1923 2x03

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Überlebt!
Jacob Dutton (Harrison Ford, „Indiana Jones-Filmreihe“) und seine Leute, darunter sein jüngerer Neffe Jack (Darren Mann, Chilling Adventures of Sabrina), der schwerverletzte Zane (Brian Geraghty, Big Sky) und seine Familie haben in der Wrap Thee in Terror von 1923 den Schneesturm überstanden. Um nicht zu erfrieren, müssen sie den umgestürzten Kutschwagen verheizen. Dies zwingt Zane dazu, für den Rest des Heimweges in den Sattel zu steigen.
Qualvolle Prozedur
Auf Yellowstone wehrt sich Elizabeth (Michelle Randolph, Landman) mit Händen und Füßen gegen die schmerzhaften Injektionen nach dem Biss des ziemlich sicher tollwütigen Wolfes, der die Krankenschwester des Arztes tötete. Erst nachdem Cara (Helen Mirren, „White Bird“) sie schlagkräftig von der Lebensnotwendigkeit überzeugt hat, lässt sie die Behandlung über sich ergehen.

Entwürdigung
Alexandra (Julia Schlaepfer, The Politician) hingegen muss nach der Ankunft in New York am eigenen Leib den dortigen Umgang mit Einwanderern aus der Unterklasse erfahren. Da sie bei ihrer überstürzten Flucht aus England keine Einreisegenehmigung besorgen konnte, wird sie auf Ellis Island demütigenden körperlichen Untersuchungen unterzogen. Als besondere Schwierigkeit erweist sich ihre Schwangerschaft.
Erst nach der Begegnung mit einem korrupten Einwanderungsbeamten, dem sie dank ihrer Bildung und Rhetorik eine Lektion erteilen kann, erhält sie schließlich die Erlaubnis, an Land zu gehen. Dank eines freundlichen Zeitungshändlers kann sie sich auf den langen Weg per Eisenbahn nach Montana machen.
Das Auge des Gesetzes
Teonnas (Aminah Nieves, „Blueberry“) Vater Runs His Horse (Michael Spears, „Into the West: In den Westen“) trifft auf die Cowboys des Ranchgebietes, auf dem sich die kleine Gruppe versteckt. Diese erweisen sich als freundlich und engagieren die Indigenen gar als Helfer für ihren bevorstehenden Viehtrieb.
Pater Renaud (Sebastian Roche, The Man in the High Castle) und Marshal Kent (Jamie McShane, Bloodline) haben durchgesetzt, dass Teonna steckbrieflich gesucht wird und erreichen Texas. Marshal Mamie Fossett (Jennifer Carpenter, Dexter) hingegen wurde von den Indigenen wegen des Mordes an ihren Leuten durch Kent im Beisein des Kirchenmannes verständigt. Sie beginnt daran zu zweifeln, das Richtige getan zu haben.
Vom Regen in die Traufe
Als Jacob und seine Leute schließlich nach Hause kommen, treffen sie den Arzt noch an, der Zane untersucht. Die gestellte Diagnose ist gleichermaßen folgenschwer wie gefährlich und mit großen Belastungen für die Familie verbunden. Elizabeth hingegen, die unter den Augen ihres Verlobten Jack ihre nächste Injektion erhält, eröffnet diesem, dass sie Yellowstone verlassen will und verlangt von ihm, mit ihr zu gehen.
Tödliche Geschäfte
Spencer (Brandon Sklenar, Westworld) und Luca (Andy Dispensa, The Chosen) kommen an eine von bewaffneten Polizisten errichtete Straßensperre. Während Spencer den Schnapstransport von Lucas Cousin Sal aufgeben will, hält der junge Mann daran fest. Die Folge ist tragisch.

Die Feinde ruhen vor dem Sturm
Todfeind Whitfield (Timothy Dalton) und seine rechte Hand Creighton (Jerome Flynn) bekommen wir in Wrap Thee in Terror nicht zu sehen. Vermutlich stecken sie gerade in den Planungen für ihre nächsten Schurkereien. Stattdessen geht es um die schwierigen und gefahrvollen Wege der einzelnen Duttons zurück nach Hause.
Menschen zweiter Klasse
Besonders eindringlich gerät dabei die Schilderung der schwierigen Einreise von Spencers schwangerer Ehefrau Alexandra (Julia Schlaepfer). Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten tut alles andere, als die englische Adlige mit offenen Armen willkommen zu heißen. Stattdessen muss sie die bittere Armut und große Not ihrer Mitreisenden aus aller Welt am eigenen Leib erfahren. Und wird zur Zeugin, wie manche von ihnen zu Verzweiflungstaten getrieben werden. Hierbei findet eine weitere Demontage eines bedeutenden Aspektes des berühmten amerikanischen Traums statt. Dieser dürfte für viele Einwanderer weit eher in den sicheren Untergang als zum Millionärsdasein geführt haben.
Die Szenen auf Ellis Island (in denen man sich stilistisch zeitweise ein wenig an den Anfang von „Der Pate: Teil II“ erinnert fühlt) sind schwer verdauliches, weil ungemein eindringliches Streaming-TV fernab aller Romantik. Und erneut ausgezeichnet gespieltes noch dazu. Einzig ihre Redegewandtheit, die Alex auch in ihrer dunkelsten Stunde bleibt, verhilft ihr dazu, nicht sofort wieder ausgewiesen zu werden. Dank guter Menschen, die es zu allen Zeiten ebenfalls gab und gibt, kann sie schließlich die Suche nach ihrem Mann fortsetzen.
Das dunkle Zeitalter der Medizin
Kein Stück erfreulicher geht es auf Yellowstone weiter. Dort stellt der Arzt beim misshandelten Zane (Brian Geraghty) eine Einblutung in den Schädel als Ursache für seine Beschwerden fest. Zartbesaiteten Gemütern dürfte es angesichts der in Aussicht gestellten einzigen (und extrem brachialen!) Behandlungsmöglichkeit schon jetzt gehörig vor der Folge der nächsten Woche grausen. Erschwerend hinzu kommt dabei die Erkenntnis, dass die Geschichte (so, wie es beim Einwanderungsprozedere im anderen Handlungsstrang der Fall ist) zwar erfunden sein mag, die Hintergründe sind es jedoch definitiv nicht.
Geschichtsstunde, Runde zwei
Ähnlich wie Salvatore Maceo aus der letzten Folge ist auch die von Jennifer Carpenter gespielte Marshal Mamie Fossett zumindest nicht voll und ganz Erfindung von Drehbuch-Autor Taylor Sheridan. Mary Francis, genannt Mamie Fossett war einer der ersten weiblichen Marshals in Oklahoma. Allerdings wirkte sie bereits in den 1890er Jahren und somit um die dreißig Jahre vor ihrem Serienvorbild. Dennoch hat man der starken Frau durch die an sie angelehnte Figur ein Denkmal gesetzt.
Fazit
„1923“ bleibt unbeirrbar auf Kurs als bisher düsterste Inkarnation von Taylor Sheridans Yellowstone-verse. Längst schon keine rein auf den Familienbesitz der Duttons beschränkte Geschichte mehr legt sich die Dramaserie tatsächlich merklich ins Zeug, die Umstände im Amerika der Zeit vor der Weltwirtschaftskrise zu zeigen. Und das in ungeheuer unter die Haut gehender Art und Weise, wovon auch Folge drei der zweiten Staffel zeugt. Dass Helen Mirren und Harrison Ford dabei dieses Mal eher Gaststarstatus einnehmen, erweist sich übrigens nicht wirklich als nachteilig. Bisher hatten die beiden in jeder Folge ihre Szene, wobei auch diese keine Ausnahme bildet.
Für den weiteren rauen Ausflug ins Amerika der ganz und gar nicht Goldenen Zwanziger gibt es - wie bei den beiden vorherigen Folgen - auch diesmal wieder vier von fünf monströsen Bauchspritzen.
Verfasser: Thorsten Walch am Montag, 10. März 2025(1923 2x03)
Schauspieler in der Episode 1923 2x03
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