Law & Order: Special Victims Unit 23x06

Law & Order: Special Victims Unit 23x06

500 Episoden Law & Order: Special Victims Unit! Wer hätte Ähnliches 1999 erwarten können, als das Spin-off startete? Die viel wichtigere Frage ist allerdings: Kann die Serie auch nach all diesen Folgen weiterhin abliefern? Ein Fall um Bensons Vergangenheit klärt auf...

In der 500. Episode der Serie Law & Order: Special Victims Unit dabei: Aidan Quinn, Mariska Hargitay, Bernadette Quigley, Danny Pino (c) NBC
In der 500. Episode der Serie Law & Order: Special Victims Unit dabei: Aidan Quinn, Mariska Hargitay, Bernadette Quigley, Danny Pino (c) NBC
© n der 500. Episode der Serie Law & Order: Special Victims Unit dabei: Aidan Quinn, Mariska Hargitay, Bernadette Quigley, Danny Pino (c) NBC

500 Episoden und Benson

500 Episoden schafft nun wirklich nicht jede Serie. Law & Order: Special Victims Unit kam sicher zu einer Zeit, als das Original-Law & Order bereits so gefestigt war (zehn Staffeln lang, um einen Ableger zu verkraften. Das und das Hauptthema der Serie sind sicher zwei der Gründe für den Erfolg. Doch, was die Serie immer schon hervorhob und letztlich auch das Original überleben ließ, ist sicher ihre Hauptdarstellerin Mariska Hargitay, die Det./Sgt./Cpt. Olivia Benson stets mit der nötigen Gravitas darstellte und darstellt.

Ob die Formel wirklich so einfach ist, soll hier nun weder bewiesen noch abgestritten werden. Zumal wir ja Elliot Stabler (Chris Meloni) nicht aus der Rechnung herausnehmen wollen. Dennoch zeigt auch diese Meilensteinepisode, die wirklich The Five Hundredth Episode heißt, dass Benson weiterhin der wichtigste Teil von „SVU“ ist.

Bei so einer Nummer darf man natürlich fragen, ob es denn viele Reminiszenzen an alte Zeiten gibt? Nun: eher nein. Zwar gibt es diverse Rückblenden, teilweise zurück zur Zeit mit Stabler, zu Gesprächen mit Casey Novak (Diane Neal), ihrer Mutter (Elizabeth Ashley), Videochats mit Captain Cragen (Dann Florek) und sowohl der bei Fans auch beliebte Det. Nick Amaro (Danny Pino, nun bei Mayans MC) als auch Dr. Melinda Warner (Tamara Tunie) kehren zurück. Ansonsten aber reichlich wenig - und das hier hört sich auch schon nach mehr an, als es sich dann „anfühlt“.

500 Episoden und die Storys

Dennoch: Zumindest Amaro kommt durch seine Rückkehr eine Schlüsselrolle zu. Mittlerweile arbeitet er nämlich für eine in neuen DNA-Technologien spezialisierte Firma an cold cases (natürlich eine kleine Anspielung an seine frühere Rolle bei Cold Case, worauf Benson auch lustigerweise hindeutet), also alten Fällen. Einen davon befindet er als besonders wert, erneut aufgerollt zu werden. Es geht um einen Fall aus 1996, in dem eine Teenagerin sexuell missbraucht und erdrosselt wurde. Ihr Freund, Ian Ridley (Kyle Cameron), wurde damals nach einem Geständnis zwar verurteilt, erklärte aber später, das Verbrechen nie begangen zu haben. Es geht also um neue DNA-Abgleiche. Cragen erzählte Benson früher öfter mal von dem Fall und steht auch hier wieder beratend zur Seite.

Durch seine neue Arbeit bringt Nick seinen Kollegen, Burton Lowe (Aidan Quinn), ins Spiel, der - und hier wird es dann Benson-persönlich - natürlich eine Vergangenheit mit Olivia hat. Sie erkennt ihn auf den ersten Blick und wir als Zuschauer erfahren dann die Hintergründe: Es geht um ihre erste Liebe mit einem fünf Jahre älteren Mann, die letztlich aus diesem Grund (?) von ihrer Mutter unterbunden wurde. Zwei Ungereimtheiten fallen dem geneigten „SVU“-Fan natürlich gleich auf: Erstens spielte Quinn schon mal in der Episode Savant (9x04) in einer anderen Rolle mit. Warum erkennt sie ihn nun also direkt, damals aber nicht? Damit es zum Plot passt? Zweitens hätte sich, so ging es bisher zumindest aus ihren anderen Erzählungen hervor, die junge Olivia von ihrer alkoholkranken und wenig fürsorglichen Mutter eher weniger vorschreiben lassen, wen sie zu treffen hat und wen nicht - gerade, wenn es um Liebe ging.

Aber ja. Das nehmen wir eben mal so hin. Warum? Weil Quinn natürlich dennoch großartig bei beiden Rollen passt und auch die Chemie zu Hargitays Olivia in diesem Fall direkt stimmt. Denn, so gut kennen wir die Serie mittlerweile auch: Natürlich hat die Episode da noch mehr in petto zwischen den beiden. Der Fall entwickelt sich nämlich wirklich zuerst mal wie gedacht: Amaros Arbeitgeber kann nachweisen, dass damals der falsche erwischt wurde und auch der eigentliche Täter, einer der früheren Lehrer (Brian Kerwin) des Mädchens, wird überführt. Letzterer lebte lange Zeit mit der Schuld des Verbrechens auf der Seele und kann im Verhör nicht mehr innehalten. So weit, so klar.

500 Episoden und die Twists

Ebenfalls so klar gerät dann allerdings auch der Twist: Benson und Lowe nähern sich wieder an, doch dann kommen ihr - angeregt von anderen - einige Zweifel: Ist dieser Lowe wirklich der, für den sie ihn hält? Oder hat auch er dunkle Geheimnisse?

Wie gesagt: Ich will gar nicht zu viel meckern. Gespielt ist das klasse von allen möglichen Beteiligten. Es ist (mittlerweile) auch immer schön, die persönlichen Szenen und ihrem Sohn Noah (Ryan Buggle) präsentiert zu bekommen, da auch er seine Sache sehr gut macht. Auch das Thema, was durch Benson und Lowe aufgegriffen wird, ist immer aktuell und ergründenswert. Dennoch gab es das Muster „Benson baut Vertrauen zu jemandem aus ihrer Vergangenheit auf, lernt ihn (wieder) näher kennen und wird - für uns stets nachvollziehbar dargestellt - enttäuscht“ schon einfach insgesamt zu oft.

Fazit: 500 episodes and still counting...

Da muss Law & Order: Special Victims Unit auch oder gerade nach 500 Episoden doch mal einen Schritt nach vorne machen. Oder versucht man das eigentlich bereits, da ja immerhin Stabler wieder in der Stadt ist und viele Crossover zwischen den Serien schon stattgefunden haben und weiterhin folgen werden? Zu gönnen wäre es ihr und auch den Zuschauer:innen allemal. Es bleibt also nicht nur in diesem Aspekt weiterhin spannend.

Dr. Warner (Tamara Tunie), Nick Amaro (Danny Pino) und Det. Amanda Rollins (Kelli Giddish) auf einem Szenenfoto zur Serie Law and Order: Special Victims Unit
Dr. Warner (Tamara Tunie), Nick Amaro (Danny Pino) und Det. Amanda Rollins (Kelli Giddish) auf einem Szenenfoto zur Serie Law and Order: Special Victims Unit - © NBC

Denn auch insgesamt und trotz immer wieder seltsam zusammengebauter „Ripped-from-the-headlines-Storys“ hat die Serie über ihre nun bald mehr als 500 Episoden anhaltende Ausstrahlung immer noch ein erstaunlich hohes Maß an Qualität zu bieten. Sowohl, was den Cast angeht, als auch, wenn es um die Präsentation und Aufarbeitung der Themen und Charaktere geht. Trotz der generell dunklen Geschichten, die sich stets um das Thema sexuelle Verbrechen drehen und damit damals eine Vorreiterrolle einnahmen und auch heute wichtiger denn je erscheinen, ist das Revier ein Platz geblieben, den man auch anhand der Menschen immer wieder gerne besucht. Auch damit bleibt die Serie ihrem „Law-&-Order-Ruf“ treu, kein gewöhnliches Procedural zu sein. Interessant wird es zu sehen, inwiefern Law & Order bei seiner kommenden Rückkehr gegen seine Spin-offs wie „SVU“ und Law & Order: Organized Crime antreten kann.

Wann die Episode auch in Deutschland ausgestrahlt wird, steht momentan noch nicht fest - siehe dazu auch unsere News zum gerade abgeschlossenen Senderwechsel der Produktion.

Hier abschließend noch der Trailer zur 500. Episode der DramaserieLaw & Order: Special Victims Unit“ auf dem US-Network NBC:

Verfasser: Sebastian Detzler am Samstag, 23. Oktober 2021

Law & Order: Special Victims Unit 23x06 Trailer

Episode
Staffel 23, Episode 6
(Law & Order: Special Victims Unit 23x06)
Deutscher Titel der Episode
Die Macht der Verführung
Titel der Episode im Original
The Five Hundredth Episode
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 21. Oktober 2021 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 2. Dezember 2022
Autoren
Dick Wolf, Brianna Yellen, Julie Martin
Regisseur
Juan José Campanella

Schauspieler in der Episode Law & Order: Special Victims Unit 23x06

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