House 7x06

House 7x06

Es kommt wieder mehr Bewegung in House, die Serie um den eigenwilligen Diagnostiker. In der Folge Office Politics wird nun endlich 13 ersetzt, und Huddys Beziehung wird ernsthaft auf die Probe gestellt... Ein Review von Isabel Galindez.

Amber Tamblyn als Masters bei ihrem Patienten. / (c) 2010 FOX / Foto: Byron Cohen/FOX
Amber Tamblyn als Masters bei ihrem Patienten. / (c) 2010 FOX / Foto: Byron Cohen/FOX

In der House-Episode Office Politics spielt Jack Coleman (Heroes) Joe Dugan, einen an mysteriösen Symptomen leidenden Wahlkampfberater. Dugan wird auf Wunsch des Senators von New Jersey ins Princeton Plainsboro eingeliefert. Dr. House (Hugh Laurie) und sein Team sollen es richten.

À propos Team: Da Cuddy (Lisa Edelstein) das Hin und Her um die vakante Ärztinnenposition anscheinend satt hat, kümmert sie sich kurzerhand selbst darum! Die geniale Medizinstudentin Martha Masters (Amber Tamblyn) soll frischen Wind in die Kreise der festgefahrenen Sturköpfe bringen.

House und sein Team machen es dem Wunderkind nicht leicht, das bereits mit 15 seinen Highschool-Abschluss in der Tasche hatte. Erst nachdem der Oberdiagnostiker und -miesepeter die Allgemeinbildung der Neuen getestet hat, gibt er grünes Licht - mit den Worten: „She's like the Internet with breasts. Wait, the Internet has breasts“.

Kurz darauf bekommt dann Taub (Peter Jacobson) eine Gelegenheit, Masters zu veräppeln. Als die angehende Ärztin bei der üblichen Hausdurchsuchung des Patienten wie angewurzelt vor der geöffneten Tür stehen bleibt, weil sie moralische Bedenken gegen das unbefugte Eindringen hegt, muss sie sich folgenden Spruch anhören: „Are you a vampire? It's OK. We're inviting you in!

Taubs Abneigung gegenüber Masters fällt auf; sie scheint persönlicher Natur sein und gibt Foreman (Omar Epps) zu denken. Im Großen und Ganzen kommt der Neuzugang den Alteingesessenen mit Werten wie Ehrlichkeit und Integrität in die Quere - und das nervt. Schließlich beschwert sich House bei seiner Vorgesetzten und Liebsten: „She's like the love child of Einstein and Mary Poppins“! Cuddy steht zu ihrem Schützling und kontert: „You'll figure something out. The two of you have a combined IQ north of 300“.

Greg House (Hugh Laurie) lauert wie ein Teufelchen auf der Schulter der Medizin-Studentin Martha Masters (Amber Tamblyn); die ihrem Patienten (Jack Coleman) eine schwierige Wahrheit eröffnet © FOX
Greg House (Hugh Laurie) lauert wie ein Teufelchen auf der Schulter der Medizin-Studentin Martha Masters (Amber Tamblyn); die ihrem Patienten (Jack Coleman) eine schwierige Wahrheit eröffnet © FOX

In der Zwischenzeit verschlimmert sich des Zustand des Patienten, und da House Masters naive Empörung über seine Methoden zunehmend auf den Keks geht, feuert er sie. Jetzt ist Cuddy natürlich stinksauer, und es kommt zu einer unschönen Diskussion: Sie wirft ihm vor, er fühle sich bedroht von Masters eiserner Tugendhaftigkeit - er hält dagegen, Cuddy sehe in Martha sich selbst als junge Frau... In typisch uncharmanter House-Manier fügt er noch hinzu, dass Cuddy sich täusche: Sie sei bei weitem nicht so brillant wie Masters!

Da der Moralapostel nun aus dem Weg ist, können Foreman, Chase (Jesse Spencer) und Taub wie gewohnt weiterarbeiten. Alle bisherigen Vermutungen und Diagnosen erweisen sich als falsch, weshalb ein weiterer Einbruch in Joe Dugans Haus ansteht. Leider hat der illegale Zutritt dieses Mal rechtliche Folgen: die drei Missetäter landen im Knast! House kümmert das nicht weiter, er sieht sich jedoch gezwungen, Masters wieder einzustellen: denn ganz allein fühlt er sich wohl doch etwas überfordert. Und tatsächlich: indirekt hilft die Studentin ihm dabei, eine zutreffende Diagnose zu stellen. Hepatitis C!

Es sieht ganz danach aus, als hätte Dugan sich beim Senator höchstpersönlich angesteckt, was natürlich zu Spekulationen führt. Schließlich kommen zwei unterschiedliche, aber für den Politiker gleicher Maßen unvorteilhafte Übertragungswege in Frage: homosexueller Kontakt und gemeinsamer Drogenkonsum! Nichts von Beidem wäre der Karriere eines konservativen US-amerikanischen Politikers zuträglich - aber Ärzte unterliegen ja glücklicherweise der Schweigepflicht…

Unglücklicherweise aber lässt sich Dugans Lebererkrankung bei diversen Bluttests nicht eindeutig nachweisen, weshalb Cuddy der von House vorgeschlagenen, hochriskanten Behandlung mit Hepatitis-A-Viren nicht zustimmt. Die gängige, harmlose Therapie hat leider bei Joe Dugan nicht angeschlagen, und so blickt der Wahlkampfmanager dem Tod ins Gesicht.

Mittlerweile verrät Taub in der Gefängniszelle seinen Kollegen den Grund für seine Feindseligkeit gegenüber Masters: Die beiden sind sich schon einmal begegnet - an der Universität, im Rahmen eines Bewerbungsgesprächs. Die schöne junge Studentin scheint sich jedoch nicht daran zu erinnern, und das entfachte Taubs Groll. Gekränkte Eitelkeit - mehr war's wohl doch nicht!

Auch Ärzte müssen sich mal abreagieren: Foreman (Omar Epps) und Taub (Peter Jacobson) beim nicht ganz freundlichen Basketball-Spielen - immerhin sind beide Ärzte und haben folglich einen Gott-Komplex © FOX
Auch Ärzte müssen sich mal abreagieren: Foreman (Omar Epps) und Taub (Peter Jacobson) beim nicht ganz freundlichen Basketball-Spielen - immerhin sind beide Ärzte und haben folglich einen Gott-Komplex © FOX

House ringt derweil mit seinem Gewissen: Soll er den Hepatitis-C-Bluttest - mit Hilfe des ja ebenfalls erkrankten, aber noch symptomfreien Senators - manipulieren? Dann würde er Cuddys OK bekommen, da bei eindeutiger Diagnose diese Behandlung Dugans einzige, kleine Überlebenschance wäre, allem Risiko zum Trotz. Oder soll der Diagnostiker seiner Freundin zuliebe nach Vorschrift handeln - und seinen Patienten sterben lassen?

Der Arzt siegt über den Liebhaber: House lässt das Blut des Senators unter dem Namen Joe Dugan testen, wodurch er den Beweis für die Hepatitis-C-Erkrankung erbringt. Die riskante Behandlungsmethode zeigt Wirkung - und House ist erleichtert!

Masters spricht den frisch aus dem Arrest entlassenen Taub schließlich doch noch auf die frühere Begegnung an, und am Ende herrschen eitel Freude und Friede weit und breit… bis die beiläufige Bemerkung einer Krankenschwester den Schwindel um den Bluttest auffliegen lässt. Entsetzen und Enttäuschung stehen Cuddy ins Gesicht geschrieben, als sie, ganz dramatisch und in Zeitlupe, die Episode beendet. Ein gelungener Cliffhanger!

Fazit

Der Fall in Office Politics kommt ziemlich langweilig daher. Der Patient ist einfach zu desinteressiert an seinem eigenen Zustand; auch die Tatsache, dass es sich dabei um einen ach-so-abgebrühten Politiker handelt, macht das nicht plausibler. Martha Masters hingegen erscheint interessant: schüchtern, aber selbstbewusst, intelligent, aber ahnungslos und absolut prinzipientreu - bis jetzt jedenfalls… aber House hat ja noch Zeit, sie nach seinem Bilde zu formen.

Und sonst? War's das mit Huddy? Ist House diesmal zu weit gegangen? Kann und will Cuddy ihm diesen Vertrauensbruch verzeihen? Wie wird es mit Masters weitergehen? Und was passiert, wenn 13 (Olivia Wilde) zurück kommt? Es bleibt spannend!

Verfasser: Bernd Michael Krannich am Donnerstag, 18. November 2010
Episode
Staffel 7, Episode 6
(House 7x06)
Deutscher Titel der Episode
Arena der Genies
Titel der Episode im Original
Office Politics
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 8. November 2010 (FOX)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 10. Mai 2011
Autor
Seth Hoffman
Regisseur
Sanford Bookstaver

Schauspieler in der Episode House 7x06

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?