Star Trek: Lower Decks 5x04

Star Trek: Lower Decks 5x04

In der Folge „A Farewell to Farms“ der US-Serie „Star Trek: Lower Decks“ wird es klingonisch. Während Mainer und Boimler die Hilfe von Ma'ah auf Qo'noS suchen, stehen Rutherford und Tendi Dr. Migleemo bei, der den Gästen der Cerritos ein leckeres Mahl zubereiten möchte.

It is going to be klingon as hell this week
It is going to be klingon as hell this week
© Paramount+

A Farewell to Farms

A Farewell to Farms (dt.:„Von Brüdern und anderen Herausforderungen“) ist eine dieser ungewöhnlichen Folgen von Star Trek: Lower Decks, die sich hauptsächlich mit anderen Kulturen beschäftigen. wej Duj fällt mir dabei ein oder auch die leider weniger gelungene Folge A Mathematically Perfect Redemption. Auffällig ist diese Woche, dass der übliche Vorspann fehlt und unsere Lower Decks - Mariner (Tawny Newsome), Boimler (Jack Quaid), Rutherford (Eugene Cordero) und Tendi (Noel Wells) - größtenteils eine Nebenrolle spielen. Von T'Lyn (Gabrielle Ruiz) ist leider nichts zu sehen.

Wir starten auf Qo'noS und sehen zunächst, wie es Ma'ah (Jon Curry) seit The Inner Fight ergangen ist. Er lebt zusammen mit seinem Bruder Malor (Sam Witwer) auf einer Farm, was direkt an die Episode Family erinnert - wobei diese ungleichen klingonischen Brüder unter anderem Blutwein herstellen und die örtlichen Kneipen damit versorgen. Im weiteren Verlauf erfahren wir, dass Ma'ah seinen Titel als Captain verloren hat und aus dem Militärdienst ausgeschlossen wurde, weil er Dorg (Colton Dunn) einst umbrachte und dieser der Bruder von Bargh (ebenfalls Colton Dunn) war, der jetzt im (kleinen) Vorstand des klingonischen Aufsichtsrates sitzt. Zu Bargh gesellen sich übrigens K'orin (Jess Harnell) - Mariners „Kumpel“ aus vergangenen Tagen - sowie Enaj (Dulce Sloan). Mariner und Boimler überreden Ma'ah, sich einem Ritual zu stellen, welches ihm den Rang des Captains zurückgeben soll - keine leichte Aufgabe, denn Bargh setzt alles daran, dass die drei Aufgaben, die absolviert werden müssen, möglichst unfair gestaltet sind.

Wer legt hier wen flach?
Wer legt hier wen flach? - © Paramount+

Währenddessen hat die Cerritos ein paar Gäste von Migleemos (Paul F. Tompkins) Heimatwelt, die tatsächlich hauptsächlich aus „Foodies“ zu bestehen scheint. Entsprechend sind Gonald (Gillian Vigman) und Legnog (Sam Witwer diese Woche in einer Doppelrolle) sehr schwer zu beeindrucken und geben sich von Beginn an als sehr arrogant, was Captain Freeman (Dawnn Lewis) schon in den ersten Minuten nach deren Ankunft fast zur Weißglut bringt. Migleemo hat sich aber vorgenommen, seine Spezies, die sich übrigens Klowahkans nennen, von den Köstlichkeiten an Bord der Cerritos zu überzeugen. Rutherford und Tendi schreiten hier zur Hilfe, nachdem das erste (replizierte) Essen als fade zurückgewiesen wurde.

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Strange New Meals

Die Handlung auf der Cerritos steht nicht im Mittelpunkt, sondern ist vielmehr eine bestenfalls nette, kleine Nebenhandlung, die den Zuschauer bei Laune halten kann. Das Thema der Woche, welches vielleicht als „Clash of Cultures“ bezeichnet werden kann, wird hier zwar auch aufgegriffen, aber ist bei weitem nicht so präsent wie auf Qo'noS. Mir hat zwar gefallen, dass wir mehr über die Kultur der Klowahkaner erfahren und sogar ein wenig von deren Heimatplaneten zu sehen bekommen, aber unterm Strich wäre dieses Geschehen eher die C-Handlung gewesen und hätte auch mit weniger Szenen auskommen können.

Oder aber, man hätte daraus eine wichtige, diplomatische Mission gemacht, die für Freeman und die Cerritos sehr relevant ist, weil es gilt, diese Kritiker vom größeren (kulinarischen) Wert der Sternenflotte zu überzeugen. Aber Gonald und Legnog sind nur Gäste und sollen von a nach b transportiert werden. Die „Food-Challenge“ bleibt da nur optional und das erste Ergebnis war zu erwarten, wenngleich das replizierte Mahl (ich denke da immer an die Mikrowelle, Tiefkühlprodukte oder so Instant-Gerichte) vielleicht auch schmeckt.

Sieht doch sehr lecker aus
Sieht doch sehr lecker aus - © Paramount+

Der Punkt ist aber, dass hier kaum Spannung aufkommt und der eigentliche Witz zu lange „ausgenudelt“ wird. Wenn davon gesprochen wird, dass die präsentierten Gerichte zu „bland“ (fade) sind, muss ich irgendwie immer an Gordon Ramsay und seine „Kitchen Nightmares“ denken, die ich zuweilen auf Youtube mal anschaue. Ich sehe auch nicht, wen Gonald und Legnog aus der heutigen Welt repräsentieren könnten. Ja, es gibt viele Leute, die unterschiedliche Gerichte probieren und bewerten und es ist auch irgendwie cool, sowas in Star Trek: Lower Decks einzubauen. Aber mir fehlt hier die größere Botschaft, ob nun serienintern oder mit Blick auf unsere Gegenwart. Wisst ihr, was ich meine?

Positiv bleibt hier nur in Erinnerung, dass Rutherford und Tendi unseren Migleemo unterstützen und am Ende auch erkennen, dass die beiden Kritiker ihren Geschmack verloren haben. Das ist aber keine große Überraschung, sondern ließ sich erwarten. Mir hat zwar gefallen, dass es überhaupt eine Nebenhandlung gegeben hat und wir mehr über die Klowahkaner erfahren, aber das Gelbe vom Ei sieht halt anders aus. Von daher war diese Handlung zwar nett, aber eher bedeutungslos, was wiederum schade ist.

Klingonen und Rituale

Die Haupthandlung hat mich derweil sehr überzeugt und macht so richtig Spaß. Einmal, weil wir mit diversen Ritualen bereits vertraut sind, aber auch, weil wir viele der Gastfiguren bereits gesehen haben. Und das „Boob Window“? Mariners Kommentar dazu ist unbezahlbar, auch wenn Ma'ah das vielleicht anders sehen mag.

Aber die kleineren Witze wie Boimlers Bartwuchs (das wird noch was!) mal beiseitegelassen, geht es hauptsächlich um Ma'ah, der sich scheinbar mit einem eher bedeutungslosen Leben abgefunden hat. Selbst während des Rituals, dem sich übrigens alle vier zusammen stellen müssen, ist er nicht bei der Sache. Zudem ändert Bargh ständig die Regeln, was Ma'ah zwar nicht daran hindert, zusammen mit Mariner, Boimler und Malor die ersten beiden Prüfungen zu bestehen, aber bei der letzten gerät er dann doch ins Straucheln und opfert lieber sich selbst, als einen Platz als Captain zurück in Barghs Flotte zu erhalten.

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Mariner stellt ihn zur Rede und zusammen mit einem weiteren (fast vergessenen) Ritual findet Ma'ah schließlich sein Selbstbewusstsein zurück. Liegt vielleicht auch daran, dass dieses Ritual den Zweikampf von Ma'ah und Bargh beinhaltet, aber für mich ergibt sich hier ein passendes, klingonisches Finale, welches stimmig mit der Kultur daherkommt und nebenbei noch humorvoll gestaltet ist. Die beiden klingonischen Brüder haben fortan also ihr eigenes, kleines Schiff und können in eigene Abenteuer starten - Fortsetzung nicht ausgeschlossen.

Mariner und Boimler

Normalerweise mag ich es nicht, wenn unsere Hauptfiguren die zweite Geige spielen. T'Lyns Abwesenheit und die Hintergrundrollen von Rutherford und Tendi (die darf wenigstens einen kleinen Kommentar in Bezug auf ihre Fähigkeiten mit dem Küchenmesser bringen) sind auch beispielhaft dafür, wie man den Hauptfiguren nichts bis wenig zu tun gibt. Aber glücklicherweise sieht das in der Haupthandlung um Ma'ah anders aus - denn hier dürfen Mariner und Boimler kräftig unterstützen, um den Klingonen den Alltag zu retten.

Nicht falsch verstehen, ohne Rutherford und Tendi wären Migleemo und seine Familie im heimischen Vogelknast gelandet. Aber die Erkenntnis, dass die beiden Kritiker ihren Geschmackssinn verloren haben, war schon sehr offensichtlich, nachdem der Hogfish (Eber-Lippfisch) so schnell vom Tisch gestoßen wurde.

Mariner und Boimler haben da wesentlich mehr zu tun, wenn sie plötzlich ins Leben von Ma'ah hineinplatzen, der gerade von K'Elarra (Mary Chieffo meldet sich kurz zurück) umgarnt wird - allein schon Mariners Satz „Oh, what crawled up her boob window and died?“ ist unbezahlbar und erinnert natürlich an die klingonischen Duras-Schwestern aus Star Trek: The Next Generation. Aber damit sollen weder die Referenzen enden, noch der Spaß und die Ernsthaftigkeit, welche uns diese Woche in dieser Handlung präsentiert werden. Und das ist einfach großartig umgesetzt.

Denn Klingonen lieben Rituale und wer sich auch nur ein bisschen in Sachen Star Trek auskennt, weiß die vielen Eastereggs zu schätzen, die quasi durchgehend präsentiert werden. Und ist es ein Wunder, dass Boimler hier mit seinem Wissen auftrumpfen kann? Nein, sicher nicht. Außerdem ist Mariners Vorliebe für Klingonen seit dem Piloten erkennbar gewesen und passt entsprechend wunderbar hinein, wenn sie Ma'ah (der ihr einst geholfen hat) nun ihre Hilfe anbietet - ob er möchte oder nicht.

Hier wird doch niemand Kreischen, oder?
Hier wird doch niemand Kreischen, oder? - © Paramount+

Ein bisschen irritiert hat mich lediglich Boimlers Wagemut sowie die Tatsache, dass wir von ihm trotz gefährlicher Situationen nicht ein Kreischen zu hören bekommen. Aber das lasse ich trotzdem gelten - unter der Annahme, dass sein Selbstbewusstsein seit dem letzten Abenteuer exponentiell gestiegen ist. Ich bin schon gespannt, wie seine Gesichtsbehaarung nächste Woche aussieht.

Aber die Krönung des Ganzen ist mit Sicherheit, dass diese Handlung nicht belanglos ist. Denn es gilt, eine weitere Anomalie zu scannen, womit das Staffelthema wieder aufgegriffen wird. Dank der Scans entdeckt Mariner auch, dass diese von jemandem verursacht werden müssen und damit nicht natürlicher Natur sind. Wir erfahren zwar noch nicht, wer dahintersteckt, aber diverse Mutmaßungen können nun angestellt werden. Vielleicht eine Parallel-Variante von Nick Locarno (Robert Duncan McNeill)? Nein, das würde sich nicht richtig anfühlen. Vielleicht ein Q oder gar der Q (John de Lancie)? Hmm, ich weiß nicht. Mit Blick auf den sich immer wieder ändernden Vorspann könnte eine gewisse grüne Hand vielleicht ein Tipp sein, die damals der TOS-Crew um Captain James T. Kirk (William Shatner) in „Who Mourns for Adonais?“ (dt.:„Der Tempel des Apoll“) zu schaffen machte und auf griechische Gottheiten zurückging. Aber auch dort wäre ich mir unsicher. Obwohl, zuweilen holt Star Trek: Lower Decks so weit aus und integriert Spezies wie Stories aus vergangenen Zeiten, dass nichts unmöglich erscheint. Und die grüne Hand ist im Vorspann. Und diese Woche wird der „erste“ Kahless erwähnt, was vielleicht auch von Bedeutung sein könnte und diese letzte Theorie meinerseits womöglich unterstützt. Keine Ahnung - aber das macht am meisten Spaß.

Lecker sagt Chefkoch und schau mir in die Augen, Kleines
Lecker sagt Chefkoch und schau mir in die Augen, Kleines - © Paramount+

Fazit

Eine besondere Folge, die mich zwiespältig zurücklässt. Die Handlung auf der Cerritos hat mich nicht überzeugt, weil sie relativ belanglos war und kaum punkten konnte. Aber mir hat alles um Ma'ah und die Klingonen gefallen - es war lustig, es gab zahlreiche Referenzen, Boimler und Mariner konnten mehrfach punkten, weil sie am Ende die beiden klingonischen Brüder retten, und das hat mir gefallen. Außerdem kommt die übergreifende Story ins Rollen, was ebenfalls ein Pluspunkt ist, denn ab jetzt können wir Theorien aufstellen und mitraten. Wertung? Hmm, schwierig. Aber ich glaube, die Handlung auf Qo'noS ist der eigentliche Mittelpunkt und von daher sollte diese Folge mindestens vier von fünf Sternen erhalten. Aber wie seht ihr das?

Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 9. November 2024
Episode
Staffel 5, Episode 4
(Star Trek: Lower Decks 5x04)
Deutscher Titel der Episode
Von Brüdern und anderen Herausforderungen
Titel der Episode im Original
A Farewell to Farms
Länge der Episode im Original
27 Minuten
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 7. November 2024 (Paramount+)

Schauspieler in der Episode Star Trek: Lower Decks 5x04

Darsteller
Rolle
Tawny Newsome
Jack Quaid
Eugene Cordero
Dawnn Lewis
Gillian Vigman
Jerry O'Connell
Fred Tatasciore

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