House 7x23

House 7x23

Die siebte Staffel der Serie House geht mit einem Knall zu Ende - wer hätte auch etwas anderes erwartet... Eins ist klar: Mir dem Staffelfinale Moving On haben sich die Produzenten erzähltechnisch in eine komplizierte Lage gebracht.

Shohreh Aghdashloo (l.) porträtiert die „Patientin der Woche“ in der „House“-Episode Moving On / (c) FOX
Shohreh Aghdashloo (l.) porträtiert die „Patientin der Woche“ in der „House“-Episode Moving On / (c) FOX

Um mit dem Ende zu beginnen: House (Hugh Laurie) bekommt Hausverbot im Princeton Plainboro - was bedeutet das für die Zukunft der Serie? Jetzt aber erst ein Mal der Reihe nach: Das Finale der siebten Staffel liefert mit der Episode Moving On endlich einige konkrete Stellungnahmen und einen klaren Schnitt ab.

Der Unterschied zwischen wahnsinnig und exzentrisch ist hauchdünn - dies betrifft diesmal nicht alleine House, sondern auch den Fall der Woche. Die Kurve jedoch kriegt nur einer von beiden...

Ein Schritt vor, zwei Schritte zurück

Das exzentrische Ekel scheint unverbesserlich: Während der siebten Staffel erlebte House Liebe, aber es half nichts. Er nahm sich eine Auszeit mit anschließendem Befreiungssprung, doch die Wirkung verpuffte schnell wieder. Er heiratete die junge, atemberaubend schöne Dominika (Karolina Wydra), um Cuddy (Lisa Edelstein) wehzutun, verletzte jedoch hauptsächlich sich selbst damit. Er steckt fest.

Das (selbst-)zerstörerische Verhalten von House wirkt als sei es unendlich tief verwurzelt und dadurch nicht zu ändern. Warum beispielsweise geht er auf die Bitte um eine Aussprache von Cuddy ein? Manchmal hilft Reden einfach nicht - wieso also gibt er sich weiterhin auf persönlicher Ebene mit seiner Ex-Freundin ab? Will er sie, sich oder beide quälen? Und wenn ja, wozu? Solche passiv-aggressiven Psychospielchen hat der missmutige Menschenhasser schon tausend Mal gespielt. Und er sollte wissen, dass diese meist nach hinten losgehen... Wie bereits erwähnt: House scheint ein hoffnungsloser Fall zu sein.

Die Anwesenheit beziehungsweise die Lebenseinstellung von Afsoun (Shohreh Aghdashloo), der Patientin der Woche, zeigt, wie grenzenlos die destruktive Energie des desolaten Diagnostikers ist. Afsoun geht House unter die Haut, ihre radikale Kunst und ihre Manipulationen faszinieren ihn. Als sie beschließt, ihre große Liebe und sogar ihr Leben für ihre Überzeugungen aufzugeben, zeigt er sich krankhaft begeistert darüber - wahrscheinlich, weil er sich selbst in ihr wiedererkennt und sich somit bestätigt fühlt.

Offenbar braucht auch ein überzeugter Nonkonformist wie House hin und wieder das Gefühl, nicht alleine dazustehen: Als Afsoun ihre Meinung ändert, sich für das Leben, die Liebe und gegen ihr lange gehegtes Credo entscheidet, flippt er aus. Seine Welt bricht zusammen, da ihre nun aufblüht. Das schreit nach Katharsis: Jetzt reicht es nicht mehr, Cuddy ihre persönlichen Sachen zurückzugeben, mit der Absicht einen klaren Schlussstrich zu ziehen. Genauso wenig wie zuzugeben: „I feel hurt“. House befolgt Wilsons Rat: „Just let it out, you'll feel better“. Und zwar auf seine ganz eigene Art.

Einer von den Tagen; an denen Greg House (Hugh Laurie) besser mit dem Motorad gefahren wäre... ©%26nbsp;FOX
Einer von den Tagen; an denen Greg House (Hugh Laurie) besser mit dem Motorad gefahren wäre... ©%26nbsp;FOX

Was bedeutet das? Ist das gequälte Genie jetzt völlig am Ende? Ein gemeingefährlicher Psychopath, tablettensüchtig, arbeitslos und letztendlich ohne jeden Rückhalt? Oder war das der Durchbruch, den er für einen Neustart brauchte? Die achte und voraussichtlich finale Staffel des Medizinerdramas wird es im Herbst ans Licht bringen.

Kindersegen

Taubs (Peter Jacobson) Zukunft ist ebenfalls offen: Er erwartet zwei Kinder von zwei Frauen. Die eine weiß nichts von der anderen und Taub weiß nicht, was er tun soll. Ein Doppelleben würde den abgekämpften Schürzenjäger sicherlich überfordern, einfach aussitzen geht in diesem Fall auch nicht. Er muss also klar Schiff machen und eventuell eine Entscheidung treffen. Es ist auch gut vorstellbar, dass ihm die Entscheidung abgenommen wird - so oder so: Sollte er tatsächlich zweifacher Vater werden (tödliche Komplikationen bei Schwangerschaften sind ja keine Seltenheit in der Welt der Serien), wird er sich wohl nach einem Zweitjob umsehen müssen. Wirklich traurig, wenn selbst Mediziner beim Thema Verhütung versagen...

Und sonst?

Hadley (Olivia Wilde) ist eine radikale: Manchmal steht sie auf der Seite von House, manchmal vertritt sie das andere Extrem - hoffentlich fällt den Produzenten und Autoren für die nächste Staffel etwas dazwischen ein. Foreman (Omar Epps) ist langweilig - er macht nichts, kann daher auch nichts falsch machen, weshalb er sich selbstgerecht gegenüber allen anderen verhält. Chase (Jesse Spencer) ist allerdings noch langweiliger - das einzig Gute an ihm war sein verwuscheltes langes Haar.

Verfasser: Isabel Galindez am Montag, 30. Mai 2011
Episode
Staffel 7, Episode 23
(House 7x23)
Deutscher Titel der Episode
Entzwei
Titel der Episode im Original
Moving On
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 23. Mai 2011 (FOX)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 13. Dezember 2011
Autoren
Kath Lingenfelter, Peter Blake
Regisseur
Greg Yaitanes

Schauspieler in der Episode House 7x23

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