1923 1x03

1923 1x03

Jacob und die Dutton-Sippe feiern in Bozeman ihren Pyrrhussieg über die verfeindeten Schäfer, während sich Spencer Dutton und seine neue Flamme Alexandra in Afrika näherkommen. Sie alle geraten dabei jeweils in mörderische Gefahrensituationen...

Szenenfoto aus der Episode „Der Krieg ist zuhause angekommen“ der Serie „1923“
Szenenfoto aus der Episode „Der Krieg ist zuhause angekommen“ der Serie „1923“
© Paramount+

Jacob Dutton (Harrison Ford, „Indiana Jones“) und seine Leute kommen aus den Bergen zurück, vor allem zur Freude von Ranchertochter Elizabeth (Michelle Randolph, „The Throwback“), die die Rückkehr ihres Verlobten Jack (Darren Mann, Chilling Adventures of Sabrina) sehnlich erwartet hat.

Die Dutton-Sippe, bestehend aus Jacob, Cara (Helen Mirren, „Shazam! Fury of the Gods“), Emma (Marley Shelton, „Scream 5“), John (James Badge Dale, „The Empty Man“) sowie Elizabeth und Jack reist anschließend in Begleitung der Cowboys von Yellowstone nach Bozeman, um zum einen die Konfrontation mit den Schäfern Sheriff McDowell (Robert Patrick, The Night Agent) zu melden und andererseits, um die an und für sich barbarische Tat zu begießen. Sie bemerken nicht, dass sie dabei von einem der überlebenden Schäfer beobachtet werden.

In Afrika führen Spencer Dutton (Brandon Sklenar, Westworld) und die emanzipierte Alexandra (Julia Schlaepfer, „Über mir der Himmel“) eine stürmische Beziehung. Als Spencer Alexandra einen bemerkenswerten Fund zeigen will, den er gemacht hat, werden die beiden von einem wütenden Elefanten angegriffen und finden sich auf dem Präsentierteller von Löwen- und Hyänenrudeln wieder.

Jetzt das Angebot von Paramount+ entdecken

In Bozeman verleben die Duttons derweil eine entspannte Zeit. Nach dem Besuch eines Speakeasy (einer Kneipe mit dem seinerzeit illegalen Alkoholausschank) erleben Jack und Elizabeth ihre erste stürmische Liebesnacht. In Afrika werden derweil Spencer und Alexandra im Moment höchster Bedrängnis von einer Expedition gerettet.

Als sich die Dutton-Sippe nach einer entspannten Zeit in Bozeman zurück zur heimatlichen Yellowstone-Ranch aufmacht, geraten sie in einen bösen Hinterhalt der überlebenden Schäfer unter Führung des von Rachegelüsten zerfressenen Banner Creighton (Jerome Flynn, Ripper Street).

In einem heftigen Feuergefecht wird Jacobs ältester Neffe John getötet, die junge Elizabeth angeschossen und Jacob selbst erleidet lebensgefährliche Verletzungen. Während der Patriarch mit dem Tod ringt, schreibt Cara einen Brief an Spencer in Afrika und bittet ihn darum, nach Hause zurückzukehren.

Ambivalente Charaktere

Auch in seiner dritten Folge von 1923 bei Paramount+ zeichnet sich das neueste Spin-off von Taylor Sheridans Franchise-Universum von Yellowstone durch die ungemein ambivalente Charakterzeichnung aus. Harrison Ford als Jacob Dutton zeigt auch in Gegenwart des Sheriffs, der allerdings ein alter Freund von ihm ist, keinerlei Reue für die von ihm verübte Selbstjustiz an den auf sein Land eindringenden Schäfern. Im Gegenteil verteidigt er den eigentlichen Lynchmord als sein gutes Recht, was die rauen Zeiten während der Handlungsepoche verdeutlicht.

Ähnlich wie bei der ebenfalls von Sheridan konzipierten Serie Tulsa King, in der Sylvester Stallone als Mafia-Capo Manfredi zu sehen ist, gelingt es den Machern dabei, den unnachgiebigen Patriarchen bei alledem nicht (allein) als finsteren Bösewicht darzustellen.

Stattdessen erlebt der Zuschauer den alten Dutton als ein Relikt aus der gerade erst zu Ende gegangenen Zeit des Wilden Westens in Montana und verleihen ihm bei aller Zwiespältigkeit auch durchaus anziehende und sympathische Züge. Derartige Ambivalenz zieht sich wie ein roter Faden durch die Serien des neuen Starmachers Sheridan sowohl inner- als auch außerhalb der Streaming-TV-Welten von Yellowstone.

Gleiches gilt für Jacobs Ehefrau Cara (Helen Mirren), die gegen Ende der Folge fast schon Rambo-mäßige Züge bei der Jagd auf einen der überlebenden Angreifer zeigt, wo man sie kurz vorher noch in einer anrührenden alterszärtlichen morgendlichen Liebesszene mit ihrem Serienpartner sah. Die zwar raue, aber dennoch herzliche Ranchersfrau ist aus ganz ähnlichem Holz geschnitzt wie ihr Gemahl. Zur Glaubwürdigkeit dieser beiden extremen Charaktere trägt in hohem Maß natürlich ihre ausgezeichnete Besetzung bei. Es ist fraglich, ob es weniger routinierten Darstellern als Helen Mirren und Harrison Ford im gleichen Maß gelungen wäre, derlei mehrdimensional angelegte Figuren in ähnlicher Weise zum Leben zu erwecken.

Das Glück wohnt in Afrika

Neffe und Adoptivsohn Spencer (Brendan Sklenar) und seine neu gewonnene Liebe Alexandra (Julia Schlaepfer), die durch turbulente Umstände zueinander gefunden haben, genießen derweil die Schönheit des Schwarzen Kontinents und erfahren gleichzeitig auch dessen Gefahren. Das Ende der aktuellen Episode deutet hingegen an, dass sich die Zeit des kriegstraumatisierten Ranchersprosses dort dem Ende zuneigt. Ob ihm die aufmüpfige ehemalige Society-Dame zurück nach Hause folgen wird, erweist sich in den nächsten Episoden.

Die Geschichte der in einem unmenschlichen Klosterinternat gepeinigten Indigenen Teonna (Aminah Nieves, „Blueberry“) und die verzweifelte Suche ihrer Großmutter nach ihr pausiert hingegen in Folge drei von 1923, doch sei an dieser Stelle verraten, dass sie zugegeben nicht sonderlich überraschend eine dramatische Wendung nehmen wird.

Szenenfoto aus der Episode „Der Krieg ist zuhause angekommen“ der Serie „1923“
Szenenfoto aus der Episode „Der Krieg ist zuhause angekommen“ der Serie „1923“ - © Paramount+

Cliffhanger

Das Ende der Episode hingegen präsentiert einen bitteren Cliffhanger: Jacob Dutton liegt, von Schäfer Creightons Leuten zusammengeschossen, zu Hause auf Yellowstone und Cara schreibt einen Brief an Spencer in Afrika, da das Leben seines Onkels ernstlich auf dem Spiel steht. Wer entsprechende Spoiler auf das weitere Geschehen in „1923“ bisher gemieden hat, für den ist eine spannende Woche angebrochen, ehe der kommende Samstag dann (hoffentlich?) die Auflösung präsentieren wird. Nur so viel sei dazu gesagt: Es bleibt spannend in der zweiten Prequel-Serie!

Familiengeschichte ganz anderer Art

Statt die Spannung nun zu mindern, werfen wir lieber in anderer Weise einen Blick auf die weitere Serienhandlung. Ab der nächsten Folge gibt es ein Wiedersehen mit einem anderen bekannten Kinogesicht aus den 80er-Jahren: Der zweimalige Darsteller von „James Bond 007“, Timothy Dalton stößt als unbarmherziger Geschäftsmann Donald Whitfield zu den Geschehnissen hinzu und wird zu einem der erbittertsten Kontrahenten der Duttons.

Obwohl man dies sicherlich keinem Fan des Franchise-Universums von Yellowstone zu sagen braucht: Es lohnt sich, bei diesem modernen Streaming-TV-Klassiker bis zum Schluss dabeizubleiben. Auch diesmal sind vier Kugeln aus heiß geschossenen Colts drin!

Jetzt das Angebot von Paramount+ entdecken

Verfasser: Thorsten Walch am Montag, 5. Juni 2023
Episode
Staffel 1, Episode 3
(1923 1x03)
Deutscher Titel der Episode
Der Krieg ist zuhause angekommen
Titel der Episode im Original
The War Has Come Home
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 1. Januar 2023 (Paramount+)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Samstag, 3. Juni 2023
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Samstag, 3. Juni 2023
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Samstag, 3. Juni 2023
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Samstag, 3. Juni 2023
Autor
Taylor Sheridan
Regisseur
Ben Richardson

Schauspieler in der Episode 1923 1x03

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?