Law & Order: Criminal Intent 8x13

Law & Order: Criminal Intent 8x13

Der Mord an Highschool-Lehrer Kip McGonagle (Robert Leeshock) bringt einen alten Bekannten zurück auf Det. Gorens (Vincent D'Onofrio) und Eames‘ (Kathryn Erbe) Radar. Besonders Det. Goren, der dem Verdächtigen in einem älteren Fall geholfen hatte, fordert das zu einem neuen „Spiel“ gegen diesen heraus.

Wer spielt hier mit wem? Josh Snow (Aaron Stanford) und Det. Goren (Vincent D'Onofrio) ©USA Network
Wer spielt hier mit wem? Josh Snow (Aaron Stanford) und Det. Goren (Vincent D'Onofrio) ©USA Network

Der Highschool-Lehrer Kip McGonagle, der ebenfalls als Schiedsrichter beim Nachwuchs-Basketball Geld hinzuverdiente, wird, am Bein schwerverletzt, vor einem Krankenhaus abgelegt und verblutet nur wenig später an seiner Schusswunde. Für die Detectives Goren und Eames ist der erste Verdächtige demnach derjenige, der das Opfer vor dem Eingang der Notaufnahme im Stich ließ: ein ehemals wegen eines Drogendeliktes Belangter.

Schnell wird jedoch klar, dass dieser tatsächlich nur dem Verletzten, den er in Chinatown von der Straße aufgelesen hatte, helfen wollte. Bei den Nachforschungen der Ermittler vor Ort fällt dem eigentlichen Schützen des versehentlichen Treffers, der Pokerstar Josh Snow (Aaron Stanford), der an sich nur drohen und somit Geld einsammeln sollte, auf, dass er diese kennt. Eames und Goren waren es nämlich, die den Mörder seines Vaters, Snows ehemaligen Boss, in das Gefängnis brachten. Somit halfen sie damals Snow, war dieser zuvor nicht nur selbst verdächtigt, sondern von seinem „Ziehvater“ auch bevormundet und jeweils dazu gezwungen worden, sein Spieltalent für das Eintreiben von Geld einzusetzen.

Dennoch gibt sich Snow, der mit seiner aktuellen Flamme und Komplizin, Angela (Aleksa Palladino), befürchtet, sofort wieder als Verdächtigter Nummer eins festzustehen, den Detectives nicht zu erkennen. Diese kommen erst über Umwege auf die richtige Spur: Zunächst erfahren sie durch die Hilfe von Captain Ross (Eric Bogosian), dass McGonagle gerne in der von Lou Cardinale (Boris McGiver) geführten Bar seinen (wahrscheinlich durch Absprachen in den von ihm geführten Basketball-Spielen) potenzierten Verdienst eingesetzt hatte. Cardinale, der Snow zum Geldeintreiben geschickt hatte, führt sie letztendlich zu selbigem, da seine Bar diesen auf ausgehangenen Bildern präsentiert. Dabei helfen ebenfalls Aussagen von ehemaligen Spielpartnern und einem anderen, jedoch unverletzten, Opfer von Snows Geldeintreibens.

So wird Snow trotz allem zum Verdächtigen und Goren warnt ihn gleich, sich nicht auf ein Spiel mit ihm einzulassen… Denn auch, wenn die „Platzpatrone“, die McGonagle getötet hat, ohne Manipulation ungefährlich gewesen wäre, würde es nicht helfen, dass Snow mit einer 38 Kaliber Waffe gesehen worden war. Dazu wird absehbar, dass Snows wunder Punkt seine an mehreren Gehirntumoren verstorbene Ehefrau und sein zehnjähriger Sohn ist. Deswegen spricht letzterer, wie jedes Mal nach einer Absprache mit Angela, mit der ausführenden Staatsanwältin. Diese will unbedingt seinen Boss wegen dessen falscher Machenschaften hinter Gittern wissen. Deswegen nimmt sie auch die von Angela überbrachte Tatwaffe, die auf Cardinale registriert ist, bereitwillig an.

Eames und Goren glauben jedoch nicht an eine Schuld Cardinales. Obwohl sie wissen, dass die eigentlich mit ihm liierte Angela eine Affäre mit McGonagle hatte. Sie denken, dass jemand ihm das Verbrechen in die Schuhe schieben will. Die Frage ist nur, wer ein Motiv für die Tat hätte: Angela oder Snow? Erstere scheint keinen Grund gehabt zu haben, sich das Szenario McGonagle tot und Cardinale im Gefängnis zu erwünschen. Bei Snow sieht das anders aus: Nach Gorens Ansicht kommt er anscheinend nicht mit Vater(ersatz)figuren zurecht. Deswegen war er froh, als sein ehemaliger Boss im Gefängnis war, und so würde es auch dieses Mal bei Cardinale aussehen. Als belastend erachtet Goren auch die Nummern, auf die Snow in seinen letzten Spielen gesetzt hat: Sie lassen auf die Nummern 124 schließen. Dies ist auch die Hausnummer der McGonagles …

Von Captain Ross zu einer Stippvisite bei Snow angeregt, gibt Goren dort zunächst seine Bewunderung für den Täter zur Kenntnis. Wie dieser bloß diese eigentlich nicht tödlichen Patronen manipuliert haben muss…
Snow trägt danach ebenfalls zu dem Wortgeplänkel bei, bevor Goren plötzlich die harten Geschütze auffährt und nach einem Spiel fragt, das er vielleicht mal nicht gewinnen könnte: Russisches Roulette. Dazu lädt er die 38er, richtet sie auf Snows Kopf und fragt, inwiefern er wirklich an Glück glaubt. Dazu packt er ihn an seinen emotionalen Verwundbarkeiten, indem er immer wieder den Krankheitsverlauf Snows toter Ehefrau anspricht.

Snow bestätigt letztendlich die Theorie der Detectives, indem er offenbart, dass Cardinale ihn immer am Spieltisch sehen wollte, obwohl er sich lieber um seine kranke Frau gekümmert hätte. Da aber niemand mit ihm spielen könne, wollte er nun Cardinale ins Gefängnis bringen. Goren setzt die 38er an seinen eigenen Kopf und drückt ab. Damit hat er Snow endgültig gezeigt, dass auch mit ihm gespielt werden könne - war dieses scheinbare „Russisches Roulette“ doch nur ein angeblich uralter Trick…

Fazit

Dies war wieder einmal eine Episode, die beweist, was hinter dem (vor allem frühen) Erfolg von Law & Order: Criminal Intent steckt: Vincent D'Onofrio - beziehungsweise seine interessante Verkörperung des Det. Robert Goren. Es macht einfach Spaß, zuzusehen, wie er sich in immer wieder von der Psychologie beeinflussten Theorien verliert und im Endeffekt alle Puzzleteile zum einzig passenden Gesamtbild vereint. Natürlich ist das nicht das Einzige, was die Episode interessant macht. Die Rückkehr von Josh Snow ist insgesamt gelungen (trotz Umbesetzung). Etwas unglaubwürdig erscheint zwar, dass er aus seinen Fehlern, die ihn beim ersten Mal zu unrecht zunächst ins Visier der Ermittler geführt hatten, nicht gelernt zu haben scheint und, darüber hinaus, diesmal auch noch wirklich schuldig ist. Auf der anderen Seite zeigt es gut, wohin ihn die Selbstüberschätzung geführt hat.

Davon abgesehen ist der Fall an sich auch wirklich spannend aufgebaut. Dadurch, dass man den vermeintlichen Täter in privaten Momenten mit seiner Partnerin die Tat dementieren sieht, wird der Zuschauer wirkungsvoll verunsichert. Nur die jeweiligen Rückschlüsse und Parallelen auf den Fall aus der fünften Staffel lassen einen langsam in die richtige Richtung spüren. Dazu kommen ein weiteres Mal die tadellosen Schauspielleistungen - nicht nur von den Hauptdarstellern, sondern auch die der Nebenrollen. Deswegen bietet auch die 13. Episode der achten Staffel wieder exzellente Krimi-Unterhaltung.

Verfasser: Sebastian Detzler am Freitag, 24. Juli 2009
Episode
Staffel 8, Episode 13
(Law & Order: Criminal Intent 8x13)
Deutscher Titel der Episode
Pokerface
Titel der Episode im Original
All In
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 19. Juli 2009 (USA Network)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 10. Februar 2010
Autoren
Steven Randazzo, Michael Francis Clarke, Beau Bridges
Regisseur
David Manson

Schauspieler in der Episode Law & Order: Criminal Intent 8x13

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