1923 1x08

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„Nichts mehr zu verlieren“ ist der Titel der achten und letzten Folge des „Yellowstone“-Prequels „1923“ bei Paramount+, in der sich die Ereignisse überschlagen: Sowohl die Duttons als auch die flüchtige Teonna sowie Neffe Spencer und Frau geraten an ihre äußeren Grenzen.

Szenenfoto aus der Episode „Nichts mehr zu verlieren“ der Serie „1923“
Szenenfoto aus der Episode „Nichts mehr zu verlieren“ der Serie „1923“
© Paramount+

Das passiert in der Episode Nichts mehr zu verlieren der US-Serie 1923: Die staatlichen Ermittler zwingen Pater Renaud (Sebastian Roche, The Man in the High Castle) dazu, sich ihrer Suche nach der flüchtigen Teonna Rainwater (Aminah Nieves, „Blueberry“) anzuschließen.

Diese wird von ihrem Vater Runs His Horse (Michael Spears, „Into the West: In den Westen“) und Pete (Newcomer Cole Brings Plenty) gefunden und gemeinsam begeben sie sich auf die Flucht in ein befreundetes Reservat. Dabei kommen Teonna und Pete sich näher.

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In Bozeman werden Jacob Dutton (Harrison Ford, „Indiana Jones“) und Sheriff McDowell (Robert Patrick, The Night Agent) zu der Verhandlung gegen Banner Creighton (Jerome Flynn, Ripper Street) geladen. Dem von Donald Whitfield engagierten Anwalt gelingt es während der Verhandlung, Creighton während des Prozesses bis zur Urteilsverkündung aus dem Gefängnis herauszuholen. Noch im Gerichtssaal schwört Creighton den Duttons tödliche Rache.

Spencer (Brandon Sklenar, Westworld) und seine Frau Alexandra (Julia Schlaepfer, „Über mir der Himmel“) sind derweil an Bord des britischen Passagierschiffes Majestic gegangen, das sie nach London bringen soll, von wo aus sie nach Amerika weiterreisen wollen. Hier kommt es zu einer folgenschweren Begegnung: Unter den anderen Passagieren sind auch Arthur, Earl of Sussex (Bruce Davison, Ozark) und sein Sohn Arthur jr. (Rafe Soule, „Goodbye Honey“), den Alexandra für Spencer verlassen hat sowie ihre alte Freundin Jennifer (Jo Ellen Pellman, „The Prom“).

Die beiden ziehen sich in ihre Kabine zurück. Während sich Donald Whitfield (Timothy Dalton, Penny Dreadful) weiterhin an sadistischen Quälereien zweier Prostituierter ergötzt, erklärt er dem wutschäumenden Creighton seine weiteren Pläne bezüglich der Duttons.

Diese stecken in ernsten Schwierigkeiten: So erhält Jacob in der Stadt einen dringend benötigten Bankkredit nicht, von dem er zusätzliches Heu im früh eingebrochenen Winter für sein Vieh kaufen wollte. Während dieser Zeit besucht Cowboy Zane Davis (Brian Geraghty, Big Sky) seine asiatisch-stämmige Partnerin Alice (Joy Osmanski, Stargirl) und seine beiden Kinder. Die Familie wird von einem Schergen Whitfields beobachtet.

Auf der Majestic haben sich Spencer und Alexandra dazu entschlossen, sich nicht länger zu verstecken und öffentlich als Ehepaar aufzutreten. Dabei kommt es zur offenen Konfrontation mit Arthur, der Spencer nach einem ersten Kampf zum Duell mit dem Schwert an Deck des Schiffes herausfordert. Arthur verliert dieses Duell jedoch haushoch gegen seinen kampferfahreneren Gegner und versucht anschließend, Spencer zu erschießen. Dieser wirft Arthur in Notwehr von Bord des Schiffes und er kann nicht gerettet werden. Da vermeintlich niemand die Schusswaffe bemerkt hat, landet Spencer in der Arrestzelle, während Alexandra in ihrer Kabine eingesperrt wird.

Elizabeth (Michelle Randolph, „The Throwback“) verliert auf Yellowstone das Kind, das sie von Jack (Darren Mann, Chilling Adventures of Sabrina) erwartet. Ein schwerer Schlag auch für Cara (Helen Mirren, „Shazam! Fury of the Gods“), die sich zudem wegen der stagnierenden Gesundheit des alternden Jacob sorgt.

Whitfields Machenschaften zeigen derweil furchtbare Folgen: Alice wird wegen Verstoßes gegen das gesetzliche Verbot der Rassenmischung verhaftet, Zane wird zusammengeschlagen.

Dann taucht Whitfield mit seinen Leuten auf Yellowstone auf, wo es beinahe zur Schießerei kommt. Whitfield eröffnet Jacob, dass er eine fällige Steuerschuld für ihn beglichen hat und die Ranch ihm gehört, wenn sie nicht fristgerecht zurückgezahlt werden kann.

Auf der Majestic kann Jennifer zwar bestätigen, dass Arthur bewaffnet war, doch durch den Einfluss seines Vaters wird Spencer vom Schiff verwiesen, während Alexandra zurückbleibt.

Der ganz große Knall

Szenenfoto aus der Episode „Nichts mehr zu verlieren“ der Serie „1923“
Szenenfoto aus der Episode „Nichts mehr zu verlieren“ der Serie „1923“ - © Paramount+

Die sich bereits in den letzten Folgen abzeichnende Endschlacht in der letzten Episode der ersten Staffel von 1923 gerät anders, als es der Zuschauer erwartet hatte: Ein Feuergefecht mit rauchenden Colts konnte verhindert werden, dafür sind die Auswirkungen mindestens ebenso schwerwiegend. Das Staffelfinale etwa als furios zu bezeichnen würde der eher subtilen Erzählweise nicht gerecht.

Hand aufs Herz: Wer die Hauptserie Yellowstone kennt, der weiß selbstverständlich bereits, dass die Duttons ihre Ranch nicht an den diabolischen Donald Whitfield verlieren werden, jedenfalls nicht dauerhaft. Manchmal jedoch ist das Wie bedeutend spannender als das Ob.

Natürlich erinnert das Ganze zwangsläufig an die seligen Zeiten von Dallas (2012), als die Frage danach, wer auf J. R. geschossen hat das bestimmende Thema eines ganzen Sommers wurde. Allerdings ist „1923“ in puncto Dramatik und auch Niveau selbstverständlich ein völlig anderes Kaliber.

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Bitteres Anti-Rassismus-Drama

Nicht allein, aber unter anderem auch deshalb, weil man im zweiten Prequel zu „Yellowstone“ große Gewichtung auf die Rassismus-Thematik legt. In erster Linie natürlich in puncto der Unterdrückung der amerikanischen Indigenen (wobei der Handlungsstrang um Teonna Rainwater erwartungsgemäß nicht abgeschlossen wurde, sondern sich in die kommende zweite Staffel fortsetzt). Doch auch das gesetzliche Verbot der Rassenmischung wird in der Abschlussfolge von Staffel Eins in dramatischer Weise behandelt und bleibt eindringlich im Gedächtnis. Die Vorstellung, dass es sich auch dabei keineswegs um eine unrealistische Schilderung handelt, liegt außerordentlich schwer im Magen.

Aussichtsloses Ende

Ähnlich melodramatisch gestaltet sich der Abschluss des Handlungsstrangs um den ausgewanderten Dutton-Neffen Spencer und seine britische Ehefrau Alexandra. Hatte man ihren ersten Verlobten Arthur bereits so gut wie vergessen, tritt dieser als rachsüchtiger verschmähter Beinahe-Ehemann wieder in Erscheinung und bringt durch seine für ihn selbst letztlich fatalen Handlungen die beiden Liebenden zumindest räumlich auseinander.

Jacob Dutton hingegen muss neben dem Kampf um seine Ranch auch mit dem fortschreitenden Nachlassen seiner Fähigkeiten aus Altersgründen fertig werden: In einer Szene erwähnt der Patriarch, dass er bereits 78 Jahre alt sei, was in etwa dem Alter seines Darstellers Harrison Ford während der Dreharbeiten entspricht.

Hier tritt Serienmacher Taylor Sheridan erneut gleichermaßen mutig und ehrlich in Bezug auf den anhaltenden allgemeinen Jugendwahn auf: Auch Dwight Manfredi (Sylvester Stallone) aus seiner Serie Tulsa King bekennt dort freimütig, 75 Jahre alt wie sein Darsteller zu sein. Jedenfalls lässt das Staffelfinale von „1923“ den Zuschauer ebenso in der Luft hängen wie die Riege der Hauptfiguren aus den unterschiedlichen Handlungssträngen.

Wann geht es weiter?

Diese Frage ist derzeit wegen des Autoren-Streiks in den USA noch nicht zu beantworten. Allerfrühestens 2024 könnte es so weit sein. Übrigens ist es sehr gut möglich, dass sich der Serientitel in der zweiten Staffel auf 1924 ändern wird: Das Staffelfinale spielt im November des titelgebenden Jahres.

Ganz, ganz großes Streaming-TV-Kino

Am Urteil über die Staffel eins der Serie „1923“ ändert sich indes auch durch das Finale nichts: Episches Breitwand-Streaming-Fernsehen vom Allerfeinsten mit durchgehend exzellenten Darstellern bis in die kleinsten Nebenrollen, wie wir es selbst in den heutigen Zeiten in puncto Machart und Dramatik nur selten zu sehen bekommen. Volle Punktzahl am Ende für die Duttons: fünf Sterne.

Verfasser: Thorsten Walch am Montag, 10. Juli 2023
Episode
Staffel 1, Episode 8
(1923 1x08)
Deutscher Titel der Episode
Nichts mehr zu verlieren
Titel der Episode im Original
Nothing Left to Lose
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 26. Februar 2023 (Paramount+)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Samstag, 8. Juli 2023
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Samstag, 8. Juli 2023
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Samstag, 8. Juli 2023
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Samstag, 8. Juli 2023
Autor
Taylor Sheridan
Regisseur
Ben Richardson

Schauspieler in der Episode 1923 1x08

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