Dune: Teil 2

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Dune: Teil 2 im Stream

Die mythische Reise von Paul Atreides, der sich mit Chani und den Fremen zusammenschließt und auf einem Kriegspfad der Rache gegen die Verschwörer ist, die seine Familie zerstört haben. Vor die Wahl gestellt zwischen der Liebe seines Lebens und dem Schicksal des bekannten Universums, versucht Paul, eine schreckliche Zukunft zu verhindern, die nur er voraussehen kann.

Der zweite Teil von „Dune“ wird die mythische Reise von Paul Atreides erforschen, der sich mit Chani und den Fremen vereint, während er auf einem Kriegspfad der Rache gegen die Verschwörer ist, die seine Familie zerstört haben. Vor die Wahl gestellt zwischen der Liebe seines Lebens und dem Schicksal des bekannten Universums, versucht er, eine schreckliche Zukunft zu verhindern, die nur er voraussehen kann.

Den Soundtrack zum Film „Dune: Teil 2“ hat Hans Zimmer („The Lion King“, „Inception“, „Gladiator“) beigesteuert.

Dune: Teil 2 Kritik

Dune: Teil 2 Kritik
Der Cast des Films Dune auf einem Poster
Warner Bros.

Filmkritik „Dune: Teil 2" durch Mario Giglio exklusiv für Serienjunkies.de

Mit der Science-Fiction-Adaption Dune von Filmemacher Denis Villeneuve ist diese Woche einer der am meisten erwarteten Blockbuster der letzten Jahre im Kino angelaufen. Wie sehr sich ein Besuch auf dem Wüstenplaneten aus Frank Herberts Feder lohnt, sieben wir heute in unserer Filmkritik zu Part One der Saga heraus.

Man kann Filmemacher Denis Villeneuve nicht vorwerfen, er würde sich einfache Sci-Fi-Hausaufgaben aufgeben. Nachdem er sich mit dem nachdenklichen Alienkommunikationsdrama „Arrival“ eine Menge Genrevorschusslorbeeren verdient hatte, machte er sich daran, mit „Blade Runner 2049“ die späte Fortsetzung zu einem der wichtigsten Science-Fiction-Filme aller Zeiten zu drehen, was ihm auch ganz gut gelungen ist. Der überschwängliche Hype von damals hat sich seitdem etwas gelegt, weshalb wir uns doch recht bestätigt fühlen mit unserer vergleichsweise zurückhaltenden 4-Sterne-Filmkritik von 2017.

Villeneuves jüngstes Filmprojekt ist die mit Spannung erwartete Neuverfilmung von Frank Herberts „Dune“ - wiederum einer der wichtigsten Romane des Genres, in dem vor allem auch größere politische, religiöse und soziokulturelle Zusammenhänge eine zentrale Rolle spielen. Ein Stoff, fast wie gemacht für die Sensibilitäten des Regisseurs, dem auch niemand den zweiten Anlauf übel nehmen könnte, da der Film von 1984 eher Kuriositätenstatus in der Filmografie von David Lynch genießt. Der Hype im Vorfeld war regelrecht spicy und das nicht nur, weil Warner den Kinostart aufgrund der Coronapandemie so oft verschoben hatte. Hält das Endprodukt dem Hype stand oder gibt es zu viel, das einen wurmen könnte?

The Spice must flow

Verfilmt wurde zunächst die erste Hälfte des Originalromans „Dune“ von 1965, auf den noch viele weitere Bücher aus der Saga folgten. Doch ehe es auf den titelstiftenden Wüstenplaneten geht, lernen wir Lord Leto Atreides (Oscar Isaac) vom weitaus feuchteren Planeten Caladan kennen. Dieser wird von Emperor Shaddam IV. beauftragt, die Verwaltung von Arrakis (aka Dune) zu übernehmen, was bisher in der Hand des Hauses Harkonnen vom Planeten Geidi Prime lag. Der sandige Planet ist die einzige Quelle für das bewusstseinserweiternde Spice, welches auch für die Raumkrümmung der Raumfahrt wichtig ist. Hinter der Machtübertragung verbirgt sich allerdings ein Komplott, sich des Hauses Atreides zu entledigen, denn der Emperor fürchtet, der einflussreiche Leto könne ihm zur Gefahr werden.

Warner Bros.
Warner Bros. - © Warner Bros.

Lady Jessica (Rebecca Ferguson) ist nicht nur die Konkubine von Leto, sondern auch Mitglied des exklusiv-weiblichen Ordens der Bene Gesserit, die schon seit Jahrtausenden das Geschehen im Universum aus den Schatten heraus beeinflussen und versuchen, durch Manipulation der Blutlinien ein männliches Superwesen heranzuzüchten - den prophezeiten Kwisatz Haderach. Manche glauben, dabei könne es sich um Jessicas vielversprechenden Sohn Paul Atreides (Timothee Chalamet) handeln, der bereits in den mystischen Techniken ihres Ordens trainiert wurde und sogar als erster Mann den tödlichen Test der Reverend Mother (Charlotte Rampling) besteht.

Auf Arrakis angekommen erkennen die einheimischen Fremen, denen das Spice leuchtend blaue Augen schenkt, Paul sofort als ihren Heiland an, da er und Jessica mehrere Prophezeiungen ihres Glaubens erfüllen, der wiederum vor langer Zeit von den Bene Gesserit gesät wurde. Als der intrigante Hinterhalt von Baron Harkonnen (Stellan Skarsgard) schließlich Gestalt annimmt und ein Verräter aus den eigenen Reihen dabei hilft, das Haus Artreides zu Fall zu bringen, sind Paul und seine Mutter plötzlich in der gefährlichen, von riesigen Sandwürmern bewohnten Wüste von Arrakis auf sich allein gestellt. Dank der Nähe zum Spice erhält Paul dort Visionen von der Fremenfrau Chani (Zendaya) und seiner Zukunft als Messias ihrer Leute... die allerdings einen erbitterten Glaubenskrieg in seinem Namen beinhaltet.

Part One is a very delicate time

Selbst in einem zweigeteilten Film kann die Welt von „Dune“ mit ihrem erdrückend dichten world-building eine Herausforderung sein. Villeneuve und seine Co-Autoren Jon Spaihts und Eric Roth machen aber einen hervorragenden Job, Konzepte, Charaktere, Häuser und Gerätschaften auch nonverbal einzuführen und zu erklären. Von den menschlichen Computern namens Mentats über das tödliche Assassinen-Gadget Hunter-Seeker bis hin zu den Körperflüssigkeiten recycelnden Stillsuits der Fremen stecken auch einfach einige der fantastischsten und spannendsten Genrekonzepte in „Dune“. Anstelle elektronischer Computer kommen in dieser Welt psychisch begabte und durch die Spice-Melange gedopte Personen zum Einsatz, was dem Ganzen einen mystischeren Charakter als andere Sci-Fi-Universen verleiht.

Dank der gekonnten Einführung und der Zweiteilung des Romans in zwei Filme fühlt sich Villeneuves „Dune“ kein bisschen überladen oder gehetzt an, sondern - im Gegenteil - fast schon etwas leer. Ein Kritikpunkt, den der Regisseur sich auch bei seinem „Blade Runner“ schon gefallen lassen musste. Große Räume mit nur einer noblen Requisite oder edel kostümierten Person kristallisieren sich allmählich als eines seiner Stilmittel heraus und während das durchaus aufgeräumte Bilder ergibt, macht es vielleicht nicht gerade jenen Prunk aus, den sich viele Leser:innen vielleicht beim Eintauchen in die Romane vorgestellt haben. Die ästhetischen Bilder sind durchaus atemberaubend, durch den slicken Stil kann jemandem aber leicht die Befürchtung beschleichen, dass jeden Moment ein teures Parfüm oder extravagantes Sportauto eingeblendet wird.

Darüber hinaus wirkt das production design etwas eintönig, was die verschiedenen Häuser angeht. Sowohl die Heimat der integren Atreides als auch die der antagonistischen Harkonnen sind relativ schnörkellos und in verschiedenen Schattierungen von Dunkelgrau gehalten, so dass man es ohne Kontext vielleicht schwer hätte, Caladan und Geidi Prime auseinanderzuhalten. Dunkelheit ist überhaupt ein Problem, wenn man zum Beispiel nachts kaum etwas von den majestätischen Sandwürmern und ihren Walzähnen erkennen kann oder wenn Baron Harkonnen nach dem missglückten Anschlag auf sein Leben für seine Handlanger schockierend von der Decke hängt, man aber kaum ausmachen kann, was sie so aus der Fassung bringt.

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Warner Bros. - © Warner Bros.

Eines der einzigartigen Sci-Fi-Konzepte aus „Dune“ sind die Körperschutzschilder, die nur durch langsame Penetration mit Klingen durchdrungen werden können. Zweikämpfe sind deshalb keine konventionellen Haudrauf-Actionduelle, sondern sehr technische Tänze, um das Schild mit galanten Bewegungen zu überlisten. Zumindest in der Theorie, denn obwohl das Prinzip genauso eingeführt wird, bekommen wir doch recht gewöhnliche Actionszenen, bei denen die Schilder trotz zügiger Hiebe ab und zu aufleuchten und signalisieren, umgangen worden zu sein. Wär tänzerisches Martial-Arts zu uncool gewesen? An dieser Stelle könnte man fast Studio-Intervention vermuten...

Die eine nicht im Roman vorkommende Technologie, die man ausgerechnet aus Lynchs „Dune“-Adaption übernommen hat, ist der fliegende Baron, der so übergewichtig ist, dass er im Roman von Anti-Gravitationsstützen gehalten wird, die 1984 zum schwebenden Bodysuit wurden. Viel lieber hätte man sich stilistisch eine Scheibe an Pauls damaligen Visionen abschneiden können, die hier leider nur langweilige Flash Forwards ohne visuelle Extravaganz sind. Dabei hätte gerade die zweite Hälfte des Films etwas visuelle Abwechslung gebrauchen können, da wir nur selten nach Geidi Prime schalten und der Planet des Emperors sowie die mutierte Navigator-Gilde noch überhaupt keine Rolle spielen. Außerdem haben wir es im weitesten Sinn mit einem spirituellen Drogenroman aus den 60s zu tun - etwas Psychedelik wäre in der Verfilmung nicht fehl am Platz.

Villeneuve fürchtet sich scheinbar dermaßen vor Schnörkeln und allem, wodurch man ihm das Nicht-ernst-Nehmen des Stoffes (oder Gottkaiser bewahre: camp!) vorwerfen könnte, dass die too cool for school-Slickness streckenweise zur Designwüste wird, in der man bei einem Film mit Überlänge etwas verdursten kann. Damit einhergeht entsprechend unaufgeregtes Schauspiel, bei dem die meisten Dialoge eher cool geflüstert und gehaucht werden. Ganz im Kontrast zum trommellastigen Gebetsmusik-Soundtrack von Komponist Hans Zimmer, der je nach Kinoanlage den Tatbestand der Körperverletzung erfüllt.

Sandkastencasten

Hauptdarsteller Timothee Chalamet, der bisher in bodenständigen Dramen wie „Call Me By Your Name“ und „Beautiful Boy“ zu sehen war, besitzt den großen Vorzug, nicht nur talentiert und hübsch, sondern interessant hübsch zu sein, wodurch er auf der großen Leinwand wirklich was hermacht und locker zweieinhalb Stunden mit ihm in Nahaufnahme tragen kann. Der Rest des Casts ist eine gemischte Gewürztüte: Der aus „Star Wars“ (aka „Dune Light“) bekannte Oscar Isaac und sein wie in Stein gemeißelter Vollbart geben einen hervorragenden Leto ab, „Avengers“-Fingerschnipper Josh Brolin wird mühelos zum Waffenmeister Gurney und Jason Momoa, der die „Aquaman“-Wasserwelt gegen die Wüste eintauscht, beweist als Verbündeter Duncan einiges an Chemie mit dem jungen Paul. Rebecca Ferguson („Doctor Sleep“) hingegen hinterlässt erschreckend wenig Eindruck als Lady Jessica, die immerhin eine sehr große Rolle spielt, der unterbenutzte Stellan Skarsgard (Chernobyl) wirkt leicht begraben in seinem Baronen-Fatsuit und Fans von Zendaya (Euphoria) müssen sich darauf einstellen, noch nicht viel von ihrer Chani zu sehen.

Warner Bros.
Warner Bros. - © Warner Bros.

Zusätzliche Tier-Service-Info: Leider müssen wir berichten, dass es im Gegensatz zur 80er Version keine (!) Space-Möpse zu sehen gibt. Dafür lässt sich in der zweiten Filmhälfte eine äußerst putzige Wüstenmaus blicken, die wir zähneknirschend als Trostpreis akzeptieren. In „Loriot's Dune“ wäre es nicht zum Fehlen dieser majestätischen Kreaturen gekommen...

Da es sich um Part One handelt, muss nach 155 Minuten auch irgendwann Schluss sein. Der Absprung erfolgt etwas holprig an einer seltsamen Stelle nach zwei redundanten Segmenten. Erst kommt es mit den von Paul und Jessica entdeckten Fremen zum Handgemenge, woraufhin ein weiterer Kampf als Zweierduell bis zum Tod zwischen Paul und einem Fremenkrieger forciert wird, was im Gegensatz zum Spektakel des restlichen Films also als etwas unterwältigender Showdown herhalten muss. Gleich zu Muad'Dibs Sandwurmritt zu springen, wäre vielleicht etwas weit für Teil eins gewesen, aber so macht der leicht unbefriedigende Abschluss immerhin Lust auf mehr.

Dune: Part Two“ wurde noch nicht offiziell von Warner Bros. abgesegnet, Regisseur Villeneuve gab sich zuletzt aber zuversichtlich, die Fortsetzung genehmigt zu bekommen. „Dune“-hungrig scheint die Welt ja im Moment zu sein und mit den erzählerischen Spielsteinen auf dem Brett, wollen wir jetzt auf jeden Fall auch sehen, wie dieser Filmemacher die extravaganteren Stellen der Saga auf die Leinwand bringt.

Fazit

Denis Villeneuves „Dune“ ist eine gelungene, wenn auch etwas schnörkellose Adaption der ersten Hälfte von Frank Herberts Science-Fiction-Literaturklassiker, die sich weitaus enger an die Vorlage hält als David Lynchs Verfilmung aus den 80er Jahren - vor allem, wenn es um Paul Atreides' Hadern mit seiner Rolle als prophezeiter Messias geht. Der Stoff ist und bleibt in jedem Fall spannend und bietet eine anspruchsvolle Sci-Fi-Blockbuster-Alternative zu „Star Wars“, die sich besonders nach längerer Pandemiepause für die Rückkehr ins Kino eignet. Für überschwängliche Superlative sehen wir aber genauso wenig Anlass wie vor vier Jahren bei „Blade Runner 2049“, weshalb vier von fünf würzigen Sandwürmern als Rating ausreichen müssen.

Wir haben jetzt eine prunkvolle, bunte und eine übermäßig schlanke, graue Kinoversion von „Dune“, dessen perfekte Umsetzung vermutlich irgendwo dazwischen gelegen hätte. Vielleicht wäre es der nie von Alejandro Jodorowsky realisierte Versuch gewesen, dem mit dem Dokumentarfilm „Jodorowsky's Dune“ ein Denkmal gesetzt wurde...

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Dune: Teil 2 Trailer

Dune: Teil 2 Schauspieler

Timothee Chalamet

als Paul Atreides

Josh Brolin

als Gurney Halleck

Austin Butler

als Feyd-Rautha Harkonnen

Christopher Walken

als Emperor Shaddam Corrino IV

Stephen Henderson

als Thufir Hawat

Lea Seydoux

als Lady Margot Fenring

Stellan Skarsgard

als Baron Vladimir Harkonnen

Charlotte Rampling

als Reverend Mother Gaius Helen Mohiam

Cecile Sinclair

als Imperial council 4

Anton Saunders

als Harkonnen Commander

Alan Mehdizadeh

als Weapon Master

Sebastian Faure

als Chander

Imola Gáspár

als Old Watermaster

Tara Breathnach

als Bene Gesserit Sister 2

Hassan Najib

als Fremen Patrol

Soundtrack zum Film Dune: Teil 2

Komponist: Hans Zimmer
1. Beginnings Are Such Delicate Times (08:56)
2. Eclipse (05:13)
3. The Sietch (02:34)
4. Water of Life (03:06)
5. A Time of Quiet Between the Storms (04:21)
6. Harvester Attack (03:40)
7. Worm Ride (02:19)
8. Ornithopter Attack (02:10)
9. Each Man Is a Little War (13:33)
10. Harkonnen Arena (05:22)
11. Spice (06:12)
Dune: Part Two (Original Motion Picture Soundtrack)

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