Star Trek: Lower Decks 2x09

Star Trek: Lower Decks 2x09

In der Folge wej Duj der US-Serie Star Trek: Lower Decks verbringen unsere Ensigns ihre Freizeit mit den Brückenoffizieren. Lediglich Boimler ist zunächst allein unterwegs, während uns die Lower Decks anderer Schiffe präsentiert werden.

Szenenfoto aus der Episode wej Duj der Serie Star Trek: Lower Deck (c) Paramount+
Szenenfoto aus der Episode wej Duj der Serie Star Trek: Lower Deck (c) Paramount+
© zenenfoto aus der Episode wej Duj der Serie Star Trek: Lower Deck (c) Paramount+

wej Duj

Der Episodentitel müsste genau genommen anders dargestellt werden, kommt er doch aus dem Klingonischen und bedeutet so viel wie „Drei Schiffe“. Welche drei Schiffe das sein sollen, wird uns schnell klar, denn es gibt nach einer kleinen Einführung direkt drei Schiffe, deren Lower Decks Charaktere für diese Folge wichtig sind. Bei den Klingonen ist es Mach (Jon Curry), bei den Vulkaniern ist es T'Lyn (Gabrielle Ruiz) und auf der Cerritos hauptsächlich Boimler (Jack Quaid), der auf der Suche nach einem „Bridge Buddy“ ist.

wej Duj ist eine ambitionierte Folge, die in ihrer kurzen Laufzeit erstaunlich viel unterbringt, und zwar, ohne überladen zu wirken oder dabei den Humor zu verlieren. Boimlers Suche nach einem Offizier, mit dem er seine Freizeit verbringen kann, ist mehr oder weniger eine Konsequenz aus seiner Sonderrolle in I, Excretus und führt ihn durch mehrere Szenarien seiner Kollegen, ehe er in Ransom (Jerry O'Connell) und mit einem kleinen Vorwand seinen Bridge Buddy gefunden hat - oder nicht?

Derweil führen uns die Ausflüge zu den Klingonen und Vulkaniern ein ganzes Stück von der Cerritos weg, augenscheinlich nur, um die dortigen Lower Decks und deren Alltag zu beleuchten. Aber es soll noch viel mehr dahinterstecken, als Captain Dorg (Colton Dunn) sich mit den Pakleds trifft und offenbar wird, wer hinter den Angriffen der Pakleds die Strippen zieht. Das Ganze kulminiert schließlich in einer Auseinandersetzung, wie wir sie zuvor in der Serie noch nicht hatten und wo alle Handlungsstränge zusammengeführt werden. „The real action begins on the lower decks“ fasst es am Ende ganz gut zusammen.

Boimler

Paramount+
Paramount+ - © Paramount+

Während Tendi (Noel Wells) sich mit Dr. T'Ana (Gillian Vigman) zum Klettern trifft, Mariner (Tawny Newsome) und Captain Freeman (Dawnn Lewis) an der Mutter-Tochter-Beziehung „arbeiten“ und Rutherford (Eugene Cordero) mit Billups (Paul Scheer) und Shaxs (Fred Tatasciore) gleich zwei Offizieren bei deren Hobbys Gesellschaft leistet, steht Boimler zunächst allein da. Ein erster Versuch, Kayshon (Carl Tart) als Bridge Buddy zu gewinnen, geht direkt in die Hose, womit unser Ensign beschließt, seine Kollegen aufzusuchen. Natürlich in der Hoffnung, diese bei ihren Freizeitaktivitäten mit der Brückencrew zu begleiten.

Boims kann einem da schon ein bisschen leidtun, wenn ein Versuch nach dem anderen scheitert und er oft einer der Gründe dafür ist, dass wir über die jeweilige Szene lachen können. Aber nicht nur, denn das „Star Trek V“ - Gedächtnisszenario oder der therapeutische Töpferkurs mit Shaxs („Take your neverending bonfire of rage and bury it in the clay!“) bieten mehr als einen kreischenden Boimler. Dieser soll schließlich bei Ransom und seinen beiden Buddys landen, muss dafür allerdings vorgeben, von Hawaii zu stammen.

Dass er mit dieser Lüge nicht weit kommt, ist ebenso offensichtlich wie die spätere Offenbarung, dass auch Ransom und seine Kumpels nicht von Hawaii stammen. Boimler verplappert sich, als die Lage sich zuspitzt, was zu mehreren Geständnissen führt. Statt ihn aber nun in die blitzschnell neu geformte Gruppe aufzunehmen, steht er wieder außen vor. Mission gescheitert?

Nicht ganz, schließlich schickt Ransom am Ende doch eine gute Portion Anerkennung zu unserem Ensign. Außerdem bleiben ihm noch Mariner, Tendi und Rutherford, die ihre nächste freie Zeit sicher mit ihm verbringen werden. Fraglich bleibt für mich allerdings, wie lange Boimler noch Ensign bleiben und zu den Lower Decks gehören wird. Eine Beförderung sollte jedenfalls mit Blick auf die Geschehnisse der letzten Woche und Ransoms Anerkennung in dieser nicht mehr lange auf sich warten lassen, oder?

Hier kannst Du „Star Trek: Lower Decks: Staffel 2 Stream“ bei Amazon.de kaufen

Du kannst Star Trek: Lower Decks: Staffel 2 Stream jetzt sofort bei Amazon Prime Video streamen

T'Lyn

Paramount+
Paramount+ - © Paramount+

Die Einblicke in den Alltag der Lower Decks anderer Kulturen ist eigentlich eine naheliegende Idee. Das kann, wie bei den Pakleds oder im Abspann bei den Borg, für einen kleinen Gag herhalten, aber eben auch für längere Handlungsbögen sorgen. Einer davon betrifft diese Woche T'Lyn, die statt auf Logik, Meditation und Folgsamkeit zu setzen, eben auf ihr Bauchgefühl und den Instinkt hört. Fraglos wurde Mariner hier als Vorlage für T'Lyn verwendet, die mit ihrem „rebellischen“ Verhalten bei Kollegen und Vorgesetzten anstößt, selbst nachdem sie mit ihrem Nebenprojekt das Schiff gerettet hat.

Der augenzwinkernde Blick auf die Vulkanier, die hauptsächlich durch gehobene Augenbrauen auffallen, ist aber nicht verkehrt oder billig gemacht. Denn trotz des oft amüsanten Blickwinkels haben sich die Macher, insbesondere Autorin Kathryn Lyn, offenbar ernsthaft mit der Kultur auseinandergesetzt und überlegt, wie sich dieser Handlungsbogen angehen lässt. Mir fällt spontan auch keine Episode bei den alten Trek-Serien ein, die sich ausführlich mit dem Alltag auf einem vulkanischen Schiff beschäftigt. Insofern wird gewissermaßen Neuland betreten und trotz diverser Überspitzungen darauf geachtet, das Geschehen in einem glaubwürdigen Rahmen zu halten.

Ob es am Ende logisch ist, wenn Captain Sokel (Nolan North) die rebellische T'Lyn in Richtung Sternenflotte strafversetzt, statt sie zu befördern? Keine Ahnung, aber es lässt die Vermutung aufkommen, dass die Lower Decks auf der Cerritos bald vielleicht vulkanischen Zuwachs erhalten. Oder was meint ihr?

Mach

Bei den Klingonen steht schnell Mach im Mittelpunkt, der sich Hoffnung auf eine schnelle Beförderung macht. Als Vorlage diente hier offenbar Boimler, denn die Verhaltensweisen und „Erfolge“ sehen anfangs doch sehr vergleichbar aus. Das Umfeld unterscheidet sich allerdings gewaltig und wird deutlich überspitzter angegangen, als es bei den Vulkaniern der Fall ist.

Das mag lustig sein und an vielen Stellen funktionieren, teils werden sogar scheinbar unwichtige Gassi-Gänge als Vorbereitung für später benutzt. Aber unterm Strich wäre ein leicht gemäßigterer Ansatz besser gewesen, schließlich fragt man sich am Ende, wie bei dieser instabilen Kommandostruktur noch ein Schiff geführt werden kann. Nicht falsch verstehen, ich hatte hier durchaus meinen Spaß und möchte die Einblicke nicht missen, aber so ein bisschen wird doch an der Glaubwürdigkeit gekratzt beziehungsweise der Bogen leicht überspannt (was sich allerdings nicht auf meine Bewertung auswirken soll).

Was die Klingonen als Strippenzieher und Waffenlieferanten der Pakleds angeht, ergibt das mit Blick auf General Chang, äh, Captain Dorg durchaus Sinn. Da wird der übergreifende Handlungsbogen um die Pakled-Angriffe mit einer guten Erklärung versehen, schließlich konnte man sich vorher bereits fragen, woher die ihre Waffen beziehen. Man könnte auch meinen, dass jetzt mit Captain Mach, der den Frieden mit der Föderation bewahren möchte und sich aus dem Gefecht zurückzieht, die Gefahr vorbei ist. Aber falls ich richtig aufgepasst habe, sind die Pakleds noch immer mit einer Bombe ausgestattet und werden im Staffelfinale sicher versuchen, ihren Plan durchzuziehen. (Vorausgesetzt, sie testen den neuen „Boomer“ nicht wieder.)

Fazit

Paramount+
Paramount+ - © Paramount+

Star Trek: Lower Decks wagt sich diese Woche weit über die Grenzen der Cerritos hinaus und kann mit jedem Handlungsbogen punkten. Das ist deshalb erstaunlich, weil uns neben Boimlers Reise eine ganze Reihe neuer Figuren vorgestellt werden, die teils zwar stark an unsere Lower Decks erinnern, aber es mühelos schaffen, unser Interesse zu wecken. Die Zusammenführung am Ende, die gleichzeitig den größeren Staffelbogen involviert, lässt kaum zu wünschen übrig. Von mir gibt es diese Woche 5 von 5 Sternen. Und von euch?

Hier kannst Du „Star Trek: Lower Decks: Staffel 2 Stream“ bei Amazon.de kaufen

Du kannst Star Trek: Lower Decks: Staffel 2 Stream jetzt sofort bei Amazon Prime Video streamen

Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 9. Oktober 2021
Episode
Staffel 2, Episode 9
(Star Trek: Lower Decks 2x09)
Titel der Episode im Original
wej Duj
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 7. Oktober 2021 (Paramount+)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 8. Oktober 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Freitag, 8. Oktober 2021
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Freitag, 8. Oktober 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Freitag, 8. Oktober 2021

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?