Star Trek: Lower Decks 5x03

Star Trek: Lower Decks 5x03

In der Folge „The Best Exotic Nanite Hotel” der US-Serie „Star Trek: Lower Decks“ muss ein gigantisches Urlaubsschiff von Naniten befreit werden. Während Boimler eine Spezialmission erhält, erhalten Mariner, Rutherford, Tendi und T'Lyn Verstärkung.

Boimler wird seine Vorgesetzten beeindrucken, oder?
Boimler wird seine Vorgesetzten beeindrucken, oder?
© Paramount+

The Best Exotic Nanite Hotel

The Best Exotic Nanite Hotel führt Boimler (Jack Quaid), Mariner (Tawny Newsome), Rutherford (Eugene Cordero), Tendi (Noel Wells) und T'Lyn (Gabrielle Ruiz) in das vermutlich luxuriöseste und größte Raumschiff überhaupt, die „Cosmic Duchess“. Es hat die Größe eines Mondes, unterschiedliche, künstliche Klimazonen, mehrere Abenteuer-Parks und Spielkasinos. Letzteres ist mit Blick auf Shades of Green leicht widersprüchlich, schließlich wurde dort noch das Ende des Kapitalismus gefeiert und Geld verbrannt. Aber nuja, das lässt sich vielleicht als Seitenhieb werten, schließlich gibt es in der Welt von Star Trek durchaus noch Reichtümer wie in Gold gepresstes Latinum.

Unsere Lower Decks (endlich wieder vollzählig) sind zunächst guter Dinge und hoffen, neben der Mission noch etwas Zeit zu haben, um ein paar der Attraktionen mitzunehmen. Aber Boimler wird bereits im Vorfeld von Ransom (Jerry O'Connell) und Billups (Paul Scheer) abgefangen, um sie auf einer Undercover-Mission zu unterstützen. Das ist gut für Boims, oder? Allerdings erhält er von Jet (Marcus Henderson) im Vorfeld eine Warnung, denn der hat bei der letzten Mission mit Ransom beide Hände verloren, womit Boims ein ähnliches oder gar schlimmeres Schicksal drohen könnte.

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Mariner und die restliche Gang sind aber zuversichtlich, dass sie das Naniten-Problem auch ohne Boimler lösen können. Kurzzeitig jedenfalls, denn Jennifer (Lauren Lapkus) meldet sich diese Woche zurück und ist offenbar noch immer der Meinung, mit Mariner zusammen zu sein. Hier adressiert Star Trek: Lower Decks den Umstand, dass wir nie wirklich erfahren haben, was aus Jennifer und ihrer Beziehung zu Mariner wurde. Tendi, T'Lyn und Rutherford liefern zwar mögliche Erklärungen, aber eins steht fest: Mariner muss Jennifer verständlich machen, dass die Beziehung vorbei ist. Aber kann sie das?

Who is that andorian girl?
Who is that andorian girl? - © Paramount+

Das Naniten-Problem wird derweil immer größer und soll uns noch einen Twist bescheren, der zum Staffelthema passen soll. Und nein, damit meine ich nicht Boimlers merklich größeren aber immer noch spärlichen Bartwuchs, sondern vielmehr, was ich in Dos Cerritos kurz angesprochen habe und dort von T'Lyn auch bestätigt wurde. Die Weltraum-Anomalien beziehungsweise Portale in Parallelwelten, die sicher noch eine größere Rolle spielen werden.

Secret Agent Man in the Heart of Darkness

Boimlers geheime Mission hat mich vollends abgeholt und ist bis dato das Beste, was wir von ihm gesehen haben. Anfangs durch Jet verunsichert, will er mit den Gallamiten (endlich sehen wir die mal!) nicht reden und tritt dafür bei den Kreetassanern ins Fettnäpfchen. Oh, Boims, das hättest du besser wirklich wissen müssen. Aber Moment, das war erst der Anfang und unser Boimler soll sich trotz weiterer Fehlgriffe (nicht jedes Alien hat die Genitalien am gleichen Platz wie wir - schöne Anspielung übrigens) und dem längsten Boimler-Kreisch überhaupt noch so richtig gut machen, seine Vorgesetzten retten und Colonel Kurtz, äh, Admiral Milius (Toby Huss) die Leviten lesen.

Ernsthaft, Milius liefert hier sehr starke Vibes, die an „Apocalypse Now“ (1979) erinnern (übrigens u.a. geschrieben von John Milius, was kein Zufall sein dürfte) und lebt in „AWOL FALLS“, was gleichzeitig seine Situation und Zukunft beschreibt (und seinen Aufenthaltsort an sich hätte stark einschränken können). Aber gerade dieser Humor ist das, was wir von Star Trek: Lower Decks sehen wollen und wenn Milius noch seinen Grund für seine Abwesenheit angibt („die haben mich Weltraumwale melken lassen“), ist das sogar nachvollziehbar. Okay, bis hin zu einem bestimmten Punkt jedenfalls, denn wenn er Opfer von seinen Untergebenen verlangt, gehen die lieber wieder zur Bar zurück als ihn zu unterstützen.

In the Heart of Dorkness
In the Heart of Dorkness - © Paramount+

Und Boimler? Der darf den Tag retten (inklusive Ransom und Billups), nachdem Ransom und Billups ihm klargemacht haben, dass er nicht als menschliches Schild an der Mission teilnahm, sondern vielmehr aufgrund seiner „einzigartigen“ Fähigkeiten. Die Kombination aus Witz und Drama ist hier für mich jedenfalls voll aufgegangen, denn diese Nebenhandlung war nicht nur lustig (habt ihr den Paramount-Berg erkannt?), sondern konnte Boimlers Selbstbewusstsein stärken, wie es zuvor kaum der Fall war. Und das alles in einer Umgebung, die ebenfalls eine gewisse Balance zwischen Vergnügen und Bedrohlichkeit vermittelt. Genial.

Jariner

Die große Mission von unseren nunmehr vier Helden wird durch die Anwesenheit von Jennifer erschwert und lenkt den Fokus verstärkt auf die vergangene (?) Beziehung von ihr und Mariner, die von Jennifer auch liebevoll als „Jariner“ bezeichnet wird. Rutherford, Tendi und T'Lyn dürfen sich da zurecht fragen, weshalb Mariner nicht „offiziell“ beziehungsweise mit klaren Worten Schluss gemacht hat und kritisieren sie auch dafür. Aber wird sie es übers Herz bringen, Jennifer einen Korb zu geben?

Vor 1-2 Staffeln wäre Mariner vermutlich trotzdem den stillen Weg gegangen und hätte Jennifers Offerten ignoriert oder als Schnee von gestern bezeichnet. Heute hadert sie zwar immer noch damit, die richtigen Worte zu finden, kommt aber doch ein wenig erwachsener und erfahrener rüber, wenn sie sich vornimmt, Jennifer ins rechte Bild zu rücken. Beziehungen sind oft nicht einfach, erst recht nicht, wenn einer der Partner erkennt, dass sie nicht funktionieren. Da ist es immer schwierig, die richtigen Worte zu finden und einen Schlussstrich zu ziehen. So auch hier für Mariner, von daher lässt sich schon gut mit ihr mitfühlen. Aber der Clou ist eigentlich, dass Jennifer sie nur vorführen wollte, weil Mariner nie offiziell die Beziehung beendet hat - was gewissermaßen auch nicht korrekt ist.

Mehrere Ereignisse führen aber dazu, dass keiner von beiden dem jeweils anderen reinen Wein einschenken kann. Und wenn es endlich zum Austausch kommt, ist die Situation ähnlich wie bei Boimler von Bedrohungen gespickt und lädt zum Lachen ein - was kurioserweise abermals funktioniert. An einer Palme geklammert kommt es zum ehrlichen Austausch und beide akzeptieren das Ende der Beziehung und können den Knoten platzen lassen, der zuvor noch die gesamte Mission gefährdet hat.

Jariner
Jariner - © Paramount+

Aber wisst ihr, was mich am meisten gefreut hat? „Jariner“ ist noch immer ein Team und beide schaffen es gemeinsam, den Tag zu retten. Natürlich nicht ohne die Hilfe der anderen, aber der Schlussstrich unter der Beziehung ist hier kein Schlussstrich unter der Freundschaft, wie es im wahren Leben nur allzu oft vorkommt. Nein, sowohl Mariner als auch Jennifer schaffen es, die Beziehung hinter sich zu lassen, ohne sich gegenseitig anzufeinden. Und das ist sehr viel erwachsener als sich vorher erwarten ließ. Bravo.

Hungry Nanites

Rutherford, Tendi und T'Lyn mögen zwar nur wie ein kleiner Teil des Abenteuers wirken, aber sind trotzdem wichtig. Sie bringen Mariner erst dazu, sich der Realität zu stellen und sind natürlich auch im Kampf gegen die Naniten aktiv - wenn auch oft nur in zweiter Reihe, was ich in diesem Fall als weniger schlimm betrachte.

Schließlich freut sich Rutherford über Tendis Rückkehr und auch T'Lyn stimmt da mit einem Vorbehalt ein. Ich glaube, diese drei Figuren werden in naher Zukunft noch eine gemeinsame Mission haben, wo sie die individuellen Stärken so richtig ausspielen können. Vorerst bleibt es in dieser Folge bei einer Nebenrolle, was aber nicht heißt, dass diverse Charaktere hier nicht Entdeckungen machen dürfen oder sonst wie die Handlung vorantreiben können. Ohne diesem 3er-Team hätte der Episode jedenfalls eine Menge gefehlt, auch wenn es nicht den Eindruck erweckt.

Bestes Beispiel aktuell ist T'Lyn, von der wir diese Woche mehr erfahren als zuvor. Sie ist ein Fan von Krog (Marcus Henderson) und darf sogar den Tag retten, wenn sie auf seinen Instrumenten spielt und damit den Ikosaeder der Naniten zu Fall bringt. Sie gibt zwar immer vor, dass ihr nichts an allem liegt, aber das signierte Foto von Krog nimmt sie trotzdem mit und sie gibt an einer Stelle sogar zu, mit den Gedanken woanders zu sein. Sehr schöne, kleine Nebenhandlung, die uns endlich etwas mehr über T'Lyn und ihre Hobbies gibt.

We are here, too!
We are here, too! - © Paramount+

Und auch Rutherford liefert zuweilen die besten Tipps und darf Entdeckungen machen. Tendi kommt mir unterm Strich zwar ein wenig zu kurz, aber mit Blick auf die beiden Folgen zur Eröffnung der Staffel ist das für mich okay - da darf sie auch mal die zweite Geige in einer Episode spielen. Rutherford hingegen macht gegen Ende eine Entdeckung, die das Staffelthema hervorholt. Denn er erkennt in den deaktivierten Naniten ein Raumschiff namens „Endeavor“, welches von Captain Tersal (Gillian Vigman) geführt wird.

Sonstiges

Das Thema um diverse Weltraum-Anomalien, die in Parallelwelten führen, wird diese Woche erneut verdichtet. Witzigerweise soll Admiral Milius jetzt einen Weg finden, um Captain Tersal und ihre Crew zu retten, die in einem Mikrokosmos gefangen sind. Rückkehr von daher nicht ausgeschlossen, aber wer weiß schon, welche anderen Welten uns noch erwarten?

Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf den weiteren Verlauf der Staffel, werde aber auch immer ein Auge darauf haben, was mit unseren Figuren angestellt wird. Diese Woche konnten Boimler und Mariner glänzen, aber auch T'Lyn ein wenig und ohne Rutherford und Tendi hätte etwas gefehlt. Noch stehen uns 7 Abenteuer der Cerritos bevor und ich bin gespannt darauf. Meinetwegen kann auch noch jemand anders (Netflix?) einspringen, um die Serie fortzuführen. Siehe Star Trek: Prodigy. Ich will auf jeden Fall noch weit mehr von der Cerritos und ihrer Crew, als im Programm von Paramount+ steht. Und ihr?

To be continued?
To be continued? - © Paramount+

Fazit

Nahezu perfekt würde ich sagen. Sowohl Boimlers Mission als auch Mariners Dilemma haben mich abgeholt und es war - wie immer - eine Freude, die Kombination aus Witz und Drama zu erleben. Obendrein gab es mehrere Anspielungen auf andere Dinge, aber auch auf Serieninterna, die besonders zur Geltung kamen. Ich will mehr davon. Viel mehr. Wertung? Viereinhalb von fünf Sternen ist diese Woche mein Minimum. Aber wie seht ihr das?

Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 2. November 2024
Episode
Staffel 5, Episode 3
(Star Trek: Lower Decks 5x03)
Titel der Episode im Original
The Best Exotic Nanite Hotel
Länge der Episode im Original
26 Minuten
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 31. Oktober 2024 (Paramount+)

Schauspieler in der Episode Star Trek: Lower Decks 5x03

Darsteller
Rolle
Tawny Newsome
Jack Quaid
Eugene Cordero
Dawnn Lewis
Gillian Vigman
Jerry O'Connell
Fred Tatasciore

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