Star Trek: Lower Decks 5x07

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Fully Dilated
Fully Dilated (dt.:„Die Zeitdilatation“) ist der neueste Streich um das Team von Serienschöpfer Mike McMahan. Star Trek: Lower Decks geht dabei mal wieder in die Vollen. Zumindest, was diverse Referenzen auf Star Trek: The Next Generation angeht und worunter natĂŒrlich auch Gast-Sprecher Brent Spiner fĂ€llt, der hier als Lt. Commander Data (aus einer Parallelwelt) vor allem Tendi (Noel Wells) sehr viele Tipps geben darf. Rutherford (Eugene Cordero) und Boimler (Jack Quaid) mĂŒssen diese Woche die Transporter-Konsole sauberlecken, wĂ€hrend Mariner (Tawny Newsome), Tendi und T'Lyn (Gabrielle Ruiz) einen Girls Trip erleben, der wesentlich lĂ€nger dauert als angenommen.
Die Cerritos ist derweil auf Staffelkurs und kĂŒmmert sich um diverse Weltraumspalte, die in Parallelwelten fĂŒhren. Captain Freeman (Dawnn Lewis) hat zwar ein wenig die Ăbersicht verloren, aber der letzte Spalt hat eine lila Enterprise-D in unser Universum gefĂŒhrt, verfolgt von einer Bewegung, die sich um Tasha Yar (Denise Crosby) dreht. Typischerweise hat die Cerritos diese Auseinandersetzung verpasst und darf jetzt aufrĂ€umen. Auf Detmer III wird ein Signal lokalisiert, welches von der Sternenflotte stammt - bei einem PrĂ€-Warp Planeten stellt das ein Risiko dar, welches nun Mariner, Tendi und T'Lyn beheben sollen. SchlieĂlich soll nach der obersten Direktive die Entwicklung des Planeten nicht gefĂ€hrdet werden. Mutig von Freeman, hier diesen Girls Trip - der durchaus amĂŒsant zu betrachten ist - als Ausweg zu nehmen und keine höheren Offiziere mitzuschicken.
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FĂŒr Spannung wird derweil gesorgt, weil sowohl Tendi als auch T'Lyn als Kandidatinnen fĂŒr die Position als Senior Sciene Officer in Frage kommen. Mit anderen Worten halt die Position, die einst ein Spock (Leonard Nimoy) in TOS inne hatte. Gibt es einen Konkurrenz-Kampf? Ja, aber dieser wird einseitig betrieben. Und trotz der einvernehmlichen Auflösung wĂŒrde ich es den Machern doch ein wenig ĂŒbel nehmen, wie sie diese AuĂenmission gestalten. Aber mehr dazu spĂ€ter. Ăber Mariners Story muss derweil nicht viel gesprochen werden, die ist einfach lustig und stellt den Ausgangspunkt mehrerer Referenzen dar.

FĂŒr mich gab es diese Woche mit Fully Dilated jedenfalls ein kleines Highlight, welches locker hĂ€tte die Bestpunktzahl erreichen können. Aber die Voraussetzungen dafĂŒr fĂŒhlen sich von Beginn an etwas falsch an und trotz aller nostalgischen Bemerkungen kommen diverse Figuren einfach zu kurz. AuĂerdem habe ich noch ein kleines Logik-Problem mit Detmer III.
Detmer III
Diesen Absatz möchte ich möglichst kurz gestalten, aber es ist das wohl gröĂte Logik-Problem, welches ich mit dieser Episode habe. Es wird auch anfangs sehr gut von unseren Figuren erklĂ€rt: Zeit auf Detmer III vergeht schneller als im restlichen Universum. Eine Sekunde an Bord der Cerritos entspricht etwa einer Woche auf dem Planeten. Das heiĂt, was auch immer die Enterprise auf Detmer III zurĂŒckgelassen hat, wartet dort schon eine sehr lange Zeit auf die Entdeckung durch die Bevölkerung. Da mĂŒssten Mariner, Tendi und T'Lyn schon fast zwangsweise zu spĂ€t kommen.
Etwas distanziert betrachtet, mĂŒsste diese zeitliche Dilatation des Planeten dafĂŒr gesorgt haben, dass sich die Bevölkerung in der Entwicklung bereits Jahrtausende weiter befindet als die Föderation. Das AuĂenteam hier in eine quasi mittelalterliche Welt hineinstolpern zu lassen (schlieĂlich glauben die Einheimischen an Hexerei und dergleichen), hĂ€tte mindestens eine kleine ErklĂ€rung verdient. Beispielsweise, dass der Planet regelmĂ€Ăig von einem Naturereignis heimgesucht wird, welches groĂe Teile der Bevölkerung auslöscht und damit der schnellen Entwicklung entgegenwirkt. Unter solchen Voraussetzungen wĂ€re der Entwicklungsstand nachvollziehbar gewesen und man hĂ€tte obendrein noch Spannung damit erzeugen können, dass dem AuĂenteam nur wenig Zeit bleibt, weil in beispielsweise einem Jahr die nĂ€chste Katastrophe zuschlĂ€gt. Aber gut, mit einem solchen Ereignis könnte man andererseits auch wieder die ganze AuĂenmission seinlassen.
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Girls Trip
Vorweg muss ich direkt anmerken, dass mir diese Abenteuer mit den MĂ€dels, von denen wir schon einige hatten, grundsĂ€tzlich gefallen. Erinnern wir uns kurz an Something Borrowed, Something Green, war das eine groĂartige Episode, die die gleichen Figuren in den Fokus stellte. Mit dem Unterschied allerdings, dass Tendi und ihre Welt damals im Vordergrund standen.
Das Abenteuer dieser Woche ist durchaus Ă€hnlich gestaltet, rĂŒckt Tendi doch stĂ€rker in den Vordergrund als die anderen beiden Mitglieder des AuĂenteams. Und hĂ€tten alle lediglich die Aufgabe, die RĂŒckstĂ€nde vom Eingriff der lila Enterprise zu finden und zu vernichten, hĂ€tten sie ihre Mission schnell erfĂŒllt und könnten anschlieĂend sehr entspannt darauf warten, wieder zurĂŒck an Bord der Cerritos gebeamt zu werden. Es gibt allerdings zwei Hindernisse, die diese Entspannung verhindern.

Das erste Hindernis ist der Konkurrenzkampf zwischen Tendi und T'Lyn. Hier findet sich auch ein weiterer Kritikpunkt, denn ich hĂ€tte niemals erwartet, dass Tendi tatsĂ€chlich out of character geht und alles versucht, um sich die Beförderung zu sichern und obendrein T'Lyns Aktionen kritisch bewertet. Mag sein, dass das Piratenleben der Vergangenheit erneut Halt ĂŒber Tendi gewinnt. Aber sie ist doch zurĂŒck in der Sternenflotte und dort kennen wir sie eben nur als die Person, die von alles und allen begeistert ist und sich ĂŒber Fortschritte freut. Da passt es leider nicht ins Bild, wenn sie auf Schlaf verzichtet, um T'Lyn irgendwie im Wettkampf um die Beförderung auszustechen.
T'Lyn auf der anderen Seite hat ĂŒberhaupt kein Interesse am Wettkampf. Sie macht einfach nur das, was ihr im Rahmen der Zeitspanne logisch erscheint und versucht sogar mehrfach, Tendi miteinzubeziehen. Mich hat es ĂŒbrigens sehr gefreut, dass die Rolle von T'Lyn hier gröĂer als sonst ausfĂ€llt. Denn sie ist es, die am Ende Mariner aus dem Knast holen kann, weil sie mit dem Verkauf des Haarmittels ein Vermögen anhĂ€ufen konnte. Und ganz ehrlich, wenn ich die beiden Figuren diese Woche miteinander vergleiche, wĂŒrde ich T'Lyn bevorzugen. Einfach deshalb, weil sie keine AggressivitĂ€t zeigt, sich in die Situation hineingefunden hat und obendrein noch erfolgreich damit ist.
Aber okay, dieser vermeintliche Kampf wird natĂŒrlich aufgelöst. Nachdem beide von Snell (Eric Bauza) kurzzeitig ausgeschaltet wurden, findet ein GesprĂ€ch statt, welches alle MissverstĂ€ndnisse klĂ€rt. Und das geht ĂŒberraschend schnell und fĂŒhlt sich richtig gut an. Gegenseitiges VerstĂ€ndnis dominiert hier zwischen Tendi und T'Lyn, die sich direkt wieder im gleichen Team einfinden. Ich weiĂ nicht, ob dieser einseitige Konkurrenzkampf nötig gewesen wĂ€re, aber ohne Tendis Ausflug in die AggressivitĂ€t hĂ€tte sich das vermutlich weniger groĂartig angefĂŒhlt. Insofern bin ich mir auch etwas unsicher, ob es nicht doch eine gute Entscheidung war, erst einmal einen Spalt zwischen den beiden Figuren herbeizufĂŒhren.
Und oh, wir haben ja noch Mariner, die von alledem nichts mitbekommt. Die ersten Monate auf dem Planeten waren langweilig, aber sie erkennt dann irgendwie die Chance, mehr daraus zu machen. Nach einem Seitenhieb auf The Inner Light (dt.:„Das zweite Leben“) versucht sie, einen Freund zu finden. Aber das geht mit dem Horn ins Auge, was ihr zwei Monate GefĂ€ngnis beschert. Da hatte es ein gewisser Jean-Luc Picard (Patrick Stewart) sicher einfacher. Aber es passt zu Mariner, dass sie ihren Aufenthalt in der Einrichtung irgendwie nutzt, um Freundschaften zu schlieĂen (wie wir im Nachhinein erfahren). Was mir weniger geschmeckt hat, war das Löschen des Feuers, welches sie zurĂŒck ins GefĂ€ngnis bringt. Ernsthaft, hier hĂ€tte sie erkennen mĂŒssen, dass diese Flamme eine tiefere Bedeutung fĂŒr die Bevölkerung hat. Entsprechend schnell kehrt sie in den Knast zurĂŒck, wo sie auf das Episoden-Ende warten darf.
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Snell
Es gibt bei derartigen AuĂenmissionen immer eine einheimische Figur, die den Braten riecht, oder? In diesem Fall ist es Snell und Eric Bauza liefert tatsĂ€chlich wunderbar ab, wenn er unseren MĂ€dels auf Schritt und Tritt folgt, um die wahre Mission dieser Fremdlinge zu erfahren.
Ich hatte jedenfalls sehr viel SpaĂ mit diesem zweiten Hindernis, welches die AuĂenmission schwerer gestaltet. Der erste Punkt dabei ist einfach, dass unser AuĂenteam nicht vertraut mit den BrĂ€uchen oder der WĂ€hrung ist und entsprechend in diverse FettnĂ€pfchen treten kann, die zum Verdacht fĂŒhren, dass sie nicht nur Touristen sind. Und Mariners ErklĂ€rung, dass sie aus dem „Norden“ stammen? Wie oft haben wir das schon gehört? Herrlich.
Snells HartnĂ€ckigkeit ist jedenfalls beeindruckend, von daher hĂ€tte ich ihm auch einen kleinen Sieg gegönnt. Aber wenn es darum geht, die Neuankömmlinge als Hexen zu verbrennen, muss er natĂŒrlich in seine Grenzen verwiesen werden. Ich habe mich jedenfalls kaputtgelacht, als aus der Tasche dann eine ĂŒbergroĂe Traube rausrollte, auf der ein Gesicht gezeichnet wurde. Und nicht der Kopf von Data.

Data
Womit wir zu meinem persönlichen Highlight der Folge kommen. Die Stimme von Brent Spiner ist einfach unverkennbar und mich hat es sehr gefreut, dass einer der alten Recken aus Star Trek: The Next Generation hier einen Auftritt erhÀlt. Noch dazu mit Tendi, die den abgetrennten Kopf des Androiden zum Reden bringt und direkt sein Vertrauen gewinnt.
Schnell werden die Gemeinsamkeiten der beiden herausgearbeitet, es werden diverse Krisensituationen von Data genannt und ganz allgemein hat mir das Teamwork der beiden unterm Strich gefallen. Einziger Minuspunkt ist die Tatsache, dass Tendi nicht genau zuhört, wenn Data ihr den eigenen Fehler in Sachen Konkurrenzkampf mit T'Lyn aufzeigt. Aber wie gesagt, sie erkennt diesen spĂ€ter selbst, von daher Schwamm drĂŒber.
Aber genau solche Auftritte - wir erinnern uns kurz an Jonathan Frakes, der zu Beginn der zweiten Staffel Star Trek: Lower Decks als Captain Riker zu sehen war - lassen einem Trekkie doch das Herz aufgehen. Oder auch Tom Paris (Robert Duncan McNeill) und andere, die ihren Weg in die Serie gefunden haben. Klar, das ist in erster Linie natĂŒrlich Fanservice, aber nichts anderes ist die Serie selbst mit ihren zahlreichen Referenzen und Anspielungen auf das Star Trek Universum. Von daher sind derartige Gastauftritte immer willkommen. Erst recht, wenn sie wie hier gut eingebaut werden.
Brutherford
Rutherford und Boimler kommen diese Woche nicht gut weg. Bereits eingangs lĂ€sst sich erahnen, dass die Schirmchen-Drinks im Transporter-Raum keine gute Idee sind und entsprechend kommt es, wie es kommen muss und die Mission, die eigentlich nur eine Sekunde an Bord der Cerritos gedauert hĂ€tte, wird fĂŒr Mariner, Tendi und T'Lyn zur monatelangen Tortur.

Die kurzen EindrĂŒcke von Rutherford und Boimler sind ein Gag, aber machen das Abenteuer erst möglich. Ein bisschen FremdschĂ€men ist angesagt, wenn beide schlieĂlich ihre Drinks von der Konsole lecken, weil die Shirts sich nicht als besonders saugfĂ€hig erweisen. Und als die MĂ€dels dann doch zurĂŒckgebeamt werden, stehen beide wie Idioten da - verdientermaĂen.
AuffĂ€llig ist aber, dass Boims mittlerweile fast am Ziel angekommen ist, was seinen Bart angeht. Und kurioserweise scheint jetzt auch Rutherford sich einen Bart wachsen zu lassen, womit er augenscheinlich mehr Erfolg als Boimler hat - hier sind nicht einzelne HĂ€rchen zu erkennen, sondern ein schöner Schatten, der fĂŒr einen guten Gesamtwuchs steht. Aber Moment, Rutherfords Alter Ego aus Dos Cerritos hatte keinen Bart. Warum also den Rasierer weglassen? Und hatte ich nicht schon letzte Woche moniert, dass es fĂŒr Rutherford keinen Sinn macht, seinem Alter Ego nachzueifern, nachdem er in der Auftaktfolge Einfluss auf sein anderes Ich genommen hat? Also, eifert Rutherford jetzt Boimler beziehungsweise dessen Alter Ego nach? Keine Ahnung. Viel Sinn ergibt das alles nicht. Aber ich glaube fest daran, dass beide sich noch umsehen werden, wenn es auf das Finale zugeht.

Fazit
Eine verdammt gute Folge, die mit Leichtigkeit die Bestwertung hĂ€tte haben können. Allein schon der Girls Trip mit Data und den zahlreichen Referenzen hĂ€tte dafĂŒr ausgereicht. Aber leider gibt es doch ein paar Kritikpunkte, die sich nicht wegdichten lassen. Einmal der Planet selbst, der eigentlich viel fortgeschrittener hĂ€tte sein mĂŒssen und auĂerdem Tendi, die unĂŒblich fĂŒr ihre Figur auf Krawall mit einer unschuldigen T'Lyn gebĂŒrstet wird. Letzten Punkt könnte man mit Blick auf die Auflösung noch streichen, die kurz und knapp ins Herz geht. Aber dann sind da noch Boimler und Rutherford, deren Mission doch sehr eingeschrĂ€nkt ist. Hmm, ich vergebe mal vier von fĂŒnf Sternen. Und ihr?
Verfasser: Christian SchÀfer am Samstag, 30. November 2024(Star Trek: Lower Decks 5x07)
Schauspieler in der Episode Star Trek: Lower Decks 5x07
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?