Star Trek: Lower Decks 5x08

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„Strong and brave, wise and true - that's what makes us Cerritos crew!“
Upper Decks
Mit Upper Decks wird uns eine Folge präsentiert, die an Lower Decks (dt.:„Beförderung“) angelehnt ist. Schließlich entstammt Star Trek: Lower Decks aus genau dieser Episode von Star Trek: The Next Generation. Statt also Mariner (Tawny Newsome), Boimler (Jack Quaid), Rutherford (Eugene Cordero), Tendi (Noel Wells) und T'Lyn (Gabrielle Ruiz) zu folgen, deren Abenteuer normalerweise im Vordergrund stehen, fokussieren sich die zahlreichen Handlungen auf Captain Freeman (Dawnn Lewis), den ersten Offizier Jack Ransom (Jerry O'Connell), Sicherheitschef Shaxs (Fred Tatasciore), Dr. T'Ana (Gillian Vigman) und Chefingenieur Billups (Paul Scheer). Kayshon (Carl Tart) und Dr. Migleemo (Paul F. Tompkins) sind zwar auch dabei, erhalten aber keinen eigenen Handlungsstrang.
Während unsereins anfangs noch an eine Halloween-Episode dachte - immerhin bearbeiten unsere Lower Decks fleißig Kürbisse, wobei Tendi diese alte Tradition T'Lyn erklären darf - wird schnell klar, dass sich diese Woche alles um die höheren Ränge drehen wird. Damit pausiert die Staffelhandlung und wenngleich diese Folge durchaus gelungen ist, hat sie doch auch einen bitteren Beigeschmack mit Blick darauf, dass uns jetzt nur noch zwei Episoden bevorstehen, ehe die Staffel und damit auch die Serie vorbei ist. Aber vielleicht wussten die Macher zum Zeitpunkt als diese Folge geschrieben wurde noch nicht, dass die Absetzung folgt. Sonst hätten sie diese Episode womöglich eher eingebaut, die sich hauptsächlich mit „Nebenfiguren“ beschäftigt - schließlich sind die höheren Ränge der Crew sonst eher sporadisch dabei.
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Schauen wir uns die verschiedenen Handlungen inhaltlich an und nehmen mal kurz an, dass es sich hier um einen „normalen“ Tag der Offiziere handelt, ist es aber ein regelrechtes Wunder, dass die Cerritos überhaupt noch unterwegs ist. Sicher sollen unsere Lachmuskeln erneut strapaziert werden (und das werden sie auch), aber allein schon der Krisenreichtum im Maschinenraum wirkt dermaßen übertrieben, dass man sich zurecht fragen darf, wie die Cerritos und deren Crew so lange überleben konnten. Andererseits, nun ja, sind mit Ausnahme von Shaxs alle Offiziere auf ihre Untergebenen angewiesen, um diesen Tag zu überstehen. Und wie üblich, kommen dabei mehrere Nebenfiguren zum Einsatz, die uns zwar bekannt sind, aber nicht zu den Hauptfiguren gehören.

Wie Barnes (Jessica McKenna), Meredith (Charlotte Nicdao), Westlake (James Sie), Steve Stevens (Ben Rodgers) oder auch die Beta- und Delta-Crew auf dem Shuttle-Deck. Also ist der Titel womöglich doch falsch gewählt? Nicht wirklich, aber es bleibt eben die Frage im Raum stehen, wie die Offiziere ihre Ränge erhalten konnten, wenn sie auf die Hilfe der anderen angewiesen sind.
The Dark Side of Shaxs
Das Meeting der Offiziere am Morgen weiß zu gefallen und erinnert ein wenig an Star Trek: The Next Generation. Hier kommen alle zusammen, um auf aktuelle Situationen aufmerksam zu machen, Fortschrittsberichte abzuliefern und Probleme zu diskutieren, die aktuell an Bord auftreten. Alle kommen zur Sprache, aber es gibt eine Person, die plötzlich mit einem Trauma konfrontiert wird und sich daher den Tag freinehmen möchte: Shaxs.
Der Folge und der Handlung um Shaxs kommt hier zugute, dass wir bereits mehrere Einblicke in seine Persönlichkeit erhalten haben. Aber so düster wie hier wurde es nur selten und mit Blick darauf, dass Shaxs offenbar unter PTSD leidet, frage ich mich wirklich, wie er zu seiner jetzigen Position gekommen ist. Bislang war ich jedenfalls der Ansicht, dass er zwar eine raue Schale, aber einen weichen Kern hat. Siehe zum Beispiel seine Beziehung mit T'Ana oder Rutherfords und Boimlers Aufnahme ins Bear Pack.

Da wirkt es schon out of character, wenn er hier offensichtlich traumatisiert gegen sein inneres Ich kämpfen muss. Okay, er nutzt Meditation, womit sich der Kampf auf einer Meta-Ebene befindet und er geht dafür in sein Quartier, um die anderen Crew-Mitglieder nicht zu gefährden. Außerdem erfahren wir, dass der Kampf um Tempasa ihn mitgenommen hat und erhalten damit ein gutes Stück Hintergrundgeschichte, von der wir bisher nichts wussten.
Aber stellen wir uns mal kurz vor, am Ende wären nicht die Clickets in sein Quartier vorgestoßen, sondern irgendwelche Crew-Mitglieder, um nach ihm zu schauen. Hätte er die dann auch umgebracht? Vermutlich, denn er hat am Ende gar nicht mitbekommen, dass er sich wieder in seinem Körper befindet und das erst dann realisiert, als die Clickets am Boden lagen. Insofern ein fragwürdiger Handlungsstrang. Bleibt nur zu hoffen, dass Dr. Migleemo ihm tatsächlich helfen kann.
Dr. T'Anas Pain-Management
Auch hier hat mir die Nebenhandlung weniger zugesagt. Denn Dr. T'Ana wirkt direkt unsympathisch, wenn sie Westlakes aufgefüllte Hypersprays zu Boden wirft und auch sonst erstmal nichts von der Kritik wissen will, ihren Patienten Schmerzmedikamente zur Verfügung zu stellen. Sie selbst mag ja eine hohe Toleranz gegenüber Schmerzen haben (oder auch nicht, siehe Ende), aber ein guter Doktor sollte doch den Schmerz seiner Patienten lindern, oder was meint ihr?

Die ganze Sado-Maso-Geschichte, aus der dieser Handlungsstrang besteht, kam mir jedenfalls surreal vor und geht weit über das hinaus, was wir von Dr. T'Ana bislang erfahren haben. Besser wäre gewesen, wenn sie sich um Shaxs und seine Krise gekümmert hätte. Stattdessen versucht sie, ihre eigene Schmerzgrenze zu finden. Okay, mit Blick auf die Invasoren soll sich das später noch lohnen und einen köstlichen Witz hervorbringen - „That was set to kill! - So am I!“ - aber so witzig diese Szene auch sein mag, tut sie der Figur nicht gut.
Und das bleibt leider bis zum Ende so. Nur widerwillig stimmt Dr. T'Ana schließlich zu, dass sie ihren Patienten auch Schmerzmittel verabreichen sollte. Somit wurde zwar die Lektion gelernt, aber ob dieser Doktor tatsächlich Interesse an seinen Patienten hat, bleibt fraglich. Positiv bleibt allerdings Westlake und sein Einsatz zurück, denn ohne den wäre die Krankenstation vermutlich komplett außer Kontrolle geraten. Lower Decks! Lower Decks!
Billups has Hiccups
Im Maschinenraum reiht sich diese Woche eine Krise an die nächste, weil der Chefingenieur nicht so wirklich auf dem Schirm hat, mit welchen Mitteln er das Schiff bislang zusammengehalten hat. Diverse Panele müssten da längst ausgetauscht worden sein, aber es gibt auch andere Technologien, die Billups dem Schiff einverleibt hat, ohne dem Rest der Crew die möglichen Konsequenzen mitzuteilen.
Diesen Teil der Handlung sehe ich weniger kritisch, obwohl da mitunter die gesamte Cerritos auf dem Spiel steht. Es hat einfach Spaß gemacht, mitanzuschauen, wie Billups und Meredith von einer Krise in die nächste geraten und ständig Probleme lösen müssen - die Hauptaufgabe dieser Abteilung eben, die gerne mal ins Lächerliche befördert werden darf. Dazu zählt dann auch die Szene, in der Billups bereit ist, sich ähnlich wie ein gewisser Spock (Leonard Nimoy) in „Star Trek II“ (1982) zu opfern und widererwarten von Meredith gerettet wird. Derartige Analogien, noch dazu gepaart mit Erwähnungen von den Binären oder Golems, sind in meinen Augen einfach großartig gewählt. Und wie genial war es bitte, als Billups eingangs bereits erwähnt, die Cordry Rocks über der Brücke erneuert zu haben? Endlich erhalten wir mit einer guten Portion Techno-Babbel eine Erklärung zu den merkwürdigen Steinen, die gerne mal in Krisensituationen von der Decke jeder Brücke fallen. Danke dafür, Billups!

Zuletzt bleibt noch anzumerken, dass Billups ohne Meredith verloren wäre. Ohne ihre Anwesenheit wäre vermutlich die gesamte Cerritos bereits Geschichte und das bringt mich zu einem kleinen Kritikpunkt. Denn die ganze Zeit wirkt es so, als wenn im Maschinenraum neben den beiden niemand tätig wäre, was doch sicher nicht richtig sein kann, oder? Da müssen doch noch ein paar Leute mehr im Dienst sein, auch wenn es sich hier „nur“ um die Cerritos handelt. Aber mit Blick auf Meredith verbleibe ich wie im letzten Kapitel des Reviews: Lower Decks! Lower Decks!
Ransom - Doofus or Genius?
Auf dem Shuttledeck findet derweil die größere Handlung dieser Woche statt. Es gilt, die sogenannten Buhgoons zu studieren, die von Ransom als „Weltraumkühe“ beschrieben werden. Die Kreaturen verfügen über einen natürlichen Tarnmechanismus und können sich quasi unsichtbar machen, wenn sie Gefahr wittern.
Als es der Beta- und Delta-Schicht gelingt, eine von den Kreaturen an Bord zu holen und aus Versehen noch ein Asteroid dazukommt, der weitere Kreaturen anlockt, bricht das Chaos aus. Wir wissen zu dem Zeitpunkt bereits, dass die Betas und die Deltas sich gegenseitig nicht ausstehen können, folglich machen sich beide Gruppen gegenseitig Vorwürfe, statt gemeinsam die Lage wieder unter Kontrolle zu bekommen. Die Anwesenheit eines Experten, der die Buhgoon studieren will, kommt noch hinzu - schließlich soll der nicht verletzt werden. Also muss Jack Ransom ran, um seine Untergebenen zur Teamarbeit zu überzeugen.

Seine Methoden sind da mehr als fragwürdig, denn die alten Geschichten und das anschließende Work-out sind augenscheinlich kaum geeignet, um die Differenzen der Betas und Deltas zu überwinden. Beide Gruppen sind schließlich dermaßen von ihrem Vorgesetzten gelangweilt, dass sie selbst beschließen, zusammenzuarbeiten. Ob man das nun wirklich als genialen Schachzug von Ransom bewerten soll? Mehr als fraglich.
Die Krise wird jedenfalls erneut von den Lower Decks behoben, die die Lage obendrein noch richtig analysieren, wenn sie der Meinung sind, dass die Kreaturen durch irgendwas beunruhigt werden. Diese spüren nämlich die Anwesenheit der Clickets, von denen wir bereits durch das anfängliche Meeting wissen, dass sie in dieser Region unterwegs sind. Ein lauerndes Schiff soll das später bestätigen und als der „Experte“ verletzt wird und das Shuttledeck verlässt, sollen sich die Kreaturen auch wieder beruhigen und einfangen lassen. Somit sind die Betas und Deltas hier die Helden, während Ransom nach seiner Trainingseinlage müde an der Seite liegt. Lower Decks! Lower Decks!
Freemans Daily Schedule
Captain Freeman wird den gesamten Tag lang von Stevens durch die Cerritos geführt. Er hat ihren Tagesablauf geplant und sorgt dafür, dass sie diverse Meetings einhält. Die Sousaphon - Einlage von Barnes steht dabei zuerst an und soll später noch wichtig werden. Barnes - die wir bereits aus mehreren Folgen kennen - hat sich kürzlich das Zerta-Pathogen eingefangen und wurde dadurch zu einem „futuristischen Höhlenmenschen“. Die Folgen davon sind noch erkennbar durch die zusammengewachsenen Augenbrauen und vereinzelter Verhaltensmuster von Barnes. Aber das Sousaphon spielt sie dennoch gut.
Diese und die anderen Stationen von Freeman zeigen uns, dass ein Captain an diversen, sozialen Aktivitäten einzelner Crew-Mitglieder teilnimmt, was natürlich positiv zu bewerten ist und mit Blick auf Star Trek: The Next Generation, wo ein Captain Picard (Patrick Stewart) in einzelnen Folgen ähnlich vorging, auch eine gewisse Vertrautheit hat. Immer mal wieder hat Star Trek: Lower Decks amüsante Variationen davon zu bieten. Beispielsweise, wenn wir uns auf der Krankenstation bei der bevorstehenden Geburt fragen, weshalb Stevens einen Regenschirm mitgebracht hat.
Und bleiben wir vorerst bei Stevens, der trotz Krise dafür sorgt, dass Freeman ihren Tagesplan einhält. Er hat heimlich arrangiert, dass sie sich mit Admiral Alonzo Freeman (Phil LaMarr) treffen kann und beide einen schönen Abend auf dem Holodeck in Paris verbringen können. Ein schönes Geschenk für Freeman, welches sie nicht erwartet hat und Stevens sicher Pluspunkte beschert. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob Stevens zu den Lower Decks gehört. Wir kennen ihn eigentlich als Kumpel von Ransom, von daher kann er vom Rang her nicht weit unter den Offizieren sein. Aber zur Sicherheit: Lower Decks! Lower Decks!
Zurück zur Krise, soll Freeman auf den „Experten“ treffen und entdecken, dass es sich bei ihm um einen Clicket handelt. Die Tarnung ist nach der Verletzung hin und plötzlich steht der Captain der Cerritos einer tödlichen Bedrohung gegenüber, die durch eine schiffsweite Invasion noch verstärkt wird. Denn die Clickets wollen die Tarntechnologie der Buhgoon haben und mal probieren, wie gut diese Kreaturen schmecken. Mit der Invasion finden mehr oder weniger alle Handlungsstränge zusammen und das hat mir auf jeden Fall gefallen. Denn hier ergibt alles ein wenig Sinn, wenn Shaxs unbewusst die Feinde zerlegt, T'Ana über den angeblich tödlichen Schuss nur lacht und direkt zum Angriff übergeht oder Barnes mit ihrem Instrument den Captain retten darf.

Und Barnes ist hier für mich tatsächlich die Heldin des Tages, weil sie Freeman rettet. Da hat sich gelohnt, dass unserem Captain die Musikeinlage gefallen hat und außerdem natürlich die sozialen Besuche an sich. Barnes müsste jetzt eigentlich eine Beförderung erhalten, denn trotz allem kämpft sie ja noch mit den Folgen des Pathogens. Lower Decks! Lower Decks!
Und Freeman? Trotz aller Hilfestellungen ist sie am Ende diejenige, die die Krise schnell beenden kann. Sie erinnert sich daran, wie die Clickets auf Komplimente reagieren, während wir uns vielleicht an Veritas erinnern, wo ein Kompliment an die Clickets zur Krise geführt hat. Insofern wunderschön getroffen, hier ein Abenteuer der ersten Staffel zu nehmen und die einstige Krise als Lösung zu benutzen.
Rahmenhandlung
Die Rahmenhandlung dreht sich um unsere Hauptfiguren, die vom eigentlichen Abenteuer diese Woche nichts mitbekommen. Boimlers Bart ist erneut dichter geworden, während Rutherford keinen „Schatten“ mehr im Gesicht hat - ob Rutherford schon umgedacht hat? Neugierig wäre ich derweil auf Mariners letztes Abenteuer gewesen. In einem Bild gefangen und einen Regenbogen reiten? Klingt nicht unbedingt uninteressant. Außerdem hat mich natürlich gefreut, dass T'Lyn in der Runde sitzt und Tendi ihr erklären darf, weshalb Kürbisse zu Halloween ausgehöhlt und verziert werden.

Unsere Hauptfiguren kommen zwar zu kurz, aber ich musste doch lachen, als sie der Meinung sind, dass sich alle Abenteuer nur um sie drehen würden und sonst nichts an Bord der Cerritos passiert. Dazu passt dann auch das Ende, als alle gemeinsam in der Bar sitzen und ein wenig vom Tagesablauf erfahren. T'Lyns Witz kann da vollends zünden. Boom!
Fazit
Mir hat sicher nicht alles gefallen, wie sich weiter oben nachlesen lässt. Aber insgesamt hat mir die Folge schon gefallen, zumal sich passend zur Serie herauskristallisiert, dass die Offiziere größtenteils von ihrer Crew abhängig sind - wie es eben auch sein sollte. Ein paar charakterliche Entwicklungen fühlen sich dennoch falsch an, genau wie der Zeitpunkt einer solchen Folge, die viel eher hätte kommen müssen. Was die Staffel betrifft, steht Upper Decks bei mir jedenfalls hinten an, aber weniger als dreieinhalb von fünf Sternen würde ich dennoch nicht vergeben. Und ihr?
Verfasser: Christian Schäfer am Sonntag, 8. Dezember 2024(Star Trek: Lower Decks 5x08)
Schauspieler in der Episode Star Trek: Lower Decks 5x08
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?