Die Komödie verbindet satirische Gesellschaftskritik mit romantischen Elementen und lässt ihren Protagonisten auf eine Reise gehen, die ihn grundlegend verändert.
In dem Film Ladies First geht es um Damien Sachs, einen arroganten und selbstverliebten Werbemann, der in London alles zu haben scheint, was das Leben bieten kann. Er verdient gut, lebt in den Tag hinein und behandelt Frauen wie austauschbare Statisten in seiner eigenen Geschichte. Als er kurz davor steht, zum CEO einer renommierten Werbeagentur aufzusteigen, scheint sein Erfolg keine Grenzen zu kennen
Doch eines Morgens erwacht Damien in einer Welt, die er nicht kennt und nicht versteht. In dieser Parallelwelt haben Frauen das Sagen, sie besetzen die Chefetagen, bestimmen die Regeln und behandeln Männer genau so, wie Damien bisher Frauen behandelt hat. Was für ihn selbstverständlich war, gilt hier als Schwäche. Sein Auftreten, sein Selbstbewusstsein, sein ganzer Charme verfangen nicht mehr. Er ist plötzlich derjenige, der übersehen, unterschätzt und herumkommandiert wird
In dieser verkehrten Welt begegnet er Alex Fox, einer erfolgreichen und zutiefst überzeugten Vertreterin des herrschenden Systems. Sie ist ihm in jeder Hinsicht überlegen und zeigt keinerlei Interesse daran, ihm das Leben leichter zu machen. Damien kämpft darum, in dieser neuen Realität zu bestehen, und beginnt dabei langsam, die eigenen Verhaltensweisen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten
Ladies First basiert lose auf dem französischen Film „Je ne suis pas un homme facile“ (2018) von Éléonore Pourriat, der seinerzeit auf Netflix erschien und das Konzept einer matriarchalischen Gesellschaft als satirisches Mittel nutzte
Das englischsprachige Remake überträgt die Geschichte in einen britischen Kontext und erweitert die Besetzung um ein prominentes Ensemble
Regie führt Thea Sharrock, die sich mit Filmen wie „Me Before You“ (2016), „Wicked Little Letters“ (2023) und „The Beautiful Game“ (2024) als versierte Regisseurin für charaktergetriebene britische Stoffe etabliert hat. Das Drehbuch stammt von Natalie Krinsky, bekannt durch „The Broken Hearts Gallery“ (2020), Cinco Paul, der unter anderem an „Despicable Me“ (2010) und „Schmigadoon!“ mitgeschrieben hat, sowie Katie Silberman, die das Drehbuch zu „Set It Up“ (2018) verfasste. Produziert wird der Film von Liza Chasin, Eleonore Dailly und Edouard de Lachomette
Produziert wird der Film von Liza Chasin über ihre Produktionsfirma 3dot Productions im Rahmen ihrer kreativen Partnerschaft mit Netflix
Die Hauptrolle des Damien Sachs spielt Sacha Baron Cohen, der einem breiten Publikum durch „Borat“ (2006) und „Brüno“ (2009) bekannt ist und für seine Rolle in „The Trial of the Chicago 7“ (2020) eine Golden-Globe-Nominierung erhielt
Als seine Gegenspielerin Alex Fox ist Rosamund Pike zu sehen, die für ihre Darstellung in „Gone Girl“ (2014) für einen Oscar nominiert wurde und zuletzt in „Saltburn“ (2023) zu sehen war
Richard E. Grant gehört ebenfalls zum Ensemble, bekannt aus „Logan“ (2017) und der Serie „Downton Abbey“. Emily Mortimer spielte unter anderem in „Shutter Island“ (2010) und der Serie „Derry Girls“. Charles Dance ist dem Publikum vor allem als Antagonist aus „Game of Thrones“ vertraut. Fiona Shaw rundet das Ensemble ab, bekannt aus den „Harry Potter“-Filmen und der Serie „Killing Eve“
Die Dreharbeiten zu Ladies First begannen im November 2024 und liefen voraussichtlich bis Januar 2025. Als Hauptdrehort dienten die Shepperton Studios in Surrey, England, eines der traditionsreichsten Filmstudios Großbritanniens. Weitere Szenen entstanden im Londoner Stadtteil Hampstead, dessen charakteristische Straßen und Häuser dem Film eine authentisch britische Atmosphäre verleihen
Konkrete Budgetzahlen wurden von Netflix nicht veröffentlicht. Der Film entstand als Netflix-Original über die Produktionsfirmen 3dot Productions und Four By Two Films und ist weltweit ab dem 22. Mai 2026 auf der Plattform abrufbar
Filmkritik „Ladies First" durch Mariano Glas exklusiv für Serienjunkies.de
Netflix dreht die Geschlechter um und verschenkt dabei ein Star-Ensemble. Warum die Komödie trotz Rosamund Pike nur zwei von fünf Punkten holt.
Netflix hat eine Schwäche für Filme, die auf dem Papier nach einer guten Idee klingen. „„Ladies First““ gehört genau in diese Kategorie. Die Komödie dreht das Geschlechterverhältnis um und schickt einen arroganten Werbemann in eine Welt, in der Frauen alle Schalthebel bedienen. Auf der Habenseite stehen ein prominentes Ensemble, eine erfahrene Regisseurin und ein Thema mit echtem Reibungspotenzial. Am Ende bleibt vor allem das Gefühl, einer einzigen Pointe knapp anderthalb Stunden lang beim Ausleiern zugesehen zu haben.
Die Prämisse zum Streaming-FIlm „„Ladies First““ ist schnell erzählt. Damien Sachs erwacht nach einem Sturz in einem Paralleluniversum, in dem Männer das sind, was Frauen in seiner alten Welt waren. Aus Paul Smith wird Pauline, aus Harry Potter eine Harriet, und plötzlich ist der einstige Platzhirsch nur noch die graue Maus in der Agentur. Diese Umkehrung trägt für zwanzig Minuten und sorgt für die besten Lacher. Danach wiederholt der Film seinen einen Witz immer wieder. Statt die Idee weiterzudenken, klopft er dem Publikum auf die Schulter und erklärt brav, was wir gerade gelernt haben sollen.
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Sacha Baron Cohen ist ein Komiker mit enormer Bandbreite, doch Damien Sachs liegt ihm sichtlich nicht. Dem Macho fehlt zu Beginn die selbstverständliche Arroganz und später der weiche Charme, der die Läuterung glaubhaft machen müsste. So bleibt die Figur ein blasses Konstrukt, das mehr behauptet als tatsächlich auch spielt. In jeder Szene merkt man, dass hier eigentlich ein anderer Typ Schauspieler gebraucht werden würde. Wer sich an „What Women Want“ erinnert, weiß, wie viel charmanter die Wandlung schon einmal funktioniert hat. Baron Cohen wirkt wie ein Gast, der im falschen Film gelandet ist.
Rosamund Pike ist die Einzige, die der Rolle wirklich etwas abgewinnt. Als knallharte Top-Managerin Alex Fox spielt sie die Überlegenheit so trocken, dass man ihr die neuen Machtverhältnisse sofort abnimmt. Ihre Szenen haben gutes Timing und einen Hauch von Bosheit, der dem Rest des Films irgendwie komplett fehlt. Dass eine Darstellerin dieses Kalibers nach „Gone Girl“ in einer derart dünnen Komödie landet, ist die eigentliche Enttäuschung. Pike ist nicht das Problem dieses Films. Sie ist der Beweis dafür, was daraus alles hätte werden können.
Die Nebenrollen lesen sich wie eine Wunschliste des britischen Kinos. Richard E. Grant gibt einen schrulligen Taubenflüsterer, während Charles Dance, Emily Mortimer und Fiona Shaw nur kurz aufblitzen dürfen, ehe das Drehbuch sie wieder fallen lässt. Der Film verheizt diese Namen für einzelne Gags, statt ihnen echte Figuren zu geben. So wirkt das Aufgebot eher wie ein Verkaufsargument für den VoD-Start als wie ein durchdachtes Ensemble. Schade um jede einzelne Minute, die hier ungenutzt verpufft.
Das größte Problem ist der Tonfall des Films. „„Ladies First““ will Gesellschaftssatire sein, traut seinem Publikum aber keine eigene Schlussfolgerung zu. Jede Pointe wird erklärt, jede Ungerechtigkeit gleich doppelt unterstrichen. Regisseurin Thea Sharrock inszeniert das Ganze in grellen Farben und mit einer Betulichkeit, die schon vor zwanzig Jahren altbacken gewirkt hätte. Das Thema ist real und wichtig. Genau deshalb ärgert es, dass der Film es zu einer Abfolge platter Kalauer schrumpft, statt wirklich etwas dazu zu sagen.
Unterm Strich ist „„Ladies First““ kein Totalausfall, aber eine vertane Chance. Wer leichte Netflix-Kost für einen unaufmerksamen Abend sucht, Zum Doomscrolling in den Socials oder auch nur die Erwartungen tief genug hängt, findet ein paar nette Momente, fast alle davon durch Pike. Alle anderen sollten lieber zum französischen Original „Je ne suis pas un homme facile“ von 2018 greifen, das dieselbe Idee deutlich schärfer durchspielt. Zwei von fünf Punkten gibt es für die Grundidee und für Pike. Der Rest verliert sich in Wiederholung und erhobenem Zeigefinger.
Emily Mortimer
als Sunny Black
als Fred Powell
als Felicity Chase
als Pigeon Man
als Austin
Jordan Metcalfe
als Marlon
Maddie Rice
als Kirsty
Ron Cook
als Mr. Sachs
Penelope Woodman
als Female Priest
Mary Roscoe
als Alison
Bridgitta Roy
als Prunella Hawthorn
Joe Frost
als Lead Protester
Nicholas Tennant
als Real World Man
Asheq Akhtar
als (Gavin) Victor's Secret Salesperson
Regie
Thea Sharrock, Donald E G Bentley, Lori Brown
Drehbuch
Eléonore Pourriat, Katie Silberman, Cinco Paul, Natalie Krinsky
Produktion
Jina Jay, Hannah Godwin, Natalie Krinsky, Nicky Kentish Barnes, Liza Chasin, Eleonore Dailly, Edouard de Lachomette, Alicja Kielbasa, Pat Karam
Kamera
Haris Zambarloukos
Schnitt
Mark Everson
Musik
Atli Örvarsson, Mike Prestwood Smith, Oliver Ferris, Nina Rice