1923 2x01

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Mörderischer Winter
Die Bewohner von Yellowstone unter Patriarch Jacob (Harrison Ford, im Kino aktuell in „Captain America: Brave New World“) und seiner Frau Cara (Helen Mirren, „White Bird“) sind dem rauen Winter ausgesetzt, durch den auch Pumas der Ranch gefährlich nahekommen. Nachdem sie bis auf einen kleinen Bestand ihre Rinder verkaufen mussten, versuchen sie sich unter anderem durch die Jagd über Wasser zu halten. Jacob reitet nach Bozeman, um beim Prozess wegen des Verstoßes gegen das Rassentrennungsgesetz seines Vormanns Zane auszusagen.
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Das Böse schläft nie
Derweil reiben sich Donald Whitfield (Timothy Dalton, Penny Dreadful), der noch immer zwei Prostituierte als Sklavinnen auf seinem Anwesen hält, und seine rechte Hand Banner Creighton (Jerome Flynn, Ripper Street) siegessicher die Hände.
Der lange Weg nach Hause
Spencer (Brandon Sklenar, Westworld) hingegen schuftet unter unmenschlichen Bedingungen als Heizer auf einem Dampfschiff, um nach Galveston zu gelangen. Dabei freundet er sich mit dem jungen Italiener Luca (Andy Dispensa, The Chosen) an. Als er beobachtet, dass Luca regelmäßig von einem brutalen Arbeiter vergewaltigt wird, schlägt er den Kerl nieder, der anschließend von der Mannschaft des Schiffes erschossen wird.
Auf der Flucht
Pater Renaud (Sebastian Roche, The Man in the High Castle) verfolgt weiterhin zusammen mit den Marshals Teonna Rainwater (Aminah Nieves, „Blueberry“). Diese befindet sich mit ihrem Vater Runs His Horse (Michael Spears, „Into the West: In den Westen“) und dem jungen Pete (Jeremy Gauna übernimmt für den 2024 verstorbenen Cole Brings Plenty) auf der Flucht. Bei der Suche gehen die beiden Gesetzeshüter mit einer derart grausamen Härte vor, dass selbst Renaud dazwischengeht. Teonna und ihre Gefährten haben jedoch einen vorerst sicheren Zufluchtsort auf dem Land einer texanischen Ranch gefunden.
Im goldenen Käfig
Spencers Frau Alexandra (Julia Schlaepfer, The Politician) hat nach ihrer erzwungenen Rückkehr nach England keine Ahnung, wo sich ihr Mann befindet. Nachforschungen werden von ihrer Familie verboten. Sie kann ihre beste Freundin Jennifer (Jo Ellen Pellman, „The Prom“) dazu überreden, Schmuck zu verkaufen, um heimlich auf die Suche nach Spencer zu gehen.
Schicksalspfade
Nachdem Spencer Luca vom Selbstmord abgehalten hat, lässt er sich dazu überreden, an Bord des Schiffes an wüsten Schaukämpfen teilzunehmen. Dadurch bekommt er bald das Geld für eine Passage nach Hause zusammen.
Während Jacob sich in Bozeman auf den Prozess vorbereitet, muss Cara auf Yellowstone derweil einen hungrigen Puma erschießen, der Ziehtochter Elizabeth (Michelle Randolph, Landman) angreifen wollte.
Gemächlicher Anfang

The Killing Season lässt sich Zeit mit dem Weitererzählen der Gesamthandlung von 1923. Im Vordergrund steht die umfassende Schilderung des weiteren Ergehens der Hauptfiguren des Prequels, das nach Ende der Hauptserie die Franchise-Fahne für den Moment allein tragen muss. Die guten wie bösen Hauptfiguren wie Helen Mirren, Harrison Ford und Timothy Dalton sind jeweils in nur relativ wenigen, dafür jedoch überaus charakteristischen Szenen zu sehen. Zum Ende hin darf insbesondere Helen Mirren ein weiteres Mal unter Beweis stellen, dass die von ihr gespielte Cara alles andere als eine biedere, in die Jahre gekommene Ranchergattin ist.
Doch obwohl das Ganze entsprechend getragen daherkommt und mit ebenso eindrucksvollen wie deprimierenden Bildern der Winterstimmung in Montana beginnt, kommt keine Langeweile auf.
Mühevolles Wiedersehen
Einen der größten Anteile an der Geschichte bildet die Schilderung des weiteren Schicksals von Dutton-Neffe Spencer. Dieser gerät auf einem Ozeandampfer, auf dem er sich als Kohlenschaufler verdingt, in eine böse Angelegenheit hinein, die ihm jedoch einen neuen Buddy beschert. Der junge Luca, der trotz seiner schlimmen Erfahrungen an Bord seine Pfiffigkeit nicht eingebüßt hat, dürfte gespielt von Andy Dispensa der Serie vermutlich noch eine Weile erhalten bleiben, um einen Gegenpol zum taffen Kriegsveteranen zu bilden.
Bad Guys
Auch wenn sie jeweils nur wenig Screentime haben, unterstreicht der Auftakt zur zweiten Staffel der Serie „1923“ sowohl die Gefährlichkeit als auch die Monstrosität der beiden Gegenspieler, Unternehmer Whitfield und dem ehemaligen Schäfer Creighton. Und man kann sich anhand ihrer wenigen Szenen unschwer denken, dass für die Duttons das Schlimmste erst noch kommt.
Ersterer erinnert mit seinen Untaten zunehmend an römische Despoten wie Caligula (ob ein absichtliches oder unabsichtliches Zugeständnis an seinen klassisch ausgebildeten Darsteller Timothy Dalton bleibt offen). Bei zweitem wird nicht erst hier deutlich, dass der Großteil seiner Taten auf ein jahrzehntelanges Leben in Armut zurückzuführen ist. Sympathischer macht ihn uns das indes nicht.
Und dass Rancher Jacob nicht wie versprochen am nächsten Tag wieder von seinem Gerichtstermin in Bozeman zu Hause sein wird, liegt bei alledem als Drohung in der Luft.
Junge Liebe
Erfreuen können sich romantische Gemüter jedoch an der mittlerweile gefestigten Beziehung der misshandelten Teonna und dem jungen Pete, den nun der aus American Primeval bekannte Jeremy Gauna spielt. Originaldarsteller Cole Brings Plenty, übrigens der Neffe von Mo Brings Plenty aus der Hauptserie, kam im vergangenen Frühjahr unter nicht näher bekannten Umständen ums Leben.
So sehr wir Teonna (deren Verbindung mit der Yellowstone-Ranch nach wie vor nicht aufgedeckt ist) ihr Glück gönnen, so verstörend wirken doch ihre vielen Narben, die wir in der Liebesszene sehen. Fans der Hauptserie (mehr wollen wir hierzu für Zuschauer, die diese und ihre Charaktere nicht kennen, nicht sagen) können sich allerdings denken, dass die junge Frau dem rachsüchtigen Priester Renaud nicht zum Opfer fallen wird.
Fazit
Ein trotz einiger harter Szenen eher ruhiger Staffel-Auftakt, der ebenso das Finale der ersten Staffel nachbereitet wie in die kommende zweite einzuführen und dabei hier und da ein wenig überladen wirkt. Andererseits bleibt den Serienmachern um Taylor Sheridan auch nicht allzu viel Zeit, die bereits zweite Vorgeschichte zu Yellowstone zu Ende zu erzählen, da auch Season zwei auf acht Folgen festgelegt ist.
Für den Staffelauftakt im mäßigen Schritttempo gibt es von uns für den Anfang vier von fünf Pumatatzen.
Verfasser: Thorsten Walch am Montag, 24. Februar 20251923 2x01 Trailer
(1923 2x01)
Schauspieler in der Episode 1923 2x01
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