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Inhalt
Nachdem er sich mit dem Helikopter auf und davon gemacht hat, zwingen zwei Kampf-Hubschrauber der Air Force Jack zur Landung auf einem Gebäude. Doch Jack kann sich der herannahenden New Yorker Polizei entziehen - und taucht im Menschengewimmel des Big Apples unter.
Die Präsidentin erfährt von Jacks Flucht, was sie mehr als ohnehin schon an ihrer Entscheidung zweifeln lässt. Ihr Außenminister Ethan Kanin versucht noch einmal zu ihr durchzudringen - und sie davon zu überzeugen, dass sie einen Fehler gemacht hat: Ein Frieden, der auf einer so großen Lüge wie der Vertuschung der russischen Unterstützung für die Terroristen beruht, sei nichts wert. Außerdem: Egal ob Jack Bauer Erfolg habe oder nicht, die Beweise dafür würden so oder so eines Tages ans Licht kommen - und dann riskiere Taylor nicht nur ein Amtsenthebungsverfahren, sondern sogar strafrechtliche Konsequenzen.
Die Präsidentin will von ihrer Friedens-Initiative nicht loslassen. Doch schließlich überzeugt Kanin sie, dass der Frieden dann eben noch eine Amtszeit auf sich warten lassen muss. Doch diese Überzeugungsarbeit, die Kanin geleistet hat, steht auf wackligen Beinen. Zwar lässt die Präsidentin ihn eine Rede für die anstehende Pressekonferenz schreiben, in der sie die Friedenskonferenz für beendet erklären will.
Doch Kanin hat die Rechnung ohne Charles Logan gemacht, der sich nicht um den Preis der Anerkennung für seine Rolle beim Zurückholen der Russen an den Verhandlungstisch (und damit um seine Rehabilitation) bringen lassen will: Er redet auf Präsidentin Taylor ein, dass es noch eine andere Option gibt: Dana Walsh könnte in das Gefängnis einer privaten Sicherheitsfirma gebracht werden, zu der er gute Kontakte hat, wo man ihr das Geheimnis der besagten Beweise schon entlocken werde.
Taylor erkennt genau, wovon Logan spricht: Folter. Wieder und wieder ruft er ihr das „greater good“ in Erinnerung, welches sie durch den Friedensschluss erreichen könne. Das sei allerdings nur möglich, wenn sie eine „unmögliche Entscheidung“ treffe - und ihre Ideale dafür (jedenfalls vorerst) über Bord werfe.
Tatsächlich gelingt es Logan die Präsidentin auf seine Seite zu ziehen. Sie gibt CTU die Anweisung, Dana Walsh an die Mitarbeiter der privaten Sicherheitsfirma zu überstellen, die Logan ihr ans Herz gelegt hat. Logan versichert der Präsidentin zwar, dass zuerst alle nicht mit Folter verbundenen Verhörmethoden probiert werden würden. Das entspricht aber ganz und gar nicht der Herangehensweise, die Mark Bledsoe, der Team Leader der Privat-Agenten, bevorzugt: Er empfiehlt ausdrücklich, Dana nach dem Verhör zu liquidieren - natürlich so, dass es wie ein misslungener Fluchtversuch aussieht.
Chloe staunt nicht schlecht über die Anweisungen der Präsidentin, fügt sich aber natürlich dem Befehl. Allerdings schafft sie es, durch einen Taschenspieler-Trick des Digital-Zeitalters die Information herauszubekommen, in welche Einrichtung Dana transportiert werden soll. Jack, der mittlerweile über eines von zahllosen Prepaid-Handys, die er sich in einem Second-Hand-Shop zugelegt hat, mit Chloe Kontakt aufgenommen hat, hatte sie darum gebeten. Doch Chloe ist von der Verschwörung, die Jack hinter den Anordnungen der Präsidentin sieht, nicht überzeugt. Im Gegenteil: Sie fürchtet, dass Jack blind vor Rachedurst ist. Auf ihre wiederholten Angebote, zur CTU zurückzukehren, geht er nicht ein.
Also tut Chloe das, was sie für das vermeintlich Richtige hält: Sie erzählt Ortiz von ihrem Gespräch mit Jack - und tüftelt gemeinsam mit ihm einen Plan aus, wie sie Jack gefangen nehmen können. Chloe lockt Jack in die Falle, indem sie ihm eine falsche Adresse gibt, eine Fabrikhalle, die in Wahrheit ein „safe house“ der CTU ist. Dort wartet Ortiz mit einigen Agenten auf Jack.
Doch der Plan misslingt. Jack, der sich mittlerweile bei einem alten Kumpel mit reichlich Feuerkraft versorgt hat, riecht den Braten - und dreht den Spieß um. Am Ende sind Coles Männer die Gefangenen, während Jack mit seinem jungen Kollegen spricht. Cole hatte vorher schon im Gespräch mit Chloe die Möglichkeit angedeutet, dass Jack vielleicht Recht haben könnte. Nun stellt dieser ihn vor die Wahl: Er kann ihm helfen oder nicht. Ohne ihn könne er die Verschwörung jedoch unmöglich aufdecken. Cole überlegt einen Moment, dann nimmt er die Waffe, die Jack ihm reicht und steckt sie ein. Um CTU in die Irre zu führen, tun sie jedoch im Anschluss so, als habe Jack den jungen Kollegen als Geisel genommen.
Kanin ist von der Entscheidung, die die Präsidentin getroffen hat, schwer enttäuscht. Er erklärt aus Gewissensgründen seinen Rücktritt, was wiederum für Taylor ein großer Schlag ist. Kanin knöpft sich auch Charles Logan vor, dem er klar macht, dass er ihn fertig machen wird, sollte etwas von dem, was er tut, der Präsidentin schaden.
Unterdessen wird Dana in die Einrichtung der privaten Sicherheitsfirma gebracht, wo man der Bequemlichkeit halber direkt mit dem Foltern beginnt. Dabei sieht es für uns Zuschauer so aus, als hätte Dana gleich zu Beginn der Prozedur die Wahrheit gesagt: Dass sie nämlich überhaupt keine Beweise besitzt...
Kritik
24 knüpft nahtlos an die überaus spannende Folge der Vorwoche an. Was auch nicht weiter verwundert, stehen gleich für drei Figuren wichtige Entscheidungen an.
Die Präsidentin ist nach wie vor hin und her gerissen zwischen den Positionen von Ethan und Logan, was allen drei Schauspielern erneut die Möglichkeit zu schauspielerischen Glanzleistungen bietet. Es ist am Ende auch Ethan, der auf ein möglicherweise tiefer liegendes Motiv hinter Taylors Wunsch nach einem Friedensvertrag zu sprechen kommt: Ihre Familie, die an ihrer Präsidentschaft zerbrochen ist - und ihr daher rührender Wunsch, dieser Präsidentschaft nun wenigstens eine große Bedeutung zu geben.
Auch Chloe muss eine Entscheidung treffen, die zuerst für, dann aber doch gegen Jack ausfällt. Bedenkt man, wie eng die beiden in den letzten Staffeln zusammengearbeitet haben, kommt diese Entscheidung schon ziemlich überraschend. Noch wenige Folgen zuvor hatte sie im Namen ihrer Freundschaft an Jack appeliert weiterzumachen - und nun ist sie es, die ihm in den Rücken fällt. Auch wenn sie - von ihrer Vernunft her - davon überzeugt sein mag, dass sie auch und gerade für Jack das Richtige tut.
Dass Jack diesen Schritt von ihr vorausgeahnt hat („I know Chloe“), wirft ein etwas ernüchterndes Licht auf ihre Freundschaft.
Am Ende ist es Cole, der sich als Einziger auf Jacks Seite schlägt, um mit ihm die Verschwörung der Präsidentin aufzudecken. Wobei Jack allerdings durchaus nicht ungeschickt die Schuld-Karte ausspielt, indem er darauf hinweist, dass es Cole selbst war, der früher am Tag Dana bei der Aufrechterhaltung ihrer Tarnung geholfen hat - wenn auch unwissentlich, was die eigentlichen Hintergründe angeht. Was Jack in Cole anspricht, ist etwas, das ihm selbst nur all zu vertraut ist: Der Wunsch danach, den Opfern, die man gebracht hat, dem Blut, das vergossen wurde, so etwas wie einen Sinn zu verleihen.
Durchaus überraschend kommt die - vermutlich wahrheitsgemäße - Enthüllung von Dana, dass es überhaupt keine versteckten Beweise gibt. Damit ist sie selbst die einzige Zeugin, zu der Jack und Cole unbedingt vordringen müssen, bevor Bledsoe seine Absicht wahr macht, ihr das Licht auszuknipsen. Da aber nur Chloe weiß, wo der Standort jenes Privatgefängnisses liegt, verspricht Stunde 20 auf jeden Fall schon mal sehr interessant zu werden.
Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 27. April 2010(24 8x19)
Schauspieler in der Episode 24 8x19
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