu bedeuten haben. Die Bedeutung ist nun immer noch nicht geklärt, jedoch wird uns bestätigt, dass sie tatsächlich eine haben. Es ist anzunehmen, dass die genauso wichtig für die Flucht sind wie die Tattoos damals in der ersten und zweiten Staffel.
Die beauftragten Killer erreichen die Tankstelle und sie geraten in einen kugelgeladenen Kampf. Whip gelingt es, einen Benzintank abzuschießen und die Gegner sind außer Gefecht gesetzt. Wenige Momente danach wird die Gruppe mit den nächsten Problemen konfrontiert: „Unsere Karte ist tot.“ und sie haben vergessen, Cyclops in ihre Rechnung miteinzubeziehen. Dieser war von der Explosion nicht betroffen, da er seine Kollegen unerlaubterweise verfolgte und wird nun von seiner Rache für sein Auge angetrieben.
Four stones - three white, one red
Da die Gruppe immer noch zwei fahrtüchtige Autos besitzt, entscheidet Michael, dass einer aus der Gruppe ein Ablenkungsmanöver starten muss. Michael sammelt vier Steine ein (drei weiße und einen roten) und stellt sich als der Auserkorene mit dem roten Stein heraus. Nun fährt er alleine mit dem weißen Auto los, in der Hoffnung, dass Cyclops ihn und nicht die anderen verfolgen wird. Das gelingt ihm auch und er bringt kurze Zeit später Cyclops Wagen zum Stehen. Während eines Gerangels mit Cyclops stößt er ihm einen Schraubenzieher in sein noch funktionierendes Auge und übernimmt dessen roten Wagen, der - wie er vermutet - mehr Benzin im Tank haben sollte. Auf diese Weise hofft er, die anderen einzuholen.

Nach kurzer Zeit gibt dieser jedoch den Geist auf und Michael muss sich mit seinen schweren Verletzungen durch die Wüste schleppen. Das einzige, was ihn hier noch durch die Wüste gehen lässt, sind seine Erinnerungen an seine Familie - Sara (Sarah Wayne Callies) und Lincoln. Dies wird uns durch eine wunderschöne Montage der letzten Staffeln und ihren emotionalen Momenten vermittelt.
Vögel als GPS
Währenddessen fahren die drei anderen der Gruppe Querbeet durch die Wüste, bis sie Vögel entdecken. Diese nutzen sie von nun an als GPS, um ans Meer zu gelangen. Dort angekommen können sie den Frieden und die Freude des Ortes genießen, der nicht von dieser Welt zu sein scheint. Mit etwas Verspätung kommt auch Michael in dem Ort an und sinkt erschöpft in die Arme seines Bruders, wo er beinahe sofort das Bewusstsein verliert. Hier werden die Zuschauer und die Gruppe vor das nächste Problem gestellt: Michael braucht einen Arzt, jedoch ist der nächste erst wieder in Sana'a. Dort können sie nicht hin zurückkehren, da sie dort unter anderem wegen Mordes gesucht werden.
Fazit
Anstatt den Plot an den richtigen Stellen weiter voranzutreiben und uns so dringend benötigte Erklärungen zu geben, scheint der Fokus auf actiongeladenen Szenen zu liegen. So etwas wäre bei der Länge einer normalen Staffel zu ertragen, da man dann genug Zeit hat, um den benötigten Stoff in die Handlung einfließen zu lassen. Jedoch ist das bei einer Staffel, die aus neun Episoden besteht, eher nicht der Fall. Bis jetzt wurden leider nur wenige Fragen beantwortet. Insbesondere die wichtigste aller Fragen („Was hat Michael in den sieben Jahren gemacht und wie hat er die ganze Zeit überlebt?“) wird nur nicht zufriedenstellend und zu sehr nebenbei beantwortet. Ich hoffe sehr, dass sich in der Hinsicht in den nächsten Folgen etwas tun wird.
Immerhin erfahren wir in Phaecia, dass Michael mit einem merkwürdigen reichen Typen aus Maine zusammenarbeitet und dass die Tattoos auf seinen Händen wie erwartet eine wichtige Bedeutung haben. Zudem erfahren wir etwas über die Vergangenheit von A&W.
Das dient jedoch nur als Trostpflaster für die eher mittelmäßige Folge, in der lediglich Michaels Gruppe und die beiden Auftragskiller behandelt werden - ohne zu viel dabei zu erfahren. Mittlerweile bekommt man den Eindruck, dass manche Handlungsstränge für eine oder mehrere Folgen einfach pausieren würden, obwohl das gar nicht unbedingt nötig wäre, wenn man die Actionszenen etwas stärker kürzen würde. Da dies jedoch nicht der Fall ist, erfahren wir nicht, wie Sara auf Jacobs (Mark Feuerstein) Ausrede reagiert hat und was T-Bag macht, nachdem er den beiden Auftragskillern entkommen ist.
Zudem erfahren wir nur sporadisch, dass C-Note (Rockmund Dunbar) zusammen mit Sheba (Inbar Lavi) auf dem Weg in die USA ist. Von Sucre hört man überhaupt nichts mehr und was mit Lincolns Sohn oder Freundin ist, scheint auch nicht mehr relevant zu sein. Das und vieles mehr wird in der neuen Staffel leider einfach ausgelassen.
Verfasser: Maike Karr am Mittwoch, 10. Mai 2017Prison Break 5x06 Trailer
(Prison Break 5x06)
Schauspieler in der Episode Prison Break 5x06
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