Law & Order: Criminal Intent 8x07

Law & Order: Criminal Intent 8x07

Diesmal bekommen die Detectives Goren (Vincent D'Onofrio) und Eames (Kathryn Erbe) es mit einer Entführung zu tun. Allerdings ist das Entführungsopfer dabei weitaus schwieriger zu finden, als sie es sich zunächst ausgemalt hatten...

Wirklich? Det. Eames (Kathryn Erbe) beim Verhör des ersten Verdächtigen. ©USA Network/VOX
Wirklich? Det. Eames (Kathryn Erbe) beim Verhör des ersten Verdächtigen. ©USA Network/VOX

Nach einem Abendessen mit ihrer besten Freundin, Celia (Ali Marsh), finden Calista Haslum (Piper Perabo) und ihr Ehemann Andre (Luke Kirby) ein ausgeraubtes Hotelzimmer vor und stellen fest, dass ihre zweijährige Tochter Emma entführt wurde. Goren und Eames sollen das vermisste Kind finden. Da am Tatort bestimmte Glassplitter und eine Visitenkarte gefunden wurden, führt die Spur zu einer Firma, in der Styropor hergestellt wird und somit zum bekannten Einbrecher Mark Carston, der dort beschäftigt ist. Dieser rückt im Verhör zwar den Standort seiner Diebesgüter heraus, bestreitet aber glaubhaft, irgendetwas mit der Entführung zu tun zu haben.

Mittlerweile wurde eine Lösegeldforderung an Andres einflussreiche Tante Emily Huntford ( Lynn Redgrave) gestellt - die Entführer wollen zwei Millionen Dollar für die Freilassung des Kindes. Nachdem das Geld durch die Detectives an dem Abgabepunkt situiert wurde, schnappt sich der Anrufer das Geld und versucht, damit zu entkommen. Der GPS-Sender führt die Detectives im Endeffekt zu George Buckley (Steve Witting), dem Assistenten der Tante. Als jedoch auch dort Emma nicht auffindbar ist, geben er und sein Partner Stuart (Mark Setlock) zu, die Situation ausgenutzt zu haben. Goren und Eames versuchen nun, den Fall neu aufzurollen und beginnen dabei bei den Eltern von Emma.

Dafür besuchen sie das Heim der Haslums. Dort fällt den Detectives auf, dass das Haus bisher nicht kindersicher gemacht wurde. Zwar scheint es, als ob dort mal ein Kind gewohnt hat, aber es sieht danach aus, als ob dies schon länger her sei. Darüber hinaus bemerken Goren und Eames, dass das Nachbarskind das Kind auf den Fotos zu sein scheint, welche ihnen von Emmas Eltern für die Suche gegeben worden waren. Für die Polizei ist der Fall nach weiteren Ermittlungen klar - allerdings fehlen weitere Beweise...

Im abschließenden Verhör versucht Goren deswegen, die fehlenden Informationen aus den Haslums heraus zu bekommen. Dabei nutzt er aus, dass Calista labil ist und ihr Ehemann seit der Geburt seiner Tochter Interesse an anderen Frauen entwickelt hatte. Damit kitzelt Goren die Wahrheit aus ihr: Emma ist bereits vor sechs Monaten gestorben. Sie wurde von Calista im überhitzten Auto gelassen, während diese ihrem Mann zu einem Treffpunkt von ihm und Celia gefolgt war. Auch Andre gesteht nun die Schuld an den Vorfällen: Er nutzte die Verfassung seiner Ehefrau aus, um weiterhin als Erbe für seine Tante eingesetzt zu bleiben...

Kritik

Wie es sich bei den „Ripped from the Headlines“-Episoden bei den Law & Order-Serien so verhält, gehört auch „Wo ist Emma?“ zu den eher schwächeren Momenten der bisherigen Staffel. Denn auch hier fällt sofort die Ähnlichkeit - durch die Entführung im Hotelzimmer während die Eltern in der Nähe zum Essen waren - zum medienwirksamen Entführungsfall der Madeleine „Maddy“ McCann auf. Damit setzen sich die Autoren der Gefahr gleich zweier möglicher Fehler aus: Entweder der Fall wirkt zu konstruiert oder er ist zu sehr an der (eventuell „langweiligen“) Realität gehalten. Ganz von der Diskussion abgesehen, inwiefern es moralisch vertretbar ist, solche Fälle nochmal fiktional zu verarbeiten: Hier ist der erste Fall eingetreten.

Natürlich können nach solchen Schicksalsschlägen (hier Tod der Tochter) alle möglichen Arten psychischer Probleme entstehen - das alleine ist nicht das Problem. Aber da sich die Spannung der Episode nur an der Entführung der Tochter aufbaut und diese in den ersten Minuten ab und an scheinbar absichtlich nicht im Bild zu sehen ist, kann sich der potenziell clevere Zuschauer durchaus schon denken, dass das Kind vielleicht gar nicht existiert. Sieht man dann auch noch gleich zu Beginn die Mutter Medikamente schlucken, erhöht sich das Risiko, zu viel vorweg zu nehmen. Und selbst wenn man sich hat ablenken lassen: Spätestens nachdem Andre penibel darauf geachtet hat, dass seine Frau ihre Medikation einhält, ist dann auch klar, dass diese Probleme etwas mit dem Fall zu tun haben. Darüber hinaus „sieht“ Calista beim Verhör am Ende allzu schnell über ihre erbaute Traumwelt hinweg und weiß plötzlich wieder genau, dass, wie lange und warum ihre Tochter bereits tot ist.

Ansonsten hätte man durchaus Eames emotional mehr in den Fall einbauen können - immerhin war sie einst Leihmutter für ihre Schwester. Damit hätte man sie wieder etwas mehr ins Rampenlicht rücken und somit private Meinungen der Detectives wieder einbauen können. So wirkte die Episode etwas überhastet. Als ob man dem Zuschauer die Lösung nicht auf dem Servierteller servieren, sie aber auch nicht allzu sehr verstecken hat wollen. Irgendwo zwischen diesen Überlegungen müssen dann die genannten Probleme entstanden sein, die insgesamt - manche mehr, manche weniger - etwas zu viel von der Spannung weggenommen haben.

Verfasser: Sebastian Detzler am Mittwoch, 16. Dezember 2009
Episode
Staffel 8, Episode 7
(Law & Order: Criminal Intent 8x07)
Deutscher Titel der Episode
Wo ist Emma?
Titel der Episode im Original
Folie à Deux
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 7. Juni 2009 (USA Network)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 16. Dezember 2009
Autor
Michael S. Chernuchin
Regisseur
David Manson

Schauspieler in der Episode Law & Order: Criminal Intent 8x07

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