Star Trek: Lower Decks 4x07

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A Few Badgeys More
Die ersten Szenen bestätigen kurz die Rückkehr von Badgey (Jack McBrayer), welche uns in The Stars at Night bereits angekündigt wurde. Die Drookmani finden im Kalla-System Rutherfords (Eugene Cordero) Visierstück mit der künstlichen Intelligenz und fallen Badgey zum Opfer, der die Kontrolle an sich reißt und auf Rache an Rutherford aus ist.
Derweil wird ein Schiff der Binären das neueste Opfer des mysteriösen Schiffes und die Cerritos soll den Vorfall untersuchen. Allerdings ohne Tendi (Noel Wells) und Boimler (Jack Quaid), die zum Daystrom-Institut aufbrechen, wo Tendi einer Anhörung von Peanut Hamper (Kether Donohue) beiwohnen soll, während Boimler Agimus (Jeffrey Combs) befragen darf, der vorgibt, Informationen über die jüngste Attacke des mysteriösen Schiffs zu haben. Heimlich planen die beiden Insassen der Abteilung für inhaftierte, megalomanische Supercomputer des Instituts aber eine gemeinsame Zukunft, bei der sie zusammen einen Planeten unterdrücken wollen.
Die Hauptrolle dieser Episode fällt auf Rutherford, denn die Cerritos macht bei ihren Untersuchungen die erneute Bekanntschaft mit Badgey, der schnell das Feuer eröffnet („Boop“) und unsere Crew durch sein Wissen über jegliche Sternenflotten-Standards schnell in eine ausweglose Lage zwingt. Rutherford sieht keinen anderen Ausweg, als sich zum Schiff der Drookmani zu begeben. Dabei hat er Mariner (Tawny Newsome) im Schlepptau, die ihren Freund nicht allein lassen will. Aber es gibt keinen Plan, wenn es gegen Badgey geht. Rutherford schlägt zunächst mit einer Umarmung einen unkonventionellen Weg ein, um seinen „Sohn“ zu überzeugen, dass sein Vorhaben unnötig ist. Aber das Böse in Badgey gibt sich widerspenstig, womit wir eine erste Spaltung der Figur erleben - in Badgey und Goodgey - der noch eine weitere folgen soll. Trotz allen Bemühungen wird die Lage immer aussichtsloser, wenn Badgey die Crew der Cerritos und anschließend die gesamte Föderation infiltrieren und vernichten will.

Mystery Ship
Für einen kurzen Moment hatte ich tatsächlich angenommen, dass Badgey hinter dem mysteriösen Schiff steckt, aber glücklicherweise war das nicht der Fall. Ich mag zwar vieles, was diese bösen künstlichen Intelligenzen angeht, aber im Nachhinein aufzuzeigen, dass Badgey die Ursache ist, hätte mir nicht gefallen. Was mir aber direkt gefallen hat, war die (übliche) Attacke auf das Schiff der Binären, wo wir erneut zunächst den Lower Decks folgen (auch wenn wir nichts von dem verstehen, was sie sprechen). Und ist euch aufgefallen, dass der Captain's Chair hier ein Sofa ist? Die Binären agieren bekanntlich zu zweit, insofern fand ich diesen kleinen Hinweis im Hintergrund sehr cool. Überhaupt mal nett, diese Spezies wiederzusehen, auch wenn das Schicksal der Crew zunächst noch ungewiss bleibt.
Vielleicht greife ich jetzt etwas vor, aber was Boimler und Tendi von Agimus erfahren, muss auf jeden Fall genannt werden. Denn das mysteriöse Schiff ist keineswegs auf Zerstörungskurs, sondern täuscht diesen nur vor. Insofern könnten auch alle Crewmitglieder noch am Leben sein, wenn die Schiffe noch existieren und lediglich „gesammelt“ werden. Die große Frage bleibt natürlich, wer das Schiff steuert und worauf das alles hinauslaufen wird. Pakleds, wie schon oft gesehen? Gut möglich, aber dafür bräuchten sie schon Unterstützung von einer technologisch weiter entwickelten Spezies (was jetzt auch nicht neu wäre). Ich warte mal ab, was die nächsten Episoden bringen, aber vorerst gefällt mir die fortschreitende Integration des Staffelgegners in die Folgen. Die Bedeutung nimmt (langsam) zu, wir erfahren mehr und mehr, aber der große Knall (mit der Offenbarung) steht noch aus und lässt die Spannung damit steigen.
Peanut Hamper
Wer mein Review zu A Mathematically Perfect Redemption gelesen hat, wird sicher wissen, dass ich mit diesem Exocomp auf keinem guten Fuß stehe. Denn diese Einzelfolge, die unsere Lower Decks vernachlässigte, brachte im Endeffekt keinerlei Entwicklung für den Exocomp, der am Ende zurecht eingesperrt wurde. Insofern war ich nicht gerade begeistert, erneut auf Peanut Hamper zu treffen.
Aber in A Few Badgeys More erweist sich diese Figur dann doch als sehr gute Wahl. Nicht nur, was das Verhältnis zu Agimus angeht, welches diesen bösen Supercomputer beeinflusst, sondern auch, was Peanut Hamper an sich betrifft. Ich bin zwar nicht Tendi, aber wenn Peanut Hamper die Rehabilitation bevorzugt, statt einen anderen Planeten zu kontrollieren, ist das sicher ein Fortschritt. Obendrein treffen wir noch ihren Vater und erleben, dass sie tatsächlich einen „guten“ Weg eingeschlagen hat und an sich nichts mehr mit Agimus und seinen Plänen zu tun haben will. Obwohl er offenbar einen guten Freund abgibt, aber dazu an anderer Stelle mehr.
Jedenfalls konnte sich Peanut Hamper bei mir diese Woche rehabilitieren. Denn der Exocomp hat erkannt, dass die erprobte Anhörung nicht nur vorgegaukelt ist, sondern aus ihrem Herzen spricht. Zusammen mit ihren Einfluss auf Agimus also eine sehr gute Wahl und mit einer stimmigen Entwicklung, die gleichzeitig auch eine angenehme Auflösung für diese Figur bietet.

AGIMUS
Jeffrey Combs mag lediglich eine Sprechrolle in Star Trek: Lower Decks haben, aber als Agimus trifft er immer direkt ins Schwarze. Das manische Lachen kommt selbst am Ende sehr gut rüber, wo Agimus versichert, als nächstes die Rehabilitation in Angriff zu nehmen und sogar seinem Zellen-Nachbarn zu helfen.
Aber fangen wir vorne an. Natürlich riecht Boimler den Braten, als er auf Agimus trifft und ist sogar direkt drauf und dran, jegliche Unterhaltung zu beenden. Wäre da nicht die Erkenntnis, dass Agimus tatsächlich mehr über die letzte Attacke des mysteriösen Schiffs weiß - der Aufhänger für Boimler, sich auf ein Abenteuer einzulassen, welches unter anderem die Eroberung eines fremden Planeten durch Agimus (in Rekordzeit) involviert. Die Pläne des bösen Supercomputers gehen scheinbar auf, wenngleich Tendi und Boimler jederzeit in der Lage wären, ihre Fesseln abzulegen. Aber der Punkt ist einfach, dass die Bekanntschaft mit Peanut Hamper Einfluss auf Agimus genommen hat. Dieser strebt zwar zunächst noch seine niederen Ziele an, aber wundert sich über den Verbleib seiner Freundin, mit der er sich treffen und anschließend einen Planeten beherrschen wollte. Ich bin mir am Ende zwar ein wenig unsicher, ob ich Agimus nicht lieber in der bösen Rolle weitergesehen hätte, aber im Rahmen der Episode hat seine Entwicklung gepasst.
Was Tendi und Boimler angeht, gab es derweil keine großen Überraschungen. So lässt sich Tendi, die stets an das Beste glaubt, natürlich von Peanut Hamper überzeugen - auch wenn an der Stelle noch nicht klar ist, dass der Exocomp sich wirklich verändert hat. Und Boimler bleibt zunächst skeptisch, lässt sich von Agimus aber doch ein wenig um den Finger wickeln - der Farbwechsel von rot zu blau ist aber auch gemein - um an die gewünschten Informationen zu kommen. Allerdings wird ebenfalls herausgestellt, dass Boimler weniger naiv vorgeht und die Gefahr stets im Auge hat, die von Agimus ausgeht. Lustig und gleichzeitig auch etwas sinnlos wirken die Eindrücke vom Computer-Gefängnis mit Therapierunden und Gewichtstraining im Gefängnishof, aber diese Art von Humor mag ich durchaus.
Badgey
In der Haupthandlung haben Rutherford und Mariner alle Hände voll zu tun, um Badgey in Schach zu halten und die Vernichtung der Cerritos zu verhindern. Keine leichte Aufgabe, denn Rutherford kommt ohne Plan und mit der Bereitschaft, sich selbst zu opfern, auf das Drookmani-Schiff. Zudem ist die Überlegenheit des bösen Hologramms von Beginn an spürbar und Rutherford hatte keine Gelegenheit, Badgey mit den üblichen Mitteln gegenüberzutreten. Also müssen unkonventionelle Methoden angewendet werden, die uns teils durchaus bekannt sind.
Die Umarmung ist der erste Schachzug, der Wirkung zeigt und bei Badgey einen inneren Konflikt verursacht (erinnert an Data und Lore in der dritten Staffel Star Trek: Picard). Die anschließende Spaltung in Badgey und Goodgey ist aber nur ein halber Erfolg, denn der böse Teil geht weiter seinem Vorhaben nach und will jetzt die Crew der Cerritos vergiften. Ein Appell an die Logik ist Rutherfords nächster Schachzug (und erinnert an andere Episoden aus dem Franchise, wo diverse Captains ebenfalls mit bösen Intelligenzen über deren Vorhaben diskutiert haben), womit eine weitere Spaltung in Badgey und Logic-y erfolgt. Jetzt soll die gesamte Föderation ausgelöscht werden, womit sich das Problem weiter verschlimmert und die Lage aussichtsloser denn je wird.

Mir mutet es zwar hanebüchen an, wenn Badgey zum übermächtigen Gegner mutiert, der mühelos in alle Systeme eindringen kann, aber die Auflösung weiß am Ende doch zu gefallen. Als quasi-Gott erkennt das Programm endlich die Sinnlosigkeit seines Vorhabens und schmiedet wesentlich friedlichere Pläne, womit die Bedrohung jetzt ein für allemal vorbei sein dürfte. Schade nur, dass Rutherford und Mariner am Ende nicht zu dieser Wandlung beitragen, sondern davon selbst überrascht werden - womit die Lösung wie aus dem Hut gezaubert wirkt.
Sonstiges
Wie üblich gibt es diese Woche wieder viele Referenzen und Easter Eggs zu entdecken, aber grundlegend greift Star Trek: Lower Decks auf eigens etablierte Figuren und Geschichten zurück, was mittlerweile eine der größten Stärken der Serie geworden ist. Ich bin mir zwar unsicher, ob gleich drei künstliche Intelligenzen einen mehr oder weniger ähnlichen Weg der Rehabilitation einschlagen mussten, aber das geschieht in allen Handlungssträngen mit so viel Herz, dass es unterm Strich funktioniert.
Bei unseren Hauptfiguren werden die Teams erneut ein wenig durcheinander gewürfelt - mit Tendi und Boimler in der einen und Mariner und Rutherford in der anderen Handlung. Der Teamfaktor bleibt aber präsent, wenn sich gegenseitig unterstützt und geholfen wird. Ich vermisse allerdings T'Lyn (Gabrielle Ruiz), die nun schon die zweite Woche in Folge pausiert.
Fazit
In A Few Badgeys More wird der Bogen in Sachen Glaubwürdigkeit und Logik teils überspannt, aber gleichzeitig kommt das dem Humor zugute. Die Werdegänge der drei künstlichen Intelligenzen werden mit viel Herz aufgelöst, was mich positiv überrascht hat. Außerdem werden unsere Hauptfiguren gefordert und die neuesten Informationen über das mysteriöse Schiff machen neugierig auf mehr. Von mir gibt es diese Woche vier von fünf Sternen. Und von Euch?
Verfasser: Christian Schäfer am Sonntag, 15. Oktober 2023(Star Trek: Lower Decks 4x07)
Schauspieler in der Episode Star Trek: Lower Decks 4x07
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