Star Trek: Lower Decks 5x05

Star Trek: Lower Decks 5x05

In der Folge „Starbase 80?!“ der US-Serie „Star Trek: Lower Decks“ besucht die Cerritos gezwungenermaßen Sternenbasis 80. Mariner ist nicht gerade begeistert, und es dauert nicht lange, ehe merkwürdige Dinge passieren. Ist es tatsächlich ein Fluch oder steckt mehr dahinter?

Was ist mit Rutherford passiert?
Was ist mit Rutherford passiert?
© Paramount+

Starbase 80?!

Starbase 80?! (dt.:„Sternenbasis 80?!“) führt uns zur titelgebenden Sternenbasis, von der Mariner (Tawny Newsome) bereits einige Eindrücke sammeln konnte. Und auch Captain Freeman (Dawnn Lewis) ist nach Dos Cerritos ein wenig besorgt, dass die Cerritos keine andere Wahl hat, als dort Hilfe zu suchen. Ob der Ruf dieser Basis allerdings gerechtfertigt ist, steht auf einem anderen Blatt.

Star Trek: Lower Decks holt diese Woche sehr weit aus und das nicht nur, was die eigene Mythologie angeht. Wir erleben quasi eine Reise in die Vergangenheit, so dass man meinen könnte, Ostern steht wegen der ganzen Easter Eggs kurz bevor. Denn es gibt derart viel zu entdecken beziehungsweise wird so viel referenziert, dass man als Zuschauer die Folge mindestens zweimal schauen muss und auch bei der dritten Sichtung noch Dinge entdeckt, die irgendwie cool, weil Retro, sind. Hier gibt es schonmal einen Hut ab an die Macher, die wirklich tief in die Trickkiste gegriffen haben und trotzdem mit Leichtigkeit eine fesselnde Story aufbauen, bei der man sich am Ende als Zuschauer so richtig wohlfühlen kann.

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Aber worum geht es überhaupt? Die Cerritos hat gerade einen Planeten besucht, der komplett von Wasser bedeckt ist (das würde ich übrigens gerne in der nächsten Staffel von Star Trek: Strange New Worlds sehen) und Mariner erklärt ihren Kollegen Boimler (Jack Quaid), Rutherford (Eugene Cordero) und Tendi (Noel Wells), die ebenfalls an der Mission beteiligt waren, dass sie sehr viel Spaß daran hatte, die verschiedenen Algen zu katalogisieren. Okay, Mariner scheint tatsächlich nicht mehr die Missionen zu hinterfragen, sondern lässt sich auf die Erkundung neuer Welten ein - was ihre Kollegen etwas verwundert. Aber dann gibt es eine Fehlfunktion an Bord der Cerritos, die nur durch Hilfe von Sternenbasis 80 behoben werden kann. Genau die Station, die Mariner nicht mehr sehen möchte und womit sie erstmal in ältere Verhaltensmuster zurückfällt. Mit anderen Worten: „Noooooooooo…

Es gibt unterm Strich zwei Handlungen auf der Sternenbasis. Die eine beschäftigt sich mit Mariner und ihren Kollegen, die auf Figuren wie Kassia Nox (Nicole Byer), Chad und Dr. Horseberry (Liam McIntyre) stoßen, um das größere Rätsel zu lösen und die andere hat Captain Freeman und ihren ersten Offizier Ransom (Jerry O'Connell) parat, die auf der Suche nach dem dringend benötigten Ersatzteil sind, welches ein gewisser Ingenieur Jakobowski (Stephen Root) zur Verfügung stellen soll. Beide Handlungen greifen dabei nicht wirklich ineinander, aber sollen sich doch wunderschön ergänzen und eine Gesamtgeschichte erzählen, die den Zuschauer mit einem „Das ist Star Trek!“ zurücklässt. Also, zumindest mich jedenfalls.

Wir sind gar nicht so übel
Wir sind gar nicht so übel - © Paramount+

Nostalgie pur

Unabhängig der einzelnen Handlungen gibt es diese Woche derart viel zu entdecken, dass das Thema ein eigenes Kapitel verdient. Wir erfahren, dass die Acamarianer Teilinhaber von der Sternenbasis 80 sind - mit ihnen ist nicht gut Kirschen essen, aber an sich sind sie nicht wirklich aggressiv und geben den Besuchern der Arcade sogar noch ein paar Tokens mit.

Aber Moment, ich vergesse schon wieder die Eingangshandlung, die uns einen weiteren Blick in die Cetacean Ops gewährt, wo unter anderem Matt präsent ist, der uns eine Vorahnung auf das Geschehen der Episode gibt. Aber die Sternenbasis ist der eigentliche Clou, denn dort funktioniert alles mehr oder weniger wie in TOS - inklusive Kommunikatoren an der Wand (was noch relevant werden soll), alte Turbolifte und eine Brücke, äh, Operationszentrale der Station, die der originalen Enterprise doch sehr ähnelt. Auch ein gewisser Gene scheint trotz anderem Akzent einem Scotty (James Doohan) nachzueifern, wenn er sämtliche Systeme repariert sehen will.

Auf Pause habe ich aber gedrückt, als es nach dem Corn Dog Händler Chad den Laden mit den verschiedenen Uniformen zu sehen gab. Dort gibt es derart viel zu entdecken, dass man einen eigenen Artikel darüber schreiben könnte - allein schon die Uniformen. Und das Gel, welches vor allem Ransom sehr dick aufträgt? Wen erinnert das nicht an die Desinfektionskammern aus Star Trek: Enterprise? Einfach herrlich, sogar T'Pol (Jolene Blalock) wird von Boimler an dieser Stelle erwähnt.

Ich bin Brite - sieht man das?
Ich bin Brite - sieht man das? - © Paramount+

Aber es gibt noch so viel mehr. Der Parasit von Tarchannen III aus Identity Crisis ist Teil von Dr. Horseberry, Kassia ist ein El-Aurianer und Clem (Jerry O'Connell darf ihn sprechen) ist eine anaphasische Lebensform, wie wir sie aus Ronin kennen. Wobei das alles noch nicht alles ist. Es gibt diese Woche wirklich derart viel zu entdecken, was über die eigene Mythologie von Star Trek: Lower Decks hinausgeht, unglaublich.

Der wesentliche Punkt ist aber, dass wir gewissermaßen eine Reise in die Vergangenheit erleben und zudem erfahren, weshalb es der Sternenbasis 80 an vielen Mitteln fehlt. Captain Freeman erkennt das schließlich auch und kann nachvollziehen, weshalb ein gewisser Gene sie an der Nase herumgeführt hat, um alle möglichen Defekte zu beheben. Diese Sternenbasis hat eben für die Föderation eine geringe Priorität - ähnlich wie die Cerritos - und das führt uns auch zu einem Cliffhanger, der vermutlich keiner ist. Ich erwarte jedenfalls nicht, dass eine gigantische Fledermaus Freeman und Ransom in Stücke gerissen hat. War doch nur der Abschluss-Gag, oder?

Was haben wir denn hier?
Was haben wir denn hier? - © Paramount+

It's a Curse!

Leider gibt es diese Woche nur eine Figur von unseren Lower Decks, die sich weiterentwickeln darf und das ist Mariner. Die anderen sind zwar auch dabei (mit Ausnahme von T'Lyn (Gabrielle Ruiz), die ich erneut vermisse), aber sowohl Boimler, Tendi und auch Rutherford stellen eher Kanonenfutter dar. Gutes Kanonenfutter allerdings, denn als Zuschauer kann man schon schnell erahnen, weshalb Mariners Kollegen plötzlich die Wände lecken wollen und auch, weshalb Kassia den Kommunikator von Mariner zerstört.

Aber gehen wir noch einmal ein bisschen zurück. Mariners Voreingenommenheit gegenüber der Station und dem Personal lässt sie zunächst nicht erkennen, was wirklich passiert. Dabei ist Gastfigur Kassia mehr als zuvorkommend und kümmert sich vorbildlich um unsere Lower Decks. Begeisterungstechnisch kommt sie da Tendi nahe, die auch stets das Positive in allen Situationen erkennt. Von daher hinterlässt Kassia auch bei uns Zuschauern direkt einen positiven Eindruck, wenn sie den anderen die Station erklärt, auf diverse Probleme aufmerksam macht und schließlich den Zusammenhang zwischen den Kommunikatoren und dem „Fluch“ erkennt, der nur die Crew der Cerritos heimsucht.

Rutherford fühlt sich nicht gut
Rutherford fühlt sich nicht gut - © Paramount+

Als aufmerksamer Zuschauer lässt sich schnell erahnen, woher die Bedrohung kommt. Denn bereits als Rutherford Billups (Paul Scheer) kontaktiert, können wir Zombie-ähnliche Leute vernehmen und erhalten somit den Hinweis, dass auf der Cerritos etwas nicht in Ordnung ist. Wenig später verfällt Rutherford dem „Fluch“ und anschließend Tendi, nachdem sie versucht hat, T'Ana (Gillian Vigman) zu kontaktieren. An dieser Stelle war mir noch nicht klar, dass die Kommunikatoren zur Verbreitung des Zombie-ähnlichen Zustands führen, aber die aufmerksame El-Aurianerin zieht den richtigen Schluss, nachdem auch Boimler seinen Kommunikator benutzt hat.

Der kleine Kampf zwischen Mariner und Kassia war an sich unnötig. Hier hätte eine kleine Diskussion ausgereicht, um Mariner erkennen zu lassen, dass sie bezüglich Sternenbasis 80 falsch liegt. Außerdem gibt es anschließend noch genug Action, wenn Mariner, Kassia, Dr. Horseberry und Chad zur Cerritos aufbrechen und der Ursache auf den Grund gehen. Durch Teamwork und einen „rudimentären“ Eingriff von Dr. Horseberry können sie den Tag schließlich retten. Und ist es nicht typisch Star Trek, wenn das Problem aus einer an sich unschuldigen Lebensform besteht, die lediglich Kontakt zu unseren Leuten aufbauen wollte?

Das Ende dieser Handlung hat mich jedenfalls komplett überzeugt. Mariner hat dazugelernt und die Sternenbasis ist gar nicht so schlimm, wie angenommen. Schließlich versuchen die Leute dort - wie Kassia - auch nur, die täglichen Probleme zu bewältigen und ärgern sich zuweilen ein wenig darüber, dass die Sternenflotte ihnen so wenig Aufmerksamkeit schenkt. Ähnlich ergeht es auch der Cerritos mit ihren Missionen der Sorte „zweiter Kontakt“. Eine gute Überleitung zu Freeman und Ransom, die von Gene quer durch die Station geschickt werden.

Can You Fix It?

Während unsere Lower Decks das große Abenteuer der Woche haben, sollen Freeman und Ransom den Navigationsprozessor besorgen, den die Cerritos benötigt, um wieder Warp-tauglich zu werden. Dazu müssen sie lediglich den Chefingenieur Jakobowski finden. Eine Aufgabe mit Hindernissen, denn die Suche führt in die verschiedenen Winkel der Station, die nicht selten amüsant zu betrachten sind.

Gene hat alles gegeben
Gene hat alles gegeben - © Paramount+

Die Schnitzeljagd hat mir gefallen. Teils absurder Humor (Turbolift, die Treppe) bringt Captain Freeman immer wieder dazu, nicht aufzugeben und sich den Herausforderungen der Station zu stellen. Als Zuschauer kann man schnell erraten, dass Gene der gesuchte Jakobowski ist und die Suche nach dem Prozessor dafür nutzt, Freeman die verschiedenen Systeme reparieren zu lassen. Und man kann es ihm wirklich nicht verübeln, schließlich ist der Zustand der Station alles andere als gut, womit jede Hilfe willkommen ist. Als Freeman und Ransom ihn schließlich entlarven können, dachte ich schon, es kommt zu einem ähnlichen Konflikt wie bei Mariner und Kassia. Aber nein, hier kann die Folge erneut überzeugen, denn Freeman erkennt Genes Notlage und zieht einen Vergleich zwischen der Cerritos und Sternenbasis 80, der beide Handlungen miteinander vereint. Mehr noch, Freeman akzeptiert noch die Aufgabe, die Station von den Fledermäusen zu befreien. Wie oben bereits angeführt, halte ich dieses Abschluss-Geschehen allerdings nur für einen kleinen Gag. Denn ich kann mir kaum vorstellen, dass Freeman und Ransom bei dieser Aktion draufgehen, wie es der Dialog andeutet. Andererseits, zu 100 Prozent bin ich mir auch nicht sicher, also mal schauen, wie es nächste Woche weitergeht.

Sonstiges

Boimlers Bart nimmt langsam, aber sicher Form an. Ich bin gespannt, ob wir ihn gegen Ende der Staffel tatsächlich mit dem Endresultat aus Dos Cerritos sehen werden. Und, äh, da waren sogar drei Brusthaare zu erkennen, nachdem er seinen Taucheranzug abgelegt hat.

Ist das ein Bart?
Ist das ein Bart? - © Paramount+

Chad lives to dog another day.“ Und ich hätte schon Lust, mir ein Spin-off über Sternenbasis 80 anzuschauen, bei der Kassia, Gene, Dr. Horseberry und Chad die Hauptrollen übernehmen. Quasi das Pendant zu Star Trek: Deep Space Nine in der Welt von Star Trek: Lower Decks. Das ganze Geschehen fühlte sich jedenfalls schon ein wenig wie ein Backdoor-Pilot an, oder?

Der Staffelbogen um die Portale in Parallelwelten, die von irgendwem verursacht werden, ruht diese Woche. Das ist ähnlich schade wie die Abwesenheit von T'Lyn, aber mit Blick auf die Folge lässt sich beides leicht verschmerzen.

Fazit

Ich bin begeistert, was die fünfte Staffel von Star Trek: Lower Decks diese Woche zur Halbzeit abliefert. Charakterlich sind zwar „nur“ Mariner und Freeman von kleineren Entwicklungen betroffen (sofern wir Boimlers Bartwuchs nicht mitzählen), aber dafür gibt es neue Charaktere zu entdecken und der nostalgische Ausflug in die Vergangenheit hat mich ohnehin abgeholt. Von mir gibt es dafür viereinhalb von fünf Sternen. Und von euch?

Verfasser: Christian Schäfer am Sonntag, 17. November 2024
Episode
Staffel 5, Episode 5
(Star Trek: Lower Decks 5x05)
Deutscher Titel der Episode
Sternenbasis 80?!
Titel der Episode im Original
Starbase 80?!
Länge der Episode im Original
25 Minuten
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 14. November 2024 (Paramount+)

Schauspieler in der Episode Star Trek: Lower Decks 5x05

Darsteller
Rolle
Tawny Newsome
Jack Quaid
Eugene Cordero
Dawnn Lewis
Gillian Vigman
Jerry O'Connell
Fred Tatasciore

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