1923 2x02

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Das Yellowstone-Prequel 1923 verschiebt in der zweiten Episode von Staffel zwei den Schurkenfokus auf eine Naturgewalt. Der Titel der neuen Folge lautet im Original: The Rapist Is Winter (oder auf Deutsch: „Winter der Gewalt“). Als Debütantin ist dabei auch die Dexter-Veteranin Jennifer Carpenter zu sehen. Doch gehen wir der Reihe nach...
Geschäftsideen
Zusammen mit seinem zunehmend zweifelnden Vasallen Banner Creighton (Jerome Flynn, Ripper Street) unternimmt Whitfield (Timothy Dalton, Penny Dreadful) eine Fahrt durch die schneebedeckte Landschaft. Norwegische Skifahrer bringen ihn dabei auf einen möglicherweise hochprofitablen Gedanken.
Recht und Gerechtigkeit
In Bozeman treten Jacob (Harrison Ford, „Indiana Jones-Filmreihe“) und Sheriff McDowell (Robert Patrick, Reacher) wegen Vormann Zanes Verstoßes gegen das Rassentrennungsgesetz vor den Richter. Es ist ihr alter Bekannter Roy Garrett (Patrick Burch, „On Swift Horses“).
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Anfangs ist Garrett nur unter unerfüllbaren Bedingungen bereit, die Familie freizulassen. Als Jacob ihn jedoch des illegalen Alkoholbesitzes überführt, erklärt er sich einverstanden, Zane (Brian Geraghty, Big Sky), seine Frau Alice (Joy Osmanski, Stargirl) und deren Kinder in die Obhut der Duttons zu überstellen. Wie sich später herausstellt, wurde der beim Kampf um seine Familie schwer verletzte Zane im Krankenhaus nicht behandelt.
Natur als Feind
Auf Yellowstone haben Cara (Helen Mirren, „White Bird“) und Elizabeth (Michelle Randolph, Landman) weiterhin mit dem Winter und seinen Auswirkungen zu kämpfen. Die junge Frau wird im Hühnerstall von einem eingedrungenen Wolf angegriffen und gebissen. In letzter Sekunde kann Cowboy Spade (der vorwiegend als Stuntmann bekannte Cooper Taylor) sie retten und vertreibt den Wolf lediglich. Cara befürchtet, das Tier könnte tollwütig sein.
Jäger und Gejagte
Teonna (Aminah Nieves, „Blueberry“) und Pete (Jeremy Gauna, American Primeval) wähnen sich nach der Begegnung mit einem freundlichen Cowboy auf dem Ranchgelände in Texas in Sicherheit. Teonnas Vater Runs His Horse (Michael Spears, „Into the West: In den Westen“) jedoch traut der Sache nicht und will den Rancher aufsuchen.
Pater Renaud (Sebastian Roche, The Man in the High Castle), Marshal Kent (Jamie McShane, Bloodline) und dessen Deputy setzen ihre Suche in Oklahoma fort. Zu ihrer Überraschung ist der dortige Marshal eine Frau. Mamie Fossett (Jennifer Carpenter, Dexter) erklärt sich zur Mithilfe bei der Fahndung nach Teonna bereit, nachdem sie ihre Position deutlich gemacht hat.
Zurück in Amerika
Spencer (Brandon Sklenar, Westworld) und sein neuer junger Freund Luca (Andy Dispensa, The Chosen) haben inzwischen Galveston erreicht. Hier lernt Spencer Lucas Cousin Salvatore, genannt Sal Maceo (Gilles Marini, Devious Maids) kennen, der die örtlichen Geschäfte kontrolliert.
Nach ein paar schlagkräftig aufgeklärten Missverständnissen will der familienbewusste Sal Spencer dabei helfen, nach Hause zu kommen.

Drama zu Land und auf hoher See
Schließlich überschlagen sich die Ereignisse. Jacob und seine Leute geraten auf dem Rückweg zur Ranch in einen schweren Schneesturm, Spencers Frau Alexandra (Julia Schlaepfer, The Politician) droht auf ihrer Reise in Seenot zu geraten und die Tollwut-Impfung Elizabeths gestaltet sich auf Yellowstone problematisch. Zu allem Übel hat sich der von Spade verschonte Wolf keineswegs von der Ranch zurückgezogen.
Aus allen Richtungen
Dass 1923 zweifellos die düsterste Inkarnation von Taylor Sheridans Serienuniversum um „Yellowstone“ ist, steht freilich nicht erst seit der aktuellen Folge fest. Doch kommt es diesmal so richtig faustdick für alle Beteiligten.
Die Szenen mit Richter Garrett, der selbstgefällig die Ehe zwischen Zane und seiner japanisch-stämmigen Ehefrau verurteilt, aber selbst mit einer Angehörigen des indigenen Stammes der Crow verheiratet ist, sind eine Anklage der immensen Doppelbödigkeit.
Dass der Richter zudem dem in der Prohibitionszeit verbotenen Alkohol frönt, hievt den knallharten Patriarchen der Duttons allerdings in eine weit überlegene Verhandlungsposition. Auch die Tatsache, dass niemand Zanes Verletzungen behandelte, zeichnet ein düsteres Bild des Amerika damaliger Zeit.
Und auf Yellowstone muss Jacobs Frau Cara nach dem Vorfall mit dem Puma in der vergangenen Folge schmerzlich erfahren, dass im ewigen Kreislauf des Fressens und Gefressen-Werdens in der Natur kein Platz für Gnade ist. Nicht für Menschen und nicht für wilde Tiere.
Gefangene der Kälte
So endet die Folge mit Cliffhangern auf gleich mehreren Ebenen, zumal Jacob Dutton und sein kleiner Trupp auf dem Heimweg von Bozeman mitten im Höhepunkt des erwarteten Schneesturms feststecken.
All das zeigt The Rapist Is Winter in ähnlich rauen Bildern wie bereits die Auftaktfolge der zweiten Staffel in der vergangenen Woche. Die Schönheit des winterlichen Montana vergeht allzu rasch angesichts der zahlreichen Gefahren, die sowohl die Natur als auch die Machenschaften der Menschen mit sich bringen.

Geschichtsstunde
Der ältere Cousin des von Spencer geretteten Luca, Sal Maceo (gespielt vom Franzosen Gilles Marini) geht auf eine tatsächliche Person zurück. Salvatore Maceo, im Gegensatz zur Serienfigur allerdings mit dem Spitznamen Sam, war in der Prohibitionszeit der 20er- und 30er-Jahre und darüber hinaus eine schillernde Figur im Bereich des organisierten Verbrechens im texanischen Galveston. Dabei stand er der nach ihm benannten Organisation vor. In der Folge der Woche von „1923“ wird Maceo als zwar harter, aber auch verständiger örtlicher Boss gezeigt, dem Familie über alles geht.
Fazit
„1923“ liefert auch in der zweiten Folge der zweiten Staffel und hält, was die Serie verspricht. Dabei ist das Spannungsmoment mit einem gehörigen Schuss Gesellschaftskritik gewürzt, der das oft gezeichnete verklärte Bild der „guten alten Zeit“ ganz gewaltig demontiert. Von der bis in die kleinsten Nebenrollen erstklassigen Besetzung braucht man mittlerweile gar nicht mehr explizit zu schwärmen. Diesmal stechen insbesondere Gilles Marini sowie der in der nur kleinen, aber einprägsamen Rolle von Maceos Gorilla Angelo agierende Derek Russo hervor.
Spannend, vielschichtig und mitreißend trotz kaum vordergründiger Action - nach diesem Rezept bietet „1923“ bisher auch in seiner zweiten Staffel gelungene Unterhaltung. Von uns erneut vier von fünf illegalen Drinks.
Verfasser: Thorsten Walch am Montag, 3. März 2025(1923 2x02)
Schauspieler in der Episode 1923 2x02
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